Arbeitslosenquote in Schleswig-Holstein erstmals seit 24 Jahren unter 90.000

Rekord: Oktober weist niedrigste Arbeitslosenquote in Schleswig-Holstein seit 24 Jahren auf

ohne Überschrift

Goldener Herbst auf dem schleswig-holsteinischen Ausbildungs- und Arbeitsmarkt: Erstmals seit 24 Jahren ist die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen auf unter 90.000 gefallen: Nach der heute von der Bundesgentur für Arbeit (BA) vorgelegten Statistik sind  88.558 arbeitslos – die Arbeitslosenquote liegt damit bei 5,8 Prozent. Das ist nach Angaben der Chefin der Regionaldirektion Nord der BA, Margit Haupt-Koopmann, und Arbeitsminister Reinhard Meyer ein Rückgang von 2,3 Prozent zum Vormonat und 4,6 Prozent zum Vorjahresmonat. „Besonders erfreulich hierbei ist, dass der Rückgang der Arbeitslosigkeit kontinuierlich in allen Landesteilen erfolgt und die Arbeitslosenquote unter 9,0 Prozent in den Kreisfreien Städten und unter 6,5 Prozent in den Kreisen beträgt“, sagte Meyer.

Reinhard_MeyerArbeitsminister Meyer sagte im Gespräch mit RSH-Reporter Andreas Otto weiter

(Audiopfeil klicken)

Nach den Worten des Ministers gelte es nun, die unterschiedliche Entwicklung der Arbeitslosigkeit zwischen Männern und Frauen zu beobachten und die Ursachen zu ergründen. Während die Arbeitslosigkeit bei den Frauen insbesondere im Vergleich Vorjahr deutlich zurückging (-5,5 %), fiel der Rückgang bei den Männern mit minus 3,9 Prozent etwas verhaltener aus.

IMG_1137Regional-Direktions-Chefin Haupt-Koopmann erklärte gegenüber Journalisten weiter

(Audiopfeil klicken)

Laut Haupt-Koopmann und Meyer sind erhebliche Anstrengungen aller Arbeitsmarktpartner erforderlich, um Schutzsuchende, die für längere Zeit oder sogar für immer in Deutschland bleiben werden, bestmöglich in den Arbeitsmarkt zu integrieren.

An der Handwerkskammer werden junge, minderjährige Flüchtlinge auf eine AUsbildung vorbereitet

Einen wesentlichen Schlüssel zum Erfolg sehen beide in der der engen und frühzeitigen Verzahnung von Sprachförderung, betrieblicher Praxis und Qualifizierung liege. Sie begrüßten daher insbesondere das von BDA, DGB, dem Bundesamt für Migration und der Bundesagentur für Arbeit gemeinsam erarbeitete Kooperationsmodell   ‚Kommit  –  Kooperationsmodell mit berufsanschlussfähiger Weiterbildung‘.

Haupt-Koopmann betonte: „Zentrale Merkmale sind der schnelle, direkte Kontakt zu Unternehmen, die zeitnahe sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und der konsequente Einstieg in eine berufsabschlussfähige Weiterbildung  –  bei gleichzeitigem systematischen Spracherwerb. Das Kooperationsmodell hat im Idealfall vier Phasen, die eng miteinander verzahnt sind. Das Modell ist für Arbeitssuchende und Arbeitgeber flexibel gestaltet, ein Einstieg ist in jeder Phase möglich.“

Phase I: Spracherwerb

Am wichtigsten für eine erfolgreiche Integration ist das Erlernen der deutschen Sprache im Integrationskurs. Dies gilt für alle Zuwanderergruppen gleichermaßen  –  nicht nur für geflüchtete Menschen, sondern auch für gering qualifizierte Zuwanderer, die bereits in Deutschland leben und Zugang zu Integrationskursen haben.

Phase II: Sprachkurs plus erste Praxiserfahrung im Betrieb

Nach etwa drei Monaten findet zeitgleich zum Integrationskurs eine von der Bundesagentur geförderte Erprobung bei einem Arbeitgeber statt.

Phase III: Einstieg in Arbeit

Anschließend folgt die Integration in ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis. Neben der Beschäftigung soll mit Einverständnis des Arbeitgebers berufsbegleitend die Qualifikation verbessert werden. Durch den Erwerb einer zertifizierten, berufsanschlussfähigen Teilqualifikation wird der Grundstein für eine darauf aufbauende weitere Qualifizierung oder auch eine Ausbildung gelegt. Arbeitgeber werden bei der Qualifizierung unterstützt und können für die Weiterbildungszeit einen finanziellen Zuschuss zum Entgelt erhalten.

Phase IV: Die berufliche Zukunft gestalten

Nach einer individuellen Standortbestimmung geht es darum, nachhaltig am Arbeitsmarkt zu bestehen und den Qualifizierungsweg fortzusetzen: Durch weitere berufsanschlussfähige Teilqualifikationen, die Aufnahme einer Ausbildung oder einer (betrieblichen) Umschulung, flankiert durch umschulungsbegleitende Hilfen und optional begleitet durch eine berufsbezogene Sprachförderung.

Nach den Worten von Meyer sei es der richtige Weg der Bundesagentur, die wichtigsten Elemente beruflichen Erfolgs frühzeitig miteinander zu verknüpfen. „In Schleswig-Holstein haben wir ähnliche Ideen schon Anfang des Jahres mit unserem gemeinsamen Programm  BÜFAA  auf den Weg gebracht und ich bin froh, dass die Wirtschaft des Landes dabei mitzuziehen versprochen hat“, sagte er. Nun müsse man gemeinsam daran arbeiten und so viele Flüchtlinge wie möglich in den Arbeitsmarkt zu integrieren.“ Als Land sind wir auf stand-by, sollte es noch einen weitergehenden Bedarf an Unterstützung geben.“

Darüber hinaus erinnerte der Minister daran, dass grundsätzlich auch alle  Förderungsprojekte des Landes den Flüchtlingen offen stehen. Daneben werde seit Beginn der verstärkten Zuwanderung in Wettbewerbsaufrufen gefordert, geeignete Projekte und Hilfsangebote für Menschen mit Migrationshintergrund oder Flüchtlinge zu entwickeln, zum Beispiel bei der Integration Langzeitarbeitsloser oder im Beratungsangebot „Frau und Beruf“.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s