Boomende Metall und Elektro-Industrie im Norden sucht händeringend Fachkräfte

Metall- und Elektroindustrie im Norden brummen – beste Geschäftslage seit 2012

Auszubildender zum Metallbauer beim Schweißen

Die norddeutsche Metall- und Elektroindustrie verzeichnet nach eigenen Angaben die beste Geschäftslage seit fünf Jahren. Mehr als 80 Prozent der Betriebe beurteilten ihre aktuelle Situation als gut oder befriedigend, teilte der Arbeitgeberverband Nordmetall mit. Das seien 10 Prozentpunkte mehr als in der Konjunkturumfrage vor einem halben Jahr.

Sorgen bereiten den Arbeitgebern jedoch der Mangel an geeigneten Fachkräften sowie ein steigender Kostendruck. Kaum eine Firma könne steigende Kosten über höhere Preise an die Kunden weitergeben. «Das schmälert Gewinnmargen und damit die Voraussetzungen für Investitionen und Arbeitsplätze», berichtete Nordmetall-Präsident Thomas Lambusch.

Nur ein Fünftel der Unternehmen will Nordmetall zufolge seine Belegschaft vergrößern, knapp ein Zehntel muss Stellen abbauen. Die übrigen wollen die Beschäftigungsstärke halten. An die Adresse der Gewerkschaften gerichtet warnte der Verbandspräsident vor höheren Löhnen. «Wenn wir noch teurer werden, wird sich für viele Unternehmen die Standortfrage immer unausweichlicher stellen.» 15 Prozent der Befragten erwägten bereits Produktionsverlagerungen ins Ausland.

An die Politik appellierte Lambusch, «endlich wirksame Maßnahmen» zur Bekämpfung des Fachkräftemangels einzusetzen. Mehr als die Hälfte der Befragten beurteilte das Fachkräfte-Angebot als schlecht oder unbefriedigend, ein Zuwachs von ebenfalls 10 Prozentpunkten verglichen mit dem Herbst. «Trotz der weltpolitischen Unsicherheiten hat sich die deutsche Industrie gut im Weltmarkt behauptet», resümierte der Nordmetall-Präsident. Vor allem Metall und Elektro-Produkte seien weiter stark nachgefragt.

Rund 30 Prozent der Betriebe erwarten im nächsten halben Jahr demnach eine bessere, 58 Prozent eine gleichbleibende und die übrigen eine schlechtere Geschäftslage.

Ein breites Arbeitgeber-Bündnis befragte rund 660 Unternehmen mit rund 150 000 Beschäftigten in Hamburg, Schleswig-Holstein, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und im nordwestlichen Niedersachsen zur Konjunktur. 158 Betriebe (104 600 Beschäftigte) beteiligten sich den Angaben zufolge.

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