Buchholz bei Glasfaser-Forum: Land legt zur Beseitigung grauer Flecken nochmal 20 Millionen drauf

Halb in Präsenz, halb hybrid: Das 13. Glasfaser-Forum in der Stadthalle von Neumünster

Mit aktuell 58 Prozent anschlussfähiger Hausadressen im Land hält Schleswig-Holstein beim Glasfaser-Ausbau seine bundesweite Spitzenposition. Und die Landesregierung gibt weiter Gas: Wie Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz heute zur Eröffnung des 13. Glasfaserforums in Neumünster sagte, werde das Land zur Kofinanzierung des Gigabit-Ausbaus weitere 20 Millionen Euro bereitstellen. „Damit schaffen wir die Voraussetzungen, um weitere förderfähige Gebiete in Schleswig-Holstein spätestens ab 2023 in die Spur zu bringen und Investitionen in zukunftsfähige Glasfaserinfrastrukturen zu ermöglichen“, so Buchholz. An das Glasfasernetz tatsächlich angeschlossen sind derzeit rund 41 Prozent aller Hausadressen im echten Norden.

Die zusätzlichen 20 Millionen Euro sind nach den Worten von Buchholz in den jüngsten Beratungen zum Nachtragshaushalt für das laufende Jahr ausverhandelt worden. „Insgesamt haben wir in den letzten fünf Jahren damit die Rekordsumme von 165 Millionen Euro in den Breitbandausbau gesteckt.“ Mit dem jüngsten Nachschlag werde es möglich, die vom Bund zur Verfügung gestellte Gigabit-Förderung mit einer zusätzlichen Landesförderung zu flankieren. „Damit werden wir voraussichtlich in der Lage sein, bei allen angeschobenen Projekten in den kommenden zwei bis drei Jahren die Förderquote von 50 auf 75 Prozent aufzustocken“, sagte Buchholz vor den rund 150 Gästen des Glasfaserforums.

Im Gespräch mit Journalisten sagte Buchholz weiter – Audio starten, Pfeil klicken…

Der Minister erinnerte daran, dass sich Schleswig-Holstein als erstes und in dieser Form immer noch einziges Bundesland ein klares Infrastrukturziel gesteckt habe – nämlich den flächendeckenden Ausbau mit Glasfaser bis 2025. „Wir setzen damit auf die einzig zukunftssichere Technologie“, so Buchholz, „und wir haben mit der Weiße-Flecken-Förderung den Grundstein geschaffen, um den Glasfaserausbau im Lande weit voran zu bringen. Nun ist es uns gelungen, weitere Fördermittel einzubringen, die uns in die Lage versetzen, auch die Grauen Flecken mit unveränderten Konditionen zu fördern.“ Weiße Flecken gelten als besonders unterversorgt, weil kein Anbieter eine Internetversorgung mit einer Bandbreite von mindestens 30 Mbit/s anbieten kann. Bei den Grauen Flecken handelt es sich um Gebiete, in denen nur ein Internetprovider mit mindestens 30 Mbit/s im Download verfügbar ist, aber kein Gigabit-Anschluss. Für beide ist eine Förderung des Gigabitausbaus mit öffentlichen Mitteln möglich.

Parallel setze das Land laut Buchholz verstärkt auf den eigenwirtschaftlichen Ausbau durch Telekommunikationsunternehmen, wo dieser auch ohne Förderung rentabel sei. Insbesondere in den Städten wie etwa Kiel habe sich inzwischen ein Wettbewerb um die Kunden entwickelt, der dafür sorge, dass auch dort kräftig in Glasfaser investiert werde. „Wir sind in der Förderung sehr weit und kommen nun so langsam an die Grenzen der Förderfähigkeit. Das ist erfreulich und versetzt uns in die Lage, den eigenwirtschaftlichen Ausbau nun mehr in den Fokus zu nehmen und bestmöglich zu unterstützen.“

Nach den aktuellen Daten des von den kommunalen Landesverbänden getragenen Breitband-Kompetenzzentrums Schleswig-Holstein (BKZSH) können inzwischen in Schleswig-Holstein 58 Prozent aller Hausadressen mit Glasfaser bis in die Gebäude und Wohnungen versorgt werden. Zum Vergleich: Der Bundesdurchschnitt liegt bei rund 15 Prozent. BKZSH-Geschäftsführer Richard Krause erwartet, dass bis Ende kommenden Jahres eine Versorgungs-Quote von 62 Prozent erreicht sein wird. Von den heute mit Glasfaser erreichbaren Hausadressen haben gut 70 Prozent bereits einen Anschluss gebucht.

BKZ.SH-Geschäftsführer Krause sagte weiter – Audio starten

Mit Blick auf die Ende 2022 absehbar noch nicht mit Glasfaser erschlossenen Haushalte, die sich überwiegend in den Städten befinden werden, sagte Buchholz: „Noch sind die Städte in Schleswig-Holstein mit Breitband gut versorgt, einige drohen aber die Weißen Flecken von morgen zu werden. Ich setze daher auf die Eigeninitiative der Städte und ihrer Stadtwerke, freue mich aber, dass auch große Telekommunikationsanbieter ihre Ankündigungen wahrmachen und inzwischen ebenfalls auf Glasfaser setzen. Und zwar vor allem dort, wo es noch keine Ausbauinitiativen gibt.“

Buchholz dankt Kabinett: Zahl der Lehrerinnen und Lehrer an Berufsschulen bleibt stabil

Seit Januar für die berufsbildenden Schulen in Schleswig-Holstein zuständig: Wirtschaftsminister Bernd Buchholz – hier bei einem Besuch des Regionalen Bildungszentrums in Kiel

Trotz sinkender Schülerzahlen an den Berufsschulen in Schleswig-Holstein soll die Zahl der Lehrerinnen und Lehrer in den nächsten zwei Jahren konstant bleiben. Das sagte Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) der Deutschen Presse-Agentur jetzt im Anschluss an Nachverhandlungen zum Landeshaushalt 2022. Demnach werden zusätzlich 1,25 Millionen Euro bereitgestellt, um ursprünglich 60 zur Disposition stehende Lehrerstellen zu erhalten. «Auf diese Weise sichern wir nicht nur unseren Fachkräftenachwuchs, sondern auch das Angebot an Ausbildungsgängen in der Fläche», sagte Buchholz.

Die 1,25 Mio sind bestimmt für die fünf Monate ab Beginn des neuen Schuljahres 2022/23 bis zum Jahresende. Um diesen Betrag sollte das Budget zunächst gekürzt werden.

Buchholz sagte nach der Kabinettsentscheidung von Dienstag weiter – Audio starten:

Das Wirtschaftsministerium ist seit Januar für noch 87 300 Berufsschüler und 5000 Lehrkräfte an 35 Schulen und Regionalen Berufsbildungszentren zuständig. Das ständige Sinken der Schülerzahlen bedeute enorme Probleme, sagte Buchholz: Ließen sich Fachklassen für einen Beruf in einer Schule nicht halten, entstünden für Auszubildende teils lange Fahrwege. Allein in den letzten fünf Jahren sank die Zahl der Azubis an Berufsschulen um fünf Prozent auf 52.000. Werde dies nicht gestoppt, könne es schnell einen Rückzug der beruflichen Bildung aus der Fläche geben. Da sich dies negativ auf die wirtschaftliche Entwicklung in den Regionen auswirken würde, müsse es verhindert werden.

Das Land habe Anfang des Jahres mit einem vergünstigten Angebot zum Job-Ticket und einem Zuschuss für Unterbringungskosten außerhalb des Wohnorts die Rahmenbedingungen für Azubis spürbar verbessert, sagte Buchholz. Mit dem Übergang der Beruflichen Bildung in die Zuständigkeit des Wirtschafts- und Arbeitsministeriums sowie der Gründung des Instituts für berufliche Bildung sei auch eine landesweite Schulentwicklungsplanung für die Berufsschulen auf den Weg gebracht worden.

Das Moratorium bei Lehrerstellen sei ein wichtiger Baustein, sagte Buchholz. Es verschaffe dem Land Zeit, die Schulentwicklungsplanung weiter voranzutreiben. «Unser Ziel ist es, die berufliche Bildung in der Fläche zu erhalten, bei einem zugleich finanzierbaren Angebot.» Das bedeute, auch verstärkt hybride Lernangebote zu etablieren. Zudem könnte für verschiedene Berufe auch gemeinsam unterrichtet werden, wenn die Inhalte dies ermöglichten – zumindest in den ersten Ausbildungsjahren.

Nicht nur StartUps, auch reguläre Gründungen im echten Norden boomen

Unternehmer in Schleswig-Holstein haben in den ersten neun Monaten dieses Jahres mehr Betriebe angemeldet als im Vorjahreszeitraum. Von Januar bis September 2021 seien es 3.076 Gewerbeanmeldungen gewesen, ein Plus von 11,9 Prozent gegenüber den ersten drei Quartalen des Vorjahres, teilte das Statistikamt Nord heute mit. «Das ist der höchste Wert für diesen Zeitraum seit 2013», freute sich Wirtschaftsminister Bernd Buchholz. Als einen Grund für den Anstieg sehen die Statistiker Nachholeffekte durch die Corona-Pandemie. Auch die Zahl der Betriebsaufgaben nahm in den ersten drei Quartalen deutlich um 8,6 Prozent zu. Unter dem Strich wurden aber 864 Betriebe mehr gegründet als aufgegeben. Im Landesdurchschnitt gab es 1,1 Betriebsgründungen je 1.000 Einwohner in Schleswig-Holstein. Den höchsten Wert registrierte das Statistische Amt im Kreis Nordfriesland mit 1,7, den geringsten im Kreis Plön mit 0,7.

Als besonders erfreulich bezeichnete es Buchholz, dass 38,3 Prozent der Anmeldungen als Einzelunternehmen (77,6 Prozent aller Gewerbeanmeldungen) von Frauen kamen. Damit erreichte der Frauenanteil den höchsten Stand seit Beginn der Zeitreihe im Jahr 2008. Gleichzeitig ging der Anteil von Anmeldern mit ausländischer Staatsangehörigkeit um 15 Prozent zurück. Das war der niedrigste Wert seit 2010.

Als Beleg für die Aufbruchstimmung wertete Buchholz auch die heute vorgestellte Steuerschätzung. In die Landeskasse werden demnach in diesem Jahr und bis 2025 voraussichtlich deutlich höhere Steuereinnahmen fließen als erwartet. Finanzministerin Heinold könne für 2021 mit 11,3 Milliarden Euro rechnen. Das wären 620 Millionen Euro mehr als bisher veranschlagt. Für die Kommunen im Land zeichnet sich für das laufende Jahr ein Steueraufkommen von 5,9 Milliarden Euro ab und damit ein Plus zur Mai-Steuerschätzung von 231 Millionen.

Die Ergebnisse für das Land liegen zwar weiterhin unter den vor der Corona-Pandemie prognostizierten Einnahmen. «Wir starten aber mit Rückenwind ins neue Jahr», kommentierte Heinold. «Zwar sind wir noch immer nicht dort angekommen, wo wir 2019 standen, aber die Entwicklung zeigt, dass es richtig war, nicht den Mut zu verlieren und gezielt staatliche Investitionen einzusetzen.»

Buchholz erinnerte in dem Zusammenhang auch an die gute Lage am Arbeitsmarkt: Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sei aktuell mit deutlich über einer Million Menschen so hoch wie lange nicht mehr.

SH-Häfen nach Corona-Sturmtief wieder auf Erfolgskurs – Chancen im Ostseeraum

Trotz Corona aus den Negativ-Schlagzeilen raus: Der Lübecker Hafen

Schleswig-Holsteins Häfen sind nach dem Corona-Tief des letzten Jahres wieder auf Kurs: Nach Millionendefiziten melden Kiel, Lübeck und Landeshäfen wie Büsum steigende Passagier- oder Frachtzahlen. Auch im kommenden Jahr wird es nach Einschätzung der Hafenchefs und Wirtschaftsminister Bernd Buchholz aufwärts gehen. «Ich bin überaus zuversichtlich, dass das Geschäft in unseren Häfen wieder kräftig anziehen wird», sagte Buchholz den „Kieler Nachrichten“ (Montagausgabe). Schon in diesem Jahr sehe es angesichts der Nachhol-Bedarfe im Handel oder auch im Passagiergeschäft gut, wenn nicht sogar besser aus als vor Corona. «Auch in Kiel kehren die Passagiere, gerade bei Kreuzfahrten, in Scharen zurück.»

Buchholz mit der finnischen Botschafterin Anne Sipiläinen beim deutsch-finnischen Hafentag der IHK vor einer Woche in der Lübecker MuK

Nach den Worten von Buchholz birgt der gesamte Ostseeraum Chancen, die bisher ungenutzt sind. Dies seien wirtschaftliche als auch kulturelle Chancen. «Es werden schließlich nicht nur Güter und Passagiere befördert, sondern auch Verbindungen zwischen Wirtschaft und Menschen gestärkt», so der Nord-Liberale. Dies spiegele sich auch in der engen Zusammenarbeit zwischen den Häfen wieder. Gerade den Ostseehäfen sei es innerhalb der letzten anderthalb Jahre gut gelungen, die Pandemie-Folgen für den maritimen Handel wegzustecken.

Erst vor einer Woche hatte sich Buchholz beim Deutsch-Finnischen-Hafentag in Lübeck angesichts der Zahlen des Lübecker Hafens optimistisch gezeigt (Video starten)

Welche erheblichen Bremsspuren die Pandemie noch letztes Jahr ließ, zeigen die Zahlen des Kieler Hafens: Nach 174 Anläufen (2019) machten 2020 nur 29 Kreuzfahrer in der Hauptstadt fest. Im laufenden Jahr sind es bereits 132. Die Delle führte beim Seehafen zu einem hohen Defizit, weil ein mittelgroßer Kreuzfahrer rund 25.000 Euro Hafengeld einbringt und zudem die Norwegen-Fähren zeitweise pausierten. Der Umsatz des Seehafens sank laut „Kieler Nachrichten“ von 31,44 Millionen (2019) auf 21,45 Millionen Euro (2020). Folge: Aus dem Jahresüberschuss (1,45 Millionen in 2019) wurde ein hoher Fehlbetrag (5,32 Millionen in 2020).

Die Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) rutschte 2020 ebenfalls in die roten Zahlen. Härter als der Rückgang bei Kreuzfahrern (zwei Luxusliner statt 15 im Jahr 2019), traf Deutschlands größten RoRo-Hafen an der Ostsee ein leichter Schwund des Frachtaufkommens. Insider gehen davon aus, dass die teils private LHG einen Millionenverlust verbuchen musste. Inzwischen hat die Hafengesellschaft die Kurve gekriegt. Im laufenden Jahr werden in Lübeck sogar schon wieder mehr Güter umgeschlagen als 2019. „Die LHG hat die Corona-Delle überwunden“, bilanziert Geschäftsführer Sebastian Jürgens.

An die Politik adressierte Jürgens beim deutsch-finnischen Hafentag vor knapp einer Woche klare Vorstellungen (Video starten)

Ein großes Zukunftsthema der Häfen sind die künftigen Antriebsarten der Schiffe, deren Versorgung mit Landstrom und das damit verbundene Dauerthema der Nachhaltigkeit.

Buchholz sagte dazu im Gespräch mit Journalisten am Rande des deutsch-finnischen Hafentags – Audio starten, Pfeil klicken

Gute Nachrichten gibt es auch aus den fünf Landeshäfen Husum, Friedrichstadt, Tönning, Büsum und Glückstadt: Wirtschaftsminister Buchholz erwartet, dass bald wieder so viele Passagiere wie vor Corona auf die Schiffe zu den Inseln oder auf Bäder- und Ausflugsdampfer steigen. Hoffnung macht etwa die Entwicklung in Büsum, dessen Hafen mit dem Helgoland-Verkehr steht oder fällt. 2019 tourten 71.000 Passagiere auf die Hochseeinsel. 2020 waren es nur 33.000, wodurch die Hafenabgaben um 64.000 Euro sanken. Hier ist die Trendwende bereits geschafft. Im laufenden Jahr haben sich schon mehr als 50.000 Helgolandfahrer in Büsum ein- oder ausgeschifft.

Buchholz stolz: Gründerland SH im Vorwärtsgang – und es gibt weitere Förderungen

Ob beim StartUp-Monitor oder beim KfW-Gründungsmonitor: So ziemlich alle bundesweiten Indikatoren belegen derzeit recht eindrucksvoll, dass die schleswig-holsteinische Gründerszene aus einem Dornröschenschlaf erwacht ist. Jahrelang dümpelte der Norden auf den hintersten Rängen, nun sind wir hinsichtlich der Gründungsaktivitäten auf Augenhöhe mit Baden-Württemberg und Bayern.

Und Wirtschaftsminister Bernd Buchholz lässt sich das auch was kosten – seine „Meldung der Woche“ (Video starten)

Buchholz vor Nord-Ministerkonferenz: Corona-Hilfen zum Jahreswechsel beenden

Treffen sich heute in Bremen (v.r.): Gastgeberin Kristina Vogt, Michael Westhagemann, Buchholz und Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) fordert ein Auslaufen der Corona-Überbrückungshilfen zum Jahresende. «Wir müssen aus ordnungspolitischen Gründen darauf achten, dass dies keine Dauerförderung wird», sagte Buchholz der Deutschen Presse-Agentur im Vorfeld der heute in Bremen stattfindenden Herbstkonferenz der norddeutschen Wirtschaftsminister. Zwar sei die Lage für Veranstalter durch den möglichen Ausfall von Veranstaltungen wieder schwieriger. «Aber insgesamt müssen wir die Überbrückungshilfen zeitlich begrenzen, wenn wir Wettbewerbsverzerrungen vermeiden wollen.»

Sollten die Überbrückungshilfen weiter laufen oder neu aufgelegt werden, sprach sich Buchholz angesichts der mittlerweile kaum überschaubaren Vielzahl der Programme für eine Neuorganisation aus. Allein in Schleswig-Holstein wurden seit Ausbruch der Pandemie über 1,7 Milliarden Euro an Hilfen ausgezahlt.

Nach den Worten von Buchholz, der bei der Ministerkonferenz heute einen entsprechenden Antrag einbringen wird, habe sich die bisherige Abwicklung der Hilfen über die Wirtschaftsministerien der Länder beziehungsweise die Bewilligungsstellen als viel zu langwierig und ressourcenintensiv und somit als ineffizient erwiesen. Der wesentliche Teil der Antragsprüfung liege in der Prüfung der Identität, der Bankverbindung, sonstiger Stammdaten und steuerlich relevanter Merkmale des Antragstellers. «Daten, die in der Regel nicht vorliegen und aufwendig recherchiert werden müssen.»

Buchholz sagte weiter – Audio starten, Pfeil klicken

Zudem erschwerten komplizierte und sich ständig ändernde Richtlinien der Corona-Programme sowie starke Unterschiede zwischen den einzelnen Programmen mit sich teilweise überschneidenden Zeiträumen die Antragstellung unnötig, sagte Buchholz. «Darum sollte der Bund, spätestens die nächste Bundesregierung dafür sorgen, dass zukünftige Hilfsprogramme für Selbstständige und Unternehmen in wirtschaftlichen Notlagen einheitlich über die Finanzverwaltung und Finanzämter der Länder auf Basis eines einfachen Antrags abgewickelt werden», sagt Buchholz.

Studentinnen und Studenten aufgepasst: Land legt für Gründer noch eine Schippe drauf

Die beiden Ex-Gründungsstipendiaten Carl-Felix Lentz (links) und Johann Olsen zogen heute mit Annelie Tallig von der WT.SH (links) sowie Anke Rasmus (CAU) und Wirtschaftsminister Buchholz Bilanz des 2016 aufgelegten Gründungsstipendiums

Frischer Rückenwind für ideenreiche und geschäftstüchtige Hochschul-Absolventen im echten Norden: Nachdem sich Schleswig-Holstein im bundesweiten Gründungsmonitor der KfW-Bankengruppe seit 2017 bereits von Rang 10 auf Platz 3 hochgearbeitet hat, legt Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz nun noch einmal nach. Das 2016 vom Land eingeführte Gründungsstipendium geht bis 2027 in die Verlängerung. Damit können junge Akademikerinnen und Akademikern in der Phase der Gründung eines Unternehmens weiterhin einen Zuschuss von monatlich bis zu 1.750 Euro für maximal ein Jahr erhalten. „Die bisherigen Zahlen und Erfolge, immerhin 39 Gründungen mit über 100 neuen Arbeitsplätzen belegen eindrucksvoll, dass dieses Geld sehr gut angelegt ist“, sagte Buchholz heute in Kiel. Besonders erfreulich sei, dass der Frauenanteil unter den Stipendiaten mit 21,1 Prozent klar über dem Bundesdurchschnitt liege.

Wie der Minister weiter sagte, habe sich die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen, Wirtschaft und Verwaltung in den letzten Jahren deutlich verbessert: „Dank unserer Wirtschaftsförderer von der WT.SH, aber auch durch Einrichtungen wie dem Zentrum für Entrepreneurship an der Uni Kiel oder dem Lübecker Start-up-Beschleuniger „Gateway 49“ sind wir inzwischen zum gründungsaktivsten Flächenland Deutschlands aufgestiegen – dieses Niveau wollen und werden wir halten“, versprach Buchholz. Für die Neuauflage des Stipendiums setze sein Haus 2,7 Millionen Euro ein.

Hier ein Livestream des heutigen Pressegesprächs:

Als besonders gründungsfreudig haben sich in den letzten Jahren die Absolventinnen und Absolventen der Universitäten Kiel und Flensburg gezeigt. Zu ihnen gehört der Flensburger Johann Olsen mit seinem Start-up „IO-Dynamics“. „Schon in meiner Zeit als Elektrotechnik-Student an der Kieler Uni hatte ich mit Kommilitonen aus dem Bereich Informatik die Idee, einen kleinen Fiat zum E-Auto umzubauen. Immerhin hatte einer meiner späteren Mitgründer schon mal eine Playstation erfolgreich in seinen alten Mercedes eingebaut“, erinnert sich Olsen. Als die studentische Bastelei später in die konkrete Gründungsphase überging, sei das Gründungsstipendium seine erste Wahl gewesen: „Ohne dieses Geld und die damit verbundene Gewissheit, zumindest immer was im Kühlschrank zu haben, hätten wir uns sicher nicht mit dem nötigen Nachdruck um die Gründung kümmern können“, sagt der 31-Jährige. Heute beschäftigt Olsen in seiner Firma zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die erfolgreich Software für Ladevorgänge von Elektroautos entwickeln und vertreiben.

Ähnlich erging es Carl-Felix Lentz aus Steinberg (Kreis Schleswig-Flensburg) mit seinem Tiny-House-Unternehmen „noordsk.studio“. In seinem Betrieb geht es naturverbunden zu. Der gelernte Tischler und ehemalige Skandinavistk-Student wusste nach einer Auslands-Zeit in Norwegen vor allem eines: „Ich wollte nicht immer nur für andere arbeiten“, so der 34-Jährige. Der Wunsch einer befreundeten Designerin nach einer Unterkunft im Grünen gab den Anstoß, Gesundheit und Ökologie mit Design zu verbinden und Rückzugsorte in der Natur zu schaffen. Das Ergebnis: edle kleine Holzhäuser als neues Angebot für den Individualtourismus. „Die finanziellen Mittel aus dem Gründungsstipendium war dabei neben dem Seed- und Startup-Netzwerk tragender Faktor, das erste Modell marktfähig zu machen“, sagt Lentz. Auch er beschäftigt heute zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. 

Nach Angaben von Start-up-Teamleiterin Dr. Annelie Tallig von der WT.SH wurden seit 2016 in Schleswig-Holstein insgesamt 39 Gründungsteams mit 95 Stipendiatinnen und Stipendiaten gefördert. Durch die Vorhaben wurden insgesamt 127 Arbeitsplätze geschaffen. Zwei Drittel der Gründungsvorhaben hatten ihren Fokus dabei auf Digitalisierung, knapp ein Drittel auf dem Thema Nachhaltigkeit. Hauptbranchen seien Software-Anwendungen (54 %), Handel & Dienstleistungen (36 %) sowie Energie und Umwelt. „Viele Ideen sind bis zur Marktreife auf den Weg gebracht, viele Start-ups gegründet worden. Die Fortsetzung des Förderprogramms ist also ein gutes Aufbruch-Signal für die Gründerinnen und Gründer im Land“, sagt Tallig.

Hintergrundinformation:

Das Gründungsstipendium ist eine Förderung des Landes Schleswig-Holstein für Hochschulabsolventinnen und Hochschulabsolventen, deren letzter Hochschulabschluss (mindestens Bachelor) maximal zehn Jahre zurückliegt. Studierende sowie Einzelpersonen mit abgeschlossener Ausbildung können als Teil eines Gründungsteams gefördert werden. Das Gründungsstipendium fördert Einzelpersonen und Teams mit bis zu drei geförderten Personen.

Gefördert werden innovative, vorzugsweise technologieorientierte, wissensintensive oder nachhaltige Geschäftsideen, die während eines Studiums, einer Forschungsarbeit oder in anderen Umgebungen von Gründungsinteressierten entwickelt wurden.

Stipendiatinnen und Stipendiaten erhalten über acht bis zwölf Monate einen monatlich nicht-rückzahlbaren Zuschuss in Höhe von 1.750 Euro, Studierende monatlich 800 Euro. Weiterhin kann ein Zuschuss von bis zu 200 Euro pro Team für die im Rahmen der Unternehmensgründung anfallenden Rechtsanwalts-, Notar- oder Gerichtskosten gewährt werden sowie 200 Euro pro Person für eine individuelle steuerliche Beratung. Bei einem besonderen zusätzlichen Finanzierungsbedarf können Sachkosten oder Investitionsmittel mit bis zu 5.000 Euro pro Team bezuschusst werden (u.a. Prototypenentwicklung und Markenaufbau).  Alle weiteren Details hier

SH-Jobticket startet trotz Krise durch: Rohlfs und Beck rechnen mit 10.000 Abos

Hochzufrieden mit dem Start des Jobtickets: Rohlfs und Beck

Rund ein halbes Jahr nach dem Start haben knapp 3000 Beschäftigte das Jobticket des Nahverkehrsverbundes Schleswig-Holstein (NAH.SH) gebucht. Davon hätten 60 Prozent den öffentlichen Nahverkehr zuvor nicht genutzt, sagte Verkehrsstaatssekretär Thilo Rohlfs heute in Kiel. Die übrigen Nutzer fuhren bereits vorher mit Bus oder Bahn zur Arbeit oder taten dies zumindest gelegentlich. Etwa 15 Prozent hatten vorher Firmenabos. NAH.SH-Geschäftsführer Arne Beck sprach von einer Erfolgsstory. «Man kann davon ausgehen, im nächsten Jahr die 10.000er Marke zu knacken.» Prognosen seien aber schwierig.

Bereits mehr als 70 Unternehmen haben einen Rahmenvertrag geschlossen. 80 Prozent von ihnen kommen aus der Privatwirtschaft. Mit mehr als 150 weiteren Firmen laufen Gespräche. Rohlfs kündigte an, ab Dezember unterstütze die Stadt Kiel das Jobticket, im Januar folge das Uniklinikum Schleswig-Holstein mit seinen Standorten Kiel und Lübeck.

Rohlfs und Beck sagten zu der Zwischenbilanz weiter – Video starten

Das Jobticket gibt es in zwei Rabattstufen. Bei einem Arbeitgeberzuschuss von 15 Euro wird ein zusätzlicher Rabatt von 10 Euro gewährt, wodurch der Arbeitnehmer im Monat 25 Euro spart. Bei einem Zuschuss von 30 Euro beträgt der Rabatt 20 Euro und die Ersparnis somit 50 Euro. Damit fahren Berufspendler innerhalb Kiels für 2,50 Euro im Monat Bus. In Neumünster und kleineren Städten zahlen sie selbst gar nichts. Wer in Eckernförde wohnt und in Kiel arbeitet, zahlt für die Monatskarte nur 100 statt bislang 150 Euro.

Das Land hat als Anschubfinanzierung zwei Millionen Euro bereitgestellt. Eine Fortsetzung sei möglich, sagte Rohlfs. Die bisherige Entwicklung habe die Erwartung von 1000 Neukunden für Busse und Bahnen übertroffen.

Rohlfs nach rundem Tisch zu Caterpillar: „Konzern und Arbeitnehmer rücken zusammen“

OB Kämpfer und Staatssekretär Rohlfs

Nach der Ankündigung des US-Konzerns Caterpillar, die Produktion von Schiffsmotoren in Kiel einzustellen und das Geschäft ausschließlich auf so genannte Aftermarket-Dienstleistungen zu fokussieren, hat die Landesregierung die Beteiligten heute an einen Tisch geholt. „Uns geht es darum, möglichst viele hochwertige Industrie-Arbeitsplätze im Land zu erhalten“, sagte Wirtschafts-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs nach dem anderthalbstündigen Treffen. Neben Vertretern der deutschen Caterpillar-Geschäftsleitung nahmen Kiels Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer, die IG-Metall-Generalbevollmächtigte Stephanie Schmoliner sowie die Betriebsräte der jeweiligen Standorte an dem Gespräch teil.

Rohlfs machte deutlich, dass alle Beteiligten im Kern die gleiche Zielsetzung verfolgen: „Nämlich möglichst viele Aufgaben und damit Arbeitsplätze in der Gießerei und dem Motorenbau in Kiel sowie im Bereich der Logistik in Henstedt-Ulzburg zu erhalten.“ Vor diesem Hintergrund sei es hilfreich, dass sich alle an einen Tisch gesetzt und sich gemeinsam auf den Weg gemacht hätten.

Weiter sagte Rohlfs – Audio starten, Pfeil klicken…

Rohlfs erinnerte daran, dass Betriebsleitung und Arbeitnehmervertreter bisher noch nicht ins Gespräch gekommen seien. Nachdem es aber von beiden Seiten zuletzt positive Signale gegeben habe, sei die Zeit für ein erstes Gespräch reif gewesen. „Nun geht es darum, die gemeinsamen Ziele umzusetzen und dafür Lösungen zu entwickeln. Betriebsleitung und Arbeitnehmervertreter werden sich hierzu auch direkt miteinander austauschen“, so Rohlfs. Das Land sowie Oberbürgerbürgermeister Kämpfer sagten den Akteuren hierfür jede mögliche Unterstützung zu.                

Rohlfs eröffnet Fahrrad-Fachtagung: «Wir legen uns nicht nur für mehr Sicherheit ins Zeug»

Verkehrs-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs

In Flensburg und dem Kreis Steinburg hatten die Bürgermeisterin und der Landrat heute früh bereits angenehme Post: Während sich die Steinburger über knapp 100.000 Euro für 350 Fahrradständer und 23 Servicestationen in 31 Kommunen freuen können, reicht es in Flensburg immerhin für zwei Fahrrad-Servicestationen am ZOB und am Twedter Plack. Und das ist landesweit erst der Anfang.

Wie Schleswig-Holsteins Verkehrs-Staatssekretär Thilo Rohlfs heute zur Eröffnung einer Fahrrad-Fachtagung seines Hauses sagte, seien bereits 40 von 80 beantragten ähnlichen Förderprojekten von Bund und Land bewilligt. «Wir haben mit weit über 5000 Kilometern Strecke bundesweit das größte Radwegenetz – doch nun schicken wir uns mit Hilfe des Bundes an, es auch qualitativ unter die Top-3 bundesweit zu bringen», so Rohlfs vor rund 100 Fahrrad-Experten und Kommunalvertretern.

Zuvor hatte sich auch Verkehrsminister Bernd Buchholz im Gespräch mit den «Kieler Nachrichten» (Montagausgabe) zufrieden mit dem Ausbau der Radwege in Schleswig-Holstein gezeigt und ein großes Förderprogramm angekündigt. Demnach stellt der Bund in den nächsten zwei Jahren mehr als 40 Millionen Euro für einen attraktiven Radverkehr im Norden zur Verfügung. Antragsberechtigt sind Land, Kreise, Städte und Gemeinden.

Das Fachtagungs-Publikum in der Wunderino-Arena

«Wir wollen und werden mehr Menschen aufs Fahrrad bringen», sagte Buchholz. Dazu stecke das Land mehrere Millionen Euro in die Sanierung von Radwegen. Aktuell wurden im Herbst gerade Lücken von insgesamt knapp neun Kilometern Radwegen an Landesstraßen in der Lübecker Bucht geschlossen. Insgesamt seien in diesem Jahr an größeren Straßen 93 Kilometer Radweg erneuert worden, 18 Kilometer an Bundesstraßen und 75 Kilometer an Landesstraßen. «Und wir fördern laufend auch Radwegsausbauten an kommunalen Straßen», so der Minister.

Hier die gesamte Rede von Rohlfs zur Eröffnung der Tagung in der Kieler Wunderino-Arena – Video starten

Förderfähig sind laut Basisprogramm, das bis Ende 2023 andauert, etwa der Neu-, Um- und Ausbau von Radwegen, Fahrradzonen, Radwegebrücken sowie Abstell-Anlagen vom Fahrradbügel bis zum Drahtesel-Parkhaus. Die Förderquote beträgt bei Bügeln und Stationen bis zu 100 Prozent, bei allen anderen Projekten bis zu 80 beziehungsweise bei armen Gemeinden bis zu 90 Prozent.

Andreas Scheuer

Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer sagte zu den ersten in Schleswig-Holstein ausgehändigten Förderbescheiden: «Ich freue mich, dass unsere Rekordmittel vor Ort eingesetzt werden und damit direkt bei den Bürgerinnen und Bürgern ankommen. Für sie heißt es dann nur noch: Aufsteigen und Losfahren. Damit kommen wir meinem Ziel wieder ein Stück näher: Deutschland wird Fahrradland! Das Geld dafür ist da: Bis 2023 stellen wir die Rekordsumme von 1,46 Milliarden Euro bereit. Mit unserem Finanzhilfe-Sonderprogramm Stadt und Land verbessern wir die Bedingungen für Radfahrende in der Stadt und auf dem Land deutlich. Wir unterstützen die Länder und Kommunen z.B. beim Bau von Radwegen, Radwegebrücken, Fahrradparkplätzen und fahrradfreundlichen Kreuzungen. Denn eines ist klar: Je besser und sicherer die Radwege, umso größer die Lust, auf das Fahrrad zu steigen.»

Mit einem Nachschlag-Programm in Höhe von 12 Millionen Euro bis Ende kommenden Jahres soll vor allem auch die Sicherheit für Radfahrer verbessert werden, etwa durch die Beseitigung von Unfallschwerpunkten. «Das passt zur unserer ,Vision zero’», sagt Buchholz mit Blick auf das Bemühen, die Zahl der Verkehrsunfälle mit Radfahrern zu senken. Bisher war etwa jeder dritte von insgesamt fast 5.000 Verletzten im Straßenverkehr im vergangenen Jahr mit dem Rad unterwegs. Buchholz kündigte in diesem Zusammenhang weitere Präventionsmaßnahmen an, insbesondere für besonders gefährdete Jungen im Alter von zehn bis fünfzehn Jahre.

Im Rahmen seiner wöchentlichen Video-Botschaft sagte Buchholz weiter – Video starten.

Der Minister, der auch für den Tourismus zuständig ist, hofft, Schleswig-Holstein mit einem attraktiven Radwegenetz «unter die Top-Drei-Länder im Radurlaub» bringen zu können. «Das ist ambitioniert, aber machbar», sagte der den «Kieler Nachrichten».

Auf dem Weg dahin müssen Buchholz und Rohlfs aber noch einigen Probleme lösen. Für Ende November ist in Neumünster eine Fachtagung geplant, um die „Wurzelaufbrüche bei Radwegen“ in den Griff zu bekommen und so immer neue Buckelpisten zu vermeiden. Im Gespräch ist das Verkehrsministerium dazu auch mit dem Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH). Die Winterdienst-Crews des LBV.SH sollen künftig auch Radwege vom Schnee räumen.

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus