Bauhauptgewerbe in SH gut am Wind: Umsatz nähert sich der Milliardenmarke
Mit einem kräftigen Umsatzplus von acht Prozent auf 909 Millionen Euro hat das Bauhauptgewerbe in Schleswig-Holstein im ersten Halbjahr 2017 auf Wachstumskurs gelegen. In den größeren Betrieben des Bauhauptgewerbes stieg die Zahl der Beschäftigten laut Statistikamt Nord im Vergleich zum ersten Halbjahr 2016 um ein Prozent auf 12 900.
Die Auftragseingänge stiegen den Angaben zufolge um sieben Prozent auf eine Milliarde Euro, wobei der stärkste Zuwachs (plus 24 Prozent) beim öffentlichen und Verkehrsbau verzeichnet wurde. Im gewerblichen und industriellen Bau nahm das Volumen der Aufträge um 21 Prozent zu auf 334 Millionen Euro. Dagegen schrumpften die Auftragseingänge im Wohnungsbau um 17 Prozent auf 306 Millionen Euro. Das Statistikamt Nord erfasste für die Auswertung 290 Betriebe mit mindestens 20 Beschäftigen.
Eltern und Kinder aufgepasst: Die dunkle Jahreszeit kommt – ADAC spendiert Sicherheitswesten
Verkehrsminister Buchholz verteilte heute früh in Mettenhof zusammen mit ADAC-Landeschef Hillebrand die ersten Gratis-Westen an die Kleinsten
Deutschlands größte Schutzaktion für Schulanfänger geht ins siebente Jahr: 760.000 Sicherheitswesten verteilt die ADAC Stiftung zum Schulanfang in diesen Wochen kostenlos an annähernd 16.000 Schulen in Deutschland. Ziel ist es, den Schulweg für die Jüngsten noch sicherer zu machen. In Schleswig-Holstein erhalten in diesen Tagen 23.705 Kinder an 493 Schulen die bunten Westen. Der schleswig-holsteinische ADAC-Vorsitzende Ulrich Gerhard Hillebrand und Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz übergaben heute die ersten Westen für die Stiftung an der Schule am Heidenberger Teich in Kiel-Mettenhof.
Und das ist auch notwendig, denn die Unfallzahlen im echten Norden sind nach wie vor alarmierend: „Schleswig-Holstein hat auf 100.000 Verkehrsteilnehmer gerechnet den höchsten Anteil an verunfallten Kindern aller Bundesländer“, mahnte Hillebrand. Das sei zum Teil auch der Tatsache geschuldet, dass das Land touristisch gerade von einem Rekord zum nächsten eile und mit der Zahl der Touristen auch die Verkehre anstiegen. Und auch wenn im Jahr 2016 3,6 Prozent weniger Kinder verunglückt seien als im Vorjahr – ein Grund zur Entwarnung sei das keineswegs.
„Denn gleichzeitig ist die Zahl der Unfälle mit Beteiligung von Kindern um 6,9 Prozent gestiegen. 1.337 Kinder wurden dabei verletzt, zwei verloren ihr Leben“, so Hillebrand weiter. „Kinder verunglücken im Herbst deutlich häufiger als im Sommer.“ Darüber hinaus zeige ein Blick in die Statistik, dass die Unfallhäufigkeit morgens, am Mittag und noch einmal in den frühen Abendstunden zunimmt – genau die Zeiten, zu denen Kinder zur Schule gehen, nach Hause kommen oder vom Spielen heimlaufen.
Heute noch nichts vor? LBV-SH lädt zum „offenen Denkmal“ in die Autobahnmeisterei bad Oldesloe
Anlässlich des heutigen „Tags des offenen Denkmals“ öffnet auch die denkmalgeschützte Autobahnmeisterei Bad Oldesloe ihre Türen für die Öffentlichkeit. In diesem Jahr lautet das bundesweite Motto „Macht und Pracht“. Nach den Worten von Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz und dem Chef des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH), Torsten Conradt, zählt die heutige Autobahnmeisterei zur ersten Generation von Meistereien an fertigen Autobahnen in Deutschland. Das historische Gebäude wurde bereits 1937 zur Inbetriebnahme der Autobahn Hamburg – Lübeck in Betrieb genommen. Im Jahr 2011 hat das Landesamt für Denkmalpflege den Denkmalschutz der Anlage dokumentiert.
Das Museum der Meisterei
Laut Conradt war in den Jahren 2011 und 2012 eine umfangreiche Restaurierung der Gesamtanlage vorgenommen worden. Seither befindet sich auch ein kleines Straßenmuseum in der Meisterei, das seit 1979 durch die Sammlung von Handwerkszeug und Geräten der Straßenunterhaltung aufgebaut wurde. „Hier wird also buchstäblich ein wichtiges Stück Straßenbaugeschichte von Schleswig-Holstein lebendig“, sagt Buchholz. Zugleich appellierte er auch an Schülerinnen und Schüler und angehende Studenten, sich bei der Gelenheit über die facettenreiche Berufe rund um den Straßenbau zu informieren. „Die Straßenbauverwaltung ist ein vielseitiger, attraktiver und familienfreundlicher Arbeitgeber“, so der Minister.
In der Zeit des Nationalsozialismus betreute die Meisterei mit 20 Mitarbeitern knapp 58 Kilometer Beton-Autobahn mit sechs Anschlussstellen in Stapelfeld, Ahrensburg, Bargteheide, Bad Oldesloe, Wesenberg und Lübeck. Heute werden mit 27 Mitarbeitern knapp 110 Kilometer Autobahn, drei Autobahnkreuze, ein Autobahndreieck, drei Rastanlagen, neun Rastplätze, zwei Tunnel und 15 Anschluss-Stellen betreut.
Folgendes Programm ist heute von 11 bis 16 Uhr in der Meisterei (Steinkamp 5; 23843 Bad Oldesloe) vorgesehen:
Führungen: Freigelände und Museumsführungen „Arbeitsgeräte im Wandel der Zeit“
Ausstellungen: Grünpflege mit Geräten, Baumkletterer, Holzschnitzarbeiten mit Motorsäge, Winterdienst (Fahrzeuge und Geräteen), Info Stand des LBV-SH; Ölspurbeseitigung; Bankettfräsarbeiten; Deutscher Straßendienst mit Brückenbesichtigungswagen; Historische Fahrzeuge, Motorräder und Baumaschinen
Vorführungen: Patientengerechte Rettung aus Unfallfahrzeug mit Schere und Spreitzer durch die Feuerwehr; Polizei mit Videofahrzeug; Rettungswagen; Rettungshundestaffel sowie kleine Spielangebote für Kinder
Essen: je nach Wetter Grill oder Erbsensuppe, Eiswagen, Getränke.
Buchholz zufrieden mit Bahnangebot Kiel-Oppendorf – Gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis für „Hein Schönberg“
Buchholz mit DB-Regio-Vorstand Torsten Reh bei der Testfahrt
Zum Ende der ersten Betriebswoche hat Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz heute das neue Bahnangebot zwischen Kiel und Oppendorf getestet. Gemeinsam mit der Plöner Landrätin Stephanie Ladwig und Kiels Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer machte sich Buchholz selbst ein Bild der 8,5 Kilometer langen Strecke. Während der Fahrt gab es auch Gelegenheit zum Gespräch mit vielen kommunalen Vertretern aus der Region.
Buchholz: „Es beeindruckt mich, wie positiv das neue Angebot in Kiel und in der Region aufgenommen wird. Der Kieler Osten profitiert von der neuen Bahn, die Probstei bekommt dann ab 2020 den neuen ,Hein Schönberg‘. Und ich hoffe sehr, dass er von Pendlern wie Touristen so gut nachgefragt wird, dass er wirtschaftlich unterwegs ist und der ganzen Region neue Entwicklungsimpulse geben wird.“
Weiter sagte Buchholz
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Auch Ladwig ist zufrieden: „Bisher fährt die Bahn noch nicht ganz in die Probstei, aber auch in Oppendorf werden sicher schon viele Schönkirchener einsteigen. Für die Bürgerinnen und Bürger im Kreis Plön wird diese wichtige Infrastrukturmaßnahme eine Aufwertung des Öffentlichen Personennahverkehrs sein. Mit einem klugen Bahn-Bus-Konzept, das wir mit dem Land auf den Weg bringen, sorgen wir für eine gute Anbindung zwischen den Gemeinden des Kreises Plön und der Stadt Kiel.“
Kämpfer ergänzt: „Für Kiel ist das schon jetzt ein tolles Angebot. Richtig rund wird es, wenn die Züge dann direkt bis zum Strand fahren. Ein wirklich gutes Angebot auch für erholungsuchende Kielerinnen und Kieler! Insgesamt ist der Ausbau des Schienennahverkehrs eine wichtige Säule zukünftiger Mobilität in Kiel und der Kiel Region.“
Buchholz dankte AKN-Vorstand Wolfgang Seyb für die bisherige Planung und für die gute Umsetzung der neuen Bahnstationen im NAH.SH-Design. DB-Regio-Chef Torsten Reh wünschte er viel Erfolg und gutes Gelingen für den Betrieb: „Die Menschen in der Region waren lange von der Bahn entwöhnt. Jetzt liegt es an Ihnen, sie mit einem guten und verlässlichen Angebot zu gewinnen.“
Mehr zum Nahverkehr in Schleswig-Holstein gibt es unter: www.nah.sh
Buchholz mit Amtskollegen aus NRW und Rheinland-Pfalz vor der Bundespressekonferenz
FDP-Wirtschaftsminister Wissung (Rheinland-Pfalz); Pinkwart (NRW) und Buchholz
Die FDP-Wirtschaftsminister aus drei Bundesländern haben sich für eine Stärkung von Firmengründungen sowie des Mittelstandes in Deutschland ausgesprochen. Die Ressortschefs aus Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen forderten heute in Berlin zudem eine Beteiligung des Bundes an der beruflichen Bildung zum Abbau des Fachkräftemangels sowie zusätzliche Milliarden für Investitionen in die Infrastruktur.
Wie Buchholz sagte, wolle er – ebenso wie seine beiden Kollegen – die Investitionen des Bundes in die Verkehrsinfrastruktur erhöhen, um vor allem die jahrelange Unterfinanzierung zu beenden. „Der Bund muss deutlich mehr Mittel für Verkehrswege bereitstellen. Und das nicht nur für Bundesautobahnen oder -fernstraßen, sondern auch für den schienengebundenen ÖPNV. Wir wollen zudem, dass der Bund in den nächsten 20 Jahren jeweils zwei Milliarden Euro in einen Fonds zur Sanierung der Verkehrsinfrastruktur einzahlt. Denn Kommunen und Länder können den Sanierungsstau bei ihren Verkehrswegen nicht allein beheben“, so der Minister
Buchholz erinnerte in dem Zusammenhang daran, dass die Jamaika-Kooalition in Kiel gerade die Weichen für eine Aufstockung der Mittel beim Landesstraßenbau gestellt habe. „Wir werden jedes Jahr 90 Millionen Euro in den reinen Erhalt unseres Landesstraßennetzes investieren – im Vergleich zu Investitionen früherer Jahre nahezu eine Vervierfachung der Mittel.“
Mit Blick auf die Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstandes warf Buchholz der Bundesregierung vor, die Förderung von Forschung und Entwicklung vernachlässigt zu haben. Nötig seien ein Fördervolumen von drei bis vier Milliarden Euro sowie Steueranreize. Der Mittelstand müsse bei der Bürokratie entlastet werden – etwa bei Aufzeichnungspflichten für den Mindestlohn oder Vorgaben bei Ausschreibungen. Bei der Energiewende müssen aus Sicht von NRW-Minister Andreas Pinkwart Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit stärker in den Fokus rücken. Nicht nur für den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase seien Zielvorgaben nötig, sonder auch für eine sichere Stromversorgung
Aus Sicht von Volker Wissing (Rheinland-Pfalz) gibt es in Deutschland zu wenig Risikokapital für Firmenneugründungen vor allem in der digitalen Wirtschaft. Ein Ärgernis sei, dass Gewinne und Verluste von Kapitalgebern steuerlich ungleich behandelt würden. Investitionen müssten erleichtert und Klarheit beim Urheber- und Datenschutzrecht geschaffen werden. Mit Blick auf den Fachkräftemangel sagte Wissing: «Auf uns rollt da ein enormes Problem zu.» Das Kooperationsverbot, das dem Bund eine Beteiligung an der Bildungspolitik der Länder verbietet, müsse fallen.
A-21-Ausbau: „Bergfest“ in Barmissen – Buchholz und LBV-SH-Chef Conradt legen Zeitplan vor
A-21-Baustelle zwischen Nettelsee und Löptin: Bis Jahresende sollen hier die wesentlichen Arbeiten abgeschlossen sein – der Weiterbau Richtung Kiel ist in Planung
Anlässlich eines „A-21-Bergfestes“ des Arbeitskreises Siedlungsentwicklung in Barmissen im Kreis Plön haben Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz und der Direktor des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH), Torsten Conradt, heute abend den weiteren Zeitplan erläutert. Nachdem seit April Baureife für den A-21-Abschnitt zwischen Nettelsee und dem Barkauer Land vorliegt und der Bund Ende Juni die rund 65 Millionen Euro zur Realisierung zur Verfügung gestellt hat, werden nun vom LBV-SH die Personalressourcen aufgestockt. „Zusätzliche Stellen für Fachkräfte sind bereits ausgeschrieben“, sagte Buchholz, der den Ausbau der B 404 zur A 21 in Richtung Kiel zum Pilotvorhaben des Landes in Sachen Planungsbeschleunigung erklärt hat.
Conradt
Wie LBV-SH-Chef Conradt am Abend bei der „Halbzeit“-Feier in der Alten Schmiede von Barmissen erläuterte, sieht das Konzept des Landesbetriebs folgende weiteren Schritte vor:
Baubeginn der Straßenbrücke im Zuge der Kreisstraße 10 über die A 21 im Herbst 2018.
Rodungsarbeiten des Bewuchses im Baufeld des Bauwerks im Zeitraum zwischen Oktober 2017 und Februar 2018.
Schaffung von sogenannten Lerchenfenstern (bewusst angelegte Fehlstellen in landwirtschaftlicher Nutzfläche, auf den die Feldlerche Lande- und Brutplätze sowie genügend Futter findet) als artenschutzrechtliche Auflage.
Der Straßenbau soll in zwei Bauabschnitten erfolgen: Neubau neben der B 404 bei Kirchbarkau und Ausbau der B 404 von Kirchbarkau bis Nettelsee.
Buchholz
Um Klagen abzuwenden, hatte das Land unter anderem zugestimmt, die rund sechs Kilometer lange Ortsverbindungsstraße zwischen den Gemeinden im Barkauer Land um einen halben Meter auf sechs Meter zu verbreitern. Dazu ist laut Conradt ein Planänderungsverfahren nötig. Als Ersatz für den heute bestehenden Radweg entlang der B 404 zwischen Klein Barkau und Nettelsee wurde zudem die Herrichtung eines 3,6 Kilometer langen Geh- und Radwegs als Spurplattenweg zugesagt, der zum Teil auch neu gebaut wird. Die planerischen Arbeiten werden jetzt aufgenommen.
Nach Einschätzung von Conradt und Buchholz werden die wesentlichen Arbeiten am derzeit noch im Bau befindlichen Abschnitt zwischen dem Depenauer Moor und Löptin Ende des Jahres abgeschlossen sein. Für den Folgeabschnitt bis Nettelsee sind rund zwei Jahre veranschlagt.
Industrie-Umsätze im Norden auf dem Vormarsch – Buchholz: Grund zu vorsichtigem Optimismus
Die größeren Industriebetriebe in Schleswig-Holstein haben im ersten Halbjahr ihre Umsätze im Vorjahresvergleich um zwölf Prozent auf 16,6 Milliarden Euro gesteigert. Der hohe Zuwachs hänge auch mit der Abrechnung von Großaufträgen zusammen, teilte das Statistikamt Nord heute mit. Der Inlandsabsatz stieg um 15 Prozent auf 9,7 Milliarden Euro, der Export um 7 Prozent auf 6,9 Milliarden. Die Exportquote sank minimal auf 42 Prozent.
„Auch wenn die guten Zahlen zum Teil auf Sondereffekten wie der Abrechnung von U-Boot-Aufträgen beruhen, so zeigen sie doch: unsere industriellen Kerne in Schleswig-Holstein sind erfolgreich – und vor allem ausbaufähig“, sagte Buchholz. Diesen Schwung gilt es jetzt aufzunehmen und mit den richtigen industriepolitischen Weichenstellungen zu ergänzen.“ Als Beispiele für interessante industrielle Perspektiven in Schleswig-Holstein nannte der Minister den Lokomotivbau mit nachhaltigen Antriebssystemen, das geplante LNG-Terminal in Brunsbüttel und die absehbaren Entwicklungen darum herum sowie die nächste Stufe der Energiewende mit Wasserstoff als chemischen Speicher für Windstrom aus Schleswig-Holstein
Umsatzstärkste Branche blieb der Maschinenbau mit 2,7 Milliarden Euro. Es folgte die Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln mit 2,5 Milliarden. Die Mineralölverarbeitung, die in der Vergangenheit wegen gesunkener Preise starke Umsatzrückgänge hinnehmen musste, legte um 56 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zu. Im Plus waren auch die chemische (1,4 Milliarden Euro) und die pharmazeutische (1,2 Milliarden) Industrie. Der «Sonstige Fahrzeugbau» – in diese Rubrik fallen auch Schiffe und Lokomotiven – verbuchte fast eine Verdopplung auf 919 Millionen Euro. Hier wirkte sich die Abrechnung von Großaufträgen im Schiffbau aus.
Im Monatsdurchschnitt des ersten Quartals arbeiteten in den erfassten 569 Betrieben mit jeweils mindestens 50 Beschäftigten insgesamt knapp 106 700 Menschen. Das waren im Vorjahresvergleich vier Prozent mehr
Für eine schnellere Straßenplanung: Land dockt Planfeststellungsbehörde im Ministerium an
Betriebssitz Kiel des LBV-SH: Noch sitzt die Planfeststellungsbehörde hier in der Mercatorstraße
Um den Straßenausbau zu beschleunigen und die nötige Planung enger zu begleiten, wird die Anhörungs- und Planfeststellungsbehörde des Landes noch in diesem Jahr organisatorisch an das Verkehrsministerium angedockt. Das gaben Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz und sein Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs heute vor dem Wirtschaftsausschuss des Landtags bekannt. Bislang ist die 23 Mitarbeiter starke Behörde im Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH) untergebracht. „Mit der Umorganisation wollen wir die Behörde nicht nur in ihrer Unabhängigkeit stärken, sondern auch direkte Verantwortung für eine angemessene Ressourcen-Ausstattung übernehmen und damit zur Beschleunigung von Verfahren beitragen“, sagte Buchholz.
Nebendahl
Nach Angaben von Staatssekretär Rohlfs – zugleich Amtschef der knapp 1400 LBV-SH-Mitarbeiter – sollen die organisatorischen Voraussetzungen bis zum Jahresende abgeschlossen sein. Darüber hinaus werde die Behörde bis dahin personell aufgestockt. Um das Planfeststellungsverfahren für den Belttunnel im laufenden Prozess und bei Rechtsfragen stärker zu unterstützen, wird erstmals auch ein externer Koordinator eingesetzt. Laut Rohlfs hat der Kieler Vergabe- und Planungsrechtsexperte Prof. Dr. Mathias Nebendahl dazu seine Bereitschaft erklärt.
Rohlfs sagte nach der Sitzung des Wirtschaftsausschusses weiter
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„Die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden intensiv in den gesamten Prozess der Umorganisation einbezogen und die künftige Struktur des neuen Amtes mit ihnen gemeinsam erarbeitet“, sagt Rohlfs. Die Neuorganisation stütze sich auf die Empfehlung von Gutachtern der Hamburger Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG. Hintergrund sei eine bereits von der Vorgängerregierung angestoßene KPMG-Untersuchung zur strukturellen Anpassung des LBV-SH im Zusammenhang mit der geplanten Infrastrukturgesellschaft des Bundes.
„In ihrem Abschlussbericht kommen die Experten – auch nach einem Vergleich mit anderen Bundesländern – zu dem Schluss, die Anhörungs- und Planfeststellungsbehörde als ein eigenständiges Amt an das Ministerium anzubinden“, so Rohlfs. Ein wichtiger Vorteil sei die künftig deutlichere Trennung zwischen dem LBV-SH als Vorhabenträger und der Planfeststellungsbehörde. Dies, so Rohlfs, sei in der Vergangenheit immer wieder ein Konfliktpunkt bei Planverfahren gewesen, der unter anderem oft zu Befangenheitsanträgen gegen die LBV-SH-Spitze geführt habe.
Nach 25 Jahren Wartezeit: Minister Buchholz ebnet Hamberge den Weg zu Lärmschutz
Erleichtert: Buchholz und Bürgermeister Beeck nach der Vertragsunterzeichung – zuvor hatte die Gemeindevertretersitzung einstimmig grünes Licht gegeben
Der Knoten ist duchschlagen: Die Planung zur Errichtung von Lärmschutzwällen an der Autobahn A 1 im Bereich der Gemeinde Hamberge im Kreis Stormarn kann noch in diesem Jahr beginnen. Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz unterzeichnete soeben auf einer außerordentlichen Gemeindevertretersitzung der Gemeinde bei Lübeck zusammen mit Bürgermeister Paul Friedrich Beeck eine entsprechende Vereinbarung. Das Land sichert der Gemeinde darin zu, das Planfeststellungsverfahren für eine Erweiterung der Lärmschutzmaßnahmen schnellstmöglich einzuleiten. Auf diese Weise können laut Buchholz und Beeck bis Ende des Jahres die ersten notwendigen Ausschreibungen für die Planungsarbeiten erfolgen.
Auf die Frage, warum die Gemeinde über zwei Jahrzehnte warten musste sagte Buchholz im Restaurant Hauck
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„Ich freue mich sehr, dass wir nach jahrelanger Hängepartie eine Einigung erzielen konnten, die sowohl für das Land als auch für die Gemeinde eine planungssichere Grundlage schafft“, sagte Buchholz weiter. Auch Bürgermeister Paul Friedrich Beeck zeigte sich sehr zufrieden mit dem Ergebnis: „Wir begrüßen außerordentlich, dass die Gemeinde heute die für sie so wichtige Zusicherung der Maßnahme erhält. Somit können wir nun auch die Umsetzung des Projektes E-Highway mit allen Kräften unterstützen.“
Beeck sagte weiter
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Die Gemeinde Hamberge hatte sich seit Längerem für eine Erhöhung der Lärmschutz-wälle an der Autobahn 1 zwischen der Bundesstraße 75 und dem Autobahnkreuz Lübeck eingesetzt. Im Zusammenhang mit dem Bau einer Teststrecke für Oberleitungs-Lkw im Feldversuch E-Highway auf einem Teilstück der Autobahn 1 zwischen Reinfeld und Lübeck hatte die Gemeinde ihre Forderungen dann erneut bekräftigt.
Die nun geschlossene Vereinbarung sichert Hamberge laut Buchholz einen Rechtsanspruch auf ergänzende Lärmschutzmaßnahmen, auch über etwaige Verjährungsfristen hinaus, zu. Die Planung einer Teilanschlussstelle könnte nach Fertigstellung der Lärmschutzmaßnahmen bereits in der Zuständigkeit der geplanten neuen Infrastrukturgesellschaft des Bundes erfolgen.
Schifffahrtskrise – Reeder sehen Licht am Ende des Tunnels
Frachter auf dem Nord-Ostsee-Kanal vor der Brunsbütteler Schleuse: Frachtraten und auch Schiffspreise stabilisieren sich allmählich, sagt der Verband Deutscher Reeder
Noch ist es zu früh für eine endgültige Entwarnung, aber so langsam macht sich in der Schifffahrtsbranche wieder Zuversicht breit. «Die Frachtraten und die Preise für gebrauchte Schiffe haben sich stabilisiert», sagt Alfred Hartmann, der Präsident des Verbandes Deutscher Reeder (VDR). Die Talsohle sei offenbar durchschritten und in zwei Jahren könnte die Branche wieder in normales Fahrwasser gelangen. «Es gibt nichts, was dagegen spricht. Wir sind keine Abbauindustrie wie die Kohleförderung», sagte Hartmann. Auch in Zukunft werde es einen wachsenden Welthandel, internationalen Warenaustausch und globale Schifffahrt geben. Wirtschaftsminister Bernd Buchholz begrüßte die positiven Signale mit Blick auf die mehreren tausend Arbeitsplätze, die in Schleswig-Holstein direkt oder indirekt mit der Branche verbunden sind. «Allein am Nord-Ostsee-Kanal hängen 3500 Arbeitsplätze», so Buchholz.
Doch die hartnäckige Krise hat tiefe Spuren in der deutschen Schifffahrt hinterlassen. «Wir haben rund 1000 Schiffe verloren; allein in diesem Jahr 133», sagte der Reeder-Präsident, der die Hartmann-Gruppe im ostfriesischen Leer gegründet hat und führt. Mit 2720 Schiffen und einer Tonnage von 71 Millionen BRZ (Bruttoraumzahl) spielt Deutschland immer noch eine gewichtige Rolle unter den Schifffahrtsnationen der Welt und unterhält die viertgrößte Handelsflotte. Doch die Position war schon besser; Griechenland, Japan und China sind davongezogen. Zum Teil mit Schiffen, die von deutschen Reedern als Notverkäufe auf den Markt kamen. «Diese Schiffe sind ja leider nicht verschwunden, sondern fahren für deutlich geringe Kapitalkosten für ausländische Reeder», sagte Hartmann.
Ursache für die Branchenkrise ab 2008 waren hohe Überkapazitäten vor allem in der Containerschifffahrt, nachdem die Reeder zu viele Schiffe bestellt hatten und der Welthandel nach der Finanzkrise langsamer wuchs. Mit einigen Jahren Verzögerung führte das zu einer Konzentrationswelle bei den Linienreedereien mit Fusionen, Übernahmen und Insolvenzen. Die Hälfte der Top-20-Reedereien des Jahres 2013 ist verschwunden oder bei einem Konkurrenten gelandet.
In der deutschen Seeschifffahrt spielt die Containerschifffahrt mit einem Anteil von knapp 57 Prozent nach der Tonnage nach wie vor eine dominierende Rolle. Die deutschen Reedereien sind überwiegend im Chartergeschäft tätig; sie vermieten ihre Schiffe an die großen Linienreedereien. «Und weil die immer größer werden, ist unsere Verhandlungsmacht geschwächt», sagte Hartmann. Deshalb bleibe die Lage vorerst angespannt.
Eine Rolle spiele auch, dass sich deutsche Banken wie zum Beispiel die Commerzbank, die Deutsche Bank und die Landesbanken weitgehend aus dem Geschäft mit der Schiffsfinanzierung zurückgezogen hätten.
Sie überließen dieses Geschäft nun zunehmend Banken aus Skandinavien, Großbritannien, den USA oder auch China. «Die Reedereien müssen neue Finanzierungswege finden», sagte Hartmann. Deshalb orientierten sie sich oft ins Ausland. Auf der anderen Seite nutzten auch ausländische Reeder das in Deutschland vorhandene große Knowhow über Schiffsmanagement und ließen ihre Schiffe von deutschen Reedereien betreuen. Das sei für die deutsche Schifffahrt ein neues Geschäftsmodell.
Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus