Auftrag über 5 Korvetten: Kommt German Naval Yards doch noch zum Zug?

Die Korvette ,,Magdedurg" auf See

Streit um Korvetten-Auftrag geht in die nächste Runde: Bund geht gegen Kartellamt vor

In der Auseinandersetzung um die Anschaffung von fünf Korvetten setzt sich das Verteidigungsministerium gegen einen Beschluss des Kartellamts zur Wehr. «Wir werden sofortige Beschwerde einlegen», sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums heute der Deutschen Presse-Agentur. Die Beschwerde werde bereits morgen per Post zugestellt.

Die geplante Anschaffung der Kriegsschiffe für die deutsche Marine verstößt nach Auffassung des Kartellamts gegen das Vergaberecht. Das Verteidigungsministerium hatte auf eine Ausschreibung verzichtet, weil es sich bei dem Auftrag um Nachbestellungen handele.

Bauen sollten die Korvetten eigentlich die Werften Lürssen und Thyssenkrupp Marine Systems – für mindestens 1,5 Milliarden Euro. Die beiden Werften hatten bereits 2008 bis 2013 fünf Korvetten gebaut. Doch die Kieler Werft German Naval Yards hatte sich beim Kartellamt beschwert, dass keine anderen Unternehmen bei der Vergabe beteiligt wurden. Nach Auffassung der Kammer ist die Vergabe nicht zulässig.

Nächste und letzte Instanz wäre das Oberlandesgericht Düsseldorf. Beobachtern zufolge ist aber gut möglich, dass German Naval Yards in das Konsortium aufgenommen wird. Wie militärische Kreise berichten, verschaffe man sich mit der Anfechtung des Beschlusses Zeit, da sich die Firmen parallel versuchten zu einigen.

SH-Baugewerbe brummt – acht Prozent mehr Umsatz im ersten Quartal

Bauhauptgewerbe SH erhöht Umsatz im ersten Quartal um acht Prozent auf 356 Millionen Euro.

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Die höchste Zuwachsrate verbuchte dabei der öffentliche und der Verkehrsbau mit einer Steigerung um 19 Prozent auf 94 Millionen Euro, berichtete das Statistikamt Nord heute  in Kiel. Der Wohnungsbau erzielte nur ein minimales Plus von 0,1 Prozent auf 14 Millionen Euro.

Im Wohnungsbau sanken zudem die Auftragseingänge um elf Prozent auf 160 Millionen Euro. Im Bauhauptgewerbe insgesamt stiegen die Auftragseingänge gegenüber dem gleichen Vorjahresquartal um 16 Prozent auf 485 Millionen Euro. Die Statistik erfasst Betriebe mit mindestens 20 Beschäftigten. Die Zahl der dort auf dem Bau Beschäftigten nahm um zwei Prozent auf fast 12 900 zu. 3,3 Millionen geleistete Arbeitsstunden bedeuten ein Plus von vier Prozent.

Zur Pressemitteilung des Statistikamtes: hier klicken

Mitgliederbeiträge an Tourismuszentrale Holsteinische Schweiz nicht zu beanstanden

Tourismuszentrale Holsteinische Schweiz: EU stellt Beschwerdeverfahren ein – Meyer erleichtert: „Gutes Signal für Tourismusorganisationen“

Landesgartenschau Eutin

Die Entscheidung der EU-Kommission, das Beihilfebeschwerdeverfahren gegen den Zweckverband Tourismuszentrale Holsteinische Schweiz (TZHS) einzustellen, ist von Wirtschaftsminister Reinhard Meyer begrüßt worden. „Nach einer mehrmonatigen Phase großer Verunsicherung ist das für den Tourismus und die Tourismusorganisationen im Land ein ebenso klares wie gutes Signal.“ Das Verfahren war Ende 2015 von einer Unter­nehmensberatung aus Schleswig-Holstein angestrengt worden, weil die Beschwerdeführer in den Beiträgen der TZHS-Mitglieder – neben Eutin und Plön die Gemeinden Malente, Bosau, Bösdorf, Schönwalde, Dersau und Grebin – unerlaubte Beihilfen sahen.

meyer_telefonIm Gespräch mit Radio Schleswig-Holstein sagte Meyer weiter

(Audiopfeil klicken)

Meyer hatte sich beim Bundeswirtschaftsministerium und zuletzt noch im September 2016 in Gesprächen mit dem zuständigen Direktor in der EU-Kommission dafür eingesetzt, dass es rasch eine Klärung der Frage geben müsse, welche Aktivitäten von Tourismusorga­nisa­tionen beihilferelevant seien und welche nicht. Dies sei nun durch die Brüsseler Entschei­dung geschehen, wonach viele Tätigkeiten eben nicht dem EU-Beihilferecht unterliegen. Dies gilt nach Darstellung der Kommission insbesondere auch für das so genannte Destinationsmarketing. „Damit haben alle unsere Tourismusorga­nisationen in dieser ebenso heiklen wie komplexen Frage endlich Gewissheit“, sagte Meyer.

Tourismusboom im echten Norden im März mit „Osterferien-Delle“

Der Tourismus-Boom in Schleswig-Holstein hält nach Einschätzung von Meyer trotz eines kleinen Einbruchs im Monat März unterdessen weiter an: Nach Angaben des Statistikamtes Nord wurden im März in den gewerblichen Beherbergungsstätten und auf Campingplätzen 428.000 Gäste und knapp 1,4 Millionen Übernachtungen gezählt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat liegt die Zahl der Gästeankünfte damit um 10,2 Prozent und die Zahl der Übernachtungen um 18,7 Prozent niedriger.

Hauptgrund für diese „Delle“  ist nach den Worten von Meyer vor allem das späte Osterfest, das in diesem Jahr in den April fiel. Vergleicht man den Zeitraum Januar bis März mit dem Vorjahr ist insgesamt ein Rückgang bei den Ankünften (-3,2 %) und den Übernachtungen (- 7,8 %) zu verzeichnen. Diese Entwicklung deckt sich mit dem Bundestrend.

Laut Meyer sind die Ergebnisse nur eingeschränkt vergleichbar, machen aber deutlich, wie stark der Tourismus im Land durch saisonale Faktoren wie die Wetterverhältnisse oder die Lage der Ferien beeinflusst werde. Das stützen auch die Zahlen für die einzelnen Betriebsarten: So verzeichneten die Campingplätze mit minus  51,1 Prozent den stärksten Rückgang bei den Gästeübernachtungen. Einzig der Bereich der Hotellerie konnte hier einen Zuwachs von 1,3 Prozent an der Ostsee und ein Plus von einem Prozent im Binnenland verbuchen.

Meyer: „Vor allem in der Nebensaison gibt es noch sehr viel Potenzial. Die Strategie, durch Schaffung attraktiver Ganzjahresangebote die Nebensaison zu beleben, ist und bleibt deshalb genau richtig.“

 

 

 

 

 

Über 6000 Jobs mitgeschaffen oder gesichert: BÜBA.SH zieht Bilanz des Jahres 2016

Bürgschaftsbank SH zieht Bilanz: 6649 Jobs geschaffen oder gesichert, hunderte Existenzgründer und Betriebe unterstützt

Bueba
Bürgschaftsbank am Kieler Lorenzendamm

Die Bürgschaftsbank Schleswig-Holstein hat im vergangenen Jahr ihr Neugeschäft kräftig ausgeweitet. Die Kredit- beziehungsweise Beteiligungssumme sei um 15 Prozent auf 109 Millionen gestiegen und damit auf dem höchsten Stand seit 2010, sagte Geschäftsführer Hans-Peter Petersen heute in Kiel bei der Präsentation der Bilanz 2016.

Petersen
Petersen

Generell verfügten kleine Unternehmen und Existenzgründer auf dem Kapitalmarkt nur über eingeschränkte Finanzierungsmöglichkeiten. «Unsere Aufgabe ist es, diesen Nachteil auszugleichen», sagte Petersen. Die Zahl der mit Bürgschaften und Garantien unterstützten Unternehmen – 465 in 2016 (2015 waren es 476) – blieb annähernd stabil.

Speziell das Bürgschafts- und Garantien-Neugeschäft nahm um 14 Prozent zu auf 72,6 Millionen Euro im Vergleich zum Jahr 2015. Die entsprechend unterstützten bbsh-logoUnternehmen konnten dadurch Investitionen von 252 Millionen Euro realisieren – eine Steigerung um 25 Prozent, wie Petersen hervorhob. Spitzenreiter seien dabei die Industrie und das Hotel- und Gaststättengewerbe gewesen.

Im laufenden Jahr erlebt die Bank bei Bürgschaften erneut eine deutlich gewachsene Nachfrage. Für 184 Firmen wurden in den ersten vier Monaten Bürgschaften über 29 Millionen Euro zugesagt. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedeutete dies eine Ausweitung um acht Prozent.

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Zervas

«Insbesondere bei den Existenzgründungen gehen wir im laufenden Jahr von einem ähnlich hohen Volumen aus wie in 2016», sagte Holger Zervas, seit Herbst 2016 weiterere Geschäftsführer der Bürgschaftsbank. Besondere Bedeutung habe das Institut für die Schaffung und Sicherung von Arbeitsplätzen. Mithilfe von Bürgschaften seien im vergangenen Jahre 6649 Jobs geschaffen oder gesichert worden. 2015 waren es noch 7489 Arbeitsplätze gewesen.

 

Industrie-Umsatz springt im ersten Quartal um 16 Prozent nach oben

SH-Industrie steigert Quartals-Umsatz  um 16 Prozent – Korvettenauftrag für TKMS aber absehbar in Warteschleife

Blick von einem Schiff aus auf die German Naval Yards Holdings GmbH

Wie das Statistikamt Nord heute berichtet, stieg das Industrie-Inlandsgeschäft im echten Norden sogar um 18 Prozent auf 4,8 Milliarden. Der Auslandsabsatz wuchs um 14 Prozent. Das vergangene Jahr hatte die Industrie mit einem deutlichen Minus von 5 Prozent abgeschlossen.

In den ersten drei Monaten des laufendes Jahres verbuchte der Maschinenbau mit 1,3 Milliarden Euro (plus 0,4 Prozent) die höchsten Umsätze. Es folgte die Herstellung von Nahrungs- und Futtermitteln (plus vier Prozent) mit 1,2 Milliarden. Wieder steigende Preise bescherten der Mineralölverarbeitung nach zuvor starken Umsatzrückgängen eine Zunahme um 80 Prozent auf 695 Millionen Euro. Infolge der Abrechnung von Großaufträgen im Schiffbau registrierte der «Sonstige Fahrzeugbau», dazu gehört auch die Produktion von Lokomotive, fast eine Umsatzvervierfachung auf 595 Millionen Euro. Die Statistik erfasst 569 Betriebe mit mindestens 50 Beschäftigten. Dort arbeiteten im Monatsdurchschnitt des ersten Quartals 106 600 Menschen.

Unterdessen gerät ein Riesen-Auftrag des Bundes für das Werftenkonsortium TKMS/Lürssen scheinbar vorerst in Wanken: Die geplante Anschaffung von fünf Korvetten für die Marine noch vor der Bundestagswahl könnte nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ an Bedenken des Bundeskartellamts scheitern. Demnach sei die Vergabe des Auftrags als Nachbestellung – statt einer Ausschreibung, wie von Konkurrenzwerften gefordert – nicht zulässig.

Das Bundeskartellamt wollte sich heute nicht zu dem Bericht äußern. In einem Verfahren müssten erst die Beteiligten informiert werden, sagte ein Sprecher. Bauen sollen die Korvetten die Werften Lürssen und Thyssenkrupp Marine Systems – für mindestens 1,5 Milliarden Euro. Das Ministerium hatte aber auf eine Ausschreibung verzichtet, weil es sich bei dem Auftrag um Nachbestellungen handele. Die beiden Werften hatten bereits 2008 bis 2013 fünf Korvetten gebaut. Die Kieler Werft German Naval Yards wandte sich deshalb an das Kartellamt.

Laut «Süddeutscher Zeitung» heißt es in der der Zeitung vorliegenden Begründung des Beschlusses, dass die 2001 mit den ersten Korvetten beauftragte Bietergemeinschaft «nicht personenidentisch» mit dem Konsortium sei, das jetzt beauftragt werden sollte. Es sei nicht geprüft worden, ob nicht auch andere Firmen infrage kämen. Das Ministerium hat zwei Wochen Zeit, den Beschluss anzufechten. Nächste und letzte Instanz wäre das Oberlandesgericht Düsseldorf.

Neuer Milliardenauftrag für Kieler Thyssen-Krupp-Tochter „Marine Systems“

Singapur bestellt zwei weitere U-Boote bei der Kieler Werft TKMS

Im Bau befindliches U-Boot der Dolphin-Klasse auf dem Gelaende der Howaldtswerke-Deutsche Werft (HDW) GmbH in Kiel

Der Vertrag über die Lieferung der beiden Boote des Typs 218SG mit der Kieler ThyssenKrupp-Tochter Marine Systems wurde bereits unterzeichnet, wie die Regierung in Singapur heute mitteilte. Der südostasiatische Stadtstaat hatte bei ThyssenKrupp zuvor schon zwei baugleiche Schiffe in Auftrag gegeben, die 2021 ausgeliefert werden sollen. Die vier deutschen U-Boote sollen ältere U-Boote aus schwedischer Produktion ersetzen.

Die beiden zusätzlichen Boote sollen nach Angaben von Verteidigungsminister Ng Eng Hen im Jahr 2024 in Dienst gestellt werden. Zum Kaufpreis wurden wie üblich keine Angaben gemacht. Branchenexperten gehen jedoch davon aus, dass sich der Wert auf gut eine Milliarde Euro beläuft. Zum Auftrag gehört auch ein umfangreiches «Logistik-Paket» sowie die Ausbildung der künftigen Besatzung in Deutschland.

Bislang hat die Marine des Stadtstaats zwei U-Booten der «Archer»-Klasse und vier Modelle der älteren «Challenger»-Klasse zur Verfügung, alles ausgemusterte Modelle aus Schweden. Die neuen Boote verfügen über einen Brennstoffzellenantrieb, der eine verhältnismäßig kompakte Bauweise erlaubt. Damit sind sie kleiner, wendiger und leiser als die Konkurrenz. Die Besatzung besteht normalerweise aus weniger als 30 Mann.

Zweites Treffen zur Zukunft von Senvion – Erhalt der Standorte weiter im Fokus

Minister und Gewerkschaften: Erhalt von Senvion-Standorten und Jobs behält höchste Priorität

Außenstelle der Senvion GmbH in Osterrönfeld

Der Erhalt von Standorten und Arbeitsplätzen des Windenergieanlagen-Herstellers Senvion an dessen Standorten in Bremerhaven, Husum und Trampe/Eberswalde hat bei den anstehenden Verhandlungen mit der Geschäftsführung oberste Priorität. Darin waren sich heute Vertreter der IG Metall, Betriebsräte, Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer, Bremens Wirtschaftssenator Martin Günthner, Bremerhavens Bürgermeister Melf Grantz sowie weitere Vertreter der Länder einig. Sie hatten sich heute auf Einladung der IG Metall Bezirke Küste und Berlin-Brandenburg-Sachsen zum zweiten Runden Tisch zur Zukunft von Senvion im Gewerkschaftshaus in Hamburg getroffen.

Meyer_MesseNach den Worten von Meyer geht es um den Erhalt von wichtigen Industriearbeitsplätzen. „Wir werden deshalb die Bemühungen der IG Metall und der Betriebsräte, über alternative Konzepte mit der Geschäftsführung zu reden, weiter unterstützen. Wir werden auch selbst versuchen, dazu mit dem Vorstand in den Dialog zu kommen.“ Meyer sagte im Anschluss an das Treffen weiter (Audiopfeil klicken)

GeikenMeinhard Geiken, Bezirksleiter der IG Metall Küste, erklärte im Anschluss: „Die Betriebsräte wollen ihre Alternativen zu den geplanten Schließungen und Entlassungen konkretisieren und zusammenfassen. Das gemeinsame Konzept werden sie dann der Geschäftsführung präsentieren. Wir erwarten, dass diese auf die Ideen aus der Belegschaft eingeht und sie nicht einfach vom Tisch fegt.“

GünthnerBremens Wirtschaftssenator Martin Günthner sagte: „Die Schließung von Offshore-Werken in Deutschland ist ein Fehler. Die ersten Ausschreibungen zeigen, dass die Branche gerade wieder neue Dynamik bekommt. Da heißt es am Markt präsent zu bleiben und sich gemeinsam mit Politik und Gewerkschaft dafür einzusetzen, dass das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) so geändert wird, dass ein dynamischer Ausbau in den nächsten Jahren möglich ist.“

 

Stabile Binnenkonjunktur ermutigt Unternehmen wieder zu mehr Investitionen

IHK-Konjunkturklimaindex: SH-Unternehmen segeln mit Rückenwind in den Sommer.

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Der IHK-Konjunkturklimaindex, der einen Wert zwischen null und 200 annehmen kann, hat sich im ersten Quartal 2017 von 113,5 (Vorquartal) auf 118,2 Punkte verbessert und damit den entsprechenden Vorjahreswert von 120,3 Punkten fasst wieder erreicht. Besonders an den geplanten Investitionen zeigt sich der gestiegene Optimismus: Es gehen nunmehr 28,1 Prozent (Vorquartal: 27,5 Prozent) der Unternehmen von zunehmenden Investitionen aus und nur noch 15,6 Prozent sprechen von abnehmenden Investitionen (Vorquartal: 19,7 Prozent).

Zu der insgesamt erfreulichen Entwicklung sagt Friederike C. Kühn, Präsidentin der IHK Schleswig-Holstein: „Die Binnenkonjunktur ist weiterhin stabil. Zudem erfährt die Industrie einen deutlichen Schub im ersten Quartal 2017. Allerdings mahnen die leicht rückläufigen Exporterwartungen in diesem Sektor zur Wachsamkeit. Diese Entwicklung spiegelt die weiterhin bestehenden politischen Risiken wider“. Insgesamt 42,9 Prozent der Unternehmen beurteilen ihre Geschäftslage als gut, 47,5 Prozent als befriedigend und 9,6 Prozent als schlecht (Vorquartal: 39,6 Prozent; 52,3 Prozent; 8,1 Prozent). Dies ergab die repräsentative Konjunkturumfrage der IHK Schleswig-Holstein.

Bei der Betrachtung der einzelnen Wirtschaftsbereiche zeigt sich die Industrie in einer robusten Verfassung. Besonders bei den Herstellern von Investitionsgütern stellt sich die Lage als überdurchschnittlich dar. Auch für die Hersteller von Vorleistungsgütern sowie Ge- und Verbrauchsgütern zeugen die Antworten von einer deutlichen Lageverbesserung. Die Bauwirtschaft insgesamt verzeichnet hingegen einen Rückgang im Vergleich zum Vorquartal. Während der Hochbau boomt, können andere Bereiche des Bausektors den Stand des Vorquartals nicht halten. Die Situation im Einzelhandel hat sich gegenüber dem Vorquartal leicht aufgehellt. Bei den Kreditinstituten hat sich die konjunkturelle Einschätzung zum zweiten Mal in Folge deutlich verbessert. Von einer Normalisierung kann allerdings noch nicht gesprochen werden, da weiterhin mit einem Beschäftigungsabbau zu rechnen ist. Im Verkehrsgewerbe verharrt die Stimmung auf dem Niveau des Vorquartals. Die unternehmensnahen Dienstleistungen erweisen sich unverändert als Garant für die stabile Konjunkturentwicklung im Norden. Allerdings wird sich dies nicht mehr im selben Ausmaß wie bisher in steigenden Beschäftigtenzahlen niederschlagen, da mehr Unternehmen von einem Beschäftigungsabbau ausgehen als im Vorquartal. Bei den personenbezogenen Dienstleistungen und der Gesundheitswirtschaft trübt eine schlechtere Bewertung der Ertragslage das Stimmungsbild.

Insgesamt etwas optimistischer als im Vorquartal beurteilen die Unternehmen ihre Geschäftslage für die kommenden 12 Monate. 22,7 Prozent der Befragten erwarten eine günstigere, 59,4 Prozent eine gleichbleibende und 18,0 Prozent eine schlechtere Lage (Vorquartal: 18,2 Prozent; 61,5 Prozent; 20,3 Prozent). Dazu sagt Präsidentin Kühn: „Die Ergebnisse der Konjunkturumfrage im ersten Quartal 2017 zeugen wieder von mehr Optimismus nach den Rückschlägen im vergangenen Jahr. Besonders die hervorstechende Erwartungshaltung in der Industrie kompensiert leicht rückläufige Tendenzen in anderen wichtigen Branchen“.

Sparkassen-Tourismusbarometer: Erneut ein deutliches Plus im echten Norden

SH-Tourismus weiter auf Rekordkurs: 2016 verzeichnete der echte Norden ein Übernachtungsplus von 4,1 Prozent

Beitrag
Meyer mit Frank Behrens (links) und Catrin Homp vom Tourismusverband sowie Reinhard Boll vom Sparkassen und Giroverband Schleswig-Holstein

Mit dem Übernachtungsplus wurde in den gewerblichen Betrieben erstmals die Marke von 28 Millionen Übernachtungen übertroffen. Das ist das Ergebnis des Sparkassen-Tourismusbarometers, das der Tourismusverband Schleswig-Holstein (TVSH) und der Sparkassen- und Giroverband heute gemeinsam in Kiel präsentierten. In diesem Jahr beschäftigt sich die Branche vor allem mit der Frage, wie der Nutzen des Tourismus auch über die klassischen Wachstumsziele hinaus weiter gesteigert werden kann.

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Im Gespräch mit Journalisten sagte Meyer zu den Ergebnissen des Barometers

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Die Zahlen sprechen für sich: Mit einem Plus von rund 1,1 Millionen Übernachtungen im Jahr 2016 wurde sogar das sehr erfolgreiche Vorjahr (rund 27 Mio. Übernachtungen) noch einmal übertroffen. Als bestes Flächenbundesland platzierte sich Schleswig-Holstein damit klar über dem Bundesdurchschnitt (+2,5 Prozent) und wies zum vierten Mal in Folge eine höhere Nachfragedynamik als seine benachbarten Küstenbundesländer auf. Erfreulich ist auch der Blick auf das zunehmende Auslastungsniveau: Die Auslastung der Betten stieg gegenüber dem Vorjahr um 1,2  Punkte auf 37 Prozent.

KlimantTV-SH-Vorsitzender Dr. Jörn Klimant sagte im Gespräch mit RSH-Reporter Andreas Otto

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Und auch bei der Gästezufriedenheit konnte Schleswig-Holstein erneut punkten: Das Land liegt in den Bewertungen auf Online-Plattformen derzeit mit 84,2 von 100 möglichen Indexpunkten hinter Bayern auf Rang zwei im Bundesländervergleich. Bereits 2012 konnten in diesem Bereich Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen überholt werden; die schleswig-holsteinische Nordsee liegt mit 86,4 Punkten sogar auf Platz sechs aller deutschen Tourismusregionen.

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„Die Zahlen belegen ganz deutlich: Schleswig-Holsteins Tourismusstrategie greift“, sagte Wirtschaftsminister Meyer. Positiv sei vor allem das Wachstum in der Nebensaison zu bewerten. So verzeichneten Beherbergungsstätten ab zehn Betten sowie die Campingplätze im Januar und Februar 2017 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 2,7 Prozent mehr Gäste und 2,2 Prozent mehr Übernachtungen. Saisonverlängerung spiele eine zentrale Rolle bei der „Marktsicherungsstrategie des Schleswig-Holstein-Tourismus in Zeiten begrenzten Wachstums“. Die Qualitätsoffensive im Tourismus sei mit Unterstützung des Landes erfolgreich: „Viele Urlaubsorte haben in ihre öffentliche touristische Infrastruktur investiert: in neue Promenaden, Seebrücken und Gästeeinrichtungen. In der Folge wurde zum Teil in erheblichem Ausmaß privat investiert“, hob Meyer hervor. An die touristischen Akteure appellierte der Minister, ihre „erfolgreichen Bemühungen um Qualität weiter fortzusetzen“.

Fußspuren am Strand in Kiel Kieler Friedrichsort

Fest steht: Die Branche befindet sich weiter im Wachstum: Der Wirtschaftsfaktor Tourismus wies im vergangenen Jahr erstmals knapp acht Milliarden Euro an Bruttoumsatz aus. Der Anteil des Tourismus am gesamten Primäreinkommen Schleswig-Holsteins liegt damit bei 5,3 Prozent. Dem Land bringt das Steuereinnahmen in Höhe von 245 Millionen Euro.

Der anhaltende touristische Aufschwung schlägt sich mittlerweile auch in den Bilanzen der Betriebe nieder. „Mit der Zimmerauslastung sind auch die Zimmerpreise gestiegen. Allein von 2014 auf 2015 wuchs die Gewinnmarge der Betriebe um 4,5 Prozent. Diese Dynamik versetzt die Branche auch in die Lage, fällige Investitionen zu tätigen“, sagte Reinhard Boll, Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes Schleswig-Holstein. Und das ist auch nötig: Neben Neuinvestitionen seien auch Investitionen in den Bestand wichtig, um die Qualität weiter zu steigern und zufriedene Gäste anzulocken. „Hier besteht ganz klar noch Ausbaupotenzial“, so Boll.

Die angeschobenen Qualitätsinitiativen gelte es nun fortzuführen, um auch langfristig bei der Gästezufriedenheit und einer höheren Wertschöpfung punkten zu können, betonte auch Dr. Jörn Klimant, Vorsitzender des Tourismusverbandes Schleswig-Holstein. Der Tourismus im nördlichsten Bundesland sei gefragt, die Zukunft weiter aktiv zu gestalten, neue attraktive Angebote auf den Markt zu bringen und auch die Herausforderungen der Digitalisierung strategisch anzugehen.

Das jährliche Tourismusbarometer ist für die Branche immer auch Anlass, vorauszublicken. So sind  sich die Akteure einig, den Fokus nicht allein auf das quantitative Wachstum auszurichten. „Nicht alle Orte und Regionen in Schleswig-Holstein können, müssen und wollen in gleichem Maße weiterwachsen“, sagte Klimant. Natürlich leiste der Tourismus einen großen Beitrag für die Regionalentwicklung. „Seine positiven Auswirkungen gehen dabei deutlich über ökonomische Effekte hinaus. Die Branche trägt zu einer stärkeren Attraktivität der Region und des Wirtschaftsstandortes sowie zum Ausbau der Infrastruktur bei“, so Klimant. Dies konnte anhand der drei Orte St. Peter-Ording, Grömitz und Berkenthin beispielhaft nachgewiesen werden. So zeigte sich unter anderem, dass der Tourismus ein zusätzliches Angebot an Veranstaltungen, Verkehrs- und Freizeitinfrastruktur schafft. Darüber hinaus ist er wichtiger Arbeitgeber auch für Menschen aus den umliegenden Gemeinden.

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Trotz der zahlreichen positiven Effekte für Orte und Regionen könne der Tourismus insbesondere in Spitzenzeiten Begleiterscheinungen hervorrufen, die teilweise als negativ wahrgenommen und sich fast immer aus der typischen räumlichen beziehungsweise zeitlichen Konzentration von Besuchern ergeben würden. „In Schleswig-Holstein zeigt sich dies punktuell und saisonal vor allem in Verkehrsproblemen und Preissteigerungen. Diese Umstände müssen wir frühzeitig erkennen und ihnen proaktiv begegnen“, sagte Klimant. Wichtige Maßnahmen seinen hier die unmittelbare Kommunikation mit Einwohnern, Wirtschaft und Gästen sowie eine enge Kooperation mit anderen Wirtschaftszweigen mit dem Ziele, regionale Wertschöpfungsketten zu stärken. Hier besteht nach Ansicht der Experten noch Nachholbedarf.

 

Flugzeuge in Hartenholm müssen weiter am Boden bleiben – OVG bestätigt Entscheidung des LBV-SH

Schleswiger OVG bestätigt Sperrung der Piste durch LBV-SH am Flugplatz Hartenholm

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Das schleswig-holsteinische Oberverwaltungsgericht (OVG) hat die Sperrung der Start- und Landebahn des Flughafens Hartenholm (Kreis Segeberg) durch die Flugaufsicht des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH) bestätigt. Das teilte das Gericht heute in Schleswig mit. Anfang Mai hatte das Gericht ähnlich entschieden. Dagegen hatte die Betreiberin des Flugplatzes Beschwerde eingelegt.

Bereits Anfang März hatte die Flugaufsicht eine weitere Nutzung der Bahnen untersagt. Start und Landebahn seien zu nah an einem Waldstück gelegen. Der rund zwei Hektar umfassende Waldbestand müsse teilweise entfernt werden, damit Flugzeuge in Hartenholm wieder sicher starten und landen könnten, so die Richter. Bevor der Flughafen wieder für den Verkehr freigegeben werden könne, müsse sich die Betreiberin mit dem Waldbesitzer über das Fällen der Bäume einigen. Dies ist bisher nicht passiert. Eigentümer des Waldstücks ist das Land Schleswig-Holstein. Die Landesforsten verlangen zum Ausgleich eine Ersatzfläche zur Wiederaufforstung.

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie