SH-Mittelständler sind hochzufrieden – Land strafft und justiert Fachkräfe-Initiative neu

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Buchholz (2.v.l.) vergangene Woche bei einem Besuch von Maschinen- und Anlagenbauern. Hier mit Jürgen Holdhof (EDUR Pumpen Kiel), Matthias Pilz (Oerlikon Neumünster), Norbert Basler (Basler AG Ahrensburg) und Thies Petersen (Oerlikon)
Mittelständische Unternehmer in Schleswig-Holstein zählen zu den zufriedensten Deutschlands. In einer Umfrage bewerteten 70 Prozent ihre Geschäftslage mit «gut», wie aus dem heute veröffentlichten Mittelstandsbarometer der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young hervorgeht. Zufriedener als die Schleswig-Holsteiner sind demnach nur Firmen in Hamburg und in Bayern. Das nördlichste Bundesland liegt damit leicht über dem Bundesdurchschnitt: Deutschlandweit schätzten 65 Prozent der befragten Mittelständler ihre Lage als gut ein.

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz zeigte sich ebenfalls zufrieden: „Dieses Ergebnis deckt sich mit meinen Eindrücken bei meinen zahlreichen Betriebsbesuchen im verarbeitenden Gewerbe – zuletzt erst vor einer Woche bei einer Tour durch Maschinenbaufirmen“, so der Minister.

Eher im Mittelfeld landete Schleswig-Holstein hingegen in den Kategorien Investitionsbereitschaft und Beschäftigungsprognose: 30 Prozent der Unternehmer gaben in der Umfrage an, in diesem Jahr ihre Investitionen steigern zu wollen, deutschlandweit sind es 31 Prozent. Die Zahl ihrer Angestellten zu erhöhen, planen 38 Prozent der Firmen – genau wie im bundesdeutschen Durchschnitt.

DBBuchholz bezeichnete in dem Zusammenhang die Verfügbarkeit von Fachkräften in den kommenden Jahren als einen der wichtigsten Standort-Faktoren für den Mittelstand. Aus dem Grund habe die Landesregierung in Kiel jetzt auch ihre Fachkräfte-Initiative noch einmal gestrafft und nachjustiert. So hätten sich die Partner der Initiative auf Basis einer 2018 vorgelegten Studie jetzt auf fünf Kernziele sowie maximal acht Handlungsfelder verständigt. „Und akuter Handlungsbedarf besteht“, so der Minister. Die neue Studie gehe für das Jahr 2035 von einer Fachkräfte-Lücke von bis zu 300.000 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern aus. „Es bleibt also unser oberstes und wichtigstes Ziel, Fachkräfte im Land auszubilden und zu halten.“

Zuletzt beschäftigte sich die von 50 Institutionen getragene Initiative nach den Worten von Buchholz mit über 130 Einzelmaßnahmen. Auf diese Weise sei es allen Verantwortlichen zunehmend schwerer gefallen, den Überblick zu behalten. „Nach dem Motto ‚weniger ist mehr‘ haben uns die Experten deshalb nahe gelegt, die Organisation zu verschlanken und die Aktivitäten auf den Bereich Qualifizierung und Ausbildung sowie auf die Branchen mit dem größten Handlungsbedarf zu konzentrieren“, so Buchholz. Die Neuausrichtung sei zwischen dem Wirtschaftsministerium und seinen Kernpartnern in einem Eckpunkte-Papier verankert worden. Partner der Fachkräfteinitiative sind neben dem Unternehmensverband und dem DGB-Nord die IHK Schleswig-Holstein, die Handwerks­kammer Schleswig-Holstein und die Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit.

Im Landtag sagte Buchholz dazu heute (Video starten)

Wie Buchholz weiter sagte, seien die berufliche Ausbildung sowie die Fort- und Weiterbildung in Zukunft die beiden zentralen Leitplanken der FI.SH. „Darüber hinaus wollen wir die Erwerbsbeteiligung und Integration auf dem Arbeitsmarkt verbessern.“ Dabei sollen die Branchen der Pflege, des Handwerks, der Logistik und des Hotel- und Gaststättengewerbes sowie Anpassungs- und Qualifizierungserfordernisse im Zuge der Digitalisierung besonders im Fokus stehen. Für eine bessere Steuerung hat sich die Fachkräfteinitiative nach den Worten des Ministers gut messbare Ziele gesetzt: Etwa die Senkung des Anteils an Jugendlichen im Übergangsbereich, die Reduzierung der Quote der Ausbildungsvertragslösungen oder die Erhöhung der Beschäftigungsquote von Frauen. „Denn wir wissen, dass gut qualifizierte Fachkräfte für die Wettbewerbsfähigkeit schleswig-holsteinischer Unternehmen von zentraler Bedeutung sind“, sagte Buchholz.

Zur Ernst & Young-Umfrage schreibt der sh:z:

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