Minister-Besuch beim neuen „Kapitän“ auf der Kommandobrücke von German Naval Yards

Werftchef Brugge (rechts) mit Wirtschaftsminister Buchholz auf dem Kieler Portalkran

Stipvisite auf der Kommandobrücke von «German Naval Yards Kiel» (GNYK): Wirtschaftsminister Bernd Buchholz traf sich heute erstmals mit Werftchef Rino Brugge. Zusammen mit dem neuen Maritimen Koordinator der Landesregierung, Andreas Burmester, tauschten sich beide über die Lage der Werft sowie strategische Optionen für den Schiffbau-Standort Schleswig-Holstein aus. Der aus einer niederländischen Schiffbaufamilie stammende Brugge war zuvor unter anderem in Asien und im Nahen Osten in leitenden Positionen der internationalen Werftindustrie tätig. So war der 47 Jahre alte Maschinenbau-Ingenieur unter anderem CEO der Staatswerft in Katar und der DAMEN Shipyards in Rumänien – der größten Werft innerhalb der niederländischen DAMEN-Gruppe.

Brugge zeigte sich im Gespräch mit Journalisten zuversichtlich, die Werft – unter anderem mit umweltfreundlichen Technologien –  in die Erfolgsspur zu bringen – Audio starten.

Die wirtschaftliche Situation von German Naval Yards war in der Vergangenheit immer wieder angespannt – dennoch kam der französche Eigner stets seinen Zusagen nach und sicherte ausreichend Liquidität. Vor genau einem Jahr hatte die Werft-Geschäftsleitung mit der IG-Metall schließlich ein Einvernehmen über eine Restrukturierung des Unternehmens erzielt. Von den rund 500 Mitarbeitern wechselten 134 Beschäftigte in eine Transfergesellschaft. Derzeit verfügt German Naval Yards nach Angaben von Brugge über eine zufriedenstellende Auslastung – unter anderem durch Restarbeiten an israelischen Korvetten sowie weitere Marine-Aufträge, teils in Kooperation mit der Bremer Lürssen-Werft-

Thema bei dem heutigen Treffen war auch die Diskussion über einen möglichen Verkauf der auf demselben Werftgelände liegenden Werft TKMS. Wirtschaftsminister Buchholz hatte mehrfach deutlich gemacht, dass er sich einen Zusammenschluss der heutigen Marine-Sparte von Thyssen-Krupp mit Lürssen und German Naval Yards vorstellen könne, um einen Verkauf an Staatswerften in Italien oder Frankreich zu verhindern.

Buchholz mit Brugge und dem Maritimen Koordinator des Landes, Andreas Burmester (Mitte)

Dabei käme der Politik die wichtige Rolle eines Moderators zu, sagte Buchholz im Gespräch mit dem NDR Schleswig-Holstein (Audio starten)

Zuletzt hatte GNY im September mit dem Zuschlag des französischen Schifffahrtsunternehmens Les Abeilles International Schlagzeilen gemacht. Die Kieler sollen zwei so genannte Anchor-Handling-Tug-Supply (AHTS)-Schiffe für Frankreichs Marine umbauen. Die Schiffe gehören zu den leistungsfähigsten der Welt, sind allerdings schon zehn Jahre alt und wurden bisher zur Unterstützung von Offshore-Plattformen eingesetzt. Nun soll GNYK diese Schiffe so umbauen, dass sie von der französischen Marine multifunktional als Notschlepper und Feuerschiffe sowie als maritime Krankenstation eingesetzt werden können   

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