Helgoländer Wirtschaftsforum rückt SH erneut in den Blickpunkt einer Zukunftsbranche

Buchholz bei Helgoländer Wirtschaftsforum: Branche vereint Ökologie und Ökonomie

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Hochkarätig besetzt: Singer begrüßt die 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Forums

Am Nachmittag ist das 6. Wirtschaftsforum Offshorewind (WFO) auf Helgoland zuende gegangen, auf dem über 90 hochrangige VertreterInnen aus Politik und Wirtschaft über aktuelle Entwicklungen diskutierten

Nach den Worten von Gastgeber Jörg Singer, Helgolands Bürgermeister, blickt die Branche auf ein ereignisreiches Jahr zurück. In der deutschen Nord- und Ostsee gingen in den letzten Jahren 1.000 Offshorewind-Anlagen in Betrieb und versorgen heute rund fünf Millionen Haushalte mit Strom. Erstmals verzichtet ein Windparkprojekt auf EEG-Förderungen. Die Branche wächst europaweit. Hier beläuft sich die installierte Kapazität in der ersten Jahreshälfte 2017 rd. 16 Gigawatt. Die höchsten Wachstumsraten in den nächsten Jahren werden allerdings in Ländern wie China und Taiwan erwartet.

Ansicht_Buchholz_088Buchholz sagte zu dem Forum:

(Audiopfeil klicken)

Lob erfährt die Branche auch von Enak Ferlemann, Parlamentarischer  Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, für „ihre Innovations- und in diesem Jahr unter Beweis gestellte Wettbewerbsfähigkeit“. Dies unterstreicht auch Buchholz:  „Die Branche hat es in 2017 geschafft, die Ökologie und Ökonomie zu vereinen“.

Helgoland konnte diese rasante Entwicklung „Live“ miterleben. Bis 2015 waren laut Singer zeitweise über 500 Techniker auf Helgoland zu Gast, um 208 Windkraftanlagen für die Unternehmen E.ON, Innogy und WindMW aufzubauen. Seit 2016 kehrt Normalität ein und die Touristen und Inselgäste erobern mit einem kräftigen Gästeplus von 19 Prozent in 2016 ihre Insel zurück. Für Helgolands Bürgervorsteher Peter F. Botter zeigt die Entwicklung, dass „Tourismus und Offshorewind gut zusammenpassen“. Mit einem Augenzwinkern fügt inger hinzu: „Ein Leben ohne Windkraft ist möglich, aber sinnlos“.

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Der Blick in die nahe Zukunft ist für alle Teilnehmer allerdings alles andere als rosig. Der Netzausausbau in Deutschland droht zum Flaschenhals der Energiewende zu werden. Zwar kann der Norden den Strombedarf von etwa 100 Terrawattstunden/Jahr  liefern, den der Süden dringend benötigt. Da der Strom allerdings bestenfalls erst ab 2025 von Nord nach Süd fließen kann, soll nach aktueller Gesetzlage der Ausbau der Offshorewindkraft „gedeckelt“ erfolgen. Dies führt dazu, dass die geschaffenen Produktionskapazitäten nicht genutzt werden und so Arbeitsplätze, Innovationskraft und Wettbewerb verloren gehen.

Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur weist darauf hin, „dass Anlagenbau, Übertragung und Stromtransport möglichst im Einklang erfolgen müssen, damit die klima- und volkswirtschaftlichen Ziele Deutschlands“ erreicht werden können.

Die Wirtschaftsvertreter sehen großen Handlungsbedarfe für eine Verbesserung der politischen Rahmenbedingungen zur Sicherstellung des kontinuierlichen Ausbaus. Möglichst kurzfristig werden sie auf die neue Bundesregierung zugehen, um ihre Lösungsvorschläge, u.a. die frühzeitige Nutzung durch freigebliebene Netzanschlusskapazitäten aus den ersten Ausschreibungsrunden, mit Berlin zu beraten.

Den Schlusspunkt der Konferenz setzte Prof. Dr. Martin Skiba, Vorstandsvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Offshore Wind e.V. (AGOW e.V.) mit der Verleihung des Preises „Bestes Offshore Windkraftwerk in Betrieb 2016“ an Sven Utermöhlen und Dr. Thomas Michel von E.ON für das Windkraftwerk Amrumbank West. „Wir freuen uns sehr und sind stolz über diesen Preis und der Dank geht an unser Amrumbank-Team. Die Auszeichnung ist auch eine Bestätigung unserer Offshore-Betriebsstrategie, was uns auch bereits hervorragende Ergebnisse in anderen Benchmarks gezeigt haben.“, kommentierte Sven Utermöhlen, COO der E.ON Climate & Renewables GmbH, die Preisverleihung.

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