Buchholz: Ende der EEG-Umlage für grünen Strom nicht nur „anstreben“, sondern umsetzen

Lange angekündigt, immer wieder verschoben, nun liegt sie auf dem Tisch: Laut „Handelsblatt“ und „Flensburger Tageblatt“ (Mittwochausgabe) hat die Bundesregierung jetzt letzten Schliff an ihre bereits vor einem Jahr avisierte Nationale Wasserstoffstrategie gelegt. Dreh- und Angelpunkt des Papiers von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier ist für Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz vor allem die Befreiung der Wasserstoff-Produktion mittels Strom aus erneuerbaren Energien von der Umlage nach dem Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG). Allerdings stört sich Buchholz an der vagen Formulierung in der Bundes-Strategie, wonach man das Aus für die EEG-Umlage lediglich „anstrebe“.

Dazu sagte Buchholz – Audio starten (im Browser anhören)

Buchholz – hier mit Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier)

Buchholz erinnerte in dem Zusammenhang an die bis heute offene Zusage des Bundes vor anderthalb Jahren, auch die EEG-Umlage für Landstrom-Anlagen in Häfen zu senken, um insbesondere den Diesel-Betrieb von Kreuzfahrtschiffen während des Aufenthalts in Häfen zu unterbinden.

Sollte die EEG-Umlage für grünen Strom aber tatsächlich fallen, ginge nicht nur für Buchholz, sondern auch für viele Unternehmen im Land ein Herzenswunsch in Erfüllung – darunter auch für solche Betriebe, die entsprechende Anlagen bereits heute betreiben, aber von Rentabilität noch weit entfernt sind.

Die fünf norddeutschen Länder hatten bereits im vergangenen Herbst bei einer Konferenz in Lübeck eine gemeinsame Wasserstoff-Strategie vorgelegt und darin auch wirtschaftliche Perspektiven für den Norden aufgezeigt. Zur Strategie erläuterten die fünf Nord-Minister im Rahmen der aktuell laufenden „Woche des Wasserstoffs“ (6. bis 14. Juni): Video starten.

Die Strategie von Altmaier – darin sich sich alle Beobachter einig – scheint viele Punkte aufzugreifen, vor allem solche, die mit dem Konjunkturprogramm in Aussicht gestellt wurden. An erster Stelle steht dabei die Zusage, zusätzlich sieben Milliarden Euro für den Markthochlauf von Wasserstofftechnologien in Deutschland und weitere zwei Milliarden Euro für den Aufbau von internationalen Partnerschaften beim Thema Wasserstoff zur Verfügung zu stellen.

Außerdem folgt die Strategie bei der Definition der bis 2030 anzustrebenden Elektrolyseleistung nun den Zahlen des Konjunkturpakets: Bis 2030 soll eine Leistung von fünf Gigawatt (GW) erreicht werden. Bislang war von „drei bis fünf GW“ die Rede. Der Wert von drei bis fünf GW entsprach den Vorstellungen des Bundeswirtschaftsministeriums; das Bundesforschungsministerium dagegen hätte es gern gesehen, wenn zehn GW zum Ziel erklärt worden wären. Als Entgegenkommen für Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) kann man laut „Handelsblatt die neu in die Strategie aufgenommene Formulierung werten, bis 2035 weitere fünf GW Elektrolyseleistung aufzubauen.

Durchgesetzt hat sich Karliczek mit ihrer Forderung, einen „Innovationsbeauftragten Grüner Wasserstoff“ zu ernennen. Er soll ständiger Gast im künftigen Staatssekretärsausschuss und im Nationalen Wasserstoffrat sein.

Wie Wirtschaftsminister Buchholz weiter sagte, gehe ihm trotz der vorgelegten umfangreichen Bundes-Strategie vieles in Bezug auf Wasserstoff trotzdem immer noch zu langsam. Zudem hätte es ihn gefreut, wenn sich die Bundesregierung für höhere Ausbauziele ausgesprochen hätte. Gute Chancen rechnet sich Buchholz unter anderem für die zwei großen Reallabore in Schleswig-Holstein aus. Und im Zuge dessen auch für ein Husumer e-Farm-Projekt (Video starten)

Auch die Wasserstoff-Akteure in Heide, Brunsbüttel oder im Raum Flensburg (Wasserstoff-Tankstelle Handewitt etc) können von dem Paket enorm profitieren und manches Projekt, das sich derzeit noch im Ideenstadium befindet, in die Praxis umsetzen.

Unterdessen hat der Industriekonzern Thyssenkrupp gestern angekündigt,  mehr Elektrolyseanlagen zur Produktion von «grünem» Wasserstoff bauen. Ab sofort könnten pro Jahr Elektrolysezellen mit einer Gesamtleistung von bis zu einem Gigawatt gefertigt werden, so ein Konzernsprecher. Mit Ökostrom erzeugter «grüner» Wasserstoff sei für eine erfolgreiche Energiewende und das Erreichen der internationalen Klimaziele unverzichtbar. Mit zunehmender Anzahl von Wasserstoffprojekten werde Thyssenkrupp die Produktionskapazitäten ausbauen.

«Grüner» Wasserstoff wird aus erneuerbaren («grünen») Energieträgern gewonnen. Bei der Elektrolyse wird Wasser in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff geteilt.

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