Meyer weiht Maschine bei Hell-Tochter im Iran ein – Gespräche unter Eindruck der US-Wahlen
Im Gespräch mit den NDR-Reportern Jan Frenzel und Kerstin von Stürmer sagte Meyer nach seinem Treffen mit Kashan
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Wie Meyer auch im Gespräch mit dem mitreisenden „Welt“-Reporter Olaf Preuß sagte, stehen die Gespräche im Iran immer wieder unter dem Eindruck der US-Wahlen von dieser Woche. Anfang 2016 wurden die internationalen Sanktionen gegen den Iran gelockert, nachdem die Staatengemeinschaft im Sommer 2015 ein Abkommen mit dem Land vereinbart hatte.
Iran verpflichtet sich, die Atomkraft nur zivil zu nutzen. Material und Anlagen, mit denen das Land Atomwaffen herstellen könnte, werden abgebaut. Unter internationaler Kontrolle des Abkommens sollen die Sanktionen in den kommenden Jahren schrittweise aufgehoben werden. Die USA jedoch, die mit Iran seit Ende der 1970er Jahre verfeindet sind, halten weiterhin auch eigene, strikte Handelsbeschränkungen in Kraft. „Unser Ziel ist es, ganz ohne Sanktionen mit dem Iran zusammen zu arbeiten“, sagt Meyer.
Allen Gesprächspartnern und Delegationsteilnehmern sei klar, so Meyer weiter, dass – wenn sich die USA querstellen – es mit der weiteren Öffnung der Islamischen Republik schwierig werde. Über allem hänge der Regierungswechsel, den die Vereinigten Staaten am 20. Januar vollziehen werden. „Ich habe Bedenken, ob Europa weiterhin eigenständig agieren wird, wenn die USA etwas dagegen einwenden“, sagte Kashan. Meyer entgegnet mit Blick auf den Iranhandel: „Ein neuer US-Präsident Donald Trump gibt Europa auch die Chance, seine Rolle eigenständiger zu sehen.“
Kashan machte der Delegation deutlich, was Iran in den kommenden Jahren vorhabe: Irans Wirtschaft und Infrastruktur müssten in weiten Teilen neu aufgebaut oder erneuert werden. „In den kommenden acht bis zehn Jahren wollen wir 400 bis 500 Milliarden Dollar in die Verkehrsinfrastruktur und in den Städtebau investieren, rund 100 Milliarden Dollar davon in den Luftverkehr. Wir bauen allein 10.000 Kilometer neue Schienenwege und Hochgeschwindigkeitsstrecken, wir brauchen Tausende neue Lokomotiven und Waggons“, sagte Kashan.
Mehrere Zehntausend Kilometer Straßen sollen neu gebaut, 128.000 alte Lastwagen durch neue Modelle ersetzt werden. Unter anderem stehen rund 400 neue Flugzeuge von Airbus und Boeing auf der Wunschliste der Iraner, aber auch da könnte die künftige US-Regierung ein Veto einlegen. „Ich hoffe, dass der neue US-Präsident Trump hier keine Probleme verursachen wird“, so Kashan, „und ich hoffe, dass Europa an seinen Vereinbarungen mit Iran festhält.“
Zum Artikel in der „Welt“ von Olaf Preuß hier klicken
Und hier ein paar Video-Eindrücke vom heutigen Besuch bei der Firma „Hell Gravure Systems“
Zusammen mit dem Minister sind unter anderem zu sehen: Soheil Golestanian,Ulrich Busche Fa. Hell Gravure Systems, Mehdi Golestanian, Niloofar und Mehrshad Golestanian. s handelt sich um einen Familienbetrieb.
