Der „echte Norden“zog letztes Jahr 154 Betriebe an – Nachholbedarf bei der Industrie

SH-Wirtschaftsförderer haben letztes Jahr 154 Unternehmen angesiedelt – 20 mehr als 2015, dafür mit weniger Arbeitsplätzen

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Präsentierten die Ansiedlungsergebnisse 2016: WT.SH-Chef Bösche, Meyer und Matthias Hüppauff von der Wirtschaftsförderung Nordfriesland

Die neuen Betriebe wollen 1374 Arbeitsplätze schaffen. Diese Zahl liegt um 360 unter der des Vorjahres, weil die Betriebsgrößen gesunken sind. «Das Ansiedlungsergebnis spiegelt die mittelständisch geprägte Wirtschaftsstruktur in Schleswig-Holstein wider», kommentierte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer, der die Zahlen heute mit dem Chef der „Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein“ (WT.SH), Dr. Bernd Bösche, in Kiel vorstellte . Die Größe des Unternehmens entscheide nicht über die Arbeitsplatzqualität, sagte Meyer.

Reinhard_MeyerIm Gespräch mit Journalisten sagte Meyer weiter

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Der Mittelstand im Norden stehe für nachhaltige und hochwertige Arbeits- und Ausbildungsplätze, wertvolle Unternehmenskultur, gute Aufstiegs- und Entwicklungschancen sowie Innovationskraft und internationale Ausrichtung. Von den 2016 neu angesiedelten Unternehmen stammen 16 aus dem Ausland. In der Tourismuswirtschaft stieg die Zahl der neuen Arbeitsplätze von 210 auf 417. Hintergrund ist die Ansiedlung hochwertiger Hotels und Resorts. Der Tourismus schaffe Investitionen, Beschäftigung und Einkommen und sei gemeinsam mit den erneuerbaren Energien zugleich Visitenkarte des Wirtschaftsstandortes, sagte Meyer weiter.

Nach Angaben von WTSH-Chef Bösche zeigen die  hochwertigen Hotelansiedlungen auch, dass der in Deutschland einmalige Service – ein systematisches und zugleich individuelles Investitionsmanagement für Hotelprojekte – Früchte trage. Allein in den vergangenen fünf Jahren wurden im Rahmen dieses Angebots 17 Hotelprojekte realisiert und 726 Arbeitsplätze geschaffen, erklärte  Bösche.

boescheBösche sagte bei der Pressekonferenz weiter

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Auch der Bereich der Erneuerbaren Energien hat 2016 im Vergleich zum Vorjahr zugelegt: 93 Arbeitsplätze entstehen in acht Unternehmen (Vorjahr 30 Arbeitsplätze in fünf Unternehmen). Bei den Unternehmen reicht die Bandbreite vom Wartungsservice für Windkraftanlagen bis hin zu Consulting-Firmen. Insbesondere im Bereich der Wartung und Instandsetzung werden viele neue Arbeitsplätze entstehen. So wird allein das niedersächsische Unternehmen Carbon Rotec GmbH & Co Kg aus Lemwerder/Unterweser am Standort Lübeck 30 neue Arbeitsplätze schaffen. Zu den neu angesiedelten Unternehmen gehört auch die Wind to Gas Südermarsch GmbH & Co KG in Brunsbüttel. Am Standort Brunsbüttel plant die Gesellschaft  die Errichtung eines neuen Windparks sowie den Bau einer Power-to-Gas Anlage.

mapna-first-wind-turbineMeyer: „Hier tragen unsere Bemühungen, die Potenziale aus der Energie­wende und unseres Standortes in Wertschöpfung umzuwandeln viele Früchte. Wir haben die Energiewende immer als Wertschöpfungsmotor und Verbindung von Energiepolitik, Stromerzeugung, Wärmemarkt im Windland Schleswig-Holstein mit großen Chancen für den Mittelstand und die Industrie bewertet.“

Auch der Bereich der digitalen Wirtschaft entwickelte sich positiv: in 27 Unternehmen entstehen 98 Arbeitsplätze (Vorjahr 14 Unternehmen mit 65 Arbeitsplätzen). Die Bandbreite reicht hier von IT -Dienstleistungen bis hin zu Entwicklungen von multimedialen Produktionssystemen. Im Vergleich zu den Vorjahren gab es bei den Ansiedlungen in den übrigen Branchen keine eindeutigen Schwerpunkte.

Laut Meyer und Bösche stammen 63 Prozent der neu angesiedelten Unternehmen aus dem Dienstleistungssektor (2015: 58 Prozent), 25 Prozent sind dem Handel (2015: 23 Prozent) und 12 Prozent dem produzierenden Gewerbe (2015: 19 Prozent) zuzurechnen.

hueppaufDr. Mattias Hüppauff, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Nordfriesland geht davon aus, dass der gute Immobilienmarkt nun auch zu erheblichen Neuinvestitionen an den nordfriesischen Tourismusstandorten führt.

Er sagte…  (Audiopfeil klicken)

Unterdessen gab die IHK zu Kiel gestern eine Konjunkturumfrage bekannt, wonach die Unternehmen in Schleswig-Holstein in guter Stimmung in das neue  Jahr gestartet sind. Der aktuelle Konjunkturklimaindex der Industrie- und Handelskammer (IHK) hat sich im vierten Quartal vergangenen Jahres von 110,4 auf 113,5 Punkte verbessert. Maximal möglich sind 200 Punkte. Fast 22 Prozent der befragten Unternehmen planen für 2017 steigende Beschäftigtenzahlen. Neben der guten Binnenkonjunktur sei auch dank des derzeit schwachen Euro für 2017 eine stabile Exportnachfrage zu erwarten, erklärte IHK-Vizepräsident Klaus-Hinrich Vater.

Die komplette Konjunkturumfrage der IHK finden Sie hier: konjunkturbericht-ihk-sh-2017

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