Buchholz unterstützt Tourismusverband im Kampf für klar definierte Öffnungen

Der Tourismusverband Schleswig-Holstein verlangt Öffnungen für die Branche bei weniger als 50 Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen. Der Verband berief sich heute auf das Robert Koch-Institut (RKI). Demnach seien Unterkunftsbetriebe ein niedriges Infektionsrisiko und sollten bei einer Inzidenz unter 50 mit den bestehenden Hygienekonzepten noch vor der Gastronomie geöffnet werden können. Schleswig-Holsteins Wirtschafts- und Tourismusminister unterstützt die Forderungen.

«Die Aussagen des RKI sollten Anlass für die Landesregierung sein, ihren Stufenplan anzupassen», erklärte Verbandsvize Peter Douven. Mit zuletzt 49,7 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen hat Schleswig-Holstein die zweitniedrigste Inzidenz in Deutschland. Zehn von 15 Kreisen und kreisfreien Städten lägen unter 50.

Ladwig

Der Verband argumentiert, der Lockdown bewirke angesichts der hohen Bedeutung des Tourismus für Schleswig-Holstein eine volkswirtschaftliche Schwächung, die bei anhaltenden Einschränkungen in vielen Teilen unumkehrbar sei. «Wir fordern eine Abkehr von den undifferenzierten Schließungen hin zu klugen, sicheren und verantwortungsvollen Öffnungen der Tourismuswirtschaft im Rahmen eines bundesweiten verlässlichen Grundgerüsts mit regionalen Differenzierungen», sagte die Vorsitzende Stephanie Ladwig.

Tourismusminister Buchholz erklärte heute zu den Forderungen des Verbandes – Audio starten, Pfeil klicken…

Der Verband sprach sich zudem für eine «Doppel-Teststrategie» als zentrale Voraussetzung aus, um sicheres Reisen in und nach Schleswig-Holstein zu ermöglichen. «Eine Wiedereröffnung der Beherbergungsbetriebe in Schleswig-Holstein darf nicht dazu führen, dass Reisen aus Gebieten mit hohem Infektionsgeschehen zu Infektionen in Schleswig-Holstein führen.»

Demnach sollen Übernachtungsreisen nur Menschen antreten dürfen, die in ihren Herkunftsorten maximal 48 Stunden vor ihrer Ankunft nachweislich negativ auf das Coronavirus getestet wurden oder über einen Impfvollschutz verfügen. Auf der anderen Seite sollen die Orte und Regionen im Land Testzentren für Beschäftigte der Tourismusbetriebe und die einheimische Bevölkerung zur Verfügung stellen. Selbsttests köntnen einen ergänzenden – nicht ersetzenden – Baustein bilden, um die Sicherheit weiter zu erhöhen. Zudem plädieren die Touristiker für die schnelle und lückenlose Kontaktnachverfolgung mit Hilfe digitaler Lösungen. Diese sei unverzichtbar.

Auf Sylt setzt man bereits auf die vom Sänger Smudo beworbene Luca-App. Sie kann etwa im Restaurant oder auch bei Veranstaltungen eingesetzt werden, um sich gezielt an einem Ort einzuchecken. Durch den möglichen Informationsaustausch mit den Gesundheitsämtern werde wichtige Zeit im Gegensatz zu herkömmlichen, analogen Systemen gespart, teilte die Sylt Marketing kürzlich mit. Mehr als 200 Betriebe auf der Insel beteiligen sich den Angaben zufolge bereits an der App. Die Sylt Marketing sieht sie als alternativlosen Baustein für das Funktionieren von Alltag und Tourismus während der Pandemie.

Auf der Insel werden neben Gastronomie und Hotellerie beispielsweise auch Arztpraxen, Kanzleien, Fitnessstudios oder Friseur-Salons mit der App vertraut gemacht, in Kürze sollen Schulen und Kindertagesstätten folgen

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