Heute Neujahrsempfang des UV-Nord: Wohin steuern Wirtschaft und Gesellschaft 2018?

In den Reigen traditioneller Neujahrsempfänge reiht sich heute der Spitzenverband der norddeutschen Wirtschaft UV Nord. Bei seiner Veranstaltung in Hamburg mit mehr als 500 Gästen aus Politik und Gesellschaft sind als Redner UV-Nord-Präsident Uli Wachholtz, Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) und Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) vorgesehen. Sie sollen sich zu den «Entwicklungsperspektiven für Wirtschaft und Gesellschaft» im neuen Jahr äußern. Auch Wirtschafts-Staatssekretär Thilo Rohlfs ist zu Gast.

Im UV Nord sind fast 90 Mitgliedsverbände organisiert, die rund 43.000 Firmen mit 1,56 Millionen Beschäftigten in Hamburg und Schleswig-Holstein repräsentieren.

Wir werden 2018 weitere wichtige Pflöcke einschlagen 

sh:z-Interview (Ausgabe von heute) mit Minister Buchholz rund um die Themen Wirtschaft, Arbeit und Verkehr…

Sie sind vor einem halben Jahr als Seitensteiger aus der Wirtschaft ins Regierungsamt gekommen. Was haben Sie in diesem Zeitraum über den Politikbetrieb gelernt, das Ihnen vorher nicht so klar war

Vor allem die Arbeitsabläufe in der Verwaltung. Denn das in der Wirtschaft übliche denken und arbeiten in Projekten hat nicht unbedingt etwas mit den in der Verwaltung bestehenden Dienstwegen zu tun. Das war und ist für mich ein Gewöhnungsprozess. Umgekehrt mussten und müssen sich die Kolleginnen und Kollegen sicher auch auf mich einstellen. Denn die Taktzahl, mit der ich zuweilen unterwegs bin, ist vielleicht nicht für jeden normal. 

Wie oft haben Sie im ersten halben Jahr, wenn es bei den vielerlei Verkehrsthemen noch einmal mehr gehakt hat, insgeheim gedacht: Das darf doch alles nicht wahr sein

Ich wusste auch vorher, dass Verkehrsplanung nicht einfach ist. Aber dass man in gewisser Weise zum versierten Biologen werden muss, um zu verstehen, an welchen Hürden Verkehrsprojekte hängen und wie man sich darauf einlassen muss – das war schon eine interessante Einarbeitungszeit. Umso mehr bleibt meine felsenfeste Überzeugung, dass es notwendig ist, auf Bundesebene das Planungsrecht zu beschleunigen.

Mit dem Verzicht Ihrer Partei auf Plätze am Kabinettstisch in Berlin sind Sie aber weiter denn je davon entfernt, das zu beeinflussen.

Einige Dinge, die ich mir vorstellen könnte, fallen dadurch vielleicht weg. Aber es ist ja nicht zu leugnen, dass auch CDU und SPD bereits in der vergangenen Wahlperiode schon über Einzelheiten von Planungsbeschleunigung nachgedacht haben

Unmittelbar vor Weihnachten haben Sie die bundesweite Fernstraßengesellschaft DEGES ins Boot geholt, um den vertrackten Weiterbau der A 20 zu forcieren. Das ist erst einmal nur eine neue Verantwortlichkeit anstelle des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr. Inwiefern wird 2018 dadurch tatsächlich zum Jahr des Turnarounds?

Erst einmal ist mir wichtig festzustellen: Zumindest in der Mentalität ist der Turnaround bereits seit Regierungsübernahme eindrucksvoll zu sehen. Hier wird jetzt mit Druck und Dynamik nach vorne gearbeitet. Sicher, jetzt ist bei Einzelthemen wie etwa der A 20 zu hinterlegen, wieviel der Wechsel an Beschleunigung bringt.

Den neuen Zeitplan für den Weiterbau der A 20, den Sie im Sommer eigentlich für Ende 2017 angekündigt hatten, sind Sie aber schuldig geblieben.

Das ist die einzige Ankündigung aus dem ersten Halbjahr im Amt, die ich nicht realisieren konnte. Das finde ich auch schade. Aber die DEGES hat mich gebeten, das nicht zutun. Weil sie sagt: Wir wollen die Materie erst noch einmal seriös durchdringen, das ein oder andere zusätzliche Gutachten nochmal auswerten, uns ansehen, wie wir rechtssicher unterwegs sind. Dann sage ich: Das muss Priorität haben. Ein neuer Zeitplan jetzt wäre unseriös. Ich sage aber eines: Im nächsten Landtagswahlkampf in vier Jahren wird die A 20 keine Rolle mehr spielen, weil die Planung dann komplett steht.

Besonders groß war das Aufzucken der Öffentlichkeit, als als neues Hindernis für die A 20 nach dem Regierungswechsel plötzlich eine Zwergschwan-Kolonie im Kreis Steinburg aufgetaucht ist. Worauf läuft es denn eher hinaus: Umsiedeln oder tatsächlich eine veränderte Trassenführung?

Auch das wird die DEGES bewerten. Im Vordergrund steht dabei vermutlich die Frage, ob sich der Zwergschwan inzwischen in mehreren Gebieten Schleswig-Holstein angesiedelt hat und man deshalb sagen kann: So schlimm ist das dann für ihn mit der A 20 nicht.

Mehr als ein Drittel der Landesstraßen ist akut sanierungsbedürftig. Wird es für diese Großbaustelle nun der Befreiungsschlag, dass beim Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr durch die Abgabe der A 20 an die Deges Kapazitäten frei werden?

Ich bin mir ganz sicher, dass wir durch die mit der Deges gewonnenen zusätzlichen Ressourcen im Lande viel stärker Projekte anpacken können, die man früher vielleicht gar nicht erst angefasst hätte. Zwar werden wir nun nicht gleich 2018 alles aufholen können, was den Sanierungsstau bei den Landesstraßen ausgelöst hat. Aber wir werden wichtige Pflöcke einschlagen. Zum einen haben wir im Haushalt 2018 rund doppelt soviel Geld für die Landesstraßen veranschlagt wie vorher, rund 90 Millionen Euro. Das ist ein Investitionshochlauf. Und zum anderen habe ich mir vorgenommen, im ersten Halbjahr 2018 eine Strategie vorzulegen, wie und in welcher Reihenfolge wir in dieser gesamten Wahlperiode die Sanierungsfälle bei den Landesstraßen abarbeiten

Also nicht nur mehr Geld, sondern auch eine andere Herangehensweise als bisher?

Ja. Wir haben die Trennung der Landesstraßen in ein Netz eins und Netz zwei durch die Vorgängerregierung aufgelöst. Die bedeutete nämlich: Im Netz zwei, in dem die verkehrlichen Belange als nicht so vordringlich angesehen worden sind, ist überhaupt nichts gemacht worden. Dadurch ist eine Fülle von Landesstraßen still vor sich hin verrottet, obwohl sie vor Ort eine nicht ganz unerhebliche Funktion haben. Ich habe deshalb zusätzliche Kriterien für die Vergabe von Sanierungsmitteln eingeführt. Es hängt nun weniger stark an den reinen Verkehrszahlen. Eine bisherige Netz-Zwei-Straße hat jetzt auch eine Chance, wenn sie eine wirtschaftliche, eine touristische oder eine sonst wie kommunal gesehene Bedeutung hat. Dabei habe ich die Landräte einbezogen und sie gefragt: Welche Prioritäten würdet ihr in eurem Kreisgebiet setzen?

Es ist bekannt, dass der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Mühe hat, alles Stellen für Planer zu besetzen, und dass Baufirmen sich vor Aufträgen nicht retten können. Wieviel Prozent der 90 Millionen Euro werden Sie auf den Landesstraßen im neuen Jahr realistischerweise überhaupt verbauen können?

Wenn mein Anspruch am Anfang des Jahres nicht 100 Prozent wäre, dann müsste ich die 100 Prozent nicht aufschreiben. Realistischerweise wird man wohl sagen müssen: Wahrscheinlich wird nicht alles klappen. Wir werden noch viel Schweiß reingeben müssen, damit das Geld am Ende auch tatsächlich auf die Straße gebracht wird.

Für Mitte 2018 haben Sie den Planfeststellungsbeschluss für die Feste Fehmarnbeltquerung angekündigt. Sind Sie sich weiter sicher bei diesem Termin – nach all den Verzögerungen, die bei diesem hochkomplexen Projekt immer wieder aufgetaucht sind?

Sicher ist man nie, aber ich habe keine Anhaltspunkte, dass wir anders davor sein sollten.

Wie finden Sie es eigentlich, dass Millionen und Abermillionen aufgewendet werden, damit Dänemark und Deutschland näher aneinanderrücken und andererseits Dänemark die Grenzkontrollen immer weiter hochschraubt?

Das ist in der Tat ein Widerspruch in sich, den aber die Dänen auflösen müssen. Es macht wenig Sinn, viel Geld für Verkehrsverbindungen einzusetzen, um anschließend – nachdem man schnell von A nach B gekommen ist – die eingesparte Zeit an einer Grenzkontrolle zu verbringen. Und die Situation von 2015, wo man noch sagen konnte, wir sind nicht so ganz sicher, wer da ungebremst kommt – diese Situation hat sich ja entspannt. Ich erwarte eine Rückkehr zur inneren Freizügigkeit innerhalb der EU.

Anfang 2018 wollen Sie mit der Unterzeichnung eines Memorandums 65 Unternehmen, Verbände und Institutionen zu einem Bündnis für den landesweiten Glasfaserausbau verpflichten. Absichtsbekundungen für schnelles Internet gab es ja schon viele – inwiefern ist mit diesem Schritt ernsthaft die Aussicht auf einen Quantensprung verbunden?

Wir haben wohlgemerkt kein Bündnis für einen allgemeinen Breitbandausbau verabredet, sondern ein Bündnis für den Glasfaserausbau. Und Glasfaserausbau wollten bisher nicht alle Spieler, die wir jetzt bündeln. Deshalb ist es für den einen oder anderen eine Herausforderung, sich zu beteiligen. Aber jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, dass die Beteiligten sehen müssen: So manches Stadtwerk, so manche private Firma, so mancher Telekommunikationsriese kann nicht mehr allein unterwegs sein, um das zu schaffen, was wir politisch für notwendig halten: Nämlich Schleswig-Holstein bis 2025 weitgehend flächendeckend ans Glasfaser zu bekommen. Das ist fünf Jahre früher als es bisher angestrebt war.

Wie soll das Bündnis aber konkret den Ausbau beschleunigen?

Ein zentraler Punkt des Memorandums ist, dass sich die Akteure wechselseitig zu einem Verzicht auf Rosinenpickerei bekennen. Dass man also nicht mehr permanent versucht, sich ins Gehege zu kommen, wenn nach einer Marktabfrage eigentlich niemand Ausbaupläne für ein Gebiet hatte – und dann aber doch Konkurrenzvorhaben startet, sobald ein anderer baut.

Und Sie sind sicher, dass das auch die Telekom unterschreibt? Das wäre ja etwas ganz Anderes als es bisher zu erleben war. 

Die Telekom ist weitsichtig genug zu erkennen, das dort, wo eine erhebliche Bewegung in die von mir geschilderte Richtung stattfindet, sie entweder Teil der Bewegung ist oder draußen vor bleibt. Sie signalisiert Kooperationsbereitschaft gegenüber vielen der Spieler in Schleswig-Holstein.

Im Dezember waren erstmals seit 24 Jahren weniger als 90.000 Schleswig-Holsteiner arbeitslos

Arbeits-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs sieht den schleswig-holsteinischen Arbeitsmarkt durch zwei Trends in stabiler Entwicklung: sinkende Arbeitslosenzahlen und zugleich steigende sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. „Die hohe Nachfrage nach Arbeitskräften gibt uns den notwendigen Rückenwind für die Integration von Flüchtlingen und Migranten“, sagte er heute mit Blick auf die veröffentlichten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit.

Demnach sank die Zahl der Arbeitslosen im Dezember gegenüber dem Vorjahresmonat um 3,5 Prozent (- 3.267) auf gegenwärtig 89.488 Arbeitslose. Gegenüber dem Vormonat November gab es zwar einen saisontypischen Anstieg, der fiel aber mit 1,8 Prozent (+ 1.562) gering aus.

„Die positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt umfasst fast alle Alters- und Personengruppen“, freute sich Rohlfs. Nicht nur die älteren Arbeitslosen und die Langzeitarbeitslosen hätten von der guten Entwicklung profitiert, sondern auch die jungen Arbeitslosen und die Gruppe der schwerbehinderten Menschen. So sank die Zahl der unter 25-jährigen Arbeitslosen um 4,6 Prozent (- 415) auf 8.674, die Zahl älteren Arbeitslosen (50 Jahre und älter) gegenüber dem Vorjahresmonat um 2,1 Prozent (- 655) und die Zahl der Langzeitarbeitslosen um 4,6 Prozent (- 1.482).

Allerdings stieg die Zahl der arbeitslosen Ausländer um 7,8 Prozent (+ 1.338). „Daran zeigt sich, dass die konsequente Integration von Flüchtlingen und Migranten in unseren robusten Arbeitsmarkt jetzt eine unserer wichtigsten Aufgaben ist“, betonte Rohlfs. In den nächsten Monaten sei aufgrund der abgeschlossenen Sprach- und Integrationskurse zudem mit einem weiteren Anstieg zu rechnen.

Besonders erfreulich: Die Anzahl der gemeldeten sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg erneut an. Rohlfs: „Die positive Entwicklung zeigt sich in fast allen Branchen. Besonders die freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen legten mit 7,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr kräftig zu. Das ist unsere Chance für eine erfolgreiche Integration derer, die bislang noch nicht vom Boom profitieren konnten.“

Was für ein Jahr! SH-Tourismus im Höhenrausch  – Buchholz will 2018 weitere Reserven heben

Im Norden ist der Tourismus auf Rekordjagd. Noch nie kamen so viele Übernachtungsgäste in das Land wie 2017. Mit weiteren Investitionen will die Branche noch mehr Besucher anlocken. Es gibt immer noch Reserven…

Eigene Anstrengungen, eine erfolgreiche Strategie und Sicherheitsprobleme in klassischen Urlaubsländern – dieser Dreiklang lässt den Tourismus in Schleswig-Holstein boomen. Damit die Erfolgsstory weitergeht, investiert die Branche mit Hilfe des Landes kräftig weiter in die Infrastruktur. Ein dreistelliges Volumen ist nach den Worten von Tourismusminister Bernd Buchholz (FDP) auch für 2018 absehbar.

Sollten alle 18 bis Dezember vorliegenden Anträge auf einzelbetriebliche Förderung für Neubauten und Erweiterungen von Hotels bewilligt werden, wären damit ein Gesamtinvestitionsvolumen von 176 Millionen Euro und 935 sozialversicherungspflichtige Dauerarbeitsplätze verbunden. Dazu kommen 21 Anträge für Modernisierungsvorhaben mit einem Investitionsvolumen von 9,8 Millionen Euro und 155 Arbeitsplätzen.

Zu den öffentlichen Vorhaben mit geplantem Baubeginn im neuen Jahr gehören der Um- und Ausbau der Yachthafenpromenade von Burgtiefe auf Fehmarn (Investitionsvolumen: 10,4 Millionen Euro) sowie des Seebrückenvorplatzes und der Promenade in Großenbrode (5,2 Millionen), Umbau und Erweiterung des Gäste- und Veranstaltungszentrums in Büsum (8,5 Millionen) und ein Mehrzweckgebäude am Ordinger Strand in St. Peter-Ording. Dazu gibt es weitere Millionenprojekte, für die 2018 voraussichtlich Förderanträge gestellt und bewilligt werden, unter anderem auf Sylt, Föhr, in Tönning, St. Peter-Ording und auf Helgoland.

Die Investitionen in moderne Hotels, Wellness-Angebote und weitere Freizeiteinrichtungen machen sich bezahlt, denn der Norden lockt immer mehr Gäste an. Selbst ein mieser Sommer wie der vergangene verhindert keine Rekordzahlen. Zu diesen trägt eine bessere Auslastung in der Nebensaison bei.

Auch wenn die Jahresstatistik noch nicht vorliegt: Aller Voraussicht nach zählten die größeren Beherbergungsstätten mit mindestens zehn Betten erstmals mehr als 29 Millionen Übernachtungen. Schon die mehr als 28 Millionen des Vorjahres waren ein neuer Spitzenwert. Bis Ende Oktober wurden 2017 gut 27,2 Millionen Übernachtungen verbucht. Vor einigen Jahren hatte das Tourismusministerium für 2025 als Zielmarke 30 Millionen ausgegeben. Das dürfte weit früher erreicht werden.

Ähnlich gut sieht es beim zweiten großen Ziel der Tourismusstrategie des Landes aus: Bis 2025 soll der touristische Bruttoumsatz auf 9 Milliarden Euro steigen, schon 2015 wurden 7,9 Milliarden erreicht.

Mit der Bemerkung «Supersituation, hervorragendes Jahr, Grund zum Feiern heute, aber nicht zum Ausruhen», beschrieb Tourismusminister Buchholz  beim Tourismustag vor wenigen Wochen die Situation. «Wir sind derzeit dabei, unser Förderinstrumentarium zu optimieren und noch besser an die tatsächlichen Bedarfe anzupassen», sagt Buchholz im Blick nach vorn. «Mit dem Gesamtpaket an Maßnahmen schafft die Landesregierung Rahmenbedingungen, die eine positive Entwicklung des Tourismus flankieren.»

Weitere Reserven sieht Buchholz im Binnenland, beim Fahrradtourismus, in der Digitalisierung und bei der Barrierefreiheit. «Entscheidend für das Fortschreiben unserer Erfolgsstory ist aus meiner Sicht, dass sich auch künftig alle Akteure konsequent für einen Qualitätstourismus im Land einsetzen.» Die neue Chefin der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein, Bettina Bunge, setzt auch auf mehr Auslandsmarketing, mehr Kongressakquise sowie auf mehr Kooperation im Land und darüber hinaus.

Das größte Problem der Branche, darauf haben die norddeutschen Industrie- und Handelskammern gerade erst wieder hingewiesen, ist der seit Jahren zunehmend beklagte Fachkräftemangel. Ein perfektes Rezept dagegen hat noch niemand. Werden hier keine Lösungen gefunden, könnte manche öffentlich geförderte Investition auch wieder verpuffen.

Im Jahr 2017 bezuschusste das Land mit 11,1 Millionen Euro elf Neubauten und Erweiterungen von Hotels, Gesamtinvestitionen: 117,5 Millionen Euro. Hinzu kamen 1,3 Millionen Euro für 19 Modernisierungsvorhaben mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von 7,2 Millionen.

Für öffentliche touristische Infrastrukturprojekte bewilligte das Land seit 2012 knapp 45 Millionen Euro an Zuschüssen. Damit konnten Projekte wie das Europäische Hansemuseum, die Grömitzer Welle und die Deichpromenade Büsum verwirklicht werden.

Über Förderung einzelner Betriebe unterstützte das Land im gleichen Zeitraum mehr als 140 Hotelprojekte in Form von Neuerrichtungen, Erweiterungen und Modernisierungen. Mit Zuschüssen von rund 67 Millionen Euro wurden Investitionen in Höhe von 585 Millionen ausgelöst. Mehr als 1900 neue Dauerarbeitsplätze wurden dadurch   geschaffen, 1650 gesichert.

Und so berichten die LN heute:

Länder stellen Weichen für AKN – Buchholz: „Mit neuem Vertrag sicher in Richtung Zukunft“

Fahrzeugflotte AKN Eisenbahn AG

Mit einem neuen Verkehrsvertrag haben das Land Schleswig-Holstein und die AKN (Altona-Kaltenkirchen-Neumünster) Eisenbahn AG eine wichtige Weiche für die Zukunft des Unternehmens gestellt. Wie Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz heute  in Kiel mitteilte, entfällt mit dem neuen Vertrag ab 2018 die bisherige Praxis des so genannten Defizit-Ausgleichs durch das Land für Verkehrsleistungen.

„In Zukunft gleichen wir die Verluste der AKN also nicht mehr pauschal in einem Betrag aus, sondern zahlen direkt für die bestellten und erbrachten Verkehrsleistungen“, erläutert Buchholz.  Die Kosten für das Land blieben durch die neue Praxis, die von der EU ab 2019 zwingend vorgeschrieben ist, nahezu identisch. Zuletzt hatte das Land der AKN einen Jahres-Defizitausgleich in Höhe rund 20 Milionen Euro gezahlt.

Wie der Minister weiter sagte, werde die AKN mit diesem Verkehrsvertrag mit anderen Verkehrsunternehmen gleichgestellt. „Verkehrsverträge setzen in Schleswig-Holstein Standards für alle Beteiligten. Sie regeln die Beziehungen zwischen dem Land und den Verkehrsunternehmen.“ So sei die AKN nun beispielsweise – wie alle anderen auch – in die gemeinsame Kommunikationsstrategie des Nahverkehrsverbundes mit eingebunden. Buchholz weiter: „Hinzu kommt: ein Verkehrsvertrag ist bei Banken mehr wert als die Zusage eines Landes, am Jahresende das Defizit auszugleichen.“ Für die Kunden der AKN ändere sich durch die Neuregelung nichts.

Die seit 1883 bestehende AKN hat rund 310 Beschäftigte und betreibt Nahverkehr auf insgesamt rund 120 Kilometern Strecken in Schleswig-Holstein und in Hamburg. Sie befindet sich im gemeinsamen Besitz beider Länder

Zündende Idee aus dem ISit in Itzehoe könnte die Autowelt revolutionieren

Holger_Kapels

Seine Forschung könnte für deutlich mehr Platz im Innenraum von Elektroautos sorgen. Holger Kapels (auf dem Foto mit einem beschichteten Wafer) ist Spezialist für Miniaturisierung. Der Elektrotechniker des Fraunhofer-Instituts für Siliziumtechnologie Itzehoe (Isit) will elektronische Bauelemente deutlich verkleinern. «Unser Ziel ist der Faktor 10, also zehn Prozent der aktuellen Größe bei gleichen Eigenschaften», sagt er. Helfen sollen die Eigenschaften von Galliumnitrid (GaN). Der Halbleiter könnte in einigen Jahren Silizium als Baustoff in der Mikroelektronik ablösen.

Mit einem kleinen Team forscht der 47-Jährige in dem 1000 Quadratmeter großen Reinraum des Instituts in Schleswig-Holstein an Halbleiter-Bauelementen auf Galliumnitrid-Basis. «Denn beim Silizium kommt die Entwicklung an physikalische Grenzen», sagt Kapels. Deshalb ließen sich Elektronikbausteine «nicht auf ewig miniaturisieren». Um die Chips kleiner fertigen zu können, sind neue Materialien nötig.

Für Wirtschafts- und Technologie-Minister Bernd Buchholz ein vielversprechendes Forschungsprojekt: «Wir sind froh, dass wir dem Isit in Itzehoe – ebenso wie mit der Fraunhofer-Einrichtung für Marine Biotechnologie in Lübeck – solche pragmatischen Leuchttürme des Technologietransfers besitzen.»

Der neue Werkstoff ist deutlich leistungsfähiger als Silizium. Das Problem: Galliumnitrid ist zum einen wesentlich schwieriger zu bearbeiten und – noch – deutlich teurer. Kapels rechnet aber mit massenmarkttauglichen Preisen in wenigen Jahren. «Denn Galliumnitrid hat bessere Eigenschaften als Silizium», sagt er. Wafer mit einer solchen Beschichtung halten dank der Verbindung von Gallium und Stickstoff höhere Spannungen und Stromstärken aus. Und sie geben deutlich weniger Wärme ab. Bei Bluray-Datenträgern, LED-Taschenlampen und Lasern kommt die Technologie bereits zum Einsatz.

ISiT in Itzehoe
Leuchtturm der Technologie-Forschung: Das FRaunhofer-Institut für Siliziumtechnologie in Itzehoe (ISiT)

Künftige Anwendungsgebiete sieht der Geschäftsfeldleiter Leistungselektronik des Fraunhofer-Instituts in Netzgeräten für Notebooks, Windrädern und Photovoltaik-Anlagen, aber auch Zügen und Elektroautos. Bei Windrädern sei die Größe zwar weniger entscheidend, sagt der Forscher. Dafür profitieren diese von einem anderen Vorteil. «Die neuen Halbleiter werden bei weitem nicht so heiß, deshalb sind sie deutlich langlebiger.» Bei Windrädern ließen sich die Wartungsintervalle so verlängern und Kosten senken. «Wir wollen erreichen, dass Bauelemente die gesamte Lebensdauer eines Windrades halten. Und das dürfen gerne 20 oder 30 Jahre sein.»

Der in Niedersachsen aufgewachsene Forscher baute sich schon als Jugendlicher Radios und Verstärker. Bereits damals kam in der Industrie Silizium zum Einsatz. Die Technik ist mehr als 60 Jahre gewachsen. An Leistungshalbleitern aus Galliumnitrid werde dagegen erst von wenigen Instituten geforscht, sagt Kapels.

Aktuelle Halbleiter auf Basis von Galliumnitrid verfügten über sogenannte laterale Strukturen, bei denen der Strom nur auf der Oberfläche fließe, sagt Kapels. «Wenn der Strom aber vertikal fließt, nutzt er das Material viel besser aus.» Daran arbeitet sein Team. In den kommenden drei Jahren werden deshalb am Fraunhofer-Institut in Schleswig-Holstein fünf Millionen Euro für entsprechende Anlagen zur Entwicklung solcher Strukturen investiert. «Wir befinden uns dabei in einem Wettlauf mit japanischen Forschern.»

Die von Kapels und seinen Kollegen entwickelten Halbleiter sind nur gut zehn Quadratmillimeter groß. Ihre Aufgabe ist es, kleine Trafos anzusteuern. «Sie sind nichts anderes als ein An- und Aus-Schalter. Nur dass sie zigtausende Mal pro Sekunde betätigt werden», erklärt der Forscher. «Das schnelle Schalten ist die wesentliche Basis für die Miniaturisierung.»

Noch kommt in Netzteilen meist aber Silizium-Technologie zum Einsatz. «Das Ziel ist es, heute noch relativ große und schwere Netzteile künftig in den Stecker selbst zu integrieren», sagt Kapels. Bislang sei das aufgrund der relativ kleinen Leistung nur bei Smartphones möglich, bald aber auch bei Netzteilen von größeren Notebooks und anderen Geräten. Der Einsatz geht bei einem einfachen Netzteil los und endet beim Elektroauto der Zukunft. «Bei Unterhaltungselektronik ist das Problem, dass man sie ständig mit sich herum trägt. Beim Pkw geht es um zusätzliches Gewicht, dass Energie kostet», sagt Kapels.

Beim Auto hat die Technik aber nicht nur einen positiven Effekt auf die Umweltbelastung, weil leichtere Autos weniger Energie verbrauchen, sondern auch einen ganz praktischen Vorteil für den Autofahrer: «Wenn der Elektromotor kompakter wird, könnten Ingenieure auf dem gleichen Chassis eine größere Fahrgastzelle bauen.» Mehr Fußraum also durch Galliumnitrid.

Bis dahin ist aber noch einige Forschungsarbeit nötig. Ende 2019 wollen der Physiker und seine vier Mitstreiter einen ersten Prototypen produzieren.

Buchholz ermuntert Ernährungs-Industrie: Das Thema Gesundheit bietet Wachstums-Potenzial

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Prof. Jacobsen erläutert beim Minister-Besuch die Entstehungsgeschichte von foodRegio
Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz  hat die Betriebe der Ernährungsindustrie im Land dazu ermuntert, sich durch noch stärkere Individualisierung ihrer Produkte und Angebote mehr auf das Feld der Gesundheitswirtschaft zu wagen: „Unsere Ernährungswirtschaft im Land ist mindestens so stark wie der Maschinenbau – und ich sehe hier noch viel Spielraum für engere Schulterschlüsse mit der ebenfalls boomenden Gesundheitswirtschaft im Land“, sagte Buchholz heute nach einem Treffen mit dem Vorstand  des Branchennetzwerks „foodRegio“ in Lübeck. Gastgeber des Treffen war der Müsli-Produzent  H. & J. Brüggen KG. Zum Branchennetzwerk zählen aktuell rund 70 Unternehmen.

Buchholz sagte nach dem Besuch von food-Regio sowie nach seinem anschließenden Besuch im Technik-Zentrum Lübeck (Audio starten – „im Browser anhören“)

Wie Buchholz weiter sagte, seien ihm bei dem Treffen von Jochen Brüggen und Prof. Dr. Björn P. Jacobsen neben der Entstehungsgeschichte des elf Jahre alten Netzwerks interessante Zahlen und Fakten zur Entwicklung der Ernährungswirtschaft in Schleswig-Holstein vorgestellt worden.  Darüber hinaus ging es um die Themen Fachkräftebedarf der Betriebe und die Ausbildung. Jacobsen kündigte für Mitte September 2018 einen Kongress zu dem Themenspektrum an. Am 22. Februar findet zudem der dann mittlerweile 12. Trendtag der Ernährungswirtschaft statt.

Im Bereich Ernährungswirtschaft sind aktuell rund 260 Unternehmen über 21.000 Menschen beschäftigt.

Laut Jacobsen sind die Unternehmen in Schleswig-Holstein bereits in seinem sehr engen Austausch mit den Hochschulen – insbesondere der Universität Lübeck und der Fachhochschule Lübeck. Ein großes Thema dabei sei die Sicherstellung einer hohen Lebensmittelqualität – unter anderem durch die Erforschungs besserer Verpackungen. „Die Qualität des Produktes stellt die Ernährungswirtschaft sicher. Wir müssen aber auch darauf achten, dass diese Qualität vom Werkstor über den Handel bis in die Küche des Verbrauchers erhalten bleibt“, sagt Jacobsen. Hierbei seien Lebensmittelverpackungen ein wichtiger Baustein.

Auftrag für Teil 2 der A-21-Sanierung vergeben: Leitplanken-Montage bis Ende Januar

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Weiterer Meilenstein bei der Sanierung der A 21: Nachdem vergangenen Sonnabend das Neubau-Teilstück bei Nettelsee für den Verkehr freigegeben wurde, geht es nun auch auf der zehn Kilometer langen Sanierungsstrecke von Depenau in Richtung Bad Segeberg mit Hochdruck weiter. Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV-SH) hat heute Nachmittag den knapp 14 Millionen Euro umfassenden Auftrag für die Sanierung der Gegenfahrbahn in Richtung Kiel erteilt.

„Damit werden absehbar bereits Ende Januar die noch fehlenden Leitplanken auf der sanierten Bahn in Richtung Segeberg montiert sein und der gesamte Verkehr auf die Gegenrichtung umgelenkt“, freute sich Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz. Klar sei, dass den Pendlern damit auch 2018 eine Geduldsprobbe nicht erspart bleibe. „Aber anschließend verfügen wir auf dieser wichtigen Achse wieder über eine verkehrssichere und damit auch schnellere Verbindung zwischen Kiel und Bad Segeberg“, so der Minister.

Nach den Worten des zuständigen LBV-SH-Betriebssitzleiters Christoph Köster laufen paralell zur Leitplankenmontage in den nächsten Wochen bereits die Vorbereitungen zur Umleitung des Verkehrs. Im Verlauf des Februar folgen dann Entwässerungsarbeiten und ab März soll dann die eigentliche Sanierung der Autobahn beginnen.

Marine-Schiffbau vor Auftragswelle – Buchholz mahnt fairen Wettbewerb an

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Rüstungsprojekte in Milliardenhöhe zeichnen sich im Marine-Schiffbau ab – und dürften auch die Auslastung der Kieler Werft von ThyssenKrupp Marine Systems mit 2800 Beschäftigten über Jahre sichern. «Allgemein ist die internationale Marktlage für Marineschiffe gut», sagte heute ein TKMS-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur. Die internationale Konkurrenz sei stark. «Für «Made in Germany» sehen wir allerdings gute Chancen.» Das gilt nicht nur für nicht-nukleare U-Boote, bei denen TKMS nach eigener Sicht «klar Marktführer» ist, sondern auch für den Überwasserbereich.

Mit Spannung wartet die Branche auf die Entscheidung, welches Konsortium das neue Mehrzweckkampfschiff MKS 180 für die deutsche Marine bauen darf. Am 27. Dezember endet die Frist zur Abgabe für das zweite Angebot. «Daran schließt sich allerdings erst noch die Angebotsauswertung an», teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums mit – ohne nähere Angaben zu machen.

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Nur noch drei Bieterkonsortien sollen nach Branchen-Informationen im Rennen sein. TKMS gemeinsam mit der Fr. Lürssen Werft (Hauptsitz Bremen), das niederländische Unternehmen Damen Shipyards Group in Partnerschaft mit Blohm+Voss sowie German Naval Yards als Generalunternehmer. Fr. Lürssen hat doppelte Chancen, denn das Unternehmen hatte 2016 die Hamburger Schiffswerft Blohm+Voss GmbH übernommen. Ursprünglich sollten erst vier MKS 180 geordert werden, inzwischen sind es sechs. Allein die ersten vier MKS 180 werden laut «bundeswehr-journal» (26. April 2017) statt vier rund 4,5 Milliarden Euro kosten, die Auslieferung solle ab 2023 beginnen.

Wirtschaftsminister Bernd Buchholz hat unterdessen die europaweite Ausschreibung deutscher Marine-Schiffe kritisiert. «Wenn deutsche Werften, die zumindest teilweise mittelständisch geprägt sind, mit europäischen Staatswerften konkurrieren müssen, kann kein fairer Wettbewerb stattfinden», sagte er. Es dürfe keine europäischen Ausschreibungen ohne faire Wettbewerbsbedingungen geben. «Die deutschen Werften müssen von den aktuell anstehenden Aufträgen der deutschen Marine profitieren.» Am 27. Dezember läuft die Frist für die Abgabe des zweiten Angebots für das Mehrzweckkampfschiff MKS 180 ab – ein Milliardenauftrag.

«Neben dem Unterwasserbau sollte die Bundesregierung endlich auch den Überwasserbau als Schlüsselindustrie und -technologie anerkennen», sagte Buchholz. Im Bundestag hatten SPD und Union bereits im vergangenen März dies gefordert, um den Technologiestandort Deutschland auch im Bereich der Marine- und Werftindustrie zu stärken. Nationale Referenzprojekte seien im übrigen auch Voraussetzung für Marineaufträge aus dem Ausland, betonte Buchholz.

Zwei politische Entscheidungen nähren Hoffnungen der Rüstungsbranche für die Zukunft: Zum einen die im Dezember beschlossene grundsätzliche Verpflichtung von 25 EU-Ländern für eine weitgehend gemeinsame europäische Verteidigungspolitik – mit real steigenden Verteidigungsausgaben und dem Ziel gemeinsamer Rüstungsprojekte. Zum anderen die von Norwegen und Deutschland vereinbarte strategische Partnerschaft im Marine-Bereich.

Die künftige Kooperation sei so eng wie bisher mit keiner anderen Marine, sagte ein Marinesprecher. Gemeinsam will man eine neue Generation von Flugkörpern – auch für das MKS 180 – entwickeln, um langfristig See- und Landziele auch in großen Entfernungen von etwa 200 Kilometern wirkungsvoll bekämpfen zu können.

Norwegen will vier U-Boote in Kiel von TKMS bauen lassen, die deutsche Marine zwei weitere U-Boote im Rahmen desselben Loses – aber mit eigenen Spezifikationen. Norwegen hat für das U-Boot-Paket umgerechnet etwa 4,3 Milliarden Euro eingeplant. Der Vertrag könnte. 2019 unterzeichnet werden. Die neuen U-Boote für Norwegen sollen ab etwa 2025 und für die deutsche Marine etwa ab 2027 geliefert werden.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und ihre norwegische Kollegin Ine Marie Eriksen Søreide (Foto oben) hatten im August den Marinestützpunkt in Eckernförde besucht. «Norwegen ist für uns der absolute Wunschpartner», sagte von der Leyen. Eriksen Søreide betonte, es handele sich um eine «Win-Win-Situation» und könne ein Beispiel sein für Kooperationen anderer Nato-Staaten. Zum Norwegen-Deal sagte der Firmensprecher: «Für Thyssenkrupp Marine Systems ist dies ein strategisch sehr wichtiges Programm.»

BootNeben den sechs U-Booten für Norwegen und Deutschland hofft TKMS, drei weitere Boote für Israel bauen zu können. Eine Absichtserklärung beider Regierungen für die angeblich 1,5 Milliarden Euro teuren U-Boote wurde bereits unterzeichnet. In Israel laufen wegen des Deals jedoch Korruptionsermittlungen. TKMS wollte sich zu den Chancen für das angestrebte Geschäft nicht äußern. Bis 2021 stehen zwei weitere Boote für Ägypten und vier Boote für Singapur in den Auftragsbüchern von TKMS.

Im Überwasserbereich agiert TKMS als Generalunternehmer und gemeinsam mit Partnern. Fr. Lürssen, Partner von TKMS, erhielt kürzlich einen Großauftrag aus Australien für zwölf Offshore-Patrouillenboote. «Wir bemühen uns gerade um einen Auftrag zum Bau von vier Fregatten für Kolumbien», sagte der TKMS-Sprecher. Für die deutsche Marine baut TKMS in der Arbeitsgemeinschaft Arge F125 gemeinsam mit der Fr. Lürssen Werft vier Fregatten. Bei dem Bau von weiteren Korvetten K130 erhielten TKMS, die Fr. Lürssen Werft sowie German Naval Yards (Kiel) gemeinsam den Zuschlag. «Im Ausland arbeiten wir im Überwasserbereich meist mit lokalen Werften zusammen», sagte der TKMS-Sprecher.

«In Kiel fokussieren wir uns auf den Unterwasserbereich.» Die Administration, etwa der Einkauf oder der Finanzbereich, seien übergreifend für Projekte im Überwasser- und im Unterwasserbereich tätig. Und es würden vermehrt fachübergreifende Teams eingesetzt. So könnten im Falle eines Zuschlags möglicherweise auch Ingenieure aus Kiel an dem Projekt MKS 180 beteiligt werden. Um die internationale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, setzt TKMS auf «Digital Shipyard», die Digitalisierung der Wertschöpfungskette.

«Darüber hinaus investieren wir aber auch weiter erheblich in neue Tools, Technologien und verbessern unsere internen Prozesse», sagte der Firmensprecher und fügte selbstbewusst hinzu. «Wir wollen den Standard der Marine von morgen entwickeln und fertigen.»

 

Und wieder ein Boom-Monat: Tourismus in SH peilt weiteres Rekordjahr an

Mehr Gäste, mehr Übernachtungen – das Land zwischen den Meeren steht bei Touristen weiterhin hoch im Kurs. Zum Jahresende wird die Branche einen weiteren Rekord feiern. Tourismus-Minister Buchholz sieht immer noch Reserven.

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Der Tourismus in Schleswig-Holstein bleibt auf Erfolgskurs. In den ersten zehn Monaten dieses Jahres trafen im nördlichsten Bundesland 6,9 Millionen Übernachtungsgäste in den Beherbergungsstätten mit mindestens zehn Betten ein und damit 4,7 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum. Wie das Statistikamt Nord heute weiter berichtete, stieg die Zahl der Übernachtungen um 5,2 Prozent auf gut 27,2 Millionen. Damit blieb jeder Gast im Durchschnitt 3,9 Nächte.

Aller Voraussicht nach wird der Norden nach Einschätzung von Tourismusminister Bernd Buchholz in diesem Jahr bei den Übernachtungen erstmals die Marke von 29 Millionen übertreffen. 2016 waren es zum ersten Mal mehr als 28 Millionen.

Buchholz sagte weiter (Audio starten – „im Browser anhören“)

Wie schon die Vormonate, schloss auch der Oktober mit positiven Ergebnissen ab. 676 000 Übernachtungsgäste bedeuteten ein Plus zum gleichen Vorjahresmonat von 4,2 Prozent. Die Zahl der Übernachtungen nahm um 7,1 Prozent auf fast 2,66 Millionen zu.

Buchholz rief die Branche auf, den Schwung zu nutzen, um auch den Tourismus abseits der Küsten nachhaltig zu stärken. «Qualität, Nachhaltigkeit und Digitalisierung werden die entscheidenden Faktoren sein, um die positive Entwicklung verstetigen und halten zu können», sagte der FDP-Politiker. Er wies darauf hin, dass von den Zuwächsen alle Reisegebiete bis auf die Holsteinische Schweiz (minus 4,7 Prozent bei den Übernachtungen) profitierten. Hier ist im Jahresvergleich allerdings zu berücksichtigen, dass die Region wegen der Landesgartenschau in Eutin 2016 höhere Gäste- und Übernachtungszahlen hatte.

Den größten Übernachtungszuwachs verzeichnete 2017 die Nordsee mit 9 Prozent, gefolgt vom übrigen Binnenland, also außer der Holsteinischen Schweiz, mit 4,9 Prozent und der Ostsee mit 3,4 Prozent.

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus