Rader Brücke: 2020 blitzte es über 60.000 Mal – Rohlfs: „Schutz des Bauwerks bleibt prioritär“

Die vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) in Zusammenarbeit mit der Landespolizei betriebenen Blitzer-Anlagen auf der Rader Hochbrücke haben letztes Jahr über 60.000 Verstöße registriert. Wie Verkehrs-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs heute (29. Januar) in Kiel sagte, mache die hohe Zahl deutlich, dass die verhängten Tempolimits zum Schutz der maroden Brücke weiterhin geboten seien. Das knapp 50 Jahre alte Bauwerk, das bis 2026 durch einen Neubau ersetzt werden soll, müsse vor allem vor weiteren Schäden durch Schwingungen geschützt werden. Über die Rader Brücke rollen täglich knapp über 50.000 Fahrzeuge.

Rohlfs

Wie Rohlfs sagte, sei die mit dem Neubau der geplanten Zwillingsbrücke beauftragte Planungsgesellschaft DEGES nach wie vor im Zeitplan. In fünf Jahren soll der erste Teil der neuen Brücke stehen und den gesamten Verkehr aufnehmen. Anschließend wird die alte Brücke abgerissen und bis 2029 die zweite Hälfte des Neubaus errichtet, so dass ab 2029 für jede Fahrtrichtung eine Brücke mit je drei Fahrspuren zur Verfügung steht. Gegen die Neubaupläne gibt es 21 Einwendungen.

Laut LBV.SH, Polizei und Verkehrsministerium wurden im zweiten Halbjahr 26.366 Geschwindigkeitsverstöße (1. Halbjahr: 33.711) verzeichnet. Daraus wurden 16.860 (27.549) Verwarnungen erteilt und 11.015 (6.273) Bußgeldverfahren eingeleitet. Dem Land flossen aus den Verwarnungsverfahren rund 265.000 Euro (1. HJ: 323.000 Euro) und dem Kreis Rendsburg-Eckernförde aus den Bußgeldverfahren 422.000 Euro (515.000 Euro) zu. Zudem wurden 54 Fahrverbote (59) erteilt. Die geringeren Zahlen im zweiten Halbjahr führt Rohlfs auf den Lockdown und die eingeschränkten Reiseverkehre zurück.

Den Rekord in der Blitzer-Bilanz erzielte ein dänischer Porsche-Fahrer, der statt der vorgeschriebenen 100 km/h mit 222 km/h geblitzt wurde.

Kurios: Ein spanischer Autofahrer wurde gleich dreimal nacheinander geblitzt: Erst auf der Brückenrampe mit 138 km/h und nur 40 Sekunden später am Brückenendkopf durch die Nachfolgeanlage mit 162 km/h. Nach der ersten Messung hatte er scheinbar nochmals kräftig aufs Gas getreten. Nur vier Tage später wurde er – vermutlich auf der Rückreise – erneut geblitzt. Diesmal ging er mit statt der erlaubten 80 km/h mit 144 km/h in die Radarfalle.

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