Stellenabbau bei TKMS: An Kiel geht der Kelch vorbei

ThyssenKrupp Marine Systems schließt Standort Emden. Standort Kiel nicht betroffen

TKMSDie Kieler Werft von ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) ist von dem angekündigten Stellenabbau des Konzerns nicht betroffen. Das sagte ein Sprecher des Unternehmens. Zuvor hatte die Konzernspitze Wirtschaftsminister Buchholz informiert. TKMS wird seinen Standort in Emden (Niedersachsen) mit 220 Mitarbeitern schließen.

Alle Beschäftigten in Emden bekämen aber Arbeitsplatzangebote an anderen Standorten, sagte der Sprecher weiter. In Frage kommen wohl Bremen, Hamburg und die Kieler TKMS-Werft, die als U-Boot-Schmiede internationales Ansehen genießt.

Die Unternehmensleitung informierte heute die Belegschaft in Emden auf einer Betriebsversammlung. Gewerkschafter und Betriebsräte kritisierten laut Deutscher Presse-Agentur, dass fast alle Fragen offen geblieben seien. Am Donnerstag hatte ThyssenKrupp angekündigt, in Deutschland in der Sparte Industrial Solutions zusätzlich bis zu 1000 Stellen in Deutschland zu streichen. Insgesamt sei weltweit der Abbau von bis zu 1500 Stellen in den kommenden drei Jahren geplant. «Kurzfristiger Fokus der Maßnahmen sind vor allem der Großanlagen- sowie der Marineschiffbau, die durch geringen Auftragseingang in den vergangenen Jahren von Unterauslastung und geringer Profitabilität besonders stark betroffen sind», hieß es in einer Mitteilung.

Die Kieler Werft hat laut Konzern rund 2800 Mitarbeiter. Die Hamburger TKMS-Niederlassung – wie Emden vor allem ein Engineering-Standort – hat etwa 540 Beschäftigte. Seit diesem Jahr gehört auch Atlas Elektronik in Bremen zu ThyssenKrupp. Die Umstrukturierung sei Folge des verschärften Wettbewerbsdrucks bei einer steigenden Nachfrage nach Marineschiffen, begründete ThyssenKrupp die Pläne.

TKMS-Geschäftsführer Rolf Wirtz äußerte Verständnis, dass für die Mitarbeiter viele Unwägbarkeiten entstünden. Das Unternehmen wolle und könne auf die qualifizierten Mitarbeiter nicht verzichten. «Die strategische Entscheidung ist jedoch nötig, um in einem harten Wettbewerb auch in Zukunft bestehen zu können», so Wirtz. TKMS Emden mit Technikern und Schiffskonstrukteuren ist der letzte Unternehmensteil von ThyssenKrupp auf der ehemaligen Traditionswerft Nordseewerke.

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