Bund und Land machen mit 500.000 Euro die Wege zur Inselschule Fehmarn sicherer

Steffi Breuer von der Stadt Fehmarn nimmt den Bescheid von Minister Madsen entgegen

Mit Hilfe von Bund und Land sollen die Radwege für die Schülerinnen und Schüler der Inselschule Fehmarn sicherer werden. Wirtschafts- und Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen übergab dazu heute in Kiel an Steffi Breuer von der Wirtschaftsförderung der Stadt Fehmarn einen Förderbescheid über rund 525.00 Euro. Das Geld stammt vom Bund aus dem Förderprogramm „Stadt und Land“ und deckt rund 75 Prozent der Gesamtkosten ab. „Mit diesem groß angelegten Um- und Ausbauvorhaben kann die Inselgemeinde die bereits im letzten Jahr geförderte Überdachung von 420 Abstellplätzen der Gemeinschaftsschule hervorragend ergänzen“, sagte Madsen.

Das Gesamtpaket umfasst die im kommenden Jahr geplante Sanierung sowie den Ausbau des 300 Meter langen Geh- und Radwegs Frederik-Schuhmacher-Straße sowie Gahlendorfer Weg. Zudem wird der Gehweg Kantstraße auf knapp 120 Metern Länge zum kombinierten Geh- und Radweg ausgebaut. Ebenfalls auf der To-do-Liste: Die Sanierung und der Umbau des 155 Meter langen Geh- und Radwegs zwischen Gahlendorfer Weg und Birkenweg. „Ergänzt wird das Vorhaben zudem durch 14 neue Abstellbügel in der Kantstraße zur Eindämmung des sicherheitsgefährdenden Wildparkens“, so Madsen.

Wie der Minister weiter sagte, steigere das Projekt vor allem die Verkehrssicherheit für die jungen Auszubildenden, weil alle kombinierten Wege Haupterschließungswege zur Inselschule und den dortigen Sporteinrichtungen seien. Steffi Breuer erinnerte zudem daran, dass alle drei Bauprojekte Bestandteil des Radverkehrskonzeptes der Insel sind. Hintergrund: Im Juni 2019 hatte die Stadtvertretung Fehmarn den Klimanotstand ausgerufen und einen umfangreichen Maßnahmenkatalog entwickelt. Wesentlicher Bestandteil: Bis 2030 soll die Mobilität auf der Insel klimaneutral sein und ÖPNV sowie Rad- und Fußverkehr Vorrang vor dem motorisierten Individualverkehr haben.

Lübecker Hafen trotz widriger Umstände im Vorwärtsgang – Arbeitstreffen mit Madsen

Spitzentreffen (v.r.): LHG-Geschäftsführer Prof. Jürgens, TT-Line-Chef Termühlen, Minister Madsen, Lübecks Bürgermeister Lindenau, Konsul Bernd Jorkisch und Port-Authority-Chef Kaschel im LHG-Terminal © LHG/Olaf Malzahn

Kaum eine Branche spürt die Auswirkungen von Russland-Embargo und explodierenden Energiepreisen derzeit so hautnah wie Reedereien und Häfen – insbesondere Ostseehäfen wie Lübeck. Für Wirtschafts- und Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen letzte Woche Grund genug, um sich mit Lübecks Hafen-Chef Dr. Sebastian Jürgens (LHG), Guido Kaschel von der Lübeck Port Authority sowie dem Geschäftsführer der Reederei TT-Line, Bernhard Termühlen, Bürgermeister Jan Lindenau und dem finnischen Honorarkonsul Bernd Jorkisch auszutauschen. Eine der wichtigsten Botschaften des Sextetts: Trotz eingebrochenen Russland-Geschäfts ist und bleibt Lübeck zentraler Knotenpunkt innerhalb der europäischen Verkehrsnetze. Der Hafen sei zudem gut und breit genug aufgestellt, um die Ostseeverkehre auch unter widrigen Bedingungen leistungsfähig und umweltgerecht zu organisieren.

Mit einiger Skepsis blicken die Hafenmanager und Reeder allerdings unter anderem auf den geplanten Nationalpark Ostsee der Landesregierung. Hintergrund: Laut Plänen des Umweltministeriums gehört zum Gebiet des künftigen Nationalparks auch die Trave-Mündung bis zum Hafen in Schlutup, wo sich bereits umfangreiche Naturschutzgebiete befinden. Für Bürgermeister Jan Lindenau hingegen bildet allein der Hafenentwicklungsplan die Grundlage, wie Naturschutz, wirtschaftliche Entwicklung und Zukunftsentwicklungen abgeglichen und in Einklang gebracht hat.  «Sollte ein Nationalparkgesetz über die hier gefundenen Kompromisse hinausgehen wollen, würden wir nicht mitgehen können», zitieren die „Lübecker Nachrichten“ den Lübecker Verwaltungschef.

Die Besatzungen der Fähren auf der Travemünde-Trelleborg-Route sind zunehmend in Sorge um ausufernde Lotsenkosten und deutschsprachige Lotsenprüfungen

Ein weiteres Problem adressierte TT-Line-Chef Termühlen an Wirtschaftsminister Madsen: So würden sich die aus Sicht der Reederei zunehmend ausufernden Lotsenkosten immer mehr zum Standortnachteil entwickeln. Und noch ein anderes Problem brennt Termühlen auf den Nägeln: Um seine schwedischen Kapitäne von der Lotsenpflicht zu befreien, müssen diese umfangreiche Prüfungen ablegen. Da dies laut Vorschrift aber nur in deutscher Sprache stattfinden dürfe, scheiterten viele Schiffsführer schlicht an der Sprachbarriere. Aus Sicht von Termühlen in einer Branche, in der weltweit englisch gesprochen werde, geradezu ein bürokratischer Treppenwitz. Madsen verwies zwar auf die Zuständigkeit des Bundes, sagte aber zu, dass Thema zunächst mit seinen Amtskolleginnen und Kollegen in den fünf norddeutschen Küstenländern zu besprechen.   

Ein weiteren Schwerpunkt des Arbeitstreffens waren die Perspektiven zur Weiterentwicklung der Drehscheiben-Funktion des Lübecker Hafens im Ostseeraum, die jüngst erfolgten Investitionen der TT-Line in neue Schiffskapazitäten über den Lübecker Skandinavienkai sowie die Chancen und Herausforderungen im Hinblick auf die Feste Fehmarnbeltquerung. Port-Authority-Chef Kaschel informierte über infrastrukturelle Fragen, während der finnische Honorarkonsul Bernd Jorkisch die vielfältigen seeseitigen Handelsbeziehungen mit Finnland beleuchtete.

«Wir freuen uns darüber, dass Minister Madsen schon zu Beginn seiner Amtszeit Interesse für den Hafen Lübeck zeigt und damit mehr als eine Visitenkarte abgibt», sagte LHG-Chef Jürgens nach dem zweistündigen Treffen. Und Termühlen fügte hinzu: „TT-Lines dreistellige Millioneninvestition in den Fährverkehr über Lübeck ist ein klares Bekenntnis zum Fährhafen Skandinavienkai.“

Madsen bot mit Blick auf die Entwicklungsperspektiven des Hafens die weiterhin volle Unterstützung der Landesregierung an: „Uns ist bewusst, dass Lübeck mit seiner LHG, seinen Reedereien, Speditionen und anderen angeschlossenen Betrieben für Schleswig-Holstein das größte Fracht-Tor zum Ostseeraum ist. Hier gilt es unter anderem, die riesigen Chancen des entstehenden Fehmarnbelttunnels zu nutzen, aber auch andere Wachstumsimpulse aus dem Ostseeraum aufzunehmen und in Wertschöpfung zu verwandeln.“

IHK-Spitzen bei Minister Madsen mit Themen von Ausbildung über Bürokratie bis zur A 20

Aus Sicht der Spitzenvertreter der schleswig-holsteinischen Industrie- und Handelskammern hapert es an vielen Schulen im Land nach wie vor an einer guten Vorbereitung auf das Berufsleben. Das war eines der Kernthemen, die von den IHK-Hauptgeschäftsführern und ihren Präsidenten heute bei einem Arbeitstreffen an Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen adressiert wurden. Pro Jahrgang würden aktuell deutlich zu viele Schülerinnen und Schüler in Schleswig-Holstein ohne Berufsabschluss bleiben. Das sei angesichts des wachsenden Fachkräftemangels eine problematische Größenordnung, hieß es. Auch bei einigen Berufsbildungszentren im Land beklagen die Wirtschaftsvertreter in einigen Bereichen zu praxisferne Ausbildungsangebote. Es gebe allerdings auch exzellente und marktgerechte Ausbildungsangebote.

Madsen – zuständig für die Fachkräfte-Initiative Schleswig-Holstein (FI.SH) – regte unterdessen an, dass die Wirtschaft von sich aus über eine Lehrplatz-Angebotsgarantie nachdenken könne. «Auch, wenn darüber mit Sicherheit nicht jeder angehende Azubi in seinem Wunschberuf unterkommt», so der Minister.   

Arbeitstreffen mit den IHK-Spitzen des Landes (v.l.): Björn Ipsen (Flensburg), Lars Schöning (Lübeck), Minister Madsen, Jörg Orlemann und Knud Hansen (Kiel), Hagen Goldbeck (Lübeck) und Thomas Jensen (Flensburg)

Erst in der jüngsten IHK-Mitgliederbefragung hatten sich die Unternehmen bessere Rahmenbedingungen gewünscht, um die Fachkräftesituation in ihren Betrieben zu verbessern. Am häufigsten genannt wurde dabei der Bürokratieabbau, damit Beschäftigte mehr Zeit für ihre eigentliche Tätigkeit haben (49,5 Prozent). Die Unternehmen sprechen sich aber auch die Stärkung der beruflichen Bildung durch eine praxisorientierte Berufsorientierung und die Aufwertung der Berufsschulen aus (48,4 Prozent), ebenso für Erleichterungen bei der Einstellung ausländischer Fach- und Arbeitskräfte (36,6 Prozent).

Ein weiteres Thema des Spitzentreffens: Die explodierenden Strom- und Energiepreise und die von Bund und Land aufgesetzten Entlastungen und Härtefallregelungen. Madsen erinnerte in dem Zusammenhang erneut an das vom Land aufgesetzte 200-Millionen-Euro-Bürgschaftsprogramm für Darlehen. Die IHK-Spitzen mahnten unterdessen an, dass es vielmehr dringend an der Zeit sei, die Kosten für den Um- und Ausbau der Energienetze bundesweit gerecht zu verteilen: Länder wie Schleswig-Holstein, die einen wesentlichen Beitrag zum Erreichen der bundesweiten Klima- und Ausbauziele für Erneuerbare Energien leisten, würden besonders benachteiligt – dabei müsse es eigentlich umgekehrt sein.

Last not least spielte bei dem Treffen einmal mehr auch der stockende Weiterbau der A 20 eine Rolle: Nachdem Madsen bereits am Vortag klargestellt hatte, dass für die Landesregierung ein von Naturschützern gefordertes Moratorium nicht in Betracht komme, machten auch die IHK-Chefs deutlich: „Wenn Bundesverkehrsminister Volker Wissing einen nationalen „Infrastrukturkonsens“ fordere, sei dies im Interesse der Wirtschaft. Lübecks IHK-Präsident Hagen Goldbeck: «Natürlich sind auch wir am Dialogprozess interessiert, aber fragen uns, wann wir vom Reden endlich ins Machen kommen.» In der öffentlichen Diskussion fehle, dass der motorisierte Individualverkehr in der Fläche häufig die effizienteste Form des Verkehrs darstelle. Es müsse folglich daran gearbeitet werden, den Straßenverkehr unabhängig von fossilen Energieträgern zu machen. «Nicht der Verkehrsträger Straße an sich ist das Problem, sondern die verzögerte Energie- und Antriebswende», sagte Goldbeck. Madsen kündigte unterdessen ein Schreiben an Bundesverkehrsminister Wissing an, in dem er den Bund auffordert, planerisch weit fortgeschrittene Großvorhaben wie die A 20 ausdrücklich vom angestrebten „Infrastrukturkonsens“ auszunehmen. «Das sind wir unter anderem den staugeplagten Menschen rund um Bad Segeberg schuldig», sagte Madsen.

So sehen die neuen Doppelstock-Wagen für die Strecke Lübeck-Hamburg aus: Im Januar gehts los

Hell, geräumig und barrierefrei: der neue Stadler-KISS mit seinen ersten Gästen beim heutigen Pressetermin

Reisende auf der Bahnstrecke Hamburg-Lübeck können bald in neuen Doppelstockzügen Platz nehmen. Voraussichtlich ab Ende Januar 2023 sollen die 18 Züge des Herstellers Stadler eingesetzt werden, wie Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen heute Abend in Lübeck gemeinsam mit der DB-Konzernbevollmächtigten Manuela Herbort mitteilte. «Das wird ein gewaltiger Qualitätssprung für unseren Schienenverkehr», sagte Madsen.

Die vierteiligen Doppelstocktriebzüge, die aus zwei Triebwagen und zwei Mittelwagen bestehen, können bis zu 880 Fahrgäste befördern. Jeder Zug verfügt über 405 Sitzplätze, davon 38 in der ersten Klasse. Zwischen Lübeck und Hamburg sollen die Fahrzeuge in der Regel in Doppeltraktion eingesetzt werden und bieten dann 810 Sitzplätze je Verbindung. In den Mehrzweckbereichen ist Platz für Rollstühle, Kinderwagen oder bis zu 36 Fahrräder. Die Züge verfügen über WLAN, Steckdosen an allen Sitzen, ein Fahrgastinformationssystem, eine Auslastungsanzeige und ein elektronisches Reservierungssystem. Die Fahrgastbereiche sind videoüberwacht.

Minister Madsen sagte zu dem neuen Angebot weiter – Audio starten, Pfeil klicken….

Die Strecke Lübeck-Hamburg ist nach Angaben von Madsen mit rund 24 000 Fahrgästen pro Tag eine der meistgenutzten Verbindungen im Land. Vom Fahrplanwechsel am 11. Dezember an wird der Halbstundentakt zwischen Lübeck und Hamburg nach Angaben der Deutschen Bahn künftig auch an Wochenenden von 8.00 bis 24.00 Uhr sowie werktags von 5.00 bis 24.00 Uhr angeboten. Die Züge zwischen Hamburg und Lübeck fahren künftig an Wochenenden nachts durchgängig im Stundentakt. Vom 1. April 2023 an werden Fahrten täglich von Hamburg Hauptbahnhof über Lübeck Hauptbahnhof bis nach Travemünde Strand verlängert.

DB-Konzernbevollmächtigte Herbort mit Minister Madsen vor dem nagelneuen Zug um Lübecker Hauptbahnhof

Land & Bund sorgen für massiven Qualitätsschub beim Radverkehr in Neustadt in Ostholstein

Qualitäts-Schub für den Radverkehr in Neustadt im Kreis Ostholstein: Das Land hat der Stadt für vier Radweg-Projekte jetzt 782.500 Euro aus dem Sonderprogramm „Stadt und Land“ bewilligt. Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen übergab heute (9. November) bei einem Besuch im Neustädter Rathaus die entsprechenden Förderbescheide an Bürgermeister Mirko Spieckermann. „Alle vier geförderten Projekte ergeben sich aus dem Radverkehrskonzept der Stadt und sind von uns geprüft und für gut befunden worden“, sagte Madsen. Alle vier Vorhaben würden künftig zu einer erhöhten Sicherheit von Radfahrenden in Neustadt beitragen. Ausgangspunkt war eine Umfrage, in der Einheimische unter anderem von erlebten Konflikten mit dem Autoverkehr oder gefährlichen Hindernissen wie Kopfsteinpflaster in der Innenstadt berichtet hatten.

Bei den Förderungen handelt es sich um folgende vier Einzelprojekte:

  • Fahrradfreundlicher Umbau der Hochtorstraße: Bei diesem insgesamt 385.000 Euro teuren Vorhaben, das vom Land mit 289.000 Euro gefördert wird, geht es um den Austausch des alten und schlecht befahrbaren Kopfsteinpflasters gegen ein besser befahrbares Kleinpflaster. Die Maßnahme soll 2023 umgesetzt werden.
  • Fahrbahnverengungen mit Rad-Durchlässen am „Rackersberg“ und „Bei der Friedenseiche“:Das Projekt umfasst bei knapp 70.000 Euro Gesamtkosten die Verengung der Fahrbahn an acht Stellen. Die Fahrbahnverengungen können mit dem Fahrrad umfahren werden. Der Förderbeitrag beläuft sich auf 51.300 Euro.
  • Aufpflasterung des Knotenpunktes Rackersberg/Kreienredder: Für insgesamt 190.000 Euro wird hier eine Kreuzung für den Radverkehr sicherer gestaltet. Das Land fördert den Ausbau mit 142.000 Euro. Die Arbeiten sollen zusammen mit den Fahrbahnverengungen in der ersten Hälfte 2023 erfolgen.
  • Aufpflasterung Knotenpunkt Rosengarten: Für insgesamt 400.000 Euro lässt die Stadt hier einen längeren Abschnitt aufpflastern, um zwei wichtige innerstädtische Radrouten miteinander zu verbinden und eine sichere Querung für den Radverkehr zu ermöglichen. Das Land steuert aus dem Bundesprogramm „Stadt und Land“ 300.000 Euro zu dem Projekt bei. Umgesetzt wird das Vorhaben 2023.

Wie Madsen weiter sagte, sei das Stadtzentrum einerseits ein übergeordnetes Verkehrsziel in Neustadt, andererseits ein wesentliches Bindeglied im Radverkehrsnetz, das ein Durchfahren – etwa zum Erreichen des Bahnhofes – erforderlich mache. Dies gelte aufgrund der Lage der Neustädter Bucht und der Brücke über die Bucht ganz besonders in West-Ost-Ausrichtung. „Bislang gibt es in Neustadt kaum offizielle Radwege, dafür viele Radverkehrs-Verbote und schlechte Fahrbahnen – durch diese vier Bauprojekte dürfte sich das wesentlich verbessern“, so Madsen.

Nach den Worten von Bürgermeister Spieckermann sind Klimaschutz und Nachhaltigkeit der Stadt Neustadt in Holstein sehr wichtig. Ein Schritt in die richtige Richtung dafür sei die Umsetzung der Maßnahmen aus dem Radverkehrskonzept. Die Stadt Neustadt in Holstein freue sich sehr über die großzügige Förderung der ersten vier Projekte.

Aus dem Sonderprogramm „Stadt und Land“ fördert das schleswig-holsteinische Verkehrsministerium mit Bundesmitteln im Rahmen des Klimaschutzprogramms 2030 der Bundesregierung erstmals auch Investitionen in den Ländern und Kommunen zur Weiterentwicklung des Radverkehrs vor Ort. Ziel des Programms ist, die Attraktivität des Radverkehrs durch höhere Verkehrssicherheit und bessere Bedingungen im Straßenverkehr sowohl in urbanen als auch ländlichen Räumen zu steigern. Dies geschieht beispielsweise durch Herstellung flächendeckender, getrennter und sicherer Radverkehrsnetze, über den Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur oder mittels sicherer und moderner Fahrradabstellanlagen.

A 20: Madsen erteilt Forderungen von Öko-Verbänden nach Moratorium klare Absage

Forderungen von Naturschützern nach einem Moratorium beim Bau der A 20 hat Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen eine klare Absage erteilt: «Ich halte es durchaus für richtig, dass der Bund mit Wirtschafts-, Verkehrs- und Umweltverbänden die Projekte des Bundesverkehrswegeplans priorisiert, um am Ende zu einem Infrastrukturkonsens zu gelangen. Vorhaben mit einer Planungstiefe und einem Fertigungsstand wie bei der A 20 sollten davon aber strikt ausgenommen werden – hier erwarte ich vom Bund ein glasklares Bekenntnis zu dem Projekt», sagte Madsen heute in Kiel.  Er erinnerte daran, dass die mit der A 20 beauftragte  Planungsgesellschaft DEGES noch in diesem Jahr den Planfeststellungsbeschluss für den Elbquerungs-Abschnitt erreichen will. Madsen: «Ein Moratorium in dieser Phase käme einer Kapitulation des Bundes vor eigenen Planungs- und Genehmigungsrichtlinien gleich.»

Mit Blick auf eine für morgen angekündigte IHK-Diskussionsveranstaltung in Bad Segeberg sagte der Minister: «Für die Umfahrung von Bad Segeberg muss es endlich gelingen, mit dem Bau von Weede bis zur A21 zu beginnen, damit die Menschen vor Ort endlich entlastet werden – das ist ihnen die Politik schuldig.»

Weiter sagte Madsen heute im Gespräch mit Journalisten – Audio starten, Pfeil klicken…

Madsen erinnerte außerdem daran, dass die DEGES für den Bereich Segeberg die Planung intensiv vorbereitet und eine kleinräumige Änderung vorgenommen habe, damit die ökologisch hochsensiblen Bereiche im Travetal möglichst wenig beeinträchtigt und Grenzwerte eingehalten werden.

DEGES-Bereichsleiter Bernd Rothe hatte erst vor knapp einer Woche dem Wirtschaftsausschuss des Kieler Landtags den weit fortgeschrittenen Planungsstand auch westlich der A 7 geschildert. Mit Blick auf die bevorstehenden Baugenehmigungen für den Elb-Abschnitt und den Anschluss-Abschnitt in Steinburg hatte sich Rothe zudem vorsichtig optimistisch gezeigt, dass es möglicherweise keine weiteren Klagen geben könnte. «Immerhin befinden wir uns hier bereits in Fehlerheilungsverfahren und es gibt bundesweit kaum ein Infrastrukturprojekt, das so intensiv geprüft und geplant wird wie die A 20», so Rothe.

Energiekrise: Land hält seit heute mit 200-Millionen-Mittelstandsfonds dagegen

Um die Härten der Energiekrise für kleine und mittelständische Unternehmen in Schleswig-Holstein abzufedern, können Betriebe seit heute über ihre Hausbanken auf den Mittelstandssicherungsfonds Energie (MSFE) der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) zurückgreifen. Der mit 200 Millionen Euro ausgestattete Fonds ist Teil des von der Landesregierung beschlossenen 500-Millionen-Entlastungspakets. „Mit diesem Programm unterstützen wir Unternehmen mit Sitz oder Betriebsstätten im Land mit Förderdarlehen in Höhe von bis zu 750.000 Euro“, sagte Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen.

Alle gewerblichen, haupterwerblichen, inländischen Unternehmen mit Sitz oder Betriebsstätte in Schleswig-Holstein können Anträge stellen. Gefördert werden Betriebe, deren Energiekosten sich im Vergleich zum letzten abgeschlossenen Geschäftsjahr mindestens verdoppelt haben und die dadurch jetzt oder absehbar in Liquiditätsschwierigkeiten kommen. Unternehmen können die Förderung als verzinsliches Darlehen über ihre Hausbanken beantragen, das Darlehen wird bonitätsabhängig gewährt. Der Mindest-Darlehensbetrag liegt bei 15.000 Euro, maximal können Unternehmen 750.000 Euro beantragen. Die Antragsfrist läuft bis Oktober 2023.

Madsen sagte weiter – Audio starten…

Der Zinssatz für das Förderdarlehen liegt derzeit bei 3,5 Prozent aufgrund der gestiegenen Zinsen am Kapitalmarkt. Anpassungen aufgrund steigender Refinanzierungskosten sind möglich. Unternehmen wird eine Zinsbindung in den ersten fünf Jahren gewährt, die ihnen laut Madsen in einer volatilen Marktsituation eine verlässliche Kalkulationsgrundlage bietet. Die ersten beiden Jahre sind tilgungsfrei.

Erk Westermann-Lammers, Vorsitzender des Vorstandes der IB.SH, stellt zum Mittelstandssicherungsfonds Energie heraus: „Das Geld kommt zu den Unternehmen, die es brauchen und die beiden tilgungsfreien Jahre sowie die bis zu zwölfjährige Kreditlaufzeit helfen, mittel- bis langfristige Liquiditätsengpässe zu überwinden.“

„Die Darlehen sind zugeschnitten auf Unternehmen, die einen akuten Liquiditätsbedarf haben, aber bei ihrer Hausbank alleine unter den aktuellen Rahmenbedingungen keinen Kredit bekommen würden“, sagt Madsen. Er sehe sieht das Programm – mit dem Schleswig-Holstein als erstes Bundesland startet – als Ergänzung zu den Unterstützungen des Bundes. „Langfristig können betroffene Unternehmen nur überleben, wenn die Energiepreise sinken“, so der Minister.

Alle Einzelheiten zum Fonds finden sich hier: IB.SH Mittelstandssicherungsfonds Energie | IB.SH (ib-sh.de). Auskünfte erteilen auch die Förderlotsen der IB.SH: 0431 9905-3365.

Unscheinbar ökologisch: Oberleitungs-Ausbau für SH-Akkuzüge nimmt Fahrt auf

Mehr Elektro, weniger Diesel: Die Bahn will 2040 klimaneutral sein. In Schleswig-Holstein sollen ab Mai erste Akkuzüge Diesel-Loks ersetzen. Für sie baut die DB Oberleitungsinseln – Minister Madsen hat heute ein Exemplar im Kieler Bahnhof besichtigt.

Madsen unter der Oberleitung am Kieler Hauptbahnhof Fotos: Frank Molter

Mit sogenannten Oberleitungsinseln will die Deutsche Bahn die Elektrifizierung ihrer Strecken vorantreiben. In Schleswig-Holstein hat der Bau erster Inseln begonnen. Dabei werden Strecken nicht komplett mit Oberleitungen ausgerüstet, sondern nur kürzere Abschnitte. Bereits ab Mai sollen auf ersten Strecken zwischen Nord- und Ostsee Akku-Züge zum Einsatz kommen, die ihre Zellen auf elektrifizierten Streckenteilen aufladen und damit dann auf den übrigen Abschnitten fahren können.

«Wir werden dadurch bis zu zehn Millionen Liter Diesel pro Jahr einsparen», sagte Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen heute nstag in Kiel. Er bezifferte die Kosten für den Umbau der Infrastruktur im Norden auf 48 Millionen Euro. Bis zu 90 Prozent der Kosten könne der Bund davon übernehmen, hofft der Minister.

Planung und Kosten solcher Oberleitungsinseln gelten als deutlich geringer als die Elektrifizierung ganzer Strecken. Die Akku-Züge kommen vom Hersteller Stadler. 55 davon hat das Land Schleswig-Holstein dort bestellt, die ersten werden für Mai des kommenden Jahres erwartet. Nach Angaben der Konzernbevollmächtigten der Bahn für den Norden, Manuela Herbort, sollen Ende kommenden Jahres alle Ausbauten abgeschlossen sein. Ziel bleibe es, dass in 18 Jahren kein Zug mehr mit Diesel unterwegs sei.

Nach Angaben der schleswig-holsteinischen Nahverkehrsgesellschaft Nah.SH ist im nördlichsten Bundesland derzeit 29 Prozent des Nahverkehrs elektrifiziert, durch die Überleitungsinseln sollen es künftig knapp 70 Prozent sein. Durch die Akkuzüge würden jährlich im Norden 26 000 Tonnen Kohlendioxid eingespart, sagte Geschäftsführer Arne Beck.

Im Gespräch mit Andreas Otto von Radio Schleswig-Holstein sagte Minister Madsen – Audio starten, Pfeil klicken…

In einer ersten Phase ergänzt die Bahn die Bahnhöfe Kiel und Büchen in Schleswig-Holstein mit zusätzlichem Fahrdraht. 30 neue Oberleitungsmasten sind dort geplant. Bis Ende 2023 sollen entlang der Westküste des Bundeslandes auch Oberleitungsinseln abseits von Bahnhöfen entstehen, in Heide, Husum und Tönning. Auch außerhalb von Schleswig-Holstein plant die Bahn Oberleitungsinseln: im südlichen Rheinland-Pfalz sowie in der Region Rhein-Ruhr in Nordrhein-Westfalen. Bis 2040 will die Bahn ihren gesamten Verkehr klimaneutral abwickeln.

Dabei «helfen uns auch so kreative Lösungen wie die Oberleitungsinseln für Akku-Züge», sagte die DB-Konzernbevollmächtigte Manuela Herbort in Kiel. Doch bis dahin ist noch viel zu tun. Lediglich rund 62 Prozent der Bahnschienen in Deutschland verfügen über eine Oberleitung. Schleswig-Holstein liegt mit knapp 30 Prozent sogar weit darunter. Mit den Oberleitungsinseln werde sich dort immerhin der Anteil der Strecken, auf denen Loks mit elektrischen Antrieben fahren können, laut Bahn auf fast 68 Prozent mehr als verdoppeln.

Damit könnte die Dieselflotte dort zumindest im Personenverkehr deutlich verkleinert werden. Doch ein Großteil der Dieselloks der Deutschen Bahn ist im Güterverkehr auf Rangierbahnhöfen im Einsatz. Der Konzern will ihre Zahl mittelfristig auf Null reduzieren. Doch Akku-Loks sind wegen mangelnder Kraft dort keine Alternative. Stattdessen setzt die Bahn im Güterverkehr auf Hybrid- sowie Zweikraft-Loks, die zwar auch über einen Dieselmotor verfügen, bei verfügbaren Oberleitungen aber auch diese nutzen können.

Madsen: Weilerbildungsbonus weiterhin wirksamstes Mittel gegen Fachkräftelücke

Der im Juni letzten Jahres vom Land gestartete „Weiterbildungsbonus Pro“ zur Sicherung des Fachkräftebedarfs hat gewirkt: „Die Nachfrage nach Kursen hat sich gegenüber dem früheren Weiterbildungsbonus dank erhöhter Förderquote mehr als verdreifacht – das ist ein gutes Signal für unseren Mittelstand und den Fachkräftebedarf von morgen“, sagt Wirtschafts- und Arbeitsminister Claus Ruhe Madsen. Wegen der großen Nachfrage sind die Mittel aufgebraucht und das Förder-Angebot läuft zum 15. November aus. Es wird ab 16. November durch den „Weiterbildungsbonus Schleswig-Holstein“ ersetzt – allerdings mit reduzierter Förderquote.

Insgesamt sind laut Madsen zwischen Juni 2021 und Oktober dieses Jahres über 3.700 Anträge mit einem Fördervolumen von 4,55 Millionen Euro im Rahmen des Weiterbildungsbonus Pro bewilligt worden – weitere Anträge liegen zudem noch zur Bearbeitung bei der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) vor. In der vorigen EU-Förderperiode von 2014 und 2020 wurden noch durchschnittlich 1.100 Anträge pro Jahr gestellt. Während ehemals 50 Prozent der Kursgebühren über EU-Zuschüsse übernommen wurden, waren es beim Weiterbildungsbonus Pro insgesamt 90 Prozent – allerdings ist der Höchst-Förderbetrag auf 1.500 Euro pro Fortbildung gedeckelt. Zehn Prozent steuert der Arbeitgeber bzw. der Selbstständige bei.

Beim „Weiterbildungsbonus Schleswig-Holstein“ werden künftig bis zu 40 Prozent der förderfähigen Gesamtkosten für berufliche Fort- und Weiterbildungen von Erwerbstätigen und Auszubildenden aus dem Europäischen Sozialfonds Plus übernommen. Auch hier ist der Förder-Höchstbetrag auf 1.500 Euro pro Kalenderjahr und Antragstellerin oder Antragsteller gedeckelt. „Die Arbeitgeber oder die Selbstständigen müssen sich dann mit mindestens 60 Prozent an der Finanzierung beteiligen“, so Madsen. Sein Appell: „Nutzen Sie auch dieses Modell für Ihre gezielte Weiterbildung oder die Weiterbildung ihrer Belegschaft und verbessern Sie dadurch Ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt und wappnen sich gegen Fachkräftelücken.“

Anträge zum Weiterbildungsbonus Pro (bis zum 15. November 2022, Posteingang spätestens 21. November 2022) bzw. zum Weiterbildungsbonus Schleswig-Holstein (ab dem 16. November 2022) können bei der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH) eingereicht werden. Dort werden Weiterbildungsinteressierte auch beraten und erhalten Informationen per Mail (foerderprogramme@ib-sh.de) oder Telefon (0431 9905-2222).

Land fördert WLAN auf Inseln und Halligen – Schwarz und Madsen: „Gut angelegtes Geld“

Auch wenn viele Gäste auf die schleswig-holsteinischen Inseln kommen, um dem Alltag zu entfliehen: So ganz von der Internetwelt abgeschnitten wollen die meisten trotzdem nicht sein. Deswegen hat die Insel- und Halligen Konferenz das Projekt „WLAN-Uthlande“ auf den Weg gebracht. Hierbei sollen die Inseln und Halligen ein öffentliches WLAN-Netz bekommen. Das Land fördert ein solches Vorhaben erstmalig mit 580.000 Euro.

„Eine digitale Infrastruktur ist heutzutage mehr als eine Voraussetzung für ein lebendiges Inselleben. Es steigert nicht nur die Attraktivität der touristischen Ziele; in immer mehr Bereichen des täglichen Lebens, wie beispielsweise Verkehr oder Freizeit, sind leistungsfähige Breitbandnetze inzwischen unverzichtbar. Umso mehr freue ich mich, dass wir mit dem Pilotprojekt den übergreifenden kommunalen Gedanken beim Breitbandausbau unterstützen können“, sagte Minister für Ländliche Räume Werner Schwarz.

„Wir sind beim flächendeckenden Glasfaser-Ausbau Spitzenreiter in Deutschland“, betonte Technologieminister Claus Ruhe Madsen. Auch die Inseln seien bereits gut versorgt. Das mache sich das Projekt zunutze. „Dass auf den Inseln zukunftsweisend gedacht wird, können wir an diesem Projekt sehen. Auch im Urlaub möchte ich einfach mal ein Foto verschicken oder nachgucken können, wo das nächste gute Restaurant ist, und wie das Wetter wird. Deswegen unterstützen wir das Vorhaben gerne“, so Madsen.

Projektträger ist die Amrum Touristik AöR. Sie wurde von 13 beteiligten Gemeinden beauftragt, die Koordinierung des Projektes zu übernehmen. Ziel ist es, alle Inseln und Halligen bis Mitte 2024 an touristisch relevanten Orten mit WLAN-Hotspots auszustatten. Die zukünftigen Nutzerinnen und Nutzer müssen sich nur einmal im kostenfreien WLAN-Netz anmelden und können es anschließend in allen beteiligten Gemeinden nutzen.

Das Pilotprojekt wird auf Basis der Breitbandstrategie des Landes und der Förderung von interkommunaler Zusammenarbeit vom Ministerium für Landwirtschaft, Ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz und dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus unterstützt.

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus