SH bildet mehr Fachkräfte aus – es fehlen aber Ausbildungsplätze – Buchholz appelliert

Kfz-Nachwuchs – hier beim Unterricht bei der Flensburger Handwerkskammer

In Schleswig-Holstein werden wieder mehr Fachkräfte ausgebildet. Das geht aus dem «Ländermonitor berufliche Bildung 2017» des Soziologischen Forschungsinstituts (SOFI) und der Universität Göttingen hervor, den die Bertelsmann-Stiftung heute veröffentlicht hat. Im Jahr 2015 begannen demnach 28 128 Jugendliche eine duale Ausbildung in einem Betrieb oder eine Ausbildung im Schulberufssystem, in dem vor allem Erziehungs-, Gesundheits- und Sozialberufe erlernt werden. Im Vergleich zum Jahr 2013 entspricht das einem Plus von sieben Prozent. Für den Zuwachs sei vor allem der Ausbau des Schulberufssystems verantwortlich, hieß es.

Die Aussichten für die Bewerber haben sich dem Bericht zufolge damit aber nicht verbessert: Auf 100 Bewerber kamen 2016 nur 88 Ausbildungsplätze. In keinem anderen Bundesland seien die Perspektiven für Bewerber auf eine duale Ausbildung schlechter, teilte die Stiftung mit. Da zudem 5 Prozent der Ausbildungsplätze unbesetzt blieben, gingen 16 Prozent der Bewerber in Schleswig-Holstein leer aus. In Kiel und Flensburg ist die Lage auf dem Ausbildungsmarkt der Studie zufolge besonders angespannt.

Wirtschafts- und Arbeitsminister Dr. Bernd Buchholz appellierte an die Betriebe, hier im eigenen Interesse noch mehr Kraft zu investieren: „Jeder Ausbildungsvertrag heute ist ein wirksames Mittel gegen den drohenden Fachkräftemangel von morgen“, sagte er und erinnerte an die Unterstütung durch die breit angelegte Fachkräfteinitiative Schleswig-Holstein (FI.SH). Buchholz: „Gerade kleine und mittlere Betriebe tun viel dafür, junge Menschen frühzeitig an ihr Unternehmen zu binden – aber es ist auch noch Luft nach oben.“

Zugleich erinnerte der Minister daran, dass auch das immer häufiger auftretende Problem eines fehlenden Unternehmensnachfolgers oder einer Nachfolgerin durch noch mehr Ausbildungsbereitschaft gut angegangen werden könne. „Schauen Sie sich dabei auch die Bewerberinnen und Bewerber an, die vielleicht nicht gleich auf den ersten Blick wegen guter Zeugnisnoten als Top-Kandidaten ins Auge fallen. Schulnoten allein sind ein wichtiges, aber nicht das alleinige Kriterium dafür, wie jemand in ihren Betrieb passt oder nicht“, so Buchholz.

.Dem Bericht zufolge kann nur jeder vierte Jugendliche ohne Schulabschluss oder mit Hauptschulabschluss sofort einen Ausbildungsplatz ergattern. Noch schwerer sei der Einstieg für ausländische Jugendliche: Weil sie nicht direkt einen Ausbildungsplatz finden, nehmen 73 Prozent von ihnen berufsvorbereitende Angebote in Anspruch. Bei ihren deutschen Altersgenossen sind es lediglich 27 Prozent. So groß sei die Differenz der Ausbildungschancen in keinem anderen Bundesland.

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