Senvion-Aus in Husum und Ölpreis-Tiefstand drücken Bilanz der SH-Industrie

SH-Industrie schließt Produktionsbilanz 2016 im Minus – Meyer: Senvion-Entscheidung und Ölpreis zeigen Wirkung

Außenstelle der Senvion GmbH in Osterrönfeld
Die Entscheidung des Windanlagenbauers, die Produktion am Standort Husum herunter zu fahren und zu schließen, hinterlässt bereits Spuren in der 2016er Industrie-Produktionsbilanz

Die Industrie in Schleswig-Holstein hat ihre Produktionsbilanz 2016 mit einem Minus abgeschlossen. Die größeren Betriebe mit mindestens 20 Beschäftigten stellten 2016 Güter im Verkaufswert von 29,0 Milliarden Euro her, das waren fünf Prozent weniger als im Vorjahr. Den größten Anteil an der Gesamtproduktion hatte mit rund 18 Prozent der Maschinenbau, der aber einen Rückgang um elf Prozent auf 5,2 Milliarden Euro hinnehmen musste. Es folgte die Produktion von Nahrungs- und Futtermitteln, die um drei Prozent auf 5,1 Milliarden Euro sank. Ein Minus von sieben Prozent bei einem Produktionswert von noch 2,5 Milliarden Euro verbuchte die Chemie als drittwichtigster Industriesektor.

Wie Wirtschaftsminister Reinhard Meyer erläuterte, spiegeln die Zahlen unter anderem die Auswirkungen der Entscheidung des Windanlagenbauers Senvion wider, die Produktion in Husum einzustellen. Bremsspuren hinterlasse aber auch das Rußland-Embargo sowie der in 2016 drastisch gefallene Ölpreis. Das Minus in der Bilanz, das vor allem auf Großunternehmen entfällt, entspreche einem Rückgang von rund 1,2 Milliarden Euro, die sich zu je 500 Millionen Euro auf die Bereiche Windenergie (Maschinenbau) und Mineralölverarbeitung sowie auch die Mineralölverarbeitende Chemie verteilen.

Rund 200 Millionen Euro Einbuße entfallen auf die Ernährungsindustrie (Beispiele: Fischereierzeugnisse minus 30 Millionen Euro, Obst und Gemüse minus 15 Millionen Euro, Süßwaren minus 15 Millionen Euro oder Fertiggerichte minus 35 Millionen Euro). Bei den Einbußen im Bereich der Milchverarbeitung wirkt sich laut Meyer vor allem das Russland-Embargo aus.

Die alte Meierei Voldewraa im Freilichtmusum Molfsee

Laut Statistikamt Nord gibt es aber auch positive Effekte, etwa den Anstieg  bei pharmazeutischen Erzeugnissen (+ 3  Prozent).

Wie Meyer weiter sagte, sei die Entwicklung ein weiterer Beleg dafür, dass das Land mit der Einrichtung eines breiten Industrie-Bündnisses vor über zwei Jahren die richtigen Weichen gestellt habe. Er sei vor allem erstaunt, dass die Opposition mehr Engagement für die Industrie reklamiere, selbst aber über Jahre auf diesem Gebiet restlos untätig gewesen sei. „Wir haben erstmals in der Geschichte des Landes überhaupt ein Referat für Industriepolitik innerhalb der Landesregierung etabliert“, sagte Meyer. Erst im März hatte das Industrie-Bündnis in Kiel seine Handlungsempfehlungen für einen engeren Schulterschluss der Industriebetriebe auf den Feldern der Maritimen Industrie, der Energiewende und der Digitalisierung von Arbeitsprozessen vorgestellt.

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