Demos in Hamburg – Hoffnung in Schleswig-Holstein: So steht es um die Karstadt-Häuser

Karstadt-Filiale in Lübeck, im Hintergrund die Marienkirche

Während Beschäftigte von Galeria Karstadt Kaufhof am Wochenende in Hamburg gegen den Verlust ihrer Arbeitsplätze demonstriert haben, beschäftigt sich zur Stunde der Wirtschaftsausschuss des Kieler Landtags mit der Karstadt-Krise. Während von den sieben Karstadt/Kaufhof-Filialen in Hamburg vier Häuser geschlossen werden sollen, geht es auch in Schleswig-Holstein um vier der fünf Kaufhäuser.

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz hatte sich bereits am Freitag mit dem Karstadt-Management und den Bürgermeistern der betroffenen Städte ausgetauscht. «Wir können uns den Rahmendaten und sehr transparent dargelegten Fakten nicht verschließen», sagte der FDP-Politiker auch heute im Ausschuss.

Hier ein Mitschnitt aus dem Ausschuss

Vor den Abgeorbeten des Landtags gab Buchholz heute folgenden Bericht zur Situation der Karstadt-Häuser in Schleswig-Holstein

Von der Schließung bedroht sind mit Ausnahme Kiels alle Standorte im Norden – und zwar Lübeck, Neumünster, Norderstedt und Flensburg; mit laut Verdi zusammen rund 330 Beschäftigten. Buchholz sagte, die Konzern-Vertreter hätten transparent dargelegt, wie sie zu ihrem Plan gekommen seien, bundesweit 62 der 172 Filialen von Galeria Karstadt Kaufhof (GKK) zu schließen. Dazu zählten zum einen jene Häuser, die nicht einmal in der Lage seien, ihre eigenen Kosten zu erwirtschaften. Im Norden seien dies Lübeck und Norderstedt. Zum anderen betreffe es mit Neumünster und Flensburg Häuser, «die einen Standortdeckungsbeitrag von bis zu fünf Prozent erwirtschaften».

«Es ist noch nichts endgültig und abschließend entschieden», sagte Buchholz auch. Gleichwohl sei und bleibe es eine schmerzliche Situation für die Innenstädte. «Wir werden über Konzepte für die Innenstädte nachdenken müssen.»

Die Gewerkschaft Verdi zeigte sich zuversichtlicher. «Wir sehen einen Lichtstreif am Horizont, mit gemeinsamer Kraftanstrengung doch noch den einen oder anderen weiteren Karstadt-Standort in Schleswig-Holstein retten zu können», erklärte Verdi-Nord-Landesleiterin Susanne Schöttke nach dem Gespräch. Die Gewerkschaft forderte, die Gespräche mit Vermietern zu möglichen Mietminderungen zu forcieren, eine Initiative für lebendige Innenstädte zu starten sowie ein Spitzengespräch der Politik mit der Bundesagentur für Arbeit anzuberaumen. Zudem solle das Land Mittel für eine Verlängerung der Transfermaßnahmen auf 12 Monate zur Verfügung stellen.

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