Was Zeugnisse oder Diplome nicht verraten: Aus verborgenen Talenten Fachkräfte machen

„Kompetenzerfassung“ – Erfolgsschlüssel bei der Fachkräftegewinnung. Große Resonanz auf 3. SH-Weiterbildungstag

TextbildZugegeben, der Begriff klingt etwas angestaubt und bürokratisch, könnte aber  d e r   Erfolgsschlüssel bei der Fachkräftegewinnung sein: Kompetenzerfassung. Denn: Wer neue Mitarbeiter gewinnen, seine bestehende Belegschaft fördern und obendrein vielleicht auch Geflüchtete integrieren sowie Quer- wie Wiedereinsteiger gewinnen möchte, der sollte auf erprobte Methoden der Kompetenzfeststellung zurückgreifen.

Bernd Buchholz

Beim dritten Schleswig-Holsteinischen Weiterbildungstag an der Fachhochschule Kiel wurde jetzt deutlich, dass das vermeintliche Spezialthema ein verbindendes Element verschiedener Weiterbildungsbereiche ist. Angesichts der 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Fachtagung des Kompetenzzentrums Fachkräftesicherung und Weiterbildung (KoFW) zeigte sich Arbeitsminister Dr. Bernd Bucholz erfreut: „Hier wird deutlich, dass wir eine lebendige Weiterbildungslandschaft haben, deren Verantwortliche offen für Neues sind und auch die Energie aufbringen, die großen Herausforderungen unserer Zeit engagiert anzupacken.“

Kompetenzfeststellung biete schon jetzt vielfach eine sinnvolle Methodik zur Identifikation von Talenten, so Buchholz: „Und angesichts des Fachkräftemangels werden wir jedes Talent im Land brauchen.“ Perspektivisch müsse die Anerkennung von so genannten informellen Kompetenzen so geregelt werden, dass Unternehmen und Beschäftigte davon profitieren.

Noak
Martin Noack

Nach den Worten von Dr. Martin Noack, der für die Bertelsmann-Stiftung an der Tagung teilnahm, lassen sich auch Talente und Fähigkeiten entdecken, die weder durch ein Zeugnis noch ein Diplom ausgewiesen werden. „Hierin liegt ein enormes Potenzial.“ Die Stiftung habe dafür unter anderem ihr Konzept der „Kompetenzkarten“ entwickelt, das für jedermann kostenlos öffentlich verfügbar ist. Zum Beispiel für die Beratung von Einwanderern: hier klicken . Die Karten zur Erfassung sozialer und personaler Kompetenzen seien in verschiedenen Sprachen verfügbar und bereits über 3.500 Mal heruntergeladen worden. Fast 10.000 analoge Kartensets befänden sich zudem bereits im Einsatz.

schwichte
Britta Schwichtenberg

Die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit stellte durch Britta Schwichtenberg das neue Testverfahren „Myskills“ vor, die Validierung der Selbsteinschätzung der Kundinnen und Kunden von Arbeitsagenturen und Jobcentern zu beruflichen Kenntnissen unterstützt (hier klicken). Myskills sei erst seit wenigen Tagen im Einsatz. Man erhoffe sich dadurch eine bessere Identifizierung von beruflichem Handlungswissen insbesondere bei Geringqualifizierten, so Schwichtenberg.

Ralf Kulessa vom Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung und Weiterbildung (KoFW)  berichtete, dass sich auch der Profilpass weiter entwickele, der auch als Instrument zur Selbsteinschätzung und Berufsorientierung einsetzbar sei. Bundesweit gebe es 1055 Beraterinnen und Berater. In Schleswig-Holstein ist das KoFW ein Dialogzentrum für den Profilpass.

Weitere Informationen zum Weiterbildungstag: hier

 

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