Rüstungsbetriebe in SH stark im Aufwind – Buchholz: Gutes Signal für den Industriestandort

SH-Rüstungsindustrie rechnet mit Umsatzsteigerungen und weiteren Personaleinstellungen

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Die absehbaren Umsatzsteigerungen und geplanten Personaleinstellungen habe eine Konjunktur-Blitzumfrage des Arbeitskreises Wehrtechnik bei den Mitgliedsfirmen ergeben, sagte heute der Vorsitzende des Arbeitskreises Wehrtechnik, Dieter Hanel. Die Entwicklung der einzelnen Unternehmen sei allerdings unterschiedlich. Konkrete Zahlen könnten noch nicht genannt werden. Insgesamt werde die Lage besser eingeschätzt als im vergangenen Jahr, vor allem von den größeren Wehrtechnik-Unternehmen.

Im Jahr 2016 habe der Umsatz der 29 Mitgliedsunternehmen bei 1,5 Milliarden Euro gelegen. Die Zahl der Beschäftigten habe um etwa 8 Prozent zugenommen. Rund 6200 Menschen arbeiten laut Hanel direkt in der Wehrtechnik im Norden – so viele wie nie zuvor in den vergangenen 25 Jahren. Hinzu kämen Tausende weitere Arbeitsplätze. Wirtschaftsminister Bernd Buchholz bezeichnete die optimistischen Erwartungen der enorm innovativen Branche als gutes Signal für den Industriestandort Schleswig-Holstein. Vor allem die hochwertigen Arbeitsplätze in diesem Bereich würden zur weiteren Stabilisierung des Arbeitsmarktes beitragen.

Der Exportanteil lag 2016 bei über 50 Prozent. Für das laufende Jahr sei mit einem ähnlichen Anteil zu rechnen, sagte Hanel. Über die Jahre schwanke der Exportanteil zwischen 50 und 70 Prozent. Zur Produktpalette gehören U-Boote, andere Marineschiffe, Panzer und Schützenpanzer sowie Kommunikations- und Luftfahrttechnik.

Als gravierendes Problem nannte Hanel die nach Ansicht der Branche viel zu langen Zeiträume, bis die Bundesbehörden über Exportanträge entscheiden. Dies dauere in manchen Fällen bis zu zwei Jahre. Für den Export etwa von Ersatzkomponenten müssten Entscheidungen aber innerhalb von drei Monaten möglich sein, forderte Hanel. Um die Exportchancen nicht zu gefährden, sei eine Verkürzung der Bearbeitungszeiten bei Exportgenehmigungen dringend erforderlich.

Die neue, auf die Landes- und Bündnisverteidigung ausgerichtete Einsatzstruktur sowie die Finanz- und Materialplanung der Bundeswehr («Bundeswehr 2032») lassen die Wehrtechnik-Unternehmen optimistischer in die Zukunft schauen. «Es überwiegt die Zuversicht, dass sich die Nachfrage seitens der Bundeswehr in den nächsten Jahren wieder in Richtung Zuwachs entwickelt», hieß es. Notwendig sei auch eine europäische Harmonisierung etwa bei Normen in der Wehrtechnik.

An der Konjunkturumfrage nahmen 18 Unternehmen mit insgesamt 19 200 Mitarbeitern teil, von denen rund 5000 direkt in der Wehrtechnik arbeiten

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