Nun wird’s bunt an unseren Straßen: Land und Stiftung Naturschutz starten Klappertopf-Projekt

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Die Vielfaltschützer der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein machen gemeinsame Sache mit dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH). Konkret: in dem neuen Projekt „Klappertopf“ geht es darum einheitsgrüne Straßensäume in blütenbunte, wertvolle und dennoch pflegeleichte Insekten-Tankstellen zu verwandeln. „Die Chance ist riesig“, erklärt die ehrenamtliche Vorstandsvorsitzende der Stiftung Naturschutz, Sandra Redmann, „denn mit relativ wenig Aufwand kann es gelingen, sehr viel Fläche zu artenreichen Blütenkorridoren aufzuwerten“. Projektleiter Dr. Björn Schulz ergänzt: „Genaue Zahlen haben wir nicht, aber Experten schätzen, dass die Straßenbegleitgrünflächen in etwa so viel Fläche einnehmen, wie alle Naturschutzgebiete in Schleswig-Holstein zusammen. Das ist ein gigantisches Potenzial.“

Der Namensgeber des Projekts, der „Klappertopf“, mit dem wissenschaftlichen Namen „Rhinanthus“, dient in dem mit rund 1,5 Millionen Euro vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) geförderten Projekt als Mittel zum Zweck. Die heimische Wildpflanze hat die besondere Eigenschaft, Gräser unterirdisch an der Wurzel anzuzapfen und ihnen Nährstoffe zu rauben. Dadurch wird der oberirdische Grasbewuchs lückiger und der Weg für viele andere Wildpflanzen ist geebnet. Das sichert den Bestand bereits vorhandener seltener Pflanzen und schafft Platz für weitere Arten – der Beginn eines bunt-gesäumten Straßennetzes im Land zwischen den Meeren. Schleswig-Holsteins

Verkehrsminister Bernd Buchholz hat das Projekt mit vorangetrieben und für die Finanzierung geseorgt:  „Auch wir als Land müssen und wollen über unseren Landesbetrieb etwas für die Biologische Vielfalt auf unseren Flächen tun. Das sieht am Ende nicht nur schön aus, sondern wir leisten einen wichtigen Beitrag für die Pflanzenartenvielfalt und decken den Blütentisch für Insekten. Im Idealfall reduzieren wir sogar unsere Unterhaltungskosten, weil der Klappertopf die Gräser im Wachstum hemmt und damit unsere Mäharbeiten übernimmt.“

Das schleswig-holsteinische Vorzeige-Projekt soll als sogenanntes Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben bundesweite Strahlkraft erlangen und den Straßenbauverwaltungen in der ganzen Republik Möglichkeiten aufzeigen, wie blütenbunte Straßenränder mit den Anforderungen der Verkehrssicherung, des Lärmschutzes und der Pflege vereinbar sind.

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