Wirtschaftsförderer ebneten 118 Firmen den Weg nach SH – mit über 3400 neuen Jobs

Insgesamt 118 Unternehmen – darunter 11 Firmen aus dem Ausland – haben sich letztes Jahr für den Standort Schleswig-Holstein entschieden. Mittelfristig werden dadurch 3408 neue Arbeitsplätze entstehen, eine Steigerung von fast 80 Prozent gegenüber 2018. Die Anzahl der angesiedelten Unternehmen ist gegenüber 2018 (132 Firmen) leicht gesunken.

Insta_AnsiDieses Ergebnis präsentierten Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz und WTSH-Geschäftsführer Dr. Bernd Bösche heute gemeinsam mit Jens Meyer, Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Ostholstein mbH.

„Mit diesen Zahlen haben die Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WTSH) sowie die Wirtschaftsförderer der Kreise und kreisfreien Städte ein solides Ansiedlungsergebnis erzielt“, sagte Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz heute bei der Vorstellung der Ansiedlungsbilanz. Die Zahlen stehen erneut für Stabilität und bestätigen einen kontinuierlichen Wachstumsprozess unserer Wirtschaft. Das Ansiedlungsergebnis ist ein deutliches Zeichen dafür, dass sich Schleswig-Holstein auch im überregionalen und internationalen Wettbewerb der Standorte weiterhin gut behauptet“, so Buchholz.

Ein großer Arbeitsplatzzuwachs ist in der Logistik zu verzeichnen. Rund 500 Arbeitsplätze werden in drei Verteilzentren des Unternehmens Amazon geschaffen. Im Oktober 2019 ging in Borgstedtfelde im Kreis Rendsburg-Eckernförde ein Verteilzentrum mit rund 200 Arbeitsplätzen in Betrieb. Zwei weitere Verteilzentren werden in Nützen (Kreis Segeberg) und Bad Oldesloe (Kreis Stormarn) angesiedelt. An diesen Standorten werden weitere jeweils ca. 150 Jobs entstehen. Für die Auslieferung der Pakete an die Kunden werden bei den Lieferpartnern pro Standort bis zu 600 Fahrer zuständig sein. Die beiden Verteilzentren in Nützen und Bad Oldesloe werden voraussichtlich 2020 eröffnet.

bu_Otto_AnsiIm Gespräch mit Andreas Otto (RSH) sagte Buchholz weiter

(Audio starten – Pfeil klicken)

WTSH-Chef Bösche betonte, dass Schleswig-Holstein als Logistikstandort sehr gefragt sei. „Wir haben bereits in diesem Jahr weitere Anfragen von namhaften internationalen Logistikunternehmen erhalten, die am Standort Schleswig-Holstein aktiv werden und sowohl Infrastruktur als auch Lage nutzen wollen.“ Auch der Arbeitsplatzeffekt in der Logistik werde voraussichtlich auch im laufenden Jahr nicht abreißen, bestätigte Bösche während der Pressekonferenz.

Erfreulich: Auch im Bereich des Maschinenbaus ist ein deutlicher Arbeitsplatzzuwachs gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. „Wir sind auch hier einen großen Schritt vorangekommen, denn allein im Maschinenbau entstehen mittelfristig 128 Arbeitsplätze in sieben Unternehmen, im Vorjahr waren es 29 Arbeitsplätze in drei Unternehmen“, so Bösche.

Im Bereich der Erneuerbaren Energien gibt ebenfalls einen Arbeitsplatzzuwachs zu verzeichnen: Hier entstehen mittelfristig 116 Arbeitsplätze in 4 Unternehmen, im Vorjahr waren es 63 Arbeitsplätze in drei Unternehmen.

Ein Beispiel hierfür ist die Baltic Windkraftanlagen Service & Solutions GmbH & Co. KG in Neustadt i.H. Das Unternehmen übernimmt vom 24-Stunden-Monitoring über die Wartung und Großkomponententausch bis hin zur Betriebsführung alle Aufgaben rund um Windkraftanlagen. Darüber hinaus produziert und errichtet Baltic Windkraftanlagen Service & Solutions zukünftig auch komplette Windkraftanlagen bis zur 5-Megawatt-Klasse für das Schwesterunternehmen Förde WindWerke GmbH & Co. KG. Die Kunden befinden sich vor allem im nordwesteuropäischen, skandinavischen und osteuropäischen Raum.

„Aus diesem Grund hat sich Ostholstein bei der Wahl des Unternehmensstandortes geradezu angeboten und sich im Wettbewerb mit alternativen Standorten in Mecklenburg-Vorpommern durchgesetzt“, so Jens Meyer, Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Ostholstein mbH EGOH. Die Ansiedlung des Unternehmens ist mit 1,6 Hektar die flächenmäßig größte im Kreis Ostholstein seit mehreren Jahren und wird in der ersten Ausbaustufe rund 60 Arbeitsplätze schaffen. Ebenfalls im Jahr 2019 konnte die Neuansiedlung der Rosenrot Naturkosmetik GmbH in Eutin verzeichnet werden. Auf rund 1,2 Hektar Gewerbefläche entsteht dort ein Produktions- und Verwaltungsgebäude mit langfristig 70 Arbeitsplätzen. Das bislang in Heilbronn beheimatete Unternehmen produziert und vertreibt Naturkosmetik in Bioqualität ohne Kunststoffverpackungen.

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Dr. Bernd Bösche und Buchholz bei der Präsentation der Ansiedlungszahlen

Besonders positiv haben sich 2019 nach den Worten von WTSH-Geschäftsführer Bösche auch die technologieorientierten, innovativen Geschäftsgründungen entwickelt. Die Bandbreite dieser Start-ups reiche hier vom Bau autarker so genannter „Tiny“ – (klitzekleiner) Häuser für den Tourismusbereich, über eine App für Schließsysteme, bis hin zu Mikrolaser-Scannern für 3D Kameras, die unter anderem beim autonomen Fahren zum Einsatz kommen. Viele Geschäftsideen kämen, laut Bösche, aus dem Bereich der Digitalen Wirtschaft. „Wir stellen erneut fest, dass die Digitalisierung ein Innovationstreiber insbesondere für Start-ups ist“, so Bösche. Auch für den Bereich des Maschinenbaus werden von Start-ups innovative Ideen entwickelt, bei denen die Digitalisierung im Vordergrund steht. Exemplarisch hierfür steht das Norderstedter Start-up Aeditive GmbH. Hier setzt die Digitalisierung bereits im Kern der Wertschöpfung – bei der Produktion – an. Das Start-up hat eine robotische Produktionsanlage für Betonbauteile entwickelt. Mit einer einzigartigen Kombination aus Hardware, Software und Beton wird es den Kunden, wie zum Beispiel Bauunternehmen und Fertigteilherstellern – ermöglicht, Betonbauteile ohne Schalungen und bei geringerem Materialverbrauch herzustellen. „Wir haben das Aeditive Team dabei unterstützt, einen Produktionsstandort in Schleswig-Holstein zu finden und sie auf dem Weg zur Finanzierung dieser Investition begleitet“, so Bösche. In Kürze wird das Start-up Mittel aus dem Seed- und Start-up Fonds Schleswig-Holstein II sowie weitere Mittel aus dem Landesprogramm Wirtschaft erhalten.

Firmen

„Es zeigt sich, dass die Unterstützungsangebote des Landes, wie zum Beispiel das Gründungsstipendium Schleswig-Holstein und der Seed-und Start-up Fonds Schleswig-Holstein II, Früchte tragen und sich der echte Norden als Start-up-Standort profiliert“, betonte Wirtschaftsminister Buchholz.

Insgesamt 11 ausländische Unternehmen aus acht Ländern (2018 waren es 15 aus sieben Ländern) entschieden sich für den Standort Schleswig-Holstein: Jeweils ein Unternehmen aus der Türkei, den Niederlanden, Rumänien, Großbritannien, Frankreich, Dänemark und China sowie vier Unternehmen – darunter die drei Amazon Ansiedlungen – sind aufgrund des Firmensitzes der Muttergesellschaft den USA zuzuordnen.

Und hier ein Livestream des Pressegesprächs

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