Meyer kämpft für weniger Bürokratie in der Reisebranche nach umstrittener EU-Richtlinie

EU-Reiserichtlinie – Meyer bangt um mittelständische Struktur der Reisebüros –  Änderungsantrag im Bundesrat

Tourismus-Service Rantum Sylt im Winter

Mit einem Änderungsantrag im Bundesrat stemmt sich Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer gegen die bisher geplante Umsetzung der so genannten EU-Pauschalreiserichtlinie in nationales Recht. Nach den vom Bundesjustizministerium geplanten Änderungen gelten Reisebüros in Zukunft faktisch als Pauschalreiseveranstalter, sobald sie einem Kunden mehrere Einzelleistungen zu einer Reise zusammenstellen. Und sie würden bei Pannen entsprechend haften.

Er fürchte viel zu viel Bürokratie und Sorge sich vor allem um die mittelständische Struktur der Reisebüros, aber auch um das Abgebot kommunaler Anbieter

Meyer_TouriMeyer sagte weiter

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Nach den Worten des Ministers besteht bei dem besonders kritischen und wichtigen Punkt der sogenannten verbundenen Reiseleistungen akuter Verbesserungsbedarf. Darum habe er einen entsprechenden Änderungsantrag in den Bundesrat eingebracht, der im zuständigen Fachausschuss bereits mehrheitlich angenommen worden sei.Am 16. Dezember wird darüber im Bundesrat entschieden.

Laut Gesetzesentwurf wird die Tourismusorganisation bei der Vermittlung einzelner Reiseleistungen (wie zum Beispiel der Buchung einer Ferienwohnung und einer Wandertour durch einen Gast) in Zukunft zum Anbieter „verbundener Reiseleistungen“. Weist sie alle Einzelleistungen in einer Gesamt-Zahlungsaufstellung aus, wird sie sogar zum Reiseveranstalter. Wenn die Tourismusorganisation dies vermeiden will, muss sie bei der Vermittlung verbundener Reiseleistungen jede einzelne Leistung separat buchen, separat abrechnen und separat bezahlen lassen.

Wollen Tourismusorganisationen beim Zusammenstellen von einzelnen Reiseleistungen also auch künftig nicht zum Reiseveranstalter werden, sehen sie sich mit immens bürokratischen Beratungs-, Buchungs- und Zahlungsvorgängen konfrontiert. „Es besteht innerhalb der Branche Einigkeit darüber, dass diese Regelung praxisuntauglich ist und zu erheblichen Einschränkungen des touristischen Angebots führen wird – und damit nicht nur die Zukunft von zahlreichen kleinen und mittelständischen Reisebüros gefährden, sondern insbesondere auch das in Europa einzigartige Serviceleistungsangebot des deutschen öffentlichen Tourismus schädigen wird“, so Meyer weiter.

Fast alle kommunalen, regionalen und landesweiten Tourismusorganisationen in Deutschland seien unmittelbar von dieser Reform des Reiserechts betroffen. Denn der Tätigkeitsbereich der Tourismusorganisationen umfasse neben der allgemeinen Wirtschaftsförderung und dem Tourismus- oder Stadtmarketing auch die Erbringung konkreter Dienstleistungen gegenüber den Reisenden: fast alle Tourismusorganisationen seien als (Reise-)Vermittler und zum Teil auch als Reiseveranstalter tätig und ermöglichen die direkte Buchung touristischer Leistungen.

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