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Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus (MWVATT) des Landes Schleswig-Holstein

Februar-Arbeitsmarkt mit bestem Ergebnis seit 38 Jahren – Rohlfs sieht Frühlings-Vorboten

Gastgewerbe: Hier sind nach wie vor Fachkräfte extrem gefragt

Angesichts der Februar-Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) sieht Schleswig-Holsteins Arbeits-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs erste Vorboten einer Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt: „Wegen des weiterhin anhaltenden Fachkräftebedarfs vor allem im Dienstleistungsbereich, im Handel und im Gesundheits- und Sozialwesen bin ich zuversichtlich, dass es in den kommenden Monaten einen weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit geben wird“, sagte Rohlfs heute in Kiel. Überaus erfreulich dabei sei, dass die Februar-Zahl der Arbeitslosen im Land mit rund 85.000 Jobsuchenden seit 38 Jahren noch nie so niedrig gewesen sei wie heute.

Nach den heute vorgelegten BA-Daten ging die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vormonat um 1,8 Prozent (-1.584 Personen) und gegenüber dem Vorjahresmonat um 10,5 Prozent (-10.023) zurück. Die Arbeitslosenquote sank auf 5,5 Prozent. Im Bundesländer-Vergleich liegt Schleswig-Holstein damit nach Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen und Niedersachsen unverändert auf Platz sechs der Statistik. Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Schleswig-Holstein legte gegenüber dem Vorjahr weiter zu.

Mit Blick arohlfs_thilouf die Zahl arbeitslos gemeldeter Jugendlicher, die im Vergleich zum Vormonat um 3,3 Prozent (+265) anstieg, verwies Rohlfs auf die Erfahrung der vergangenen Jahre: „Unsere mittelständischen Betriebe suchen und stellen Fachkräfte ein, sodass sich für viele frisch ausgebildete junge Menschen gute Chancen für den Berufseinstieg ergeben.“ Um das Arbeitskräftepotenzial voll ausschöpfen zu können, liege die Aufmerksamkeit aber nicht nur bei den Jugendlichen, sondern bei allen Gruppen auf dem Arbeitsmarkt.

Rohlfs: „Hier unterstützt das Land unter anderem durch das Landesprogramm Arbeit mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) Projekte für junge Menschen im Übergang von der Schule in den Beruf, Berufsrückkehrerinnen, Langzeitarbeitslose, ältere Arbeitslose, sowie Geflüchtete und Migranten bei der Integration in den ersten Arbeitsmarkt.“

 

Batteriezell-Forschungsfabrik in Itzehoe? Das Rennen um das 500-Millionen-Projekt beginnt

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Der mögliche Standort der Fabrik: Das ISiT-Gelände in Itzehoe im Kreis Steinburg

Das Bundesforschungsministerium bereitet die Ausschreibung einer Forschungsfabrik für Batteriespeicher in Deutschland vor. Um dieses Projekt mit einem Volumen von absehbar 550 Millionen Euro bewirbt sich auch das Land Schleswig-Holstein mit einer Reihe von Partnern aus Wirtschaft und Forschung. Standort soll im Falle eines Zuschlags das Gelände des Fraunhofer-Instituts für Siliziumtechnologie (ISiT) in Itzehoe werden.

Heute treffen sich im Innovationszentrum Itzehoe (IZET) rund 20 Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft, um erste Schritte der Bewerbung vorzubereiten.

Im Vorfeld stellen heute ab 12.15 Uhr Wirtschafts- und Technologie-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs sowie der Steinburger CDU-Bundestagsabgeordnete Mark Helfrich und IZET-Chef Prof. Dr. Ralf Thiericke in einem Pressegespräch die Hintergründe des Projekts vor.

Wachwechsel: Morgen tritt Top-Ökonom Gabriel Felbermayr seinen Dienst am IfW an

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Felbermayr löst ab morgen den bisherigen IfW-Präsidenten Dennis Snower (kleines Bild) ab

Der international anerkannte Handelsexperte Gabriel Felbermayr tritt morgen in Kiel sein Amt als Präsident des Instituts für Weltwirtschaft (IfW) an. Der 42 Jahre alte Österreicher löst Dennis Snower ab, der das IfW 14 Jahre leitete und mit 68 Jahren in den Ruhestand gegangen ist. Felbermayr ist zunächst für fünf Jahre berufen. Er leitete bisher das Zentrum für Außenwirtschaft am ifo Institut in München. Wirtschafts-Staatssekretär Thilo Rohlfs bezeichnete die Verpflichtung Felbermayers als großen Gewinn für die wirtschaftswisssenschaftliche Szene im Land

«Ich danke dem Land Schleswig-Holstein, der Universität Kiel sowie den Gremien des IfW Kiel für meine Berufung und freue mich auf meine neuen Aufgaben», sagte Felbermayr heute. «Mein Vorgänger Dennis Snower hat großartige Arbeit geleistet und das IfW zu Spitzenleistungen in der internationalen Forschung geführt.» Sein Fokus werde sich stärker auf die nationale und europäische Wahrnehmung richten, so Felbermayr. «Mit einem Strategieprozess wollen wir das Profil des Instituts neu schärfen, dabei möchte ich zum einen meine eigenen Forschungsschwerpunkte zu internationalem Handel einbringen, zum anderen die Kernkompetenzen des IfW stärker betonen, etwa im Bereich der Konjunkturforschung.»

Zusammen mit der Universität Kiel würden zwei zusätzliche Professuren für International Economics eingerichtet, kündigte Felbermayr an. «Wir wollen für Politik und Wirtschaft erste Anlaufstelle für alle Fragen der Globalisierung sein.» Der Vorsitzende des Stiftungsrates des IfW, Oliver Grundei nannte Felbermayr einen idealen Kandidaten für die Zukunft des Hauses. «Wir sind hocherfreut, mit Herrn Felbermayr einen erstklassigen Wissenschaftler, einen erfahrenen Politikberater und eine dynamische Führungskraft gewonnen zu haben.»

IHK-Außenwirtschaftsexperte Werner Koopmann ist Brexit-Koordinator für den Mittelstand

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Die Brexit-Task-Force (v.l.): Sybille Kujath (HWK Lübeck), Bernd Bösche (WT.SH), Andrea Schrage (Wirtschaftsministerium), Sebastian Schulze (UV Nord),  Anna Griet Wessels (HWK Flensburg), Werner Koopmann (Brexit-Beauftragter), Anuschka Kruse (Wirtschaftsministerium), Simone Stamme (Landesvertretung SH), Doris Roloff (Wirtschaftsministerium), Andrea Dedekind (Finanzministerium) und Staatssekretär Thilo Rohlfs

Auch wenn der Brexit-Kurs der Briten einen Monat vor dem geplanten Austrittsdatum verworren bleibt – Schleswig-Holstein ist für alle Fälle gerüstet: Wirtschaft und Landesregierung haben heute (27. Februar) den Außenwirtschaftsexperten der IHK Schleswig-Holstein, Werner Koopmann, zum zentralen Ansprechpartner und Koordinator für alle Fachfragen der Betriebe rund um das Thema Brexit ernannt. „Mit Herrn Koopmann haben wir einen gut vernetzten Fachmann, der die Arbeit der gemeinsamen Task Force von Landesregierung und Wirtschaft mit den zu erwartenden Nachfragen aus unseren kleinen und mittelständischen Betrieben effizient abstimmen wird“, sagte Wirtschafts-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs nach der heutigen Sitzung der Task-Force in Kiel.

Alle weiteren Informationen zum Brexit hier

Während Notfallregelungen für den harten Brexit – etwa zum Aufenthaltsrecht von Briten in Deutschland – getroffen sind, sind in anderen Bereichen nach wie vor viele Fragen offen. „So hat Großbritannien der WTO zwar Vorschläge für eigene Handelsregeln gemacht, doch bis zu ihrer möglichen Umsetzung dürften noch Wochen, wenn nicht Monate vergehen“, fürchtet Koopmann. Das stelle gerade Kleine und Mittelständische Unternehmen vor große Herausforderungen, weil sie nach wie vor nicht wissen, auf welches Szenario sie sich einstellen sollen. Großbritannien ist der fünftgrößte Handelspartner für Schleswig-Holstein nach Dänemark, China, den USA und den Niederlanden

Copyright: Olaf MalzahnKoopmann sagte zu seiner neuen Rolle in der Task-Force

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Gut jedes zweite Unternehmen erwartet laut Rohlfs und Koopmann Beeinträchtigungen durch einen harten Brexit, vor allem durch bürokratische Hürden und Zeitverluste beim Austausch von Mitarbeitern und Waren. Hinzu kommen Befürchtungen vor zusätzlichen Zollabgaben und Personalkosten.  Die auf Anregung des Mittelstandsbeirats gegründete „Task Force Brexit“ setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern von IHK, UV Nord, Handwerkskammern, der Wirtschaftsförderung und Technologie Transfer GmbH ( WTSH) sowie der Landesregierung zusammen.

Wirtschafts-Staatssekretär Rohlfs freut sich über die Zusage Koopmanns und erklärt (Audio starten)

Erreichbar ist die Task Force unter der Mailadresse:

fragen-zum-brexit@wimi.landsh.de

Der Brexit-Chefunterhändler der EU, Michel Barnier, hält ein geregeltes Ausscheiden der Briten aus der Europäischen Union unterdessen noch für möglich. «Es ist nicht richtig zu sagen, dass ein No-Deal-Brexit am wahrscheinlichsten ist», sagte Barnier am Mittwoch dem französischen Sender Franceinfo.

Als Verhandlungsführer tue er alles, um eine Einigung zu erzielen. Dabei setze er alles daran, dass ein Abkommen mit der britischen Premierministerin Theresa May zustande komme, dem das britische Unterhaus auch zustimmen werde. Dafür gebe es «noch eine echte Möglichkeit».

May hatte am Dienstag erstmals die Möglichkeit eingeräumt, dass Großbritannien die EU nicht wie geplant am 29. März verlassen könnte. Sie versprach, die Abgeordneten über eine mögliche Verschiebung des Brexits abstimmen zu lassen. Sollte sie bis zum 12. März mit ihrem Austrittsabkommen wieder scheitern, will May die Abgeordneten vor die Wahl zwischen einem Ausscheiden ohne Abkommen oder einer «kurzen Verlängerung» stellen. Das britische Parlament stimmt am Mittwoch über die weiteren Schritte beim EU-Austritt ab.

Die Briten würden die Konsequenzen des Brexits oft unterschätzen, sagte Barnier. Dabei seien die Folgen besonders für die Briten gravierend. «Sie sind unzählig: menschlich, sozial, wirtschaftlich und finanziell, technisch und rechtlich.»

Barnier betonte erneut, dass er den Brexit bedauere. «Ich sehe darin keinen Mehrwert», sagte er. Beim Austritt der Briten aus der EU gebe es nur Verlierer.

Straßenbau bleibt ein dickes Brett, aber: Die B 404 wird nun von zwei Enden her ausgebaut

Zugegeben: Auch wenn an unseren Landesstraßen landauf und landab saniert wird wie noch nie – Spatenstiche an Bundesfernstraßen haben eher Seltenheitswert. Die rechtlichen Hürden und Unwägbarkeiten durch immer neue und komplexere Umweltvorschriften sowie Klage- und Einspruchsmöglichkeiten machen Neu- und Ausbauten zu Marathonläufen.

Umso mehr freute sich Verkehrsminister Bernd Buchholz, dass er – ein halbes Jahr nach dem Startschuss im Kreis Plön – nun auch im Kreis Stormarn den Spaten zum Ausbau der B 404 in die Erde rammen konnte. Seine „Meldung der Woche“ (Video starten)

Die DB schnürt ihr 470-Millionen-Paket

DLZ
Die Investitionsoffensive der DB war vorgestern Abend auch Thema auf dem Heider Vekehrsforum, wie die Dithmarscher Landeszeitung (DLZ) heute ausführlich berichtet

Die Deutsche Bahn wird in diesem Jahr in Hamburg und Schleswig-Holstein fast eine halbe Milliarde Euro in Schienen, Brücken, Weichen und Bahnhöfe investieren. Um die Belastungen für die Fahrgäste möglichst gering zu halten, werde die Bahn in Hamburg mehr als 80 und in Schleswig-Holstein mehr als 50 neue Mitarbeiter einstellen, so die DB. . Sie sollen sich vor allem um das Management und die Überwachung der Bauprojekte kümmern. Schon jetzt hätten die Beeinträchtigungen durch Baustellen gegenüber 2017 um mehr als ein Viertel abgenommen. In den vergangenen Jahren habe die Bahn bereits mehr als 350 Kilometer Schienen in Hamburg und Schleswig-Holstein modernisiert.

Zu den größeren Projekten gehören die Marschbahn nach Sylt, wo 32 Kilometer Gleise und acht Weichen erneuert werden, mit einem Schwerpunkt zwischen Bredstedt und Westerland. An den fünf Bahnhöfen entlang dieser Strecke werden die Bahnsteige verlängert, so dass künftig Züge mit zwölf Wagen halten können. Die Arbeiten sollen weitgehend außerhalb der Ferienzeiten erledigt werden. Mit Behinderungen ist über Ostern zwischen Neumünster und Rendsburg zu rechnen, weil die Rendsburger Hochbrücke komplett gesperrt werden muss. Auch in Hamburg-Altona sind im Zuge der Arbeiten an der neuen S-Bahn-Überführung über die Julius-Leber-Straße im Sommer Probleme zu erwarten, wenn der Lessing-Tunnel längere Zeit gesperrt werden muss

Buchholz begrüßt Flensburger Ratsbeschluss zur Einrichtung einer Jugend-Berufsagentur

Rundreise des Ministerpräsident Daniel Günther

Kein «Behörden-Hopping» mehr für Jugendliche in Flensburg auf der Suche nach Unterstützung und den besten Berufschancen: Die Stadt will eine Jugendberufsagentur einrichten. Eröffnungstermin soll spätestens Anfang 2020 sein, wie Oberbürgermeisterin Simone Lange am Abend vor einer Ratsentscheidung zu dem Thema sagte. Die Zustimmung des Rats, der zur Stunde tagt,  gilt als sicher.

Die neue Stelle soll alle wesentlichen bekannten Beratungs- und Vermittlungsangebote beim Übergang von der Schule in das Berufsleben unter einem Dach vereinen. So soll schon vor dem Schulabschluss ein möglichst nahtloser Übergang in die Ausbildung ermöglicht werden. Aktuell wird von etwa 1060 jungen Menschen im Stadtgebiet Flensburg ausgegangen, die einen übergreifenden Beratungsbedarf haben.

JBA
Buchholz (2.v.r.) beim Besuch der Jugendberufsagentur Dithmarschen in Heide vor einem Jahr

Arbeitsminister Bernd Buchholz (FDP) sagte der Deutschen-Presse-Agentur am Abend, «in Schleswig-Holstein wechseln immer noch zu viele Jugendliche in den sogenannten Übergangsbereich, der keine beruflichen Abschlüsse bietet». Es müsse darauf geachtet werden, dass niemand an dem so wichtigen Übergang von der Schule in den Beruf aus dem Blick verloren gehe und es gezielte Unterstützung und Bildungsangebote gebe. «Wir begrüßen es sehr, wenn sich auch Flensburg dazu entscheiden wird, eine Jugendberufsagentur zu eröffnen.»

Die Förderung der beruflichen und sozialen Integration junger Menschen unter 25 Jahre ist Aufgabe von Jugendhilfe, Arbeitsagenturen, Jobcenter sowie der Schulen. In einer Jugendberufsagentur arbeiten diese Institutionen zusammen, um Jugendlichen abgestimmte und individuelle Unterstützung zu bieten. In Schleswig-Holstein gibt es nach Angaben des Arbeitsministeriums derzeit acht Jugendberufsagenturen.

Was für ein Jahr: Tourismus im echten Norden brach in 2018 die 34-Millionen-Marke

Trotz der im letzten Jahr erneut auf Höchstwerte angestiegenen Gästezahlen in Schleswig-Holstein sehen Tourismusminister Dr. Bernd Buchholz und die Chefin der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (TA.SH), Dr. Bettina Bunge, Ansatzpunkte für weitere Steigerungen: „Für die Zukunft gilt es, den Anteil ausländischer Gäste mit guter Kaufkraft und den den Anteil an Tagungsgästen zu steigern sowie noch mehr Besucher für das Binnenland und die Nebensaison zu begeistern“, sagte Buchholz heute (21. Februar) in Kiel. Der Anteil ausländischer Urlauber am Übernachtungsvolumen liege aktuell bei sechs Prozent, der Anteil der Tagungsgäste bei fünf Prozent. „Uns geht es dabei weniger um quantitatives Wachstum, sondern um eine nachhaltige Entwicklung des wirtschaftlich wichtigen Tourismus, der dauerhaft Arbeitsplätze im Land sichert,“ so Buchholz.

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TA.SH-Chefin Bunge und Buchholz mit einem Motiv der SH-Werbekampagne

Die jüngsten Zahlen des Statistikamtes Nord weisen bei den Gästeankünften ein Plus von 11,1 Prozent aus –  bezogen auf Betriebe mit mindestens zehn Betten und Campingplätze. Die Zahl der Übernachtungen stieg sogar um 15,3 Prozent auf fast 34,5 Millionen. Bei der Statistik ist laut TA.SH-Chefin Bunge allerdings zu berücksichtigen, dass deutlich mehr auskunftspflichtige Betriebe berücksichtigt wurden als früher. Hinzugekommen seien vor allem von Agenturen vermittelte Ferienwohnungen. Im Bereich der Hotellerie seien die Wachstumsraten mit einem Gäste-Plus von 3,5 Prozent und einem Plus von 2,9 Prozent bei den Übernachtungen deutlich niedriger.

Buchholz: „Der ,echte Norden‘ ist also beliebt wie nie zuvor. Mit gut 34 Millionen Übernachtungen haben wir unser Strategieziel, die 30-Millionen-Marke an gewerblichen Übernachtungen zu überschreiten, deutlich übertroffen.“ Laut Bunge ist die durchschnittliche Verweildauer der Gäste in Schleswig-Holstein mit vier Tagen im bundesweiten Vergleich sogar am höchsten. Erfreulich sei vor allem die positive Entwicklung über das gesamte Jahr hinweg: Elf von zwölf Monaten weisen Steigerungen auf, die größten Zuwächse gab es in den Monaten März und Mai.

Weiter Rätselraten um den Kurs der FSG

Stapellauf

Für die angeschlagene Flensburger Schiffbaugesellschaft (FSG) zeichnet sich weiterhin noch keine Bürgschaft des Landes ab. Die Voraussetzung dafür wäre ein Wirtschaftsprüfer-Gutachten mit positiver Fortführungsprognose, wie Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) heute in Kiel bekräftigte. Nach seiner Kenntnis sei ein solches Gutachten noch nicht in Auftrag gegeben worden. Woran das liege, könne er nicht sagen.

2c63f696-7d93-4b6a-b116-797dd5db29f3-3383-0000043a67d18ad4Buchholz sagte weiter

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Der Flensburger IG-Metallchef Michael Schmidt sagte nach einer Betriebsversammlung, er sei mit gemischten Gefühlen aus der Versammlung gegangen. Auf der einen Seite könne man Geschäftsführer Alexander Gregg-Smith, der seit Ende Januar diese Funktion inne hat, abnehmen, dass er einen neuen Stil und eine andere Kultur des Umgangs miteinander in die Werft bringen wolle.

Auf der anderen Seite seien drängende Fragen unbeantwortet geblieben, sagte der Gewerkschafter. So sei die Unternehmensleitung auch auf mehrfaches Nachfragen hin nicht auf das Thema Bürgschaften eingegangen. Es erschließe sich nicht, warum da gerade nichts passiere, sagte Schmidt. Es sei dem Betriebsrat klar, dass noch nicht alles abschließend beantwortet werden könne. Ein paar mehr Antworten auch zur kurzfristigen und langfristigen Ausrichtung der Werft habe man sich aber dennoch gewünscht.

In der vergangenen Woche hatte der Finanzinvestor Lars Windhorst die Mehrheit an der FSG übernommen. Bei der Betriebsversammlung war er nicht anwesend.

Bei der FSG mit 650 fest angestellten Mitarbeitern sowie zahlreichen Leiharbeitern und über Werkverträge Beschäftigten hatten Verzögerungen bei einem Neubau erhebliche Verluste verursacht. Die Auftragsbücher sind bis 2021 gefüllt. Es gibt Aufträge für sieben Schiffe mit einem Auftragsvolumen von einer Milliarde Euro.

Förderbanken-Trio sorgte 2018 für 1,2 Milliarden Euro Investitionen im Mittelstand

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Präsentierten die Förder-Zahlen (v.l.): Holger Zervas (MBG), Hans-Peter Petersen (Bürgschaftsbank), Buchholz und IB.SH-Vorstandschef Westermann-Lammers

Trotz schwächelnder Konjunktur zeigt sich Schleswig-Holsteins Mittelstand in robuster Verfassung. Dieses Fazit zogen Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) und die Förderbanken heute in Kiel aus den Zahlen für 2018.

Die Investitionsbank, die Bürgschaftsbank und die Mittelständische Beteiligungsgesellschaft unterstützten 739 Betriebe mit 282 Millionen Euro. Damit wurden Investitionen von 1,2 Milliarden Euro ausgelöst, mehr als 2000 Arbeitsplätze geschaffen und gut 27 000 gesichert. 2017 waren es 319 Millionen Euro für 753 Unternehmen. Die Zahlen zeigten, dass es dem Mittelstand gut gehe und die Auftragsbücher gefüllt seien, sagte Buchholz.

Im Gespräch mit Journalisten sagte der Minister weiter – Audio starten („im Browser anhören)

BREXIT: Negative Folgen erwartet Buchholz am ehesten für die Pharmazeutische Industrie und den Maschinenbau. Falls britische Firmen auf dem Kontinent Standorte suchten, könnte die Metropolregion Hamburg für sie interessant werden. Er könne sich auch einen Koordinator für die Brexit-Task-Force vorstellen, sagte Buchholz.

BETEILIGUNGSOFFENSIVE: Sie wurde 2018 gestartet und hat laut Buchholz «gut gezündet». Der Fonds für neu gegründete und junge innovative Betriebe werde massiv nachgefragt. Er wurde um 4 auf 16 Millionen Euro erhöht. Eine weitere Aufstockung sei denkbar, sagte Buchholz.

INVESTITIONSBANK: Sie gewährte dem Mittelstand 508 (2017: 591) Millionen Euro Förderdarlehen. Darüber hinaus wurden 63 Millionen Euro (2017: 27) Zuschüsse aus der Gemeinschaftsaufgabe «Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur» bewilligt. Vorstandschef Erk Westermann-Lammers sprach von einem stabilen Neugeschäft. Gedämpft sei die Entwicklung bei erneuerbaren Energien. In der beruflichen Fortbildung wurden mit dem Aufstiegs-BAföG 3400 Menschen gefördert.

BETEILIGUNGSGESELLSCHAFT: Sie stärkt die Eigenkapitalbasis mittelständischer Unternehmen. 2018 begleitete sie wie im Vorjahr rund 120 Unternehmen mit einem Beteiligungsvolumen von 28 (2017: 21) Millionen Euro. Damit erzielte die MBG ihr bisher bestes Neugeschäft.

BÜRGSCHAFTSBANK: Sie springt ein, wenn aussichtsreiche Vorhaben an zu geringen Sicherheiten zu scheitern drohen. 2018 griff sie 482 (2017: 469) Unternehmen und Angehörigen Freier Berufe mit Bürgschaften unter die Arme. Das Neugeschäft erreichte mit 95 Millionen Euro ein Allzeithoch. Auch die begleiteten 150 Unternehmensnachfolgen mit einem Bürgschaftsvolumen von 39 Millionen Euro sind ein Höchstwert.

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Das künftige Kieler Theaterschiff – hier noch in Form des Schwimmpontons bei Anlieferung in der Kieler Schleuse

BEISPIEL: In Kiel geht im Frühjahr ein Theaterschiff an den Start, Gesamtinvestition 830 000 Euro. Die MBG beteiligt sich mit 100 000 Euro. Am Sparkassendarlehen über 730 000 Euro trägt die Investitionsbank ein 50-prozentiges Risiko.

Hier die gesamte PK als Live-Mitschnitt

RESÜMEE: Die Förderbanken helfen Unternehmen, denen der Markt keine ausreichende Finanzierung bietet. Die Förderung setze vor allem in schwierigen Phasen wie nach Gründungen ein, sagte Buchholz. Die Zusammenarbeit der Institute sei ein bedeutender Wettbewerbsvorteil für die Unternehmen im Land. Die Förderbanken kosteten das Land unter dem Strich kein Geld, sondern sie verdienten welches.