Februar-Arbeitsmarkt im Corona-Sog – Buchholz wirbt für vorsichtige Schritte im Einzelhandel

Einen Tag vor dem Bund-Länder-Gipfel bei Kanzlerin Merkel hat Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz erneut Öffnungsperspektiven für die Wirtschaft in der Corona-Pandemie angemahnt: „Im Rahmen eines Perspektivplans sollte insbesondere der Einzelhandel eine Rolle spielen. Denn selbst nach dem Stufenplan des RKI gibt es keinen Grund, diesen Wirtschaftsbereich weiter rigoros abzuschotten“, sagte Buchholz heute mit Blick auf die aktuellen Arbeitsmarktdaten. „Je länger der Lockdown andauert, umso mehr müssen wir Wege finden, um unter strenger Beachtung der Hygiene- und Abstandsregeln und einem möglichst geringen Infektionsrisiko wirtschaftliche Aktivitäten wieder zuzulassen.“ Dies beinhalte aber auch, bei einer Verschlechterung der Infektionslage Lockerungen wieder zurückzunehmen.

Dazu sagte der Minister in der vergangenen Woche im Rahmen unserer Rubrik „Meldung der Woche“:

Wie Buchholz weiter sagte, seien die sonst üblichen Frühlings-Vorboten auf dem Arbeitsmarkt derzeit nicht absehbar. So stieg die Zahl der Arbeitslosen im Februar um 1,0 Prozent (+1.000) im Vergleich zum Vormonat und 17,6 Prozent (+14.900) im Vergleich zum Vorjahresmonat. Gegenwärtig sind 99.900 Menschen arbeitslos, die Arbeitslosenquote liegt unverändert bei 6,3 Prozent. „Bewegung in den Markt kommt erst wieder, wenn viele Wirtschaftsbereiche wieder öffnen können“, so der Minister. Auch die Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, Margit Haupt-Koopmann, bereichnete den Februar- Anstieg der Zahlen als atypisch. Vor dem Hintergrund der Dauer des aktuellen Lockdown sei der Anstieg der Arbeitslosigkeit allerdings geringer ausgefallen als erwartet, sagte sie.

Neben den negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie sind nach den Worten von Haupt-Koopmann und Buchholz aber auch positive Entwicklungen zu verzeichnen. So stieg laut Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Anteil der Beschäftigten mit Arbeit im Homeoffice deutlich. „Deutschlandweit hat sich die Zahl der Beschäftigten, deren Tätigkeiten Homeoffice zulassen, von 27 Prozent vor der Pandemie auf 41 Prozent im Januar erhöht“, sagte Buchholz. Ebenso erfreulich sei die anhaltend positive Entwicklung bei den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Vorjahresvergleich. Nach vorläufigen Werten von Dezember 2020 stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten gegenüber dem Vorjahr um 0,7 Prozent (+7.400) und liegt gegenwärtig bei knapp über einer Million. „Die Bereiche Gesundheitswesen, Heime und Sozialwesen und der öffentliche Dienst erweisen sich erwartungsgemäß als besonders krisenrobust“, so Buchholz.

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