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Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus (MWVATT) des Landes Schleswig-Holstein

Deutschland-Premiere in Brunsbüttel: Erste LNG-Betankung von Schiff zu Schiff

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Die blaue „Kairos“ betankt im Brunsbütteler Elbehafen die grüne „Sheldt River“

Weiterer Meilenstein zur Etablierung von LNG (Liquefied Natural Gas) in der Schifffahrt und in Deutschland. Im Brunsbütteler Elbehafen führte das Unternehmen „Nauticor“ heute erfolgreich die erste LNG Ship-to-Ship Bebunkerung Deutschlands durch. Der Laderaumsaugbagger „Scheldt River“ hat den emissionsarmen Treibstoff LNG von dem Bunkerschiff „Kairos“ übernommen.

Nauticor-Chef Mahinde Abeynaike bezeichnete das geglückte Manöver als weiteren Meilenstein beim Aufbau einer flächendeckenden LNG-Versorgungsinfrastruktur.

Die Tatsache, dass der Brunsbütteler Elbehafen als Standort für den ersten LNG Ship-to-Ship Bunkervorgang Deutschlands gewählt wurde, freut Frank Schnabel, Geschäftsführer der Brunsbüttel Ports GmbH und der SCHRAMM group: „Auf dem Weg, Brunsbüttel als führenden LNG Standort in Deutschland zu etablieren, stellt die erste LNG Ship-to-Ship Bebunkerung im Elbehafen eine Bestätigung unseres Handelns dar. Der Hafen- und Industriestandort Brunsbüttel erfüllt alle Voraussetzung für die Nutzung, die Bebunkerung, den Umschlag und die Lagerung von LNG.“ Durch eine hervorragende Zusammenarbeit zwischen den Mitarbeitern von Nauticor, Brunsbüttel Ports und des Landesbetriebs für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN) als Genehmigungsbehörde hätten die notwendigen genehmigungsrechtlichen und operativen Voraussetzungen geschaffen werden können.

Wirtschaftsminister Bernd Buchholz begrüßt ebenfalls die erste LNG Ship-to-Ship Bebunkerung: „Umweltfreundlichere Schiffe brauchen neue Kraftstoffe. Mit LNG gehen wir dabei die ersten Schritte, bis wir ausreichend synthetische Kraftstoffe zur Verfügung haben. Neue Kraftstoffe wiederum erfordern neue Prozeduren beim Tankvorgang, und diese Verfahren müssen in allererster Linie höchsten Sicherheitsansprüchen genügen. Ich freue mich daher sehr, dass Brunsbüttel Ports einmal mehr Vorreiter bei neuen Verfahren ist und bedanke mich bei allen beteiligten Behörden für die reibungslosen Vorbereitungen.“

Derweil werden die Planungen zur Errichtung eines kombinierten LNG Import- und Distributionsterminals am Standort Brunsbüttel durch die German LNG Terminal GmbH weiter vorangetrieben. Auch die Schifffahrtsversorgung mit LNG würde laut Buchholz von einem Terminal profitieren, da die Planungen vorsehen, dass LNG-Bunkerschiffe wie die Kairos am Terminal LNG zur Weiterverteilung übernehmen können.

 

Rückenwind von 2,3 Millionen Euro für Kieler Gewerbegebiets-Erschließung in Holtenau

Mit Rubin
Buchholz, Kämpfer und KiWi-Wirtschaftsförderer  Einar Rubin bei der Übergabe des Förderbescheids heute im Ministerbüro

Um dem wachsenden Bedarf an Gewerbeflächen rund um Kiel gerecht zu werden, unterstützt das Land die Landeshauptstadt mit knapp 2,3 Millionen Euro. Wirtschafts­minister Dr. Bernd Buchholz überreichte heute einen entsprechenden Förderbescheid an Kiels Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer. „Mit diesem Betrag unterstützen wir Kiel dabei, in seinem Holtenauer Gewerbegebiet Boelckestraße rund sechs Hektar an zusätzlichen Gewerbeflächen und langfristig bis zu 240 neue Arbeitsplätze zu schaffen“, sagte Buchholz. Kiel plant auf dem Arreal nahe des Flughafens sieben Baufelder zwischen 4.000 und 13.000 Quadratmetern.

Wie Buchholz weiter erläuterte, verzeichne Kiel in den letzten Jahren eine starke Nachfrage nach neuen Gewerbeflächen. In Kiel selbst sowie im Umland seien bereits mehrere Gewerbegebiete erweitert oder neu erschlossen worden. Aktuell, so Buchholz, werde auch das Gewerbegebiet Schönkirchen auf der anderen Seite der Förde erweitert, ebenfalls mit Fördermitteln des Landes. „Die jüngsten Erschließungen in der KielRegion machen aber auch sehr deutlich, dass die Bereitstellung großer Flächen nur noch im interkommunalen Schulterschluss gelingt“, sagte er.

Kiels Oberbürgermeister Kämpfer unterstrich: „Die Förderung des Landes hilft uns sehr bei der Realisierung dieses Gewerbegebiets, das sogar eine optimale Anbindung aus der Luft hat.“ Das Areal im Kieler Norden grenze direkt an den Kieler Airport und liege in unmittelbarer Nähe zum Fernverkehr und zu internationalen Seewegen.

„Mit der Erschließung des Gewerbegebietes nördlich der Boelckestraße fällt der Startschuss für eine Wirtschaftsflächenentwicklung in den nördlichen Stadtteilen Kiels“, sagt Einar Rubin, Prokurist bei der Kieler Wirtschaftsförderung (KIWI). Diese Entwicklung werde sich mit der zukünftigen Ausweisung weiterer Gewerbeflächen am Airpark Holtenau, auf der maritimen Potenzialfläche des ehemaligen MFG-5-Geländes und im Gewerbe- und Industriegebiet in Kiel-Friedrichsort fortsetzen. „Und damit zur Stärkung der Stadtteile Holtenau und Friedrichsort beitragen“, so Rubin weiter.

Rohlfs gratuliert VisiConsult im Namen des Landes zum Großen Preis des Mittelstands

Visi
Silke Schulenburg, Hajo Schulenburg und Lennart Schulenburg (rechts) mit Wirtschafts-Staatssekretär Thilo Rohlfs heute bei der „Siegesfeier“ in Stockelsdorf

Das mittelständische Unternehmen VisiConsult X-ray Systems & Solutions GmbH mit Sitz in Stockelsdorf ist einer der Sieger des diesjährigen deutschen Mittelstandspreises. Nach der offiziellen Preisverleihung am letzten Sonnabend in Düsseldorf gab es heute eine interne Nachfeier am Standort in Stockelsdorf. Dabei gratulierte auch Schleswig-Holsteins Wirtschafts-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs der Gründer-Familie sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Insbesondere mit Hinblick auf das diesjährige Motto ‚Nachhaltig Wirtschaften‘ sei VisiConsult ein würdiger Preisträger. „Ich freue mich, dass das Unternehmen es unter anderem versteht, die Leistung seiner Mitarbeiter als auch den echten Norden zu schätzen.“

VisiConsult ist einer von bundesweit nur vier Global Playern im Bereich der Röntgenbildverarbeitung. Da alle drei Konkurrenzbetriebe Aktienunternehmen sind, punktete der Mittelständler aus dem echten Norden vor allem mit seiner direkten und innovativen Führung sowie seiner Flexibilität. Anfang 2019 wurde das Unternehmen an die zweite Familiengeneration übergeben. Die Vision, sich vom kleinen Nischen-Player zum Weltmarktführer zu entwickeln, verfolgt nun ein fünfköpfiger Familienverbund.

Anders als konkurrierende Unternehmen, bietet VisiConsult laut Jury-Begründung einen Komplettservice, der seinesgleichen sucht. Angefangen hat alles 1996 mit dem Bildverarbeitungsprogramm Xplus, das heute noch Anwendung findet und das Herzstück der Röntgengeräte ist. Schnell wurde dem kreativen Geschäftsführer Hajo Schulenberg klar, dass die Kunden nicht nur die Software benötigen. Er begann, auch die Anlagen um das Programm herum zu konstruieren. Vor allem für den Automobilsektor und für die Luftfahrt liefert das Unternehmen innovative Lösungen, durch die es seine Marktführung langfristig ausbauen und sichern will. Weiterhin gilt das Unternehmen als Vorreiter in den Themen Automatisierung und Industrie 4.0. Im Rahmen von Konferenzen und Dachverbands-veranstaltungen teilt es seine Erfahrungen und Ideen häufig mit anderen Unternehmen.

Als Familienbetrieb in Zeiten des Fachkräftemangels weiß VisiConsult, wie wichtig die Förderung junger Menschen ist. Deshalb sind neben den 70 Mitarbeitern auch elf Auszubildende sowie zwölf Werkstudenten und Praktikanten für das Unternehmen tätig. In den letzten Jahren waren stets mindestens 15 Prozent der Angestellten in einer Ausbildung. Zahlreiche enge Kooperationen, beispielsweise mit der Fachhochschule und der Universität zu Lübeck, ermöglichen zudem regelmäßig studentische Praktika und akademische Abschlussarbeiten im Betrieb. Die Übernahmequote bei den regelmäßig zwei bis drei dualen Studenten beträgt beinahe 100 Prozent. Außerdem bietet das Unternehmen geflüchteten Menschen eine Chance und konnte auf diese Art und Weise inzwischen zwei neue Mitarbeiter gewinnen.

Besonders großen Wert legt VisiConsult auf den Umgang mit seinen Mitarbeitern. Auszubildende können bei einem vierteljährlich stattfindenden Azubi-Stammtisch mit der Geschäftsführung Feedback geben.

Enger Schulterschluss von Bund, Land und Wirtschaft beim Thema LNG-Terminal Brunsbüttel

So berichtet heute unter anderem die Dithmarscher Landeszeitung über das 30. Brunsbüttler Industriegespräch auf dem Nord-Ostsee-Kanal

Klares Bekenntnis von Politik und Wirtschaft zum geplanten Brunsbüttler LNG-Terminal beim 30. Brunsbüttler Industriegespräch? Vor rund 150 Gästen aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft machten Montagabend an Bord der „Adler Princess“ sowohl Umwelt-Staatssekretär Tobias Goldschmidt als auch Wirtschaftsminister Bernd Buchholz klar, dass die Landesregierung ohne Wenn und Aber zu dem 500-Millionen-Projekt stehe. Erst am Tag zuvor hatte das Konsortium German LNG den erfolgreichen Abschluss des Präqualifizierungsverfahrens bekannt gegeben. 
Neben Buchholz und Goldschmidt begrüßte Gastgeber Frank Schnabel, Sprecher der Werkleiterrunde des ChemCoast Park Brunsbüttel und Geschäftsführer der SCHRAMM group,  zum ersten Mal auch Norbert Brackmann in seiner Rolle als maritimer Koordinator der Bundesregierung. In diesem Jahr lag der thematische Fokus auf der Bedeutung der Industrie für die Region in Zeiten der Umweltbewegung vor dem Hintergrund des jüngst stattgefundenen Klimacamps in Brunsbüttel. In seinem Eingangsstatement unterstrich Buchholz die große regionalökonomische Bedeutung des ChemCoast Park Brunsbüttel als größtes zusammenhängendes Industriegebiet mit seinen Industrieunternehmen und Häfen für die Region, aber auch für das gesamte Land Schleswig-Holstein.

Mit Blick auf die jüngste Analyse des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), wonach in den letzten 20 Jahren in Schleswig-Holstein kontinuierlich Arbeitsplätze im verarbeitenden Gewerbe weggefallen sind, kündigte Buchholz bis zum Jahresende eine Nachjustierung der Industrie-Strategie der Landesregierung an. „Wir sind in den letzten Jahren durch die starke mittelständische Prägung mit einem zu schwach ausgeprägten Fokus auf die Industriepolitik unterwegs gewesen“, so Buchholz. Das solle sich mit der neuen Strategie ändern. Das Ziel: Bis zum Ende der Legislaturperiode im Jahr 2022 soll die Zahl der Industriearbeitsplätze wieder deutlich steigen. „Wir brauchen dabei eine gemeinsame Haltung mit Hamburg, dass Betriebe, die nicht mehr in Hamburg unterkommen, in den Hamburger Rand geholt werden. Dafür benötige man allerdings entsprechende Industrieflächen. Außerdem setze die Landesregierung darauf, dass Hochschulen und mittelständischen Unternehmen im Land noch enger zusammenarbeiten, um sich in der Forschung austauschen zu können.

Chefsessel frei: Buchholz und IHK-Experten machen Nachfolgern und Nachfolgerinnen Mut

KN
Die KN von heute berichten im Wirtschaftsteil ausführlich über den gestrigen Aktionstag

Rund 5.400 Unternehmen in Schleswig-Holstein werden in den nächsten Jahren vor der Frage stehen, ob und wer ihre Geschäfte fortführt. Diese Frage betrifft nicht nur die Unternehmerinnen und Unternehmer selbst, sondern auch die Beschäftigten oder die Kommunen. Für die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Kiel Grund genug, mit einem „Tag der Nachfolge“ zum wichtigen Thema wachzurütteln. Denn: Viele Geschäftsführende unterschätzen, wie intensiv und langwierig sich die Managementaufgabe darstellen kann.

Schirmherr der Veranstaltungs ist Wirtschaftsminister Bernd Buchholz, er sagte (Audio starten – im Browser anhören):

Der Tag der Nachfolge am gestrigen Montag lieferte passgenaue Antworten, wie die strategische Aufgabe gelingen kann. In Fachvorträgen boten Experten Hilfestellungen, Nachfolgeberater diskutierten mit Teilnehmern in kleinen Runden Themen und individuelle Fragen rund um die Nachfolge. Buchholz: „Es geht vor allem darum, Mittelstandsunternehmen samt zugehöriger Arbeitsplätze und Know-how im Land zu halten. Denn immer dort, wo sich kein geborener Nachfolger findet, ist die Gefahr groß, dass ein Betrieb von Investoren aufgekauft, zur verlängerten Werkbank degradiert oder sukzessive ausgehöhlt wird.“

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Erfolgreiche Unternehmens-Nachfolgerinnen in Lübeck: Buchholz mit Claudia Brömel (rechts) und Anja Fromm vor ihrer Firma Hörakustik

Der Report zur Unternehmensnachfolge 2018 des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) zeigt, dass die Sorgen des Mittelstands um die Nachfolge wachsen.  So hatte zum Zeitpunkt der Beratung durch die IHK-Experten jeder zweite befragte Senior-Unternehmer (47 Prozent) noch keinen Nachfolger in Sicht und sogar 70 Prozent der potenziellen Übernehmer noch nicht den richtigen Chefsessel gefunden. Die Umfrage verdeutlicht, dass ungeklärte Fragen bei der Anwendung des neuen Erbschaftsteuerrechts weiter für Verunsicherung sorgen. Entmutigend wirken auch der Fachkräftemangel und die Bürokratie. Eine weitere Hürde liegt in den emotionalen Schwierigkeiten, die 36 Prozent der Chefs damit haben, ihr Lebenswerk loszulassen.

Ein Unternehmer, der diese Herausforderungen kennt, ist Olaf Dähmlow, Geschäftsführer der Fr. Dähmlow GmbH & Co. KG aus Neumünster. Er hat vor fünfzehn Jahren den Schritt in die familieninterne Nachfolge gewagt. „Einfach war es nicht, und den Erfolg verdanke ich ganz wesentlich meinem Steuerberater und seiner absoluten Ehrlichkeit“, berichtet Dähmlow. Sich rechtzeitig die richtige Hilfe der Fachleute zu holen, das empfiehlt er heute. Im Rückblick hätte er jedoch gern mehr Zeit gehabt, um die verschiedenen Möglichkeiten im Nachfolgeprozess gegeneinander abwägen zu können.

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Buchholz mit Julia Körner von der IHK zu Kiel

„Erfolgreiche Unternehmensnachfolgen sind essenziell für die positive Entwicklung unseres Landes“, sagt  Dr. Julia Körner, Geschäftsbereichsleiterin Existenzgründung und Unternehmensförderung der IHK zu Kiel. Für viele Unternehmerinnen und Unternehmer sei die Nachfolge aber nach wie vor ein unangenehmes Thema, das sie lieber aufschieben. Das sei aber ein Irrweg. „Gerade die Antworten auf rechtliche und steuerliche Fragen benötigten in vielen Fällen zeitlichen Vorlauf“, betont die IHK-Expertin.

Einen geboren Nachfolger oder eine geborene Nachfolgerin gebe es häufig nicht, erläutert Olaf Rosenbaum von der Kanzlei Rosenbaum – Steuerberater, Wirtschafts- u. Unternehmensberatung aus Kiel. Daher sei es wichtig, rechtzeitig die Möglichkeiten zu erkennen und zu gestalten: „Eine Übergabe innerhalb der Familie kann für ein Unternehmen eine Option darstellen, die Fortführung durch leitende Angestellte eine andere oder aber auch ein Verkauf an einen Unternehmensfremden“, sagt der Unternehmensberater. Eine Herausforderung: Einen objektiven Unternehmenswert gibt es in der Praxis nicht. Senior-Chefs und Interessenten hätten dazu oft stark abweichende Sichtweisen.

Wirtschaftsminister Buchholz appelliert vor allem an Schulabsolventen, sich genau zu überlegen, ob sie studieren oder vielleicht eine duale Ausbildung anstreben sollten: „Der Weg über den Gesellen zum Fachwirt oder Meister und schließlich zum Unternehmensnachfolger oder zur Unternehmensnachfolgerin kann mindestens so attraktiv und wirtschaftlich noch interessanter sein als eine akademische Laufbahn.“

In einem sind sich die Experten einig und appellieren an Unternehmerinnen und Unternehmer genauso wie an Interessierte: „Nicht zagen, nicht zögern – einfach machen!“

Herbstprognose: Der Arbeitsmarkt im echten Norden bleibt auch 2020 in Bestform

Auch wenn jüngste Meldungen über den Abbau von Arbeitsplätzen bei großen Unternehmen in Schleswig-Holstein für Ärger und Verunsicherung sorgen – die Zukunftsaussichten bleiben positiv: „Wir können auch 2020 einen Rückgang bei der Zahl der Arbeitslosen in Schleswig-Holstein erwarten, der zudem über dem Bundesdurchschnitt liegt“, kommentierte heute Arbeits- und Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz die aktuelle Herbstprognose des Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Die Zahl der Beschäftigten soll demnach ebenfalls weiter steigen.

„Bei allen Unsicherheiten in den Prognosen, haben wir in Schleswig-Holstein starke Branchen, etwa den Gesundheits- und Pflegebereich, die von der wirtschaftlichen Entwicklung grundsätzlich wenig betroffen und damit krisenfeste Arbeitsplätze sind“, so der Minister. Aktuell sind im echten Norden mehr als ein Drittel aller Beschäftigten in den Branchen: Gesundheits- und Sozialwesen, Erziehung und Unterricht, öffentliche Verwaltung sowie im Dienstleistungsbereich tätig.

Nach den heute vorgelegten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit ging die Zahl der Arbeitslosen in Schleswig-Holstein im September einmal mehr deutlich zurück und liegt aktuell bei 76.300. Besonders erfreulich sei der Rückgang der Zahl der arbeitslosen jungen Menschen und Langzeitarbeitslosen. Die Arbeitslosenquote sank auf 4,8 Prozent.

Mit Blick auf das begonnene Ausbildungsjahr und alle Jugendlichen, die noch keinen Ausbildungsplatz haben, appellierte Buchholz an Bewerberinnen und Bewerber wie an Betriebsinhaber: „Angesichts regionaler Fachkräfteengpässe sollten keinerlei Potenziale für eine Ausbildung ungenutzt bleiben.“  Die Landesregierung unterstütze dabei nach Kräften und fördere beispielsweise mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) unter anderem die „Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung (ÜLU)“ im Handwerk.

Buchholz appelliert an alle Autofahrer: Licht kostenlos überprüfen lassen

Auto im Nebel nachts auf einer Landstraße bei Breklum

Mit Beginn der dunklen Jahreszeit liegt das Augenmerk bei Verkehrskontrollen auf der Beleuchtung der Fahrzeuge – die Blender werden aus dem Verkehr gezogen. Wer sichergehen will, dass sein Fahrzeug im einwandfreien Zustand ist, sollte also vorher Scheinwerfer und Co. beim Licht-Test in einem Mitgliedsbetrieb der Kfz-Innungen überprüfen lassen.

Der diesjährige Licht-Test-Aktion wurde heute in Kiel von Verkehrsminister Bernd Buchholz eröffnet. Mit dabei waren Michael Ihle (Landespressesprecher Kfz-Gewerbe Schleswig-Holstein), Elisabeth Pier (Geschäftsführerin Landesverkehrswacht Schleswig-Holstein), Jan-Nikolas Sontag (Geschäftsführer Verband des Kfz-Gewerbes Schleswig-Holstein) und Uwe Thöming (Landespolizeiamt).

Buchholz sagte dazu heute – Audio starten – im Browser anhören:

Warum der Licht-Test heute noch von so großer Bedeutung ist, erklärt der Verkehrsprofi Uwe Thöming: „Im Morgengrauen, genauso wie am frühen Abend haben wir ein erhöhtes Verkehrsaufkommen – und in der Dunkelheit bzw. Dämmerung ereignen sich mehr Unfälle. Die Verkehrssicherheit jedes einzelnen könnte enorm gesteigert werden, wenn es weniger „Blender und Einäugige“ auf den Straßen gäbe.“ Da hilft der jährliche kostenlose Licht-Test. Die Bilanz aus dem vergangenen Jahr gibt allerdings für Schleswig-Holstein noch keine Entwarnung: fast 40 Prozent der Fahrzeuge hatten Mängel an der Lichtanlage, so waren beispielsweise bei fast jedem dritten Fahrzeug die Hauptscheinwerfer defekt.

„Das lässt sich oft schnell (und kostenlos) beheben,“ weiß Michael Ihle, „nur wenn Ersatzteile eingebaut oder umfangreiche Einstellarbeiten notwendig sind, fallen Kosten an.“ Insofern ist mit wenig Aufwand ein enorm großer Effekt für die Sicherheit auf den herbstlichen Straßen erreicht. Ein guter Grund, warum Verkehrsminister Buchholz gerne der Aktion den Rücken stärkt: „Trotz allen technischen Fortschritts ist leider kein Trend zur Besserung der Mängelquote erkennbar. Die Aktion Licht-Test hilft, die Notwendigkeit  einer einwandfreien Fahrzeugbeleuchtung in Erinnerung zu rufen. Jeder sollte sich klar machen, dass das im Zweifel sogar lebensnotwendig sein kann. .“ so Buchholz. Mit großen Bannern an Autobahnbrücken wird zusätzlich auf die Verkehrssicherheitsaktion aufmerksam gemacht.

Damit Autofahrer sicher unterwegs sind, sollten sie ihr Licht am Auto checken lassen – auch an Kleinlastern und Nutzfahrzeugen! Vom 1. bis 31. Oktober ist der Licht-Test kostenlos in allen Meisterbetrieben der Kfz-Innungen in ganz Schleswig-Holstein.

Alles fertig: Der Verkehr Richtung Kiel rollt zum Tag der Deutschen Einheit reibungslos

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Die letzte Absperrung fällt: Buchholz, Kiels OB Kämpfer  und Gerhard Rühmkorf aus dem Bundesverkehrsministerium räumen die letzte Bake weg – oben (großes Bild) auch der Kieler Ex-Oberbürgermeister und Ex-Ministerpräsident Torsten Albig, der an der Feier teilnahm

Pünktlich vor der Anreise-Welle zum Tag der Deutschen Einheit sind zwei Großbaustellen vor den Toren Kiels Geschichte: Nachdem vergangene Woche der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) den gesamten Lärmschutz rund um die Anschluss-Stelle Kiel West fertig stellen konnte, wurde heute die erweiterte Anschlussstelle Kiel-Mitte Richtung Citty-Park an der A 215 freigegeben. Verkehrsminister Bernd Buchholz, Gerhard Rühmkorf vom Bundesverkehrsministerium und Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer gaben die angepasste Anschlussstelle gemeinsam frei.

In knapp drei Jahren und mit Gesamtkosten von 22,276 Millionen Euro wurden neue Verbindungen von und zur Autobahn, eine Brücke über die A 215 und Anschlussstraßen am Citti-Park gebaut. Der Spatenstich erfolgte am 12. Dezember 2016. Die Baukosten wurden von Bund und Land bezuschusst.

Im Gespräch mit Andreas Otto von RSH sagte Buchholz weiter (Audio starten – „im Browser anhören“

Als besonders erfreulich bezeichnete Buchholz, dass auch der 1,5 Kilometer lange  Lärmschutz rund um die Anschluss-Stelle Kiel-West fertig geworden ist.  „Hier fahren täglich fast 70.000 Fahrzeuge, und wir sind froh, den Menschen in der Umgebung nun eine deutliche Lärm-Entlastung bieten zu können“, sagte er.  Alles in allem wurden für rund zehn Millionen Euro knapp 600 Meter Lärmschutzwand mit bis zu sechs Metern Höhe errichtet und auf knapp einem Kilometer so genannter Flüster-Asphalt verlegt.

Die neuen kurzen Wege für Autofahrer sollen den Verkehr auf Kieler Straßen deutlich verringern: im südlichen Westring um bis zu 10.000 Kfz am Tag und im östlichen Mühlendamm um bis zu 5000. Für den ersten Abschnitt der A 215 zwischen Westring und Anschlussstelle Kiel-Mitte wird mit etwa 8.000 Fahrzeugen weniger pro Tag gerechnet. Zudem konnte die Landeshauptstadt Kiel im Zuge der Arbeiten den Premiumradweg Veloroute 10 über die Autobahn hinaus verlängern.

Wie Kämpfer sagte, wurden auf engem Raum am Ende der Autobahn 215 die Verkehre von Autobahn sowie Bundes-, Land-, Kreis- und Stadtstraßen gebündelt und verteilt. „Gerade zu Stoßzeiten werden der Westring und der Mühlendamm deutlich entlastet. Großartig ist auch, dass die Veloroute 10 jetzt von Hassee bis zur Universität und zum Holsteinstadion reicht“, so Kämpfer. Er  lobte zudem das städtische Tiefbauamt, das eher selten im Autobahnbau aktiv ist. „Diese Riesenaufgabe wurde hervorragend gemeistert. Gleichzeitig haben die städtischen Straßenbauer ja auch noch diverse Kieler Straßen saniert und asphaltiert“, sagte Kämpfer.

Einen Eindruck der Bauausmaße vermitteln diese Zahlen: 100.000 Kubikmeter Boden wurden bewegt und 50.000 Quadratmeter Straße wurden asphaltiert. 100.000 Tonnen Füllkies, 10.000 Tonnen Schottertragschichten, 3.300 Kubikmeter Beton, 825 Tonnen Spundwandstahl und 475 Tonnen Bewehrungsstahl wurden verbaut. Fünf neue Verkehrszeichenbrücken weisen den Weg, 3.950 Meter Schutzplanken sichern die Fahrbahnen, auf denen 7.700 Meter neue Markierung aufgebracht wurden. Unter der Autobahn liegen außerdem 5000 Meter neue Kanalrohre. Das Tiefbauamt schätzt, dass alle anliefernden Lkw hintereinander aufgestellt eine Strecke von rund 250 Kilometern ergeben hätten.

Hier der Live-Mitschnitt der Rede von Buchholz anlässlich der Freigabe:

 

Fachkräftemangel: Buchholz lobt Bereitschaft von Betrieben, Geflüchtete zu beschäftigen 

Die Zahl der Flüchtlinge, die in Schleswig-Holstein eine Arbeit aufgenommen haben, ist deutlich gestiegen. Bis Ende vergangenen Jahres kamen fast 13 000 Menschen aus den wichtigsten acht Asylherkunftsländern in Beschäftigung. Nach Angaben von Arbeitsminister Bernd Buchholz (FDP) hätten davon fast 10 000 Frauen und Männer eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigungen aufgenommen. Bei diesen sei das eine Steigerung zum Vorjahr von fast 50 Prozent.
Wie Buchholz im Gespräch mit dem „Flensburger Tageblatt“ (Sonnabendausgabe) weiter sagte, stelle er in Unternehmen nach wie vor eine große Bereitschaft fest, Flüchtlinge zu beschäftigen. Die positive Entwicklung habe sich in diesem Jahr fortgesetzt. Bis August seien rund 3400 Geflüchtete in den ersten Arbeitsmarkt vermittelt worden. Alles deute darauf hin, dass das gute Vorjahresergebnis noch deutlich übertroffen werden wird. 

Buchholz zufolge steigt aber auch die Zahl von arbeitslosen Geflüchteten. Derzeit seien es über 8000. Ohne ausreichendes Deutschkenntnisse könne Integration nicht gelingen. Dafür gebe es ein breites Sprachförderangebot von Bund und Land. (Siehe auch Bericht über Logistik-Projekt von Land, DRK und UVL) Es könne aber dauern, bis die deutsche Sprache hinreichend beherrscht wird. Aktuell seien fast 6000 Geflüchtete in solchen Sprach- und Integrationskursen. Flüchtlinge könnten Fachkräfte von übermorgen sein, wenn sie gut qualifiziert und weitergebildet werden.

Fast so stark wie Bayern? Fast! Denn es gibt für die Wirtschaft noch eine Menge zu tun

„Fast so stark wie Bayern“, titelten diese Woche die „Kieler Nachrichten“ auf ihrer Wirtschaftsseite – und dürften damit bei so manchem Leser ungläubiges Staunen ausgelöst haben. Doch die freundliche Zuspitzung hat einen harten Fakten-Kern: In der Tat lag Schleswig-Holstein im ersten Halbjahr zum ersten Mal seit langer Zeit auf Rang 4 im Vergleich der Wirtschaftsleistungen aller Bundesländer. Denn im echten Norden erhöhte sich das Bruttoinlandsprodukt, also der Wert aller erzeugten Güter und Dienstleistungen, um real 0,9 Prozent. Deutschland insgesamt kam nur auf ein Plus von 0,4 Prozent. Für Wirtschaftsminister Bernd Buchholz verständlicherweise seine „Meldung der Woche“ – auch, wenn es noch eine Menge zu tun gibt. (Video starten)