Chancen für LNG in Brunsbüttel stehen gut: Günther & Buchholz zuversichtlich

Gasunie
Buchholz und Günther mit Kees van Seventer, President LNG Vopak (links) und  Ulco Vermeulen, Board Member Gasunie

Aus Sicht von Wirtschaftsminister Bernd Buchholz und Ministerpräsident Daniel Günther stehen die Chancen zur Realisierung eines ersten deutschen Flüssigerdgas (LNG)-Terminals in Brunsbüttel gut: Zum Abschluss ihrer Delegationsreise mit dem  maritimen Koordinator der Bundesregierung, Norbert Brackmann, sowie Vertretern aus Politik und Wirtschaft sagte Günther: „Die Reise war ein voller Erfolg mit beeindruckenden Einblicken in die Technologie und sehr guten Gesprächen mit den Verantwortlichen. Wir fahren daher mit der großen Hoffnung zurück, dass wir dieses Projekt in Schleswig-Holstein realisieren können und auch gemeinsam wollen.“

Beide Landespolitiker begrüßten zudem, dass sich inzwischen auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier zum LNG-Standort Brunsbüttel  positioniert hat. Seine Bundesnetzagentur plädiert ebenfalls für den Bau eines Importterminals  in Brunsbüttel. In ihrem jetzt vorgelegten Entwurf für den „Netzentwicklungsplan Gas 2018-2028“ führt die Behörde nach eigenen Angaben erstmals ein solches Terminal auf – „an der deutschen Nordseeküste am Standort Brunsbüttel“. Für dessen Anbindung sieht sie laut einem Bericht des sh:z (Ausgabe heute) zudem eine 50 Kilometer lange und 87 Millionen Euro teure Gasleitung von Brunsbüttel nach Hetlingen im Kreis Pinneberg vor.

„Damit trifft auch der Bund eine Vorfestlegung, was aus unserer Sicht sehr hilfreich ist“, sagt Buchholz.

Buchholz sagte im Gespräch mit Teilnehmern der Delegation soeben in Amsterdam (Audio starten – „im Browser anhören“)

Wie Günther und Buchholz weiter sagten, könnte es die erste Anlage dieser Art in Deutschland sein. Alle zusammen, die Unternehmer aus der Region, der Bürgermeister von Brunsbüttel und die Landesregierung hätten in den Gesprächen sehr deutlich gemacht, dass großes Interesse an einem LNG-Terminal in Brunsbüttel bestehe. In Gesprächen mit Vertretern der Unternehmen Gasunie, Vopak und Oiltanking habe das Land klar gemacht, dass es jegliche Unterstützung anbiete und schon jetzt jährlich 250.000 Euro investiere, um die Planungen auf Landesebene zu bündeln..

„Flüssiggastechnik macht uns auch unabhängiger von russischen Gasimporten. In Bezug auf die Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit von Energie ist das für uns ein sehr wichtiger Punkt für eine mögliche Ansiedlung“, so der Ministerpräsident. Genauso wichtig sei es daher, dass zahlreiche Unternehmen im Industriegebiet Brunsbüttel Abnehmer für Flüssigerdgas sein können. Auch das habe die Delegation bei ihrem Besuch in den Niederlanden eindrucksvoll dargelegt.

Rotterdam
Günther und Buchholz zusammen mit Dithmarschens Landrat Stefan Mohrdiek (links) und Brunsbüttels Hafenchef Schnabel

Der mitgereiste Chef von Brunsbüttel-Ports und Sprecher der Brunsbütteler Werkleiterrunde, Frank Schnabel, sagte: „Wir freuen uns sehr, dass Ministerpräsident Günther gemeinsam mit Wirtschaftsminister Buchholz zur Besichtigung des GATE-Terminals nach Rotterdam gereist ist. Dies unterstreicht meines Erachtens deutlich, dass die Planungen für das LNG-Importterminal am Brunsbütteler Elbehafen von Seiten der schleswig-holsteinischen Landesregierung die größtmögliche Unterstützung erfahren.“ Positiv hervorzuheben sei zudem, dass mit Norbert Brackmann auch der Maritime Koordinator der Bundesregierung in Rotterdam dabei war, denn ein LNG-Importterminal in Brunsbüttel habe eine bundespolitische Bedeutung und erfordere somit auch politische Unterstützung aus Berlin, so Schnabel.

Nach Angaben der German LNG Terminal GmbH soll im Jahr 2019 die finale Investitionsentscheidung für das LNG-Projekt in Brunsbüttel gefällt werden. In der derzeit laufenden „Open Season“ weckt die German LNG Terminal GmbH bereits das konkrete Marktinteresse und entwickelt den Kundenbedarf. Unter anderem abhängig vom Ergebnis der Open Season soll mit dem Bau des LNG-Terminals nach der finalen Investitionsentscheidung 2019 begonnen werden, so dass nach einer dreijährigen Bauzeit das Terminal im Jahr 2022 in Betrieb genommen werden könnte.

Die Nähe zum Hamburger Hafen sowie zu den in der Region ansässigen Industrieunternehmen bietet nach den Worten von Schnabel und Buchholz ein attraktives wirtschaftliches Umfeld. Durch den Nord-Ostsee-Kanal, der in Nachbarschaft des geplanten Terminals verläuft, seien die skandinavischen und baltischen Länder gut erreichbar. Das geplante Terminal eröffnet Möglichkeiten für eine Diversifizierung der Gasversorgungsquellen in Deutschland und erleichtert den Zugang zu LNG als emissionsarmer Treibstoffalternative für Schiffe und Lastkraftwagen.

„Wir befinden uns in einem sehr engen Austausch mit der German LNG Terminal GmbH und werden den potenziellen Investor auch weiterhin bestmöglich bei den Planungen unterstützen“, sagte Schnabel.

In den vergangenen Wochen zeigte sich bereits, dass die Nutzung von LNG in Brunsbüttel schon heute Realität ist. Der Hopperbagger Scheldt River nutzte innerhalb eines Monats den Elbehafen Brunsbüttel zwei Mal für LNG-bunkering. Aufgrund steigender Umweltrichtlinien in der Schifffahrt gilt LNG als Treibstoff der Zukunft, da strengere Abgasgrenzwerte mit LNG als Treibstoff eingehalten werden können. Aufgrund der strategisch günstigen Lage an Elbe / Nord-Ostsee-Kanal ist Brunsbüttel für LNG-bunkering prädestiniert. Durch die Errichtung des LNG-Terminals in Brunsbüttel würde die Versorgung der Schifffahrt mit LNG in gesamt Norddeutschland erheblich vereinfacht werden.

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