IHK-Außenwirtschaftsexperte Werner Koopmann ist Brexit-Koordinator für den Mittelstand

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Die Brexit-Task-Force (v.l.): Sybille Kujath (HWK Lübeck), Bernd Bösche (WT.SH), Andrea Schrage (Wirtschaftsministerium), Sebastian Schulze (UV Nord),  Anna Griet Wessels (HWK Flensburg), Werner Koopmann (Brexit-Beauftragter), Anuschka Kruse (Wirtschaftsministerium), Simone Stamme (Landesvertretung SH), Doris Roloff (Wirtschaftsministerium), Andrea Dedekind (Finanzministerium) und Staatssekretär Thilo Rohlfs

Auch wenn der Brexit-Kurs der Briten einen Monat vor dem geplanten Austrittsdatum verworren bleibt – Schleswig-Holstein ist für alle Fälle gerüstet: Wirtschaft und Landesregierung haben heute (27. Februar) den Außenwirtschaftsexperten der IHK Schleswig-Holstein, Werner Koopmann, zum zentralen Ansprechpartner und Koordinator für alle Fachfragen der Betriebe rund um das Thema Brexit ernannt. „Mit Herrn Koopmann haben wir einen gut vernetzten Fachmann, der die Arbeit der gemeinsamen Task Force von Landesregierung und Wirtschaft mit den zu erwartenden Nachfragen aus unseren kleinen und mittelständischen Betrieben effizient abstimmen wird“, sagte Wirtschafts-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs nach der heutigen Sitzung der Task-Force in Kiel.

Alle weiteren Informationen zum Brexit hier

Während Notfallregelungen für den harten Brexit – etwa zum Aufenthaltsrecht von Briten in Deutschland – getroffen sind, sind in anderen Bereichen nach wie vor viele Fragen offen. „So hat Großbritannien der WTO zwar Vorschläge für eigene Handelsregeln gemacht, doch bis zu ihrer möglichen Umsetzung dürften noch Wochen, wenn nicht Monate vergehen“, fürchtet Koopmann. Das stelle gerade Kleine und Mittelständische Unternehmen vor große Herausforderungen, weil sie nach wie vor nicht wissen, auf welches Szenario sie sich einstellen sollen. Großbritannien ist der fünftgrößte Handelspartner für Schleswig-Holstein nach Dänemark, China, den USA und den Niederlanden

Copyright: Olaf MalzahnKoopmann sagte zu seiner neuen Rolle in der Task-Force

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Gut jedes zweite Unternehmen erwartet laut Rohlfs und Koopmann Beeinträchtigungen durch einen harten Brexit, vor allem durch bürokratische Hürden und Zeitverluste beim Austausch von Mitarbeitern und Waren. Hinzu kommen Befürchtungen vor zusätzlichen Zollabgaben und Personalkosten.  Die auf Anregung des Mittelstandsbeirats gegründete „Task Force Brexit“ setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern von IHK, UV Nord, Handwerkskammern, der Wirtschaftsförderung und Technologie Transfer GmbH ( WTSH) sowie der Landesregierung zusammen.

Wirtschafts-Staatssekretär Rohlfs freut sich über die Zusage Koopmanns und erklärt (Audio starten)

Erreichbar ist die Task Force unter der Mailadresse:

fragen-zum-brexit@wimi.landsh.de

Der Brexit-Chefunterhändler der EU, Michel Barnier, hält ein geregeltes Ausscheiden der Briten aus der Europäischen Union unterdessen noch für möglich. «Es ist nicht richtig zu sagen, dass ein No-Deal-Brexit am wahrscheinlichsten ist», sagte Barnier am Mittwoch dem französischen Sender Franceinfo.

Als Verhandlungsführer tue er alles, um eine Einigung zu erzielen. Dabei setze er alles daran, dass ein Abkommen mit der britischen Premierministerin Theresa May zustande komme, dem das britische Unterhaus auch zustimmen werde. Dafür gebe es «noch eine echte Möglichkeit».

May hatte am Dienstag erstmals die Möglichkeit eingeräumt, dass Großbritannien die EU nicht wie geplant am 29. März verlassen könnte. Sie versprach, die Abgeordneten über eine mögliche Verschiebung des Brexits abstimmen zu lassen. Sollte sie bis zum 12. März mit ihrem Austrittsabkommen wieder scheitern, will May die Abgeordneten vor die Wahl zwischen einem Ausscheiden ohne Abkommen oder einer «kurzen Verlängerung» stellen. Das britische Parlament stimmt am Mittwoch über die weiteren Schritte beim EU-Austritt ab.

Die Briten würden die Konsequenzen des Brexits oft unterschätzen, sagte Barnier. Dabei seien die Folgen besonders für die Briten gravierend. «Sie sind unzählig: menschlich, sozial, wirtschaftlich und finanziell, technisch und rechtlich.»

Barnier betonte erneut, dass er den Brexit bedauere. «Ich sehe darin keinen Mehrwert», sagte er. Beim Austritt der Briten aus der EU gebe es nur Verlierer.

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