Chance auf einen Neustart ins Leben nach der Flucht mit Landesprojekt „Hayati“

Land fördert Pilot-Projekt für geflüchtete Frauen – Staatssekretär Rohlfs: Wichtiger Beitrag zur Integration

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Staatssekretär Rohlfs mit Margit Haupt-Koopmann und AWO-Projektleiterin Claudia Lux (Mitte) bei der Übergabe des Bescheids im Kreis von Teilnehmerinnen

Mit dem Projekt HAYATI, arabisch „mein Leben“, startet in Schleswig-Holstein ab kommender Woche ein Programm zur Integration geflüchteter Frauen in den Arbeitsmarkt. Wie Arbeitsstaatssekretär Dr. Thilo Rohlfs heute im Kieler Kommunika­tions­zentrum „Pumpe“ sagte, biete das Projekt den Frauen die Möglichkeit, sich zunächst mit der Berufswelt in Deutschland auseinanderzusetzen und anschließend auch Hilfestellung beim Weg in einen Job.

„Die betroffenen Frauen stammen aus Ländern, in denen der eigenständige Weg in den Arbeitsmarkt für sie oft keine Option ist, weil ihre Aufgaben traditionell in der Betreuung der Kinder und der Arbeit im Haushalt gesehen werden“, sagt Rohlfs. Gemeinsam mit der Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, Margit Haupt-Koopmann, überreichte er einen Förderbescheid über rund 120.000 Euro an die zuständige Projektleiterin Claudia Lux vom AWO Landesverband Schleswig-Holstein. Die AWO ist Trägerin des Projekts. Das Geld stammt zu 90 Prozent vom Land, der Rest vom Jobcenter Kiel.

Rohlfs sagte am Rande der Bescheidübergabe (Audio startet – „Listen in browser“)

Nach den Worten Rohlfs lernen die Teilnehmerinnen in einem sechsmonatigen Kurs zunächst, sich selbstbewusst und sicher im Alltag zu bewegen. Zudem werden ihnen die Regeln und Gepflogenheiten des deutschen Arbeitsmarktes näher gebracht, sie erhalten aber auch Informationen über Ämtergänge oder Arztbesuche. „Zur Entlastung der Frauen wird parallel zu den Kursen eine Betreuung für Kinder unter sechs Jahren angeboten. Das Ziel des Projektes ist die freiwillige Teilnahme an einem Integrationskurs als wichtige Grundlage einer erfolgreichen Arbeitsmarktintegration in der Zukunft“, sagt Rohlfs.

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Für die Kleinsten gab’s zur Begrüßung einen Seehund

Mit dem Pilotprojekt wollen Land und BA die Frauen vor allem motivieren, die Aufnahme einer Arbeit als Lebensperspektive zu sehen. „Das Bild der Schutzsuchenden ist überwiegend männlich geprägt. Dabei sind knapp ein Drittel der Geflüchteten in Schleswig-Holstein Frauen“, sagt Haupt-Koopmann. Als Frau die eigenen Rechte zu kennen und zu wissen, wo man sich Unterstützung holen könne, sei der Schlüssel für ein selbstbestimmtes, unabhängiges Leben und eine erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt. „Mit mehr als 40 Jahren Migrationsarbeit wissen wir, dass fehlender Kontakt zur Gesellschaft und ein geschwächtes Selbstbewusstsein, sich außerhalb des Familienzusammenhanges zu bewegen, eine große Hürde für die Aufnahme einer Beschäftigung sind“, so AWO-Projektleiterin Claudia Lux. Genau hier setze das Projekt an.

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