Haupt-Koopmann und Buchholz blicken vorsichtig optimistisch auf den Arbeitsmarkt

Was bringt der Arbeitsmarkt im Norden nach der Corona-Pandemie? Minister Buchholz warnt vor einem Fachkräftemangel. Er richtet den Blick daher auf den Ausbildungsmarkt.

BA-Regionalchefin Haupt-Koopmann und Buchholz während der Pressekonferenz im WiMi.SH

Gerade in der Corona-Pandemie muss sich die Wirtschaft nach Überzeugung von Schleswig-Holsteins Arbeitsminister Bernd Buchholz (FDP) um die Ausbildung des Nachwuchses kümmern. «Das ist derzeit aus meiner Sicht das wichtigste Thema», sagte er heute in Kiel. «Wir müssen jetzt dafür sorgen, dass das Ausbildungsjahr 21/22 kein für den Arbeitsmarkt verlorenes Jahr wird.» Es dürfe nicht passieren, dass nach dem Ende der Pandemie ein Fachkräftemangel den Aufschwung behindert. Für den Arbeitsmarkt gehe es darum, den Blick schon etwas weiter voraus zu werfen.

Buchholz forderte die Unternehmen auf, Ausbildungsplätze anzubieten und ermunterte die jungen Menschen, sich darauf auch zu bewerben. «Ich appelliere noch einmal ganz dringend an alle, sich um das Thema Ausbildung jetzt zu sorgen.»

Beim Thema Berufsorientierung bestehe in diesem Jahr das Problem ausfallender Messen und Präsenzveranstaltungen. Es gebe aber viele interessante alternative Angebote zur Berufsorientierung. Der Minister nannte digitale Praktika, Betriebsbesichtigungen oder Lehrstellen-Rallyes als Möglichkeiten, die zusammen mit der Fachkräfteinitiative Schleswig-Holstein geschaffen worden seien.

«Nutzen Sie als junge Leute diese Chance, sich zu orientieren, was es auf dem Arbeitsmarkt alles gibt.» Nur so sei zu gewährleisten, «dass wir auf Ausbildungszahlen kommen, die wir brauchen für die Zukunft», zeigte sich der FDP-Politiker überzeugt.

Nach Angaben der Regionalchefin Nord der Bundesagentur für Arbeit, Margit Haupt-Koopmann, gab es im vergangenen Jahr in der Spitze bis zu 20 000 Arbeitslose in Schleswig-Holstein mehr. Im Jahresdurchschnitt 2020 waren 92 100 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 12 500 Arbeitslose oder 15,6 Prozent mehr als 2019. «Vor allem dank der Kurzarbeit hat der schleswig-holsteinische Arbeitsmarkt die Corona-Krise bisher vergleichsweise glimpflich überstanden», sagte sie. In der Spitze seien im April 20 900 Betriebe mit 154 300 Mitarbeitern in Kurzarbeit gewesen.

Buchholz lobte die Agentur für Arbeit, die im vergangenen Jahr bewiesen habe, wie professionell sie gerade bei Thema Kurzarbeitergeld arbeite. Man müsse sehen, ob es noch einmal härtere Lockdown-Phasen gebe und wie diese sich auf die Wirtschaft und den Arbeitsmarkt auswirkten. Dieser Punkt sei aber überwindbar.

Er sehe eine positive Perspektive für die Wirtschaft, sagte der Minister. Mit den Impfungen gebe es einen Lichtblick am Ende des Tunnels, möglicherweise zum Sommer hin. Schon im vergangenen Jahr habe sich gezeigt, wie schnell sich auch gebeutelte Branchen erholen können. «Die Hoffnung, die wir haben, ist, dass mit der Überwindung der Pandemie die Konjunktur, gerade die inländische Konjunktur, dramatisch wieder anspringt, dass die Nachfrage steigt.»

Hier ein Live-Mitschnitt der gesamten Pressekonferenz:

https://fb.watch/31zv5fErNH/

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