Rader Brücke: Land schaltet Pkw-Blitzer nach Software-Fehler wieder scharf

Nach mehrwöchiger Zwangspause wegen eines Software-Fehlers sind die vier Blitzer-Säulen auf der Rader Hochbrücke seit heute auch für Pkw wieder scharf geschaltet. Wie Verkehrs-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs heute nach vorangegangenen Gesprächen mit Innen-Staatssekretär Torsten Geerdts sowie dem Landrat des Kreises Rendsburg-Eckernförde, Dr. Rolf-Oliver Schwemer, sagte, sollen die Anlagen vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH) zudem technisch optimiert werden.

Rohlfs sagte dazu weiter (Audio-Startpfeil klicken – „im Browser anhören“)

Der Staatssekretär erinnerte daran, dass die Blitzer-Säulen in Regie des LBV-SH im September 2015 aufgestellt wurden, um den akut notwendigen Schutz der maroden Rader Hochbrücke vor zu schnell fahrenden Lkw zu gewährleisten. Wegen der Schwingungen, die Lkw oberhalb von 7,5 Tonnen auslösen, war die Höchstgeschwindigkeit für Lastwagen vor vier Jahren auf 60 km/h begrenzt worden. „Und dieses primäre und wichtige Ziel erfüllen die Geräte bis heute zuverlässig und mit Erfolg“, sagt Rohlfs. Die gesonderte Pkw-Überwachung sei bereits damals aufgrund der technischen Möglichkeiten mitaktiviert worden. Ziel dabei sei vor allem gewesen, nach dem Lkw-Tempolimit waghalsige Überholmanöver von Pkw zu unterbinden. Die Auswertung sämtlicher Daten werde seither vom Landespolizeiamt vorgenommen.

Für Pkw gilt ein generelles Tempolimit von maximal 100 km/h, das bei Sturm automatisch über elektronische Anzeigentafeln auf 80 km/h und im Extremfall bis auf 60 km/h reduziert wird. Die Bußgelder der Lkw- und Pkw-Überwachung – im Jahr 2016 knapp 14.000 Fälle – fließen an den Kreis, die Verwarnungsgelder an das Land.

Nach Angaben des Landespolizeiamts (LPA) bleibt die Messanlage gemäß der Überwachungsleitlinie des Landes für Pkw bis auf weiteres auf einen festen Auslösegrenzwert eingestellt. „Und zwar so lange, bis die durch den Landesbetrieb beauftragte neue Software einsatzbereit ist. Es gibt also keinen Freifahrtschein für Pkw-Raser auf der Rader Hochbrücke“, sagt der zuständige LPA-Dezernatsleiter Axel Behrends.

Nach den Worten von Verkehrs-Staatssekretär Rohlfs seien die variablen Geschwindigkeits-Anzeigen für Pkw bislang nicht direkt an die Blitzersäulen gekoppelt. Sobald ein Pkw geblitzt werde, gleiche die Polizei das Messergebnis mit dem zu der Zeit geltenden Pkw-Tempolimit ab und bereite dann das entsprechende Ordnungswidrigkeitenverfahren vor.

„Nachdem uns vergangene Woche erstmals bekannt geworden ist, dass es bei der Auswertung der Daten seit Sommer offenbar zu Fehlern gekommen ist, habe ich alle Beteiligten an einen Tisch geholt, um eine rasche Lösung zu finden“, sagt Rohlfs. In einem ersten Schritt – noch im ersten Quartal 2018 – werde die Software erneuert, um dem Landespolizeiamt die fehlerfreie Auswertung zu ermöglichen. „Und für den zweiten Schritt habe ich unseren Landesbetrieb gebeten, mit dem Hersteller der Anlage Kontakt aufzunehmen um langfristig zu erreichen, dass Blitzgeräte und die variable Geschwindigkeitsanzeige für Pkw direkt miteinander gekoppelt werden können“, so der Staatssekretär.

 

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