SH-Häfen nach Corona-Sturmtief wieder auf Erfolgskurs – Chancen im Ostseeraum

Trotz Corona aus den Negativ-Schlagzeilen raus: Der Lübecker Hafen

Schleswig-Holsteins Häfen sind nach dem Corona-Tief des letzten Jahres wieder auf Kurs: Nach Millionendefiziten melden Kiel, Lübeck und Landeshäfen wie Büsum steigende Passagier- oder Frachtzahlen. Auch im kommenden Jahr wird es nach Einschätzung der Hafenchefs und Wirtschaftsminister Bernd Buchholz aufwärts gehen. «Ich bin überaus zuversichtlich, dass das Geschäft in unseren Häfen wieder kräftig anziehen wird», sagte Buchholz den „Kieler Nachrichten“ (Montagausgabe). Schon in diesem Jahr sehe es angesichts der Nachhol-Bedarfe im Handel oder auch im Passagiergeschäft gut, wenn nicht sogar besser aus als vor Corona. «Auch in Kiel kehren die Passagiere, gerade bei Kreuzfahrten, in Scharen zurück.»

Buchholz mit der finnischen Botschafterin Anne Sipiläinen beim deutsch-finnischen Hafentag der IHK vor einer Woche in der Lübecker MuK

Nach den Worten von Buchholz birgt der gesamte Ostseeraum Chancen, die bisher ungenutzt sind. Dies seien wirtschaftliche als auch kulturelle Chancen. «Es werden schließlich nicht nur Güter und Passagiere befördert, sondern auch Verbindungen zwischen Wirtschaft und Menschen gestärkt», so der Nord-Liberale. Dies spiegele sich auch in der engen Zusammenarbeit zwischen den Häfen wieder. Gerade den Ostseehäfen sei es innerhalb der letzten anderthalb Jahre gut gelungen, die Pandemie-Folgen für den maritimen Handel wegzustecken.

Erst vor einer Woche hatte sich Buchholz beim Deutsch-Finnischen-Hafentag in Lübeck angesichts der Zahlen des Lübecker Hafens optimistisch gezeigt (Video starten)

Welche erheblichen Bremsspuren die Pandemie noch letztes Jahr ließ, zeigen die Zahlen des Kieler Hafens: Nach 174 Anläufen (2019) machten 2020 nur 29 Kreuzfahrer in der Hauptstadt fest. Im laufenden Jahr sind es bereits 132. Die Delle führte beim Seehafen zu einem hohen Defizit, weil ein mittelgroßer Kreuzfahrer rund 25.000 Euro Hafengeld einbringt und zudem die Norwegen-Fähren zeitweise pausierten. Der Umsatz des Seehafens sank laut „Kieler Nachrichten“ von 31,44 Millionen (2019) auf 21,45 Millionen Euro (2020). Folge: Aus dem Jahresüberschuss (1,45 Millionen in 2019) wurde ein hoher Fehlbetrag (5,32 Millionen in 2020).

Die Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) rutschte 2020 ebenfalls in die roten Zahlen. Härter als der Rückgang bei Kreuzfahrern (zwei Luxusliner statt 15 im Jahr 2019), traf Deutschlands größten RoRo-Hafen an der Ostsee ein leichter Schwund des Frachtaufkommens. Insider gehen davon aus, dass die teils private LHG einen Millionenverlust verbuchen musste. Inzwischen hat die Hafengesellschaft die Kurve gekriegt. Im laufenden Jahr werden in Lübeck sogar schon wieder mehr Güter umgeschlagen als 2019. „Die LHG hat die Corona-Delle überwunden“, bilanziert Geschäftsführer Sebastian Jürgens.

An die Politik adressierte Jürgens beim deutsch-finnischen Hafentag vor knapp einer Woche klare Vorstellungen (Video starten)

Ein großes Zukunftsthema der Häfen sind die künftigen Antriebsarten der Schiffe, deren Versorgung mit Landstrom und das damit verbundene Dauerthema der Nachhaltigkeit.

Buchholz sagte dazu im Gespräch mit Journalisten am Rande des deutsch-finnischen Hafentags – Audio starten, Pfeil klicken

Gute Nachrichten gibt es auch aus den fünf Landeshäfen Husum, Friedrichstadt, Tönning, Büsum und Glückstadt: Wirtschaftsminister Buchholz erwartet, dass bald wieder so viele Passagiere wie vor Corona auf die Schiffe zu den Inseln oder auf Bäder- und Ausflugsdampfer steigen. Hoffnung macht etwa die Entwicklung in Büsum, dessen Hafen mit dem Helgoland-Verkehr steht oder fällt. 2019 tourten 71.000 Passagiere auf die Hochseeinsel. 2020 waren es nur 33.000, wodurch die Hafenabgaben um 64.000 Euro sanken. Hier ist die Trendwende bereits geschafft. Im laufenden Jahr haben sich schon mehr als 50.000 Helgolandfahrer in Büsum ein- oder ausgeschifft.

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