Wenn Gründergeist gesellschaftliche Probleme angeht… sorgt der echte Norden für Rückenwind

Viele StartUp-Unternehmen gehen gesellschaftliche Probleme an. In den Wirtschaftswissenschaften nennt man das «Social Entrepreneurship», zu Deutsch: Soziales Unternehmertum. Die Kieler Landesregierung will genau diese Betriebe fördern, die sich für Mensch und Umwelt einsetzen und dabei Geld verdienen. Das hat der Landtag gestern mit den Stimmen der Jamaika-Regierungsfraktionen und den Abgeordneten des SSW beschlossen. Die Parlamentarierer fordern die Landesregierung auf, bis Anfang 2022 eine «Strategie zur Förderung von Social Innovation und Social Entrepreneurship zu entwickeln». Die SPD-Fraktion ist dagegen. Begründung: Gesellschaftliche Probleme zu lösen, das sei Aufgabe des Staates und nicht der Privatwirtschaft.

Darüber entwickelte sich gestern gegen Abend eine hitzige Debatte. Wirtschaftsminister Bernd Buchholz sagte in seiner Rede – Video starten…

Der CDU-Abgeordnete Lukas Kilian sagte: «Ein soziales Unternehmen zeichnet sich dadurch aus, dass das verdiente Geld reinvestiert wird, um das Problem zu lösen.» Darum zähle etwa BioNtec, das Unternehmen, das den ersten Impfstoff gegen das Coronavirus entwickelt hat und damit vorrangig Geld verdienen will, nicht dazu. Ein Kieler Start-Up, das aus unverkäuflichem Obst und Gemüse Brotaufstriche aller Art herstellt, dagegen schon. Grundgedanke sei hier, zu verhindern, dass Lebensmittel verschwendet werden. «Es muss Gründern möglich sein, sich abseits von Gewinnstreben mit Ideen zu beschäftigen», so Kilian.

Rasmus mit Minister Buchholz

Anke Ramus, Vorsitzende des Vereins StartUp SH zeigte sich über den Vorstoß der Landesregierung erfreut: «Social Entrepreneurship ist ein wichtiger Eckpfeiler des Gründungsökosystems in Schleswig-Holstein. Gerade haben sich Gründungsberater und -beraterinnen aus dem ganzen Land in einem Workshop darüber ausgetauscht, wie sie Social Entrepreneure noch besser unterstützen können. Als StartUp SH begrüßen wir es daher sehr, dass das Land sich mit dieser Facette von Gründung und Unternehmertum beschäftigt. Bestehende Angebote wie über yooweedoo oder WEstartupSH könnten ausgebaut und insbesondere neue Förderinstrumente entwickelt werden, um bestehende Angebotslücken zu schließen», so Rasmus. Dies bietedie Chance, mehr Menschen dazu zu ermutigen, sich an der Lösung gesellschaftlicher Probleme zu beteiligen, ihre Idee auszuprobieren und mit eigenen Unternehmen umzusetzen.

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