Nach Hauptversammlung von Thyssen Krupp: Land in Sorge um Werft-Verkauf

Der norddeutsche IG-Metall-Bezirksleiter Daniel Friedrich und Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther haben sich über einen möglichen Verkauf der Kieler Werft Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) besorgt geäußert. Das Unternehmen stehe gut da, und «es gibt keinen Grund für hektischen Aktionismus», sagte Friedrich heute nach einem Treffen mit Günther, dem maritimen Koordinator der Landesregierung, Andreas Burmester, und Betriebsräten in Kiel. Einen Verkauf oder eine Konsolidierung auf Biegen und Brechen einzuleiten, sei unanständig. «Es geht um Tausende Beschäftigte und den Erhalt der Schlüsseltechnologie in Deutschland.»

Ministerpräsident Günther betonte, die Landesregierung spreche mit dem Unternehmen. Die Politik bewege die Frage der künftigen Eigentümerstruktur. «Uns geht es darum, dass die Arbeitsplätze vor Ort erhalten bleiben.» Notwendig sei ein zukunftsfähiges Konzept. «Und da werden wir den Einfluss deutlich machen.» Er sei sicher, dass daran auch die Bundesregierung Interesse habe. «Denn das ist ja nicht nur irgendein Unternehmen am Markt, sondern das ist das größte Unternehmen in dem Bereich.» Es sei die größte Werft in Deutschland.

Thyssenkrupp-Chefin Martina Merz hatte auf der Hauptversammlung des Industriekonzerns gesagt, für TKMS «neben dem Stand-alone-Szenario auch mögliche Partnerschaften und Konsolidierungsoptionen» zu prüfen. Der Konzern rechne mit einer guten Geschäftsentwicklung und stabilen Ergebnisbeiträgen in den kommenden Jahren. «Im Sommer 2021 haben wir den größten Einzelauftrag in der Firmengeschichte gewonnen: sechs U-Boote für Deutschland und Norwegen. Und gerade erst haben wir eine Vereinbarung mit Israel über drei weitere U-Boote abgeschlossen.»

Friedrich forderte von Bund und Ländern eine stärkere Rolle bei der Neuausrichtung des Marineschiffbaus. «Schon allein wegen der Bedeutung der Branche im Land muss Schleswig-Holstein dabei eine führende Rolle einnehmen.» Die Berliner Regierungsparteien SPD, Grüne und FDP haben sich in ihrem Koalitionsvertrag die Förderung einer wettbewerbsfähigen maritimen Wirtschaft, insbesondere bei klimafreundlichen Schiffsantrieben vorgenommen. «Auch die Zulieferer und kleineren Reparaturwerften müssen einbezogen werden», forderte Friedrich.

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