Rohlfs: Zur Rettung der Meere müssen wir auch unter Wasser deutlich digitaler werden

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Forschungs-U-Boot des Kieler Helmholtz-Zentrums Geomar

Um die Meere von Müll und Munition zu säubern und der Menschheit das Meer als Ressource für Ernährung, Energie und Rohstoffe zu erhalten, stehen Wissenschaft und Wirtschaft nach den Worten von Technologie-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs vor einer Herkulesaufgabe: „Nur wenn es uns rasch gelingt, die Kommunikation auch unter Wasser zu verbessern, werden wir den Wettlauf gegen die Meeresverschmutzung gewinnen“, sagte Rohlfs heute (7. Februar) in Kiel beim Kongress „Maritime Zukunft gestalten – Innovative Dienstleistungen und Technologien made in Schleswig-Holstein“. Dazu sei unter dem Dach der Landesinitiative „Zukunft Meer“, die die maritimen Zuständigkeiten der Landesregierung bündelt, jetzt ein Bündnis aus Helmholtz-Gemeinschaft, Fraunhofer-Gesellschaft sowie Hochschulen und Wirtschaft im Land geschmiedet worden.

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Staatssekretär Rohlfs bei der Eröffnung des Kongresses im Kieler Wissenschaftszentrum

„Unser Ziel ist es, Forschungsergebnisse schneller in industrielle Anwendungen zu verwandeln“, sagte der Staatssekretär vor rund 120 Experten der Branche im Kieler Wissenschaftszentrum. Hintergrund der neuen Allianz: Für einen effektiven Meeresschutz sei nicht nur die Kontrolle großflächiger Unterwassergebiete zur Beseitigung von Plastikmüll und Munition erforderlich. Es gehe auch um eine autonome Überwachung und Erkundung der maritimen Umwelt bei der Inspektion von Offshore-Windenergieanlagen, Seekabeln oder Pipelines sowie um die Gewinnung von Marinen Mineralischen Rohstoffen durch die elektronische Vernetzung von autonomen Robotern. Rohlfs: „Wir müssen in Zukunft also auch unter Wasser deutlich digitaler werden – und das möglichst schnell.“

Wie der Staatssekretär weiter sagte, gestalte sich die Kommunikation unter dem Meeresspiegel wegen der extrem dämpfenden Wirkung von Wasser auf elektronische Signale deutlich schwieriger als etwa in den mobilen Funknetzen an Land. „In der Tiefsee herrscht nicht nur absolute Finsternis, hier funktionieren bislang auch weder GPS noch WLAN – aber genau so etwas brauchen wir, wenn wir eine autonome Überwachung der Meere erreichen oder die Schwarm-Intelligenz von Robotern einsetzen wollen“, so Rohlfs.

Um auf diesem Forschungsfeld rasch voran zu kommen, hat sich ein Konsortium aus den Unternehmen „CPL Competence in Ports and Logistics GmbH“ (Lübeck), SCOPE Engineering GmbH (Kiel), UBS Unternehmens-Beratung Schümann GmbH (Barmstedt) und dem Büro für Umwelt und Küste (Kiel) für eine Studie zusammengeschlossen. Damit sollen die maritimen Kompetenzen im Land künftig gebündelt und Synergien genutzt werden. „Auf diese Weise soll ein maritimer Kristallisationspunkt mit großer Strahlkraft entstehen“, sagte Rohlfs. In der Studie würden Potenziale ermittelt, erste konkrete Projektansätze skizziert sowie Standorte geprüft. Der Staatssekretär erinnerte vor diesem Hintergrund daran, dass bereits erhebliche Kompetenzen auf diesem Feld in Schleswig-Holstein vorhanden seien. So beschäftige sich unter anderem auch die Geschäftsstelle Schleswig-Holstein des Maritimen Clusters Norddeutschland (MCN) mit Innovationen und Standards intelligenter Meerestechnik sowie der Vernetzung im Bereich Kommunikation und Navigation.

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