Branchennetzwerke in Schleswig-Holstein wollen internationaler werden

Ernährungswirtschaft im Norden setzt auf internationale Kontakte – zum Schutz der Verbraucher weltweit

verpackung1Schadstoffe in Fleisch oder Fertiggerichten, hervorgerufen durch Papierverpackungen, verunsicherten vor Jahren die Verbraucher. Die Ernährungswirtschaft reagierte mit neuen Verfahren und internationalen Allianzen. Eines der Themen, das heute im Kieler Landeshaus beim Kongress „Cluster in Schleswig-Holstein – gemeinsam innovativ“ eine Rolle spielte.

In der Schweiz konnte vor einigen Jahren erstmals durch neue Messverfahren nachgewiesen werden, wie sich die in Zeitungspapier enthaltene Druckerschwärze über den Recycling-Prozess ihren Weg in die Verpackungen von Lebensmitteln bahnte. Seitdem arbeiteten Wissenschaftler und Unternehmen weltweit an Materialien und Verfahren, die Lebensmittel noch wirksamer vor Umwelteinflüssen schützen. „Dieses Thema ist natürlich auch für unsere Ernährungsbranche im Norden von großer Bedeutung“, sagte Wirtschafts- und Verbraucherschutzminister Reinhard Meyer heute in Kiel anlässlich der Eröffnung eines Cluster-Fachkongresses mit 150 Teilnehmern. Neben der Ernährunngswirtschaft tauschten sich dabei auch Vertreter der anderen schleswig-holsteinischen Cluster wie der Digitalen Wirtschaft“, den Life Science oder der Maritimen Wirtschaft aus.

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Meyer beim Besuch des „foodRegio“-Standes während der Clusterkonferenz

Nach den Worten von Meyer bringen die hohen Anforderungen an moderne und innovative Lebensmittelverpackungen gerade kleine und mittelständische Betriebe aus Schleswig-Holsteins Ernährungswirtschaft mitunter an ihre Leistungsgrenze. „Darum ist eine Vernetzung auf nationaler und internationaler Ebene für die Zukunft der Branche ein Baustein für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit“, so  Meyer. Genau hier setze der Kongress an. Neben der Ernährungswirtschaft, die in Schleswig-Holstein in 257 Unternehmen über 21.000 Menschen beschäftigt, tauschen sich bei der Fachveranstaltung in Kiel auch Experten anderer Cluster wie der Maritimen Branche, des Tourismus oder der Digitalen Wirtschaft aus.

Laut Professor Björn P. Jacobsen, Projektleiter des „foodRegio“ Branchennetzwerks, seien die Unternehmen in Schleswig-Holstein zusammen mit den Hochschulen – insbesondere der Universität Lübeck und der Fachhochschule Lübeck – ständig engagiert, innovative Lösungen für die Sicherstellung einer hohe Lebensmittelqualität zu erarbeiten. „Die Qualität des Produktes stellt die Ernährungswirtschaft sicher. Wir müssen auch darauf achten, dass diese Qualität vom Werkstor über den Handel bis in die Küche des Verbrauchers erhalten bleibt“, so Jacobsen. Hierbei seien Lebensmittelverpackungen ein wichtiger Baustein.

img_0155Zu seinen Erwartungen an den Kongress sagte Jacobsen am Rande der Veranstaltung im Landeshaus

(Audiopfeil klicken)

Zum Schutz gehört nach Ansicht von Jacobsen auch, dass zukünftige Verpackungen „drohnentauglich“ seien, denn bereits heute würden in den USA Lebensmittel per Flugdrohnen ausgeliefert. „Lebensmittelverpackungen werden also zukünftig noch viel mehr leisten, unter anderem müssen sie mit Haushaltsgeräten kommunizieren, damit diese wiederum automatisch eine Einkaufsliste auf das Smartphone des Verbrauchers senden können“, so Jacobsen. Dies seien nur einige Anforderungen, die das foodRegio Netzwerk gemeinsam mit Verpackungsspezialisten aus Schweden und Spanien für seine Mitglieder in einer Art Fahrplan für die Lebensmittelverpackung der Zukunft zusammengestellt hat.

Minister Meyer: „Das einzelne Unternehmen kann solche Recherchen nicht leisten, hier hilft die Zusammenarbeit in den vom Land geförderten Branchennetzwerken.“ Ganz aktuell befasse sich der Arbeitskreis Verpackung im foodRegio Netzwerk mit dem Einsatz von Biomaterialien in Lebensmittelverpackungen.

Wie Meyer weiter sagte, stehen die Zeichen in der Ernährungswirtschaft bundes- wie landesweit auf Wachstumskurs. Laut Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie befand sich die Branche im zweiten und dritten Quartal 2016 weiter im Aufschwung. Sowohl der Umsatz wie auch der Absatz konnten auf Bundesebene gesteigert werden.

Meyer und Jacobsen erinnerten aber auch daran, dass die Ertragslage vieler Unternehmen angespannt bleibe, besonders das Russland-Embargo, aber auch der  starke Preisdruck im Auslandsgeschäft wirke sich nach wie vor aus. Darüber hinaus steigen mit wachsenden Anforderungen an Produkte und Unternehmen seitens der Verbraucher, dem Einzelhandel und dem Gesetzgeber auch die Produktionskosten sowie der Wettbewerbs- und Innovationsdruck.

Meyer: „Vor diesem Hintergrund kommt der Fachkongress in Kiel als Ideenbörse und Aufbruchsignal zu einem stärkeren internationalen Schulterschuss zur exakt richtigen Zeit.“

ndr_1_welle_nord_logo-svgNDR-Info und die NDR-1-Welle Nord strahlten um Thema Ernährungs-Netzwerk dazu folgenden Beitrag ihres Redakteurs Uwe Nieber aus (Audiopfeil klicken)

 

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