Startschuss für die Zukunft des klimaneutralen und autonomen ÖPNV im echten Norden

Noch klingt es ein wenig nach Zukunftsmusik, aber in einigen Jahren soll es Realität sein: Forscher und Unternehmen wollen für Kiel eine autonom fahrende Bus-Fähre-Kombination entwickeln. Das Land hilft und Beteiligte hoffen auf einen Exportschlager.

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Eine Kombination aus autonom fahrenden Bussen und Förde-Fähren könnte in Zukunft den Nahverkehr in Kiel revolutionieren. Daran wollen Wissenschaftler Kieler Hochschulen und des Fraunhofer-Instituts für Graphische Datenverarbeitung (Darmstadt) gemeinsam mit einem schleswig-holsteinischen Firmenkonsortium arbeiten. Das Land werde das Projekt mit absehbar einer halben Million Euro fördern, sagte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) der Deutschen Presse-Agentur. Er habe den Projektträgern grünes Licht für den Aufbau des nötigen Netzwerks gegeben. «Unser gemeinsames Ziel ist es, zukünftig mehr Menschen dazu zu bringen, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen und damit die Umwelt und vor allem Menschen in der Stadt zu entlasten», sagte Buchholz.

Das Mobilitäts-Projekt heißt «CAPTin Kiel» (Clean Autonomous Public Transport/Sauberer autonomer öffentlicher Verkehr). Außer den Hochschulen und Unternehmen wie TKMS, Raytheon Anschütz und German Naval Yards ist auch die Landeshauptstadt Kiel mit ihren Gesellschaften Partner des Verbundes.

2c63f696-7d93-4b6a-b116-797dd5db29f3-3383-0000043a67d18ad4-1«Wir alle sind überzeugt, dass diese Idee enormes Potenzial für die Wirtschaft in Schleswig-Holstein in sich birgt», sagte Buchholz. «Deshalb unterstützen wir diesen Ansatz auch als Beitrag zu einer Green Economy.» Die Vision sei ein zunehmend von autonomen Lösungen geprägtes urbanes Mobilitätssystem, das sicher, schadstofffrei und klimafreundlich ist. Der Individualverkehr würde deutlich reduziert, Verkehrsträger zu Land und Wasser intelligent miteinander verbunden.

Kipp«Das Netzwerk „CAPTin Kiel“ wird Basis sein für den Transfer innovativer Forschungsergebnisse und Designentwürfe in die Wirtschaft, sagte der Kieler Uni-Präsident Lutz Kipp. So könnten neue Technologien für den Weltmarkt etabliert werden. «Wir freuen uns sehr, dass das Land das Projekt von Wissenschaft, Wirtschaft und Stadt unterstützt.» Es verbinde Digitalisierung und Mobilität mit den Stärken des Wissenschafts- und Industriestandortes. Schon jetzt rufe es Interesse in aller Welt hervor. «Die Technologie könnte ein neuer Exportschlager des Nordens werden», sagte Kipp.

Derzeit bereiten Forschern ein digitales Testfeld an und auf der Kieler Förde vor. Die beteiligten Unternehmen planen laut Wirtschaftsministerium zudem den Bau eines Schiffes als Versuchsträger auf der Grundlage von Designstudien der Muthesius Kunsthochschule in Kiel. Für den Antrieb der Busse und Personenfähren soll «grüner Wasserstoff» verwendet werden, gewonnen aus Windstrom in Schleswig-Holstein.

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So könnte die künftige Förde-Fähre der Kieler SFK aussehen: Autonom, modern und klimaneutral – Projektskizze der Muthesius-Kunsthochschule Kiel

 

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