Industrie-Umsatz springt im ersten Quartal um 16 Prozent nach oben

SH-Industrie steigert Quartals-Umsatz  um 16 Prozent – Korvettenauftrag für TKMS aber absehbar in Warteschleife

Blick von einem Schiff aus auf die German Naval Yards Holdings GmbH

Wie das Statistikamt Nord heute berichtet, stieg das Industrie-Inlandsgeschäft im echten Norden sogar um 18 Prozent auf 4,8 Milliarden. Der Auslandsabsatz wuchs um 14 Prozent. Das vergangene Jahr hatte die Industrie mit einem deutlichen Minus von 5 Prozent abgeschlossen.

In den ersten drei Monaten des laufendes Jahres verbuchte der Maschinenbau mit 1,3 Milliarden Euro (plus 0,4 Prozent) die höchsten Umsätze. Es folgte die Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln (plus vier Prozent) mit 1,2 Milliarden. Wieder steigende Preise bescherten der Mineralölverarbeitung nach zuvor starken Umsatzrückgängen eine Zunahme um 80 Prozent auf 695 Millionen Euro. Infolge der Abrechnung von Großaufträgen im Schiffbau registrierte der «Sonstige Fahrzeugbau», dazu gehört auch die Produktion von Lokomotive, fast eine Umsatzvervierfachung auf 595 Millionen Euro. Die Statistik erfasst 569 Betriebe mit mindestens 50 Beschäftigten. Dort arbeiteten im Monatsdurchschnitt des ersten Quartals 106 600 Menschen.

Unterdessen gerät ein Riesen-Auftrag des Bundes für das Werftenkonsortium TKMS/Lürssen scheinbar vorerst in Wanken: Die geplante Anschaffung von fünf Korvetten für die Marine noch vor der Bundestagswahl könnte nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ an Bedenken des Bundeskartellamts scheitern. Demnach sei die Vergabe des Auftrags als Nachbestellung – statt einer Ausschreibung, wie von Konkurrenzwerften gefordert – nicht zulässig.

Das Bundeskartellamt wollte sich heute nicht zu dem Bericht äußern. In einem Verfahren müssten erst die Beteiligten informiert werden, sagte ein Sprecher. Bauen sollen die Korvetten die Werften Lürssen und Thyssenkrupp Marine Systems – für mindestens 1,5 Milliarden Euro. Das Ministerium hatte aber auf eine Ausschreibung verzichtet, weil es sich bei dem Auftrag um Nachbestellungen handele. Die beiden Werften hatten bereits 2008 bis 2013 fünf Korvetten gebaut. Die Kieler Werft German Naval Yards wandte sich deshalb an das Kartellamt.

Laut «Süddeutscher Zeitung» heißt es in der der Zeitung vorliegenden Begründung des Beschlusses, dass die 2001 mit den ersten Korvetten beauftragte Bietergemeinschaft «nicht personenidentisch» mit dem Konsortium sei, das jetzt beauftragt werden sollte. Es sei nicht geprüft worden, ob nicht auch andere Firmen infrage kämen. Das Ministerium hat zwei Wochen Zeit, den Beschluss anzufechten. Nächste und letzte Instanz wäre das Oberlandesgericht Düsseldorf.

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