DB Regio will bis April an Sylt-Konzept für anstehende Tourismus-Saison arbeiten

Meyer bei Sylt-Pendlern: Bis April soll noch mehr Stabilität im Fahrplan und Verbesserungen der Informationen erreicht werden

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Gesprächsrunde mit DB, NAH.SH, Pendlern und Unternehmern beim Verein der Sylter Unternehmer in Westerland

Die Waggon-Engpässe beim Bahnverkehr nach Sylt werden absehbar im Sommer behoben sein. Um die stillgelegte Flotte von 90 Waggons wieder in Betrieb zu nehmen, würden Gutachten erarbeitet. «So wie es aussieht hat die Hälfte der Kupplungen Schäden», sagte der Chef des Nahverkehrsverbunds Nah.SH, Bernhard Wewers, nach einem Treffen mit Verkehrsminister Reinhard Meyer  sowie mit Pendlern, Unternehmern und Vertretern der Bahn. «Ich war im November hier, ich war im Dezember hier, bin heute hier und ich werde vor Ostern wieder hier sein», sagte Meyer.

Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) im InterviewWeiter sagte er nach seinem Besuc auf der Insel

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Wegen der Ende 2016 noch vom vorherigen Betreiber, der Nord-Ostsee-Bahn (NOB), aus dem Verkehr gezogenen Waggons ist vor allem der Komfort auf der Bahnstrecke zwischen Hamburg und Sylt stark beeinträchtigt. Die 108 veralteten Ersatz-Waggons ärgern die Bahnfahrer. «Prähistorisches Material und Fahrpreise aus 2017, das passt nicht zusammen», ärgerte sich deshalb Achim Bonnichsen, der eine Pendler-Gruppe organisiert.

Eigentlich hätten die defekten Kupplungen an den Wagen bis Ende März repariert sein sollen. Doch daraus wird nun wohl nichts – noch immer, so Wewers, sei die genaue Ursache noch offen.

Bei der Anreise erlebte auch Meyer eine Facette der Probleme: Auch sein Zug hatte wegen einer Weichenstörung 20 Minuten Verspätung. «Es war unangenehm, dass wir zweimal den Bahnsteig wechseln mussten», schilderte er die Situation am Abfahrtsbahnhof Niebüll. Auch ein Elternteil mit Kinderwagen sei betroffen gewesen. «Bei allem Unmut müssen wir respektieren, dass wir eine besondere Situation haben», sagte Meyer, der in dem Streit zwischen Bahn und Pendlern schlichten will.

Wewers betonte jedoch, dass – mit Ausnahme der ersten Januarwoche – die Pünktlichkeit trotz der alten Wagen gut sei: «über 95 Prozent». «Es gibt die Pünktlichkeit, die wir messen und es gibt die gefühlte Pünktlichkeit», so der Nahverkehrschef angesichts der nicht barrierefreien, alten – und nach Angaben von Pendlern oft verdreckten Waggons. «Es sind viele Dinge, die zusammenkommen», so Wewers. Dazu gehöre auch, dass die Informationen an den Bahnsteigen und im Zug verbessert werden müssten. Er sprach von einer «Notlage, die es so in Deutschland noch nicht gegeben hat».

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DB-Nord-Chefin Herbort, Meyer und Karl Max Hellner vom Verein Sylter Untenehmer

«Und weil es so eine Notlage ist, ist die Gefühlslage derjenigen, die diese Züge nutzen müssen, eine andere», ergänzte Meyer. «Das ist leider kein Orient-Express», so der Minister, der bereits bei der Strecken-Übernahme Ende Dezember zwischen Bahn, Pendlern und Unternehmern vermittelt hatte.

Die Konzernbeauftragte der Deutschen Bahn, Manuela Herbort, versprach angesichts der Probleme zu prüfen, ob auch Fernverkehrszüge teils unbürkokratisch für Pendler mit Nahverkehrsticket freigegeben werden können. Man sei «sehr gut im Gespräch», sagte sie. Mit Blick auf Touristen und Pendler sagte sie: «Die Erreichbarkeit der Insel sicherzustellen ist uns gelungen.»

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