IG Metall Küste setzt Warnstreiks fort – Buchholz mahnt Tarifparner zu Besonnenheit

Die IG Metall Küste setzt ihre Warnstreiks in der Metall- und Elektroindustrie des Nordens fort. Für heute hat die Gewerkschaft in Hamburg und erstmals in Schleswig-Holstein sowie in Niedersachsen und Bremen zu Arbeitsniederlegungen mit Kundgebungen aufgerufen.

Betroffen von den Ausständen in Schleswig-Holstein ist das Unternehmen Danfoss Power Solutions in Neumünster. In Hambnurg wird die Hydro Aluminium sowie in Niedersachsen Linde & Wiemann (Südbrookmerland), Manitowoc Crane Group und Neue Jadewerft (beide Wilhelmshaven) bestreikt. In Bremen sollen die Nachtschichten von Daimler, Lear und Bosch ihre Arbeit niederlegen. Die nächste Verhandlungsrunde zwischen IG Metall und Arbeitgebern ist im Norden für den 18. Januar in Bremen angesetzt.

«In den nächsten Tagen werden wir kräftig nachlegen und in allen fünf norddeutschen Bundesländern zu Warnstreiks aufrufen», kündigte IG-Bezirksleiter Meinhard Geiken an. «Die Äußerungen der Arbeitgeber zeigen, dass sie sich bisher nicht mit unseren Forderungen auseinandersetzen wollen. Die Beschäftigten erwarten Arbeitszeiten, die zum Leben passen.»

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz appellierte an die Tarifpartner, sichvor allem im Hinblick auf flexiblere Arbeitszeiten zusammenzuraufen: «Auch die Landesregierung unterstützt eine weitere Flexibilisierung der Arbeitszeiten. Je nach individueller Lebenssituationen müssen Beschäftigte die Möglichkeit erhalten, ihre Arbeitszeit zu verringern», sagte Buchholz den «Kieler Nachrichten». Diese Forderung gelte unabhängig von der laufenden Tarifauseinandersetzung. «Im Interesse der Fachkräftesicherung von morgen» sollten die Arbeitgeber ihren Beschäftigten «nach Möglichkeit» auch eine Rückkehr zu einer längeren wöchentlichen Arbeitszeit «frühzeitig zusichern«.

Die Gewerkschaft fordert für die 140 000 Beschäftigten der Branche im Norden sechs Prozent mehr Geld sowie einen Anspruch auf zeitweise Reduzierung der Arbeitszeit bis auf 28 Stunden, zum Teil mit Lohnausgleich. Die Arbeitgeberseite hat bislang zwei Prozent mehr Entgelt angeboten und eine Einmalzahlung von 200 Euro.

Die Arbeitgeber warnten die Gewerkschaft vor einer Ausweitung des Tarifkonflikts. «Einlenken statt eskalieren ist das Gebot der Stunde», mahnte Nordmetall-Präsident Thomas Lambusch. Die Arbeitgeber könnten einen rechtswidrigen Tarifvertrag nicht unterschreiben, gerichtliche Auseinandersetzungen seien aber immer nur Ultima Ratio.

Die Arbeitgeber forderten ihren Verhandlungspartner erneut auf, die Forderung nach einem Teilentgeltausgleich zurückzuziehen und sich auf Entgelt und Rückkehrrecht in Vollzeit zu konzentrieren. Andernfalls dürfe sich die Gewerkschaft nicht wundern, wenn mehr Unternehmen den Nutzen des Flächentarifvertrages in Frage stellten.

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