Marschbahn-Engpässe: Buchholz setzt ersten Schritt in Richtung Zweigleisigkeit

Sondersitzung in Husum zur Marschbahn: Buchholz kündigt Einstieg in Vorplanung für zweigleisigen Ausbau an

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Buchholz mit Nordfrieslands Landrat Dieter Harrsen bei der Sondersitzung im Husumer Kreistag

Um Engpässe und Probleme auf der so genannten Marschbahn langfristig zu lindern, ist nach Ansicht von Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz ein zweigleisiger Ausbau der Strecken Morsum-Keitum sowie Niebüll-Klanxbüll unumgänglich. Um dafür den Druck auf den Bund und die DB Netz AG zu erhöhen, habe das Land sich entschieden, die 2,5 bis drei Millionen Euro teuren Vorplanungen selbst anzuschieben und dafür die Mittel aus dem Sondervermögen MOIN.SH des Landes bereit zu stellen. „Zugleich werden wir Planungskapazitäten schaffen, die wir gemeinsam mit DB Netz aussuchen  werden“, sagte Buchholz heute bei einer Sondersitzung des nordfriesischen Kreistags zu den seit einem Jahr andauernden Problemen auf der Marschbahn zwischen Niebüll und Westerland auf Sylt.

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Im Gespräch mit Journalisten sagte Buchholz nach der Sitzung (Audiopfeil klicken)

„Wir wollen mit unserem Engagement klar machen, dass das Land auch selbst bereit ist, Geld in siebenstelliger Höhe auszugeben, um das Problem grundlegend anzupacken“, sagte Buchholz vor rund 150 Abgeordneten und Kommunalvertretern der Westküste. Der Minister wies darau hin, dass sich das Land damit in den Bereich der Bundeszuständig­keiten einmische: „Wir können aber nicht noch länger warten, wir werden hier in Vorleistungen einsteigen.“ Dabei setze er weniger auf eine Elektrifizierung der Strecke, die im Nationalpark Wattenmeer Probleme aufwerfen könnte, sondern auf alternative Antriebsformen wie Wasserstoff oder andere emissionsarme Antriebsarten. Parallel rief der Minister alle politischen Kräfte – insbesondere den Kreistag Nordfriesland – dazu auf, die Aufnahme der Zweigleisigkeit in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswege­planes geschlossen zu unterstützen. „Nur wenn wir uns gemeinsam auf diesen langen Weg machen, werden wir diese Nadelöhr des Nordens beseitigen und stabile Verkehre von und nach Sylt ermöglichen“, so Buchholz.

Der Minister erinnerte daran, dass er bereits im Sommer in Berlin sowohl beim zuständigen Staatssekretär Enak Ferlemann als auch bei DB-Vorstand Ronald Pofalla vorstellig geworden sei, um für die Aufstufung des zweigleisigen Ausbaus der Strecke im Bundesverkehrswegeplan zu werden. Die besondere Situation der Insel Sylt, die für die große Mehrzahl der Menschen nur über diesen Schienenweg zu erreichen sei, müsse dabei gegenüber „technokratischen Fahrgastnutzenberechnungen“ ganz besonders ins Gewicht fallen, sagte Buchholz.

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Die Vertreter der DB und NAH.SH, von links: Michael Körber von der DB Netz, DB-Regio-Chef Torsten Reh und NAH.SH-Geschäftsführer Bernhard Wewers

Mit Blick auf die seit einem Jahr andauernden Verspätungen und Lok-Ausfälle sagte der Minister, dass er von der DB Regio eine grundlegende Veränderung des Instandhaltungs- und Reparaturkonzepts ewarte. Zur Beschleunigung müsse es auch darum gehen, Instandhaltungswerke einzubinden, die nicht im Besitz der DB AG sind – insbesondere das Werk in Husum.

Darüber hinaus erwarte er die Beschaffung von weiteren zusätzlichen Ersatz- und Reservefahrzeugen – sowohl Lok’s als auch Wagons – um bei Ausfällen mit Ersatzmaterial agieren zu können. Dringend nötig sei zudem ein Personalkonzept, dass eine ausreichende Anzahl von Triebfahrzeugführern und Begleitpersonal beinhalte, und Personalausfälle schnell und ohne Fahrplanauswirkungen kompensieren könne. Weitere Entlastung erwartet der Minister auch von einer „schnellstmöglichen Umsetzung“ von bereits lange beauftragten Bahnsteigverlängerungen durch DB Station und Service, um zwischen Niebüll und Westerland zwölf statt bisher zehn Waggons einsetzen zu können.

 

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