Buchholz zum Arbeitsmarkt: Kurzarbeitergeld wirkt stabilisierend – Betriebe halten Fachkräfte

Die Lage auf dem Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein blieb im Januar mit einem Anstieg der Zahl der Erwerbslosen um 15,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat erwartungsgemäß angespannt: «Der Lockdown ist auch in den Arbeitsmarktzahlen sichtbar, wobei der saisontypische Anstieg gegenüber dem Vormonat nicht so stark ausfällt, wie in den letzten Jahren. Hier wirkt das Kurzarbeitergeld als stabilisierender Faktor in der Krise sehr positiv», sagte Wirtschafts- und Arbeitsminister Dr. Bernd Buchholz heute  in Kiel.

Umso wichtiger sei es, dass insbesondere Einzelhandel, Gastronomie, Veranstalter und die Tourismusbranche einen Weg aufgezeigt bekommen, unter welchen Bedingungen ein Wiederanfahren ihrer Branche möglich sein könnte. „Und dazu hat die Landesregierung in dieser Woche einen Plan vorgelegt, der Blaupause für den gesamten Bund sein könnte“, sagte Buchholz. Nach dem Perspektivplan des Landes dürften beispielsweise Geschäfte bei einer stabilen Inzidenz von unter 50 im Land unter Auflagen wieder öffnen.

Nach Angaben der Regionaldirektion der Agentur für Arbeit liegt die Arbeitslosenquote bei nunmehr 6,3 Prozent, nach 5,9 Prozent im Dezember und 5,4 Prozent vor einem Jahr. Eine Zunahme der Arbeitslosigkeit von Dezember zu Januar ist saisontypisch.  «Der Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein trotzt dem aktuellen Lockdown», sagte Regionalchefin Margit Haupt-Koopmann. «Zwar sind im Vorjahresvergleich die Auswirkungen der Corona-Pandemie mit einem Plus von 13 100 weiterhin deutlich sichtbar, doch der jahreszeitlich übliche Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat Dezember ist mit einem Plus von 6100 geringer ausgefallen als in den Vorjahren.»

Im Januar haben 2.700 Betriebe für 21.600 Beschäftigte Kurzarbeit angezeigt, nach 3400 Meldungen für 35 300 Beschäftigte im Dezember. Seit Beginn der Corona-Pandemie im März meldeten 39 800 Betriebe für 440 900 Beschäftigte Kurzarbeit an. Schwerpunkte sind Einzelhandel, Gastronomie, Gesundheitswesen und der Bau. Tatsächlich arbeiteten im Oktober – diese Zahlen sind die aktuellsten – 40 000 Beschäftigte in 6500 Betrieben kurz.

Buchholz sagte zu der Entwicklung weiter – Audio starten

Wie der Minister weiter sagte, sei zudem eine flüssige Abwicklung der Wirtschaftshilfen des Bundes ein wesentlicher Stabilisierungsfaktor. «Die leider erst verspätet mögliche Bearbeitung der Novemberhilfen läuft inzwischen auf Hochtouren», so Buchholz. Auch die Förderung des Arbeitsmarktes laufe vielfach auf digitalem Wege weiter. So würden Beratungsangebote für Unternehmen oder für arbeitssuchende Frauen aus dem Landesprogramm Arbeit weiter fortgesetzt. «Die Corona-Krise hat uns einen enormen technischen Schub verpasst, vielfach ist nun Homeoffice in Bereichen möglich, in denen es bis vor kurzem nicht denkbar erschien.»

Als erfreulich bezeichnete Buchholz die anhaltend positive Entwicklung bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Nach vorläufigen Werten von November 2020 stieg ihre Zahl gegenüber dem Vorjahr um 0,6 Prozent (+ 5.900) auf 1.022.800. Buchholz: „Die Bereiche Gesundheit, Heime und Sozialwesen sowie der öffentliche Dienst weisen weiterhin eine hohe Personalnachfrage auf.“

Unter den Kreisen hat Stormarn mit 4,1 Prozent weiterhin die niedrigste Arbeitslosenquote. Dithmarschen verzeichnet mit 6,8 Prozent den höchsten Wert. Bei den kreisfreien Städten schwanken die Quoten zwischen 8,7 Prozent in Kiel und Lübeck sowie 9,5 Prozent in Neumünster.

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