Wirtschaft im echten Norden so gut gelaunt wie schon lange nicht mehr…

Es brummt: Der IHK-Konjunkturklima-Index sprang im letzten Quartal 2017 auf ein Sechs-Jahres-Hoch – das Problem des Fachkräftemangels aber bleibt.

Bestens gelaunt gibt sich zu Jahresbeginn die Wirtschaft in Schleswig-Holstein: Die Unternehmen seien mit besten Vorzeichen und optimistisch wie lange nicht in das neue Jahr gestartet, sagte heute der Vizepräsident der IHK Schleswig-Holstein, Klaus-Hinrich Vater. Er stützte sich auf die jüngste Umfrage der IHK. Dabei kletterte der Konjunkturklima-Index im letzten Quartal 2017 auf 125,5 Punkte und damit auf ein Sechs-Jahres-Hoch. Der Wert des Vorquartals wurde um 1,2 Punkte übertroffen. Maximal möglich sind 200 Punkte.

Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz zeigte sich von dem Ergebnis erfreut, wenngleich wenig überrascht: „Die Zahlen spiegeln meine Eindrücke wieder, die ich bei meinen zahlreichen Firmenbesuchen seit vergangenem Sommer gewinnen konnte.“ Auch heute war Buchholz zu Besuch bei Betrieben im Land – unter anderem bei den Uetersener Firmen Nordmark Arzneimittel und der „mworks GmbH“. Zuvor hatte der Minister auch den im April in Zahlungsschwierigkeiten geratenen Papierhersteller Feldmühle besucht

Bei der IHK-Umfrage bezeichneten 47 Prozent der Unternehmen im letzten Quartal 2017 ihre Geschäftslage als gut und 47,7 Prozent als befriedigend. Auch die weiteren Erwartungen sind überwiegend positiv. 23,9 Prozent der Betriebe rechnen für die nächsten zwölf Monate mit einer günstigeren Geschäftsentwicklung, 63,5 Prozent mit einer konstanten und 12,6 Prozent mit einer schlechteren. An der Umfrage beteiligten sich 540 von rund 2000 angefragten Unternehmen.

Die gute Konjunktur trage auch Früchte am Arbeitsmarkt, sagte der IHK-Vizepräsident. So sei die Zahl der versicherungspflichtig Beschäftigten von Januar bis November von 945 000 auf gut 981 000 gestiegen. Die Arbeitslosenquote fiel 2017 von 6,1 auf 5,8 Prozent.

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Unter den Branchen hat sich im letzten Quartal 2017 die Stimmung in der Industrie im Vorjahresvergleich deutlich verbessert. Die Bauwirtschaft eilt von einem Rekord zum nächsten. Ein weiteres Wachstum sei hier kaum zu erreichen, sagte Vater. Ähnlich boomen personenbezogene und unternehmensnahe Dienstleistungen. Nur der Einzelhandel konnte nicht mithalten. Besonders für kleinere Läden blieben die Umsätze im Weihnachtsgeschäft hinter den Zielen zurück, während der Online-Handel weiter wuchs.

Präsident Klaus-Hinrich Vater
Vater

Mit Blick auf den weiteren Jahresverlauf planen mehr als 36 Prozent der Unternehmen höhere Ausgaben für Investitionen und nur etwa 14 Prozent Kürzungen. 27 Prozent wollen ihre Belegschaft vergrößern, 13 Prozent planen einen Personalabbau. Industrie und Dienstleistungen wollen aufstocken, auf dem Bau bremst der Fachkräftemangel weitere Einstellungen. Insgesamt werden Schleswig-Holstein laut einer Studie von 2013 im Jahr 2030 rund 100 000 Fachleute fehlen, darunter nur 15 000 Akademiker.

Gut 56 Prozent aller Unternehmen bezeichneten in der IHK-Umfrage Ende 2017 den Fachkräftemangel als Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung. Das war im Vorjahresvergleich noch einmal ein kräftiger Anstieg. Energie- und Rohstoffpreise sowie Finanzierungskosten spielten dagegen eine weit geringere Rolle. Viel Potenzial gegen den Fachkräftemangel sieht IHK-Vize Vater noch bei Zugewanderten, wenn diese ihre schulische und berufliche Ausbildung fertig haben. In fünf Jahren werde dies mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein sein. Vater bekräftigte die Forderung nach einer gesteuerten Einwanderung von Fachkräften.

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