Schulterschluss: Bund und Land investieren 2022 über 300 Millionen Euro in Straßen und Brücken

Mitten im Land endende Autobahnen, löchrige Bundes- und Landstraßen, marode Brücken. Den Mängeln des schleswig-holsteinischen Straßensystems setzen Bund und Land viele Millionen Euro entgegen. Auch Großprojekte sollen 2022 weiter vorankommen.

Klaus Franke (AdB), Torsten Conradt (LBV.SH), Carsten Butenschön (AdB) sowie Minister Buchholz und DEGES-Bereichsleiter Bernd Rothe (von links) präsentierten heute das Bauprogramm 2022

Corona, Fachkräftemangel und Lieferengpässen zum Trotz: Mit einer Investition von absehbar weit über 300 Millionen Euro werden Bund und Land auch in diesem Jahr die Verkehrswege in Schleswig-Holstein weiter in Schuss bringen. Das versprach heute in Kiel Wirtschafts- und Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz zusammen mit den Regionalchefs der Autobahn GmbH des Bundes (AdB) und der DEGES, Klaus Franke und Bernd Rothe, sowie dem Direktor des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH), Torsten Conradt. „Wer täglich durch das Land fährt, der sieht: Es geht voran auf Schleswig-Holsteins Straßen – in den vergangenen zwei Jahren gab es keinen Corona-Einbruch und auch dieses Jahr wird mit Hochdruck weiter gearbeitet“, sagte Buchholz – hier sein Beitrag in der Pressekonferenz:

Das Investitionsvolumen befinde sich dabei weiterhin auf einem sehr hohen Niveau: „Allein für die Sanierung des Landesstraßennetzes peilen wir erneut die 90-Millionen-Marke an, eine teils vierfach so hohe Summe wie in früheren Jahren.“ Dazu kämen rund 25 Millionen Euro für die Sanierung von Kreisstraßen sowie 90 Millionen Euro Bundesmittel für Neubau und Erhaltung von Bundesstraßen. „Damit liegt allein die Investitionssumme unseres Landesbetriebs bei rund 205 Millionen Euro“, so Buchholz.

Wie der Minister weiter sagte, sei neben großen Neubauprojekten wie der Rader Hochbrücke oder der Anbindung des Fehmarnbelttunnels die Erhaltung des insgesamt rund 5.700 Kilometer umfassenden Netzes von Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen elementar für Gesellschaft und Wirtschaft: „Kaputte Straßen sind für die Menschen ein Sicherheitsrisiko und für unsere Betriebe ein Bremsklotz – deswegen haben wir deutlich mehr Erhaltungs- als Neubauprojekte auf unserem Programm.“ Buchholz erinnerte daran, dass für die nächsten beiden Jahre auch 156 Radweg-Sanierungen und zwölf Radwegs-Neubauten auf der To-do-Liste des Landes stünden. Hinzu kämen zahlreiche kommunale Radwegprojekte.

Zur Liste der Bauprojekte geht es hier

Nach den Worten von Klaus Franke, Leiter der Niederlassung Nord der Autobahn GmbH, investiere die AdB im echten Norden dieses Jahr über 80 Millionen Euro in den Erhalt, die Modernisierung und den Ausbau der Infrastruktur.

Franke sagte weiter – Video starten

„Damit steigert die Niederlassung Nord ihre Ausgaben im Vergleich zum Vorjahr um rund 20 Millionen Euro.“ Ziel sei, die Infrastruktur im Rahmen des Bau- und Erhaltungsmanagements kontinuierlich zu verbessern, so Franke.

Laut Frankes Stellvertreter, Carsten Butenschön, liege der Fokus der Projekte in diesem Jahr erneut auf den Autobahnen A 1, A 23, A 210, A 215 und A 21. „Hier setzen wir auch innovative Baumaterialien, wie etwa den langlebigeren Kompaktasphalt oder den lärmoptimierten Splitmastix ein, um die Verfügbarkeit zu erhöhen und den Lärmschutz – wo nötig – zu verbessern.

Butenschön sagte in der Pressekonferenz – Video starten

Wir zählen auf die hohe Leistungsfähigkeit und Flexibilität der norddeutschen Bauindustrie, die trotz Personalmangel und Corona im letzten Jahr die Baumaßnahmen in der erforderlichen Qualität und Zeit umgesetzt hat“, so Butenschön, Leiter Bau und Erhaltung der Niederlassung Nord. Er vertraue darauf, „dass wir trotz pandemiebedingter Lieferkettenschwierigkeiten und knapper Personalkapazitäten auch in 2022 mit unseren Partnern das Programm erfolgreich umsetzen können.“

Eine Übersicht der wichtigsten Projekte der Autobahn GmbH findet sich hier:

Als Auftragnehmerin der vor zwei Jahren gegründeten Autobahngesellschaft bleibt 2022 auch die Planungsgesellschaft DEGES in Schleswig-Holstein aktiv – unter anderem mit der Weiterplanung der Autobahn A 20. Die Bauausgaben der DEGES-Projekte in Schleswig-Holstein in diesem Jahr belaufen sich nach den Worten von Bereichsleiter Bernd Rothe auf rund 23,5 Millionen Euro – mit stetig steigender Tendenz in den Folgejahren. Letztes Jahr lag diese Summe noch bei sieben Millionen Euro: „Für die DEGES ist der Norden Deutschlands eine der Schwerpunktregionen ihrer Tätigkeit. Mit dem Ersatzneubau der Rader Hochbrücke, dem Projektverbund Fehmarnbelt, Fehmarnsund und der B 207 sowie der weiteren Planung der A 20 befinden sich drei ihrer Leuchtturmprojekte in Schleswig-Holstein“, sagte Rothe.

Hier der Beitrag von Rothe in der Pressekonferenz

Und zu einer Übersicht mit den wichtigsten DEGES-Vorhaben geht es hier:

Auch der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) krempelt 2022 kräftig die Ärmel hoch. Nach den Worten von Direktor Torsten Conradt stehen unter anderem der weitere Ausbau der B 5 an der Westküste, die B 404 und die bereits begonnene Ortsumgehung Schwarzenbek im Zuge der B 209 auf der Agenda. Sein Appell an die Politik: „Nach den jahrzehntelangen Sparzwängen für uns Straßenbauer setze ich darauf, dass vor allem der Bund, aber auch das Land in ihrem Engagement für ein intaktes Straßennetz nicht nachlassen und weiterhin mit beiden Füßen auf dem Gaspedal bleiben.“

Conradt sagte in der Pressekonferenz – Video starten:

Hier die Übersicht der wichtigsten LBV.SH-Vorhaben

Mit Blick auf den Fachkräftemangel in der Branche erinnerte Conradt daran, dass der LBV.SH weiterhin verstärkt Ingenieurinnen und Techniker, Auszubildende und Studierende, Quereinsteiger oder Wiedereinsteigerinnen suche. „Nur so können wir unserem großen gesellschaftlichen Auftrag, die seit Jahrzehnten auf Verschleiß gefahrene Infrastruktur wieder in einen sicheren und modernen Zustand zu bringen“, so Conradt.

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