nordbahn fährt ab 2023 im Akkunetz-Nord, Rohlfs: Ein Stück Energiewende auf der Schiene

nordbahn-Zug des Typs Stadler Flirt3 am Bahnsteig in Hamburg-Altona.

Letzter Zuschlag im Vergabeverfahren im künftigen Akkunetz in Schleswig-Holstein: Das Land hat jetzt die NBE nordbahn Eisenbahngesellschaft mbH & Co. KG ab Dezember 2023 mit dem Betrieb auf den Strecken im Akkunetz Nord betraut: Kiel – Husum, Husum – Bad St. Peter Ording, Kiel – Flensburg.

Das Teilnetz Ost-West ging bereits im Sommer an die nordbahn, das Teilnetz Ost ging an die Osthannoversche Eisenbahnen Aktiengesellschaft (OHE). Der Zuschlag für das Teilnetz Nord hatte sich verzögert, weil hierzu zunächst eine Entscheidung des OLG Schleswig zur Vergabe abgewartet werden musste. Ursprünglich wollte das Land das Bahnunternehmen RDC mit dem Verkehr beauftragen, das OLG lehnte das aber aus formalen Gründen ab. DB Regio hatte das OLG angerufen.

Mit diesem Zuschlag werden die insgesamt vier Vergabeverfahren zum Einsatz von Akkutriebzügen erfolgreich abgeschlossen. Das Land hat als erster deutscher Aufgabenträger in großem Umfang technologieoffen Schienenfahrzeuge mit innovativer Antriebsform ausgeschrieben. Mit den Akkutriebzügen können auf den zahlreichen Bahnstrecken ohne Oberleitung jedes Jahr ca. 10 Mio. Liter Diesel eingespart und jährlich ca. 26.000 Tonnen CO2 vermieden werden.

Verkehrsstaatssekretär Dr. Thilo Rohlfs: „Ich freue mich, dass die Vergabe des Akkunetzes jetzt abgeschlossen ist. Mit der nordbahn bekommen wir im Akkunetz Nord ein Bahnunternehmen, das seit langem erfolgreich im echten Norden unterwegs ist. Das Akkunetz zeigt, wie auch ohne langwierigen Oberleitungsbau Bahnlinien elektrifiziert werden können und wie die Energiewende ganz praktisch wird. Schleswig-Holstein ist auch hier viel beachteter Vorreiter.“

Der Hintergrund zum Vergabeverfahren:

Vor dreieinhalb Jahren hat das Land Schleswig-Holstein das Vergabeverfahren „SH-XMU“ mit dem Ziel gestartet, möglichst emissionsfreie Fahrzeuge für den Schienenverkehr zu beschaffen und gleichzeitig die Wettbewerbssituation bei Fahrzeugen und Verkehrsleistung zu verbessern.

Das Verfahren gliedert sich in vier Vergaben.

In der Vergabe SH-XMU I war die Stadler Pankow GmbH am 1. Juli 2019 als Entwickler, Hersteller und Lieferant der 55 Züge ausgewählt worden. Stadler wird außerdem für 30 Jahre für die Instandsetzung der Züge verantwortlich sein. Die Fahrzeuge für den Betrieb werden den künftigen Verkehrsunternehmen damit gestellt. Auch für die Instandhaltung sind sie nicht verantwortlich. Das übernimmt Stadler mit einem neuen Instandhaltungswerk, das in Rendsburg gebaut wird. Mit der Umstellung der Verkehrsverträge auf das Bruttoprinzip geben die Verkehrsunternehmen außerdem erstmalig die Erlösverantwortung an das Land ab. Die neuen Betreiber sind dabei auch vertraglich verpflichtet, das Personal der bisherigen Betreiber zu den bisherigen Konditionen zu übernehmen.

Das Land hat nach erfolgreicher zweiter Ausschreibung (Vergabe SH-XMU II) die Paribus Holding GmbH & Co KG beauftragt, die Züge zu kaufen und anschließend für 30 Jahre an die vom Land auszuwählenden Eisenbahnverkehrsunternehmen zu vermieten. Das Hamburger Unternehmen wird damit die erste große Beschaffung von modernen Batterietriebzügen in Deutschland sowie in der EU finanzieren. Dazu nimmt Paribus eine vom Land gewährte Kapitaldienstgarantie in Anspruch und kann so eine günstige Finanzierung sicherstellen. Paribus wird zusätzlich die Bauphase technisch begleiten.

Um eventuellen Anfangsschwierigkeiten bei der neuen Antriebstechnologie zu begegnen und eine reibungslose Einführung der neuen Akkutriebzüge zu erleichtern, soll der Fahrzeughersteller Stadler ab November 2022 zunächst eine Vorserie von fünf Triebzügen ausliefern. Die restlichen Triebzüge sollen dann ab Mai 2023 bis Mitte 2024 sukzessive in Betrieb genommen werden.

Für die Übergangszeit von Dezember 2022 bis Dezember 2024 hat das Land nach einer weiteren Teil-Ausschreibung (Vergabe SH-XMU III) DB Regio beauftragt, eine Transferflotte bereitzustellen. Diese umfasst 22 Dieseltriebzüge des Typs Coradia Lint 41 von Alstom für den Betrieb und bis zu vier weitere als Werkstattreserve. Die Fahrzeuge, die bereits heute in den Netzen Ost und Nord eingesetzt werden, sollen in Kiel instandgehalten werden.

Mehr zum Akkunetz gibt es unter: akkuzug.nah.sh

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