Buchholz: Für eine echte Verkehrswende muss der Bund die Kosten der Elektrifizierung tragen

Bahnstrecke von Flensburg nach Padborg in Dänemark.
Elektrifizierte Bahnstrecken: Mit 30 Prozent Anteil am Gesamtstreckennetz ist Schleswig-Holstein bislang bundesweit das Schluss-Licht

Schleswig-Holstein will die Bahn-Elektrifizierung vorantreiben. Dazu reichte Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) heute im Bundesrat eine Initiative zur zügigen Umsetzung ein. «Wenn wir ein Klimapaket schnüren wollen, das diesen Namen auch verdient, dann wird der Bund die Elektrifizierung von Regionalstrecken komplett selbst zahlen müssen», sagte der FDP-Politiker. «Nur so wird es gelingen, in den kommenden sechs Jahren bundesweit 70 Prozent des Schienenverkehrsnetzes elektrifiziert zu haben.»

Im Norden haben nur 376 von 1275 Kilometern Schiene Oberleitungen. Auf knapp 900 Kilometern fahren die Züge mit Diesel. Mit unter 30 Prozent ist die Elektrifizierungsquote die niedrigste in Deutschland. Der Bundesschnitt beträgt 54 Prozent. Laut Buchholz würde eine 70-prozentige Elektrifizierung zehn Millionen Liter Diesel jährlich einsparen und die CO2-Emissionen um 26 000 Tonnen im Jahr senken.

Hier die Bundesrats-Rede von Buchholz (Video starten):

Buchholz fordert auch, dass nicht nur wie geplant die Fehmarnbelt-Linie sowie die Strecken Lübeck-Bad Kleinen, Itzehoe-Brunsbüttel und Hamburg-Kaltenkirchen elektrifiziert werden. Das müsse auch für die Sylt-Strecke sowie für Lübeck-Kiel und Bad Oldesloe-Neumünster gelten. «So ein Elektrifizierungsschub ist im Norden umso sinnvoller, weil gerade in Schleswig-Holstein viel überschüssige Windenergie erzeugt wird, die direkt für den Fahrstrom genutzt werden könnte.»

Die Bundesregierung sollte beim Förderprogramm die lokal erzeugte Energie und den niedrigen Elektrifizierungsgrad von Ländern berücksichtigen, sagte Buchholz. Bundesminister Andreas Scheuer (CSU) will bisher über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz gehen, mit einer 40-Prozent-Beteiligung der Länder. Aus diesem Topf können auch nur Projekte über 50 Millionen Euro gefördert werden. Damit drohen laut Buchholz die Verzögerung oder gar Verhinderung von Vorhaben.

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