Häfen in Kiel und Brunsbüttel auf Wachstumskurs, Lübeck holt kräftig auf

Die "Color Magic" wird am Kieler Hafen festgemacht

Der breite konjunkturelle Aufschwung in Nordeuropa hinterlässt auch Erfolgswellen in Schleswig-Holstein: Die Seehäfen, Lübeck und Kiel sowie Brunsbüttel, starten mit einem kräftigen Umsatz-Plus ins neue Jahr: An den Terminals der Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) wurden vergangenes Jahr 21,8 Millionen Tonnen umgeschlagen. Das waren 4,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der abgefertigten Lastwagen und Trailer sei von rund 678 000 im Jahr 2016 auf 716.000 im Jahr 2017 gestiegen, heißt es bei der LHG.  Auch der Umschlag von Fertigfahrzeugen ist im Vergleich zu 2016 um sieben Prozent auf knapp 70 000 gestiegen.

Weiteres Wachstum auch an der Kieler Förde: Im Seehafen Kiel sind im vergangenen Jahr gut 7,4 Millionen Tonnen verladen beziehungsweise gelöscht worden, teilte Geschäftsführer Dirk Claus mit. Dies entspräche einem Plus von 14,3 Prozent und ist den Angaben zufolge das bisher beste Ergebnis des Seehafens. Die größten prozentualen Zuwächse erzielten in 2017 die Massengüter, die um 24 Prozent über Vorjahresniveau lagen. Im Passagierverkehr gingen insgesamt gut 2,1 Millionen Passagiere an oder von Bord eines Fähr- oder Kreuzfahrtschiffes (plus 1,6 Prozent).

Auch die Hafengruppe der Brunsbüttel Ports meldet ein Rekordergebnis: Für die bisher 15 Standorte unter der Dachmarke SCHRAMM Ports & Logistics wurde in 2017 ein Gesamtumschlag von rund 16,5 Millionen Tonnen erzielt. Zuwachs verzeichnet die Gruppe insbesondere in den Bereichen Flüssiggut und Massengut, auch die Anzahl der Schiffsanläufe steigt weiter – ebenso wie die Zahl der Mitarbeiter.

Laut Hafenchef Frank Schnabel haben die Brunsbütteler Häfen nach den vorläufigen Zahlen mit dem Elbehafen (plus 13%, insgesamt rund 10 Millionen Tonnen), dem Ölhafen (+1%) und dem Hafen Ostermoor (+8%) einen Gesamtumschlag von ca. 13 Millionen Tonnen zum Jahresende erzielt. „Dies entspricht einem erneuten Wachstum von rund 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr“, sagt Schnabel. In den letzten zehn Jahren habe die Umschlagmenge um 3,7 Millionen Tonnen zugelegt. Dies entspreche einem Wachstum von insgesamt fast 40 Prozent über diesen Zeitraum.

Wirtschaftsminister Bernd Buchholz bezeichnete die Entwicklung – insbesondere mit Blick auf den Lübecker Hafen – als einen erfreulichen Jahresauftakt. Für den Hafen der Hansestadt sei der Sprung nicht zuletzt den Beschäftigten zu verdanken, die vor rund einem Monat nach langem Streit einer Vereinbarung zugestimmt hatten, die die Restrukturierung der angeschlagenen LHG ermöglicht. Danach verzichten die 450 Beschäftigten für die nächsten vier Jahre auf 17 Millionen Euro Lohn, die Hansestadt Lübeck als Eigentümerin der Hafenflächen verzichtet auf 17 Millionen Euro Pacht.

Auch am Intermodal-Terminal der LHG-Tochtergesellschaft Baltic Rail Gate stehen die Ampeln auf Grün: 2017 wurden rund 88 500 Trailer und Container umgeschlagen, das waren fast 19 Prozent mehr als im Vorjahr. Das seien gute Nachrichten, die auf eine Trendwende hindeuteten, sagte LHG-Geschäftsführer Sebastian Jürgens.

Buchholz: „Die Steigerungen in beiden Häfen sind für mich ein klares Indiz dafür, dass die internationale Kundschaft gegenüber Lübeck an Vertrauen zu gewinnen scheint – und Kiel sein ohnehin vorhandenes Vertrauen weiter ausbauen konnte.“

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