Buchholz zufrieden mit Bundesrats-Beschlüssen für mehr Verkehrs-Sicherheit

Angesichts von jährlich rund 400 getöteten Radfahrern auf deutschen Straßen und einer stagnierenden Unfallzahl hat sich Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz heute zufrieden mit den Beschlüssen des Bundesrats gezeigt: „Mit den auf den Weg gebrachten Änderungen von Straßenverkehrsordnung und Bußgeldkatalog wird verkehrsgefährdendes Verhalten künftig härter bestraft und die Risiken hoffentlich minimiert“, sagte Buchholz. Als Beispiel nannte er den Mindestabstand beim Überholen von Radfahrern oder das geforderte Schritttempo von LKW beim Abbiegen in Bereichen, in denen vermehrt mit Radverkehr zu rechnen sei. „Auch mit den geplanten schärferen Vorschriften bei Behinderungen von Radfahrern durch unberechtigtes Parken dürfte der Radverkehr in Zukunft ein erhebliches Stück sicherer werden“, so der Minister bei der Bundesratssitzung in Berlin.

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Auf Vorschlag des Bundesverkehrsministeriums soll der Mindestüberholabstand gegenüber Radfahrern innerorts künftig 1,50 Meter betragen und außerorts zwei Meter. Darüber hinaus hat die Länderkammer beschlossen, dass Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von mehr als 3,5 Tonnen nur noch mit Schrittgeschwindigkeit abbiegen dürfen, wenn mit Radverkehr oder Fußgängern zu rechnen ist. Damit zielen die Länderminister auf die ab 2022 europaweit für neue Fahrzeugtypen und ab 2024 für Neufahrzeuge bestehende Pflicht zum Einbau entsprechender Assistenzsysteme ab.

Als überfällig bezeichnete Buchholz auch die Verschärfung der Sanktionen bei Verstößen gegen die Pflicht zur Bildung von Rettungsgassen: „Das Bilden einer Gasse ist Voraussetzung dafür, dass Rettungskräfte Menschenleben retten können. Dabei kommt es leider immer noch häufig vor, dass Autofahrer eine bereits gebildete Rettungsgasse zum schnelleren Vorwärtskommen nutzen, auch indem sie sich an Rettungsfahrzeuge ranhängen“, so der Minister.

Solche Verstöße seien bislang vom Tatbestand des „Nichtbildens einer Rettungsgasse“ umfasst, nicht aber als eigenständiger Tatbestand geregelt. Dies habe sich als unpraktisch erwiesen und der Bundesrat deshalb die Einführung eines neuen Bußgeldtatbestandes beschlossen. Das „unberechtigte Nutzen einer Rettungsgasse“ soll künftig eine besonders grobe Pflichtverletzung sein und ein Fahrverbot samt 320 Euro Bußgeld und zwei Punkten im Fahreignungsregister nach sich ziehen. Darüber hinaus soll künftig auch das Nichtbilden einer Rettungsgasse mit einem Fahrverbot geahndet werden. „Im Ergebnis sind nunmehr alle Tatbestände im Zusammenhang mit der Rettungsgasse mit einem Fahrverbot belegt – und das halte ich auch für angemessen“, so Buchholz.

Buchholz kämpft mit Mecklenburg-Vorpommern um Erhalt der Schiffbau-Bürgschaften

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Lürssen-Werft in Schacht-Audorf bei Rendsburg

Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern wollen den deutschen Schiffbau vor Wettbewerbsverzerrungen schützen und fordern daher weitere Unterstützung des Bundes ein. In einem gemeinsamen Antrag, den die beiden Länder heute in den Bundesrat einbrachten, fordern sie von der Bundesregierung, ihre Bürgschaften für die Werften nicht wie geplant zu drosseln.

«Wir begrüßen ausdrücklich die Einführung des neues Großbürgschaftsprogramms für parallele Bund-Landesbürgschaften in strukturschwachen Regionen. Vor dem Hintergrund aber, dass gerade bei den Bauzeitfinanzierungen der Werften regelmäßig Bürgschaftsvolumina im dreistelligen Millionenbereich aufgerufen werden, halten wir es für dringend erforderlich, dass der Bereich Schiffbaufinanzierung inhaltsgleich in den Anwendungsbereich des Großbürgschaftsprogramms integriert wird», sagte Buchholz.

Seine vollständige Bundesratsrede dazu hier:

Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe sagte vor der Länderkammer: «Wir brauchen die uneingeschränkte Aufnahme des Themas Schiffbauzeitfinanzierung in das neue parallele Bund/Länder-Bürgschaftsprogramm. Deutschland darf als Exportland diese oft in ihrer gesamtdeutschen Bedeutung unterschätzte Industrie zumindest nicht an Finanzierungsfragen scheitern lassen.» Andere Staaten gewährten ihren Werften massive Hilfen. So habe China die Eroberung des Kreuzfahrtschiffbau-Marktes bis 2025 zum Staatsziel erklärt.

Vom Schiffbau profitierten nicht nur die Werften, sondern auch zahlreiche Zulieferbetriebe abseits der Küsten. Laut Buchholz und Glawe belaufen sich die aktuellen Auftragsbestände der deutschen Werften auf fast 20 Milliarden Euro. 70 bis 80 Prozent der Wertschöpfung würden durch die beteiligten Schiffbauzulieferfirmen erbracht und etwa die Hälfte dieser Zulieferungen kämen nicht aus den Küstenländern. «Dies verdeutlicht nochmals, dass der Erhalt einer zukunftsfähigen Schiffbauindustrie in Deutschland nicht nur ein norddeutsches Thema ist, sondern in gesamtdeutschem Interesse», betonte Glawe.

Der bei weitem kritischste Punkt für die maritime Industrie sei die Finanzierung teurer Spezialschiffe. Als «Nachwehen» der jüngsten Wirtschaftskrisen, die auch den Schiffbau hart getroffen hätten, seien Kredite oft nur schwer zu bekommen. «Vor diesem Hintergrund kommt der Stellung von Bürgschaften der öffentlichen Hand eine besondere Bedeutung zu», sagte Buchholz.

Bei der Finanzierung von Schiffen lassen sich Banken Kredite vielfach durch staatliche Bürgschaften absichern. In der Vergangenheit trugen betroffene Bundesländer und der Bund die Risiken meist zu gleichen Teilen. Mecklenburg-Vorpommern befürchtet angesichts der Milliardenprojekte der zum malaysischen Genting-Konzern gehörenden MV Werften finanziell überfordert zu sein. Bislang stehen Bürgschaften in Höhe von 375 Millionen Euro für die Bauzeitfinanzierung von zwei riesigen Kreuzfahrtschiffen zu Buche. Der Bund sichert den Bau bislang in gleicher Höhe ab. Glawe kündigte an, schnellstmöglich Gespräche mit dem Bund über die künftige Gestaltung der Schiffbau- Bürgschaften führen zu wollen.

Unterstützung bekommen die Küstenländer von der IG Metall Küste. «Ohne Bürgschaften geht es im Großanlagenbau wie dem Schiffbau nicht. Deshalb muss die Branche wie alle anderen in das Bund-/Länder-Großbürgschaftsprogramm aufgenommen werden», forderte Bezirksleiter Daniel Friedrich. Zusammen mit Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern stehe auch der Bund in der Verantwortung.

Ab sofort können Büchsenmacher ihre Waffen wieder in Eckernförde testen lassen

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Staatssekretär Rohlfs (l.) mit dem Direktor der Richdirektion Nord, Herbert Weit, vor der Beschuss-Anlage – eingespannt ist hier ein Militär-Gewehr von SIG Sauer

Die vor gut zwei Jahren aus Sicherheitsgründen größtenteils geschlossene amtliche Beschussstelle für Waffen und Böller in Eckernförde geht wieder in Betrieb. Die Modernisierung der Beschussstelle unter dem Dach des Waffenherstellers Sig Sauer sei abgeschlossen und werde kurzfristig gutachterlich abgenommen, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Thilo Rohlfs am Donnerstag. Zusammen mit Sig-Sauer-Geschäftsführer Tim Castagne (großen Foto oben rechts) und dem Direktor der Eichdirektion Nord, Herbert Weit, unterzeichnete Rohlfs einen neuen Mietvertrag.

Das Land habe rund 400 000 Euro investiert, eine zusätzliche Personalstelle geschaffen und die von Sig Sauer modernisierten Räumlichkeiten zu ortsüblichen Konditionen angemietet, sagte Rohlfs. «Damit ist die Grundlage für den Erhalt der Einrichtung geschaffen.»

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Weit erläutert Rohlfs die neue Laser-Anlage zur Stempelung bzw. Gravur der Waffen.

Alle Feuerwaffen in Deutschland müssen nach Ministeriumsangaben einen sogenannten Überdruckbeschuss bestehen, bevor sie in den Handel kommen. Sie werden mit besonders starker Munition geladen und in ein geschütztes Wasserbecken abgefeuert. Wenn die Waffe standgehalten und sich nicht verzogen hat, erhält sie einen Stempel.

Hier ein Audio-Mitschnitt des Pressegesprächs

 

Weil Sig Sauer seit Jahrzehnten landesweit der größte Waffenhersteller ist, wurde die Beschussstelle bereits 1974 in seinen Kellerräumen eingerichtet. Seit Ende 2017 war der Beschuss nach Angaben des Wirtschaftsministeriums nur noch in einer Art «Notbetrieb» für die Produktion von Sig Sauer aufrechterhalten worden. Die rund 20 gewerblichen Büchsenmacher im Land mussten auf Beschussämter im Süden Deutschlands ausweichen.

Maritimes Frühstück in Berlin: Landeshäfen 2019 bei Ladung wie Passagieren stark im Aufwind

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GvSH-Chef Frank Schnabel, rechts, mit Minister Buchholz (links) und dem Maritimen Koordinator der Bundesregierung, Norbert Brackmann 

Die Häfen in Schleswig-Holstein haben im vergangenen Jahr mehr als 13,2 Millionen Passagiere gezählt und damit 3,4 Prozent mehr als 2018. Die umgeschlagene Ladungsmenge wuchs um rund ein Prozent auf 53 Millionen Tonnen. Diese Zahlen nannte der Gesamtverband Schleswig-Holsteinischer Häfen (GvSH) heute bei einem «Maritimen Frühstück» in Berlin. Daran nahm Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) ebenso teil wie Bundestagsabgeordnete und der Koordinator der Bundesregierung für Maritime Wirtschaft, Norbert Brackmann (CDU).

«Die Häfen in Schleswig-Holstein sind Knotenpunkte des internationalen Handels und Personenverkehrs und profitieren von der Lage an zwei Küsten, so dass unterschiedlichste Zielmärkte bedient werden können», sagte der GvSH-Vorstandsvorsitzende Frank Schnabel.

Minister Buchholz nannte die Hafenwirtschaft einen zentralen Wirtschaftszweig des Landes. «Die maritime Wirtschaft genießt nicht nur wegen der geografischen Lage unseres Bundeslandes von Seiten der Landesregierung höchste Priorität, sie ist Garant für Wertschöpfung und Arbeitsplätze.»

Eine wichtige Rolle spielte in Berlin ein besserer Umweltschutz. Die Versorgung von Schiffen mit Landstrom kommt weiter voran. So entsteht in Kiel die modernste Landstromanlage Europas. Sie wird künftig Kreuzfahrtschiffe und Schweden-Fähren während der Hafenliegezeiten versorgen. Die Norwegen-Fähren können schon seit einiger Zeit Landstrom «tanken». In Lübeck gibt es eine entsprechende Anlage seit 2008. Bereits seit Jahrzehnten nehmen die Fähren Landstrom auf, die nach Amrum und Föhr fahren. Das ist Ökostrom aus der Region.

Die Reederei Scandlines plant eine Landstromanlage in Puttgarden. In Brunsbüttel läuft eine Machbarkeitsprüfung.

Lübecker Forscher wollen E-Ladesäulen den „Rückwärtsgang“ beibringen – Land fördert

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Mit 800.000 Euro Rückenwind durch das Land wollen Prof. Thomas Franke (Mitte) und Prof Leucker (rechts) das Car-Sharing im Land klimafreundlicher und intelligenter machen

Sperriger Name, hohes Ziel: Mit ihrem Projekt ReNuBiL (Reallabor Nutzerzentriertes Bidirektionales Laden) wollen Lübecker Wissenschaftler ein neuartiges System von E-Ladesäulen in Schleswig-Holstein entwickeln. Der Clou: Künftige Carsharing-Flotten wie etwa „Statt Auto“ könnten dann nicht nur mit überschüssigem Windstrom betankt werden, sondern im „Rückwärtsgang“ ihren Strom auch wieder in lokale Firmennetze abgeben. „Über solche Batteriespeicher vier Rädern könnten Verbrauchsspitzen in Unternehmen intelligent ausgeglichen werden und auch eine Menge Leitungen eingespart werden – ein riesiger Beitrag zur Energiewende“, schwärmte Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz nach Übergabe eines Förderbescheids in Höhe von 800.000 Euro an die Lübecker Professoren Thomas Franke und Martin Leuker vom Institut für Multimediale und Interaktive Systeme (IMIS).

Wie Buchholz sagte, handelt es sich bei der Förderung um eines von zehn Vorhaben im Rahmen eines Landes-Ideenwettbewerbs zur Forschungs-Infrastruktur. Dafür hat die Landesregierung insgesamt 6,3 Millionen Euro aus EU- und Landesmitteln bereitgestellt.

Nach den Worten von Franke und Leukert soll mit dem Projekt zunächst eine Forschungs­infrastruktur auf dem Lübecker Campus geschaffen werden. „Wir wollen ein lebendiges Labor aufbauen. Alle Nutzer von unserem Kooperationspartner ,Statt Auto‘ am Campus können mit diesen Fahrzeugen fahren und liefern uns damit Daten, aus denen wir dann hoffentlich lernen, wie wir das bidirektionale Laden gestalten müssen, damit es am Ende auch wirklich funktioniert und von den Kunden gewollt wird“, sagt Franke. Dabei gehe es wissenschaftlich um die „hoch spannende Kombination von Psychologie und Informatik“.

Renubil2 (2)Zum weiteren Aufbau seines Projekts sagte Franke

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Laut Buchholz kommen neben größeren Unternehmen mit E-Fuhrpark und Ladesäulen auch Hochschulen oder Behörden als künftige Nutzer des geplanten Systems in Betracht.

„Mittelstands-Kompetenzzentrum 4.0.“ zieht nach einem Jahr Bilanz und legt erstes Meisterstück ab

Mittelstand
Präsentierten Minister Buchholz (l.) heute an der Uni Lübeck ihre Geräte-Entwicklungen: Sachtleben-Geschäftsführer Karsten Falldorf mit seinem Mitarbeiter Niklas Erdmann sowie David Caraveo und Nikolas Knickrehm vom Mittelstands-Kompetenzzentrum

Gut ein Jahr nach seinem Start hat das schleswig-holsteinische „Mittelstands-Kompetenzzentrum 4.0.“ heute in Lübeck zusammen mit Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) eine erste Bilanz gezogen.

schlicht1Nach den Worten von Zentrums-Leiterin Regine Schlicht konnte unter anderem zusammen mit dem Hamburger Medizintechnik-Hersteller „Sachtleben GmbH“ das erste größere Projekt erfolgreich abgeschlossen werden. Das auf Knochenheilung mit Elektromagnetischen Feldern spezialisierte Unternehmen hatte sich über Monate von den IT-Experten des Mittelstandszentrums bei der Entwicklung von Handy-gesteuerten Analyse- und Therapiegeräten für diesen Bereich unterstützen lassen. „Das hat uns entschieden weitergeholfen“, sagt Sachtleben-Geschäftsführer Karsten Falldorf.

Wirtschaftsminister Buchholz appellierte vor diesem Hintergrund  erneut an alle Mittelstandsunternehmen im Land, das Gratis-Angebot des Zentrums noch stärker in Anspruch zu nehmen. „Im letzten Jahr haben sich 614 Unternehmen von den Digitalisierungs-Experten Rat geholt. Und neben der Entwicklung für Sachtleben sind derzeit sieben weitere Projekte in der Zielgeraden. Das ist für das erste Jahr eine gute Bilanz, aber da geht noch mehr“, sagte Buchholz. Aktuell unterstützt das Zentrum unter anderem auch die Firmen Baader Maschinenbau in Lübeck, Visiconsult in Stockelsdorf oder Oerlikon in Neumünster.

Buchholz sagte weiter (Audio starten – Pfeil klicken)

Das mit vier Millionen Euro für zunächst drei Jahre geförderte „Kompetenzzentrum Mittelstand 4.0.“ ist Teil der Digitalinitiative des Bundeswirtschaftsministeriums für den Mittelstand. Es vereint sechs Konsortialpartner aus Kiel, Lübeck und Neumünster. Buchholz: „Insbesondere kleine und mittlere Betriebe ohne eigene Forschungsabteilungen müssen also vor den Veränderungen, die mit der Digitalisierung einhergehen, nicht zurückschrecken. Das Kompetenzzentrum dient praxisnah und anschaulich als erste Anlaufstelle bei allen Fragen zur Digitalisierung.“

Die Medizintechniker von Sachtleben planen mit ihrer Weiterentwicklung unter anderem den Einstieg in die prophylaktische Behandlung von Osteoporose und smarte Therapiegeräte –  beispielsweise integriert in Orthesen. Dazu suchen die Hamburger auch den engen Kontakt zu den Diagnostik-Spezialisten der jungen Kieler Fiirma „Osteolabs“ – einer Ausgründung aus dem GEOMAR.

Kontakt zum Mittelstands-Zentrum: hier entlang

Kleiner Lichtblick für die Westküsten-Pendler: In den B-5-Ausbau kommt etwas Bewegung

Während sich der lang ersehnte Ausbau der B 5 zwischen Hattstedt und Bredstedt wegen anhängiger Klagen noch weiter hinzieht, kommt in den dreistreifigen Ausbau zwischen Husum und Tönning Bewegung: Land, Landrat, IHK und der Verein Infrastruktur Westküste/Vestkysten e.V. um den Vorsitzenden Rickmer Topf verständigten sich diese Woche bei einem Minister-Treffen auf eine vorzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung – unter anderem, um für mehr Akzeptanz für den Ausbau zu werben. Für Buchholz seine „Meldung der Woche“ – Video starten

Trotz kleiner Konjunktur-Delle: Buchholz trifft auf zuversichtliche Maschinen- und Anlagenbauer

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Buchholz im Gespräch mit Joachim Behrmann von der Reinbeker Maschinenbaufabrik Amandus Kahl – das 140 Jahre alte Unternehmen baut Anlagen zur professionellen Herstellung von Mischfutter, Shrimp-, Fisch-, Haustier- und Raufutter.
Einladung des Verbandes der Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) zum „Tag des Maschinenbaus in Schleswig- Holstein“: Wirtschaftsminister Bernd Buchholz besuchte heute in Begleitung von VDMA-Chef Jörg Mutschler und dem Kieler Unternehmer Jürgen Holdho (EDUR-Pumpen) in der Funktion als VDMA-Vorstand fünf Unternehmen zwischen Lübeck und Reinbek. Nach den Worten von Mutschler und Buchholz alles Betriebe, die ihre Ideen und Lösungen für den Weltmarkt erfolgreich entwickeln und so die momentan schwache Auftragslage überwinden.

Laut Mutschler sind die Bestellungen von Maschinenbauprodukten aus Deutschland im vergangenen Jahr um neun Prozent zurückgegangen. Gleichzeitig sei der Personalbestand in den Unternehmen konstant geblieben oder sogar angewachsen.

Das Fazit von Buchholz: „Die Maschinenbauer blicken optimistisch in die Zukunft, die Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen gerade hin zu CO2 einsparenden Produkten sind enorm, dafür wird weiterhin Fachpersonal gesucht. Aber auch in der Produktion gibt es viel zu tun, um am Standort Schleswig- Holstein für den Weltmarkt wettbewerbsfähig zu sein.“

Weiter sagte der Minister (Audio starten – „im Browser anhören“)

Die Stationen der reise waren die Unternehmen Gabler Maschinenbau GmbH, Solcon Systemtechnik GmbH, Universelle Engineering U.N.I. GmbH, GEA Tuchenhagen GmbH und Amandus Kahl GmbH & Co. KG.

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Bei Gabler-Maschinenbau in Lübeck: Ole Johannsen (l.) und David Schirm (2.v.r.) erläutern dem Minister und VDMA-Chef Mutschler die Produktion
„Konjunkturelle Schwankungen sind wir gewohnt“, so Holdhof, „wir nutzen die derzeitige Konjunkturdelle, um unsere digitalen Hausaufgaben bei der Produktentwicklung und den Fertigungsprozessen zu machen. Gleichzeitig sind die Maschinen- und Anlagen unserer Branche so erfolgreich, weil sie unsere Kunden dazu befähigen, industrielle Produkte immer umweltschonender herzustellen – möglichst überall auf der Welt.“

Der Maschinen- und Anlagenbau ist mit seinen 21.000 hochqualifizierten Beschäftigten und einem Umsatz von 5,4 Milliarden Euro (2018) der größte industrielle Wirtschaftszweig in Schleswig-Holstein. Die Branche exportiert rund dreiviertel ihrer Produkte und begleitet die Maschinen oft über den gesamten Lebenszyklus mit Service und Wartung. Der Ingenieuranteil in den Unternehmen liegt bei 18 Prozent.

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„Die zukünftigen Bedarfe an Ingenieurinnen und Ingenieuren bewerten weit über die Hälfte der vom VDMA befragten Unternehmen als deutlich zunehmend. Hier bieten sich für die Firmen in Schleswig-Holstein gute Chancen, denn bei uns bilden wir genügend Nachwuchs an den Hochschulen und Universitäten aus“, kommentiert Minister Dr. Buchholz. Gleichzeitig wünscht er sich eine noch engere Verzahnung zwischen den Hochschulen und den Betrieben.

Wirtschaft und Hochschulen sollen die Bahntechnik gemeinsam aufs Erfolgsgleis setzen

Wie lassen sich wachsende Mobilitätsanforderungen von Gesellschaft und Logistik­wirtschaft mit Klimaschutz und einer zunehmend digitalisierten Industrie in Einklang bringen? Darüber berieten heute rund 150 Experten bei der „2. Konferenz Bahntechnik“ im Kieler Wissenschaftszentrum. Eine der Antworten könnte lauten: Vor allem durch eine engere Verzahnung von Wirtschaft und Hochschulen im Land.

Bahn_PKUm vom weltweit wachsenden Markt der Bahntechnik stärker zu profitieren, sollen Wirtschaft und Wissenschaft in Schleswig-Holstein enger zusammenrücken: „Die bis zuletzt aussichtsreiche Position von Kiel im Wettlauf um die Fertigung von 100-Hybrid-Loks für die DB Cargo hat gezeigt, dass die Landeshauptstadt ein traditionell hervorragender Bahntechnik-Standort ist. Der Zuschlag für Rostock hat aber auch gezeigt, dass wir noch Steigerungsmöglichkeiten haben – vor allem beim Innovationspotenzial“, sagte Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz zur Eröffnung der Fachtagung.

Mit Blick auf die bereits bei der ersten Bahntechnik-Konferenz 2019 vorgelegten Marktanalysen durch die FuE-Zentrum FH Kiel GmbH und das Kieler Beratungsunternehmen ASTRAN machte Buchholz deutlich, dass der Trend zur Schiene auch weiterhin ungebrochen und das Marktwachstum nachhaltig sei. „Und auch wenn mal ein Auftrag verloren gehen mag: die breit aufgestellte Bahnindustrie in Schleswig-Holstein hat erhebliche Zukunftschancen.“ Zwar stecke die nötige Vernetzung von Industrie und Hochschulen noch in den Kinderschuhen, doch sei er überzeugt, dass die Branche über diesen Weg ihr Innovations-Potenzial massiv steigern könne. „Sei es für mehr Reise-Komfort durch bessere Fahrzeuge, durch bessere Fahrgastinformationen oder für klimafreundliche Antriebsformen durch Batterien oder grünen Wasserstoff“, sagte der Minister.

Hier ein Livestream des Pressegesprächs

Auch Kiels Oberbürgermeister Dr. Ulf Kämpfer machte deutlich: „In unserer Landeshauptstadt konzentriert sich das geballte Bahntechnik-Know-how. An den Hochschulen und den Regionalen Bildungszentren sowie vor allem in den kleinen und großen Unternehmen der Branche entstehen technologische Innovationen. Diese Konzentration von Wissen und Wertschöpfung macht Kiel zu einem der führenden Bahntechnik-Standorte in Europa.“

Kiels IHK-Präsident Klaus-Hinrich Vater betonte vor allem die Chancen einer klimafreundlichen Verkehrswende für die Wirtschaft in Schleswig-Holstein: „Digitalisierung und Automatisierung können dazu beitragen, den Schienenverkehr in entscheidendem Maße produktiver und attraktiver zu machen. Die hierfür erforderlichen Innovationen kann weder ein Unternehmen allein noch der gesamte Sektor Bahn leisten. Um die Herausforderungen zu meistern, sind eine bessere Vernetzung und ein gemeinsames Vorgehen von Bahnunternehmen, Industrie, Wissenschaft und Politik erforderlich.“

Nach den Worten von Tim Hildebrandt, Vorsitzender des Beirats Bahntechnik Schleswig-Holstein, müsse dabei nicht jedes Rad neu erfunden werden: „Auch aktuelle Technologie-Trends können in der Bahntechnik zu Innovationen führen. Die neuen technischen Ansätze betreffen oft mehr als nur ein Teilsystem in der Bahn. Innovationen in der Bahn sind meist verbunden mit langfristigen und kostenintensiven Projekten.“ Daher sei die Vernetzung von Know-how-Trägern mit dem Systemverständnis der Bahn mit Wissensträgern aus anderen technologischen Bereichen enorm wichtig. „Gemeinsam können wir Ideen entwickeln und die heutigen Projekte in eine innovative Richtung lenken. Die Bahntechnik erfährt Rückenwind, den wir nutzen wollen“, so Hildebrandt.

Der vor einem Jahr gegründete Beirat Bahntechnik besteht aus Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Unternehmen der Bahntechnik und der Fachhochschule Kiel. Die Geschäftsführung des Beirats teilen sich das Wirtschaftsministerium, die Kieler Wirtschaftsförderung (KiWi), die IHK zu Kiel und die Fachhochschule Kiel.

Wirtschaftsförderer ebneten 118 Firmen den Weg nach SH – mit über 3400 neuen Jobs

Insgesamt 118 Unternehmen – darunter 11 Firmen aus dem Ausland – haben sich letztes Jahr für den Standort Schleswig-Holstein entschieden. Mittelfristig werden dadurch 3408 neue Arbeitsplätze entstehen, eine Steigerung von fast 80 Prozent gegenüber 2018. Die Anzahl der angesiedelten Unternehmen ist gegenüber 2018 (132 Firmen) leicht gesunken.

Insta_AnsiDieses Ergebnis präsentierten Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz und WTSH-Geschäftsführer Dr. Bernd Bösche heute gemeinsam mit Jens Meyer, Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Ostholstein mbH.

„Mit diesen Zahlen haben die Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WTSH) sowie die Wirtschaftsförderer der Kreise und kreisfreien Städte ein solides Ansiedlungsergebnis erzielt“, sagte Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz heute bei der Vorstellung der Ansiedlungsbilanz. Die Zahlen stehen erneut für Stabilität und bestätigen einen kontinuierlichen Wachstumsprozess unserer Wirtschaft. Das Ansiedlungsergebnis ist ein deutliches Zeichen dafür, dass sich Schleswig-Holstein auch im überregionalen und internationalen Wettbewerb der Standorte weiterhin gut behauptet“, so Buchholz.

Ein großer Arbeitsplatzzuwachs ist in der Logistik zu verzeichnen. Rund 500 Arbeitsplätze werden in drei Verteilzentren des Unternehmens Amazon geschaffen. Im Oktober 2019 ging in Borgstedtfelde im Kreis Rendsburg-Eckernförde ein Verteilzentrum mit rund 200 Arbeitsplätzen in Betrieb. Zwei weitere Verteilzentren werden in Nützen (Kreis Segeberg) und Bad Oldesloe (Kreis Stormarn) angesiedelt. An diesen Standorten werden weitere jeweils ca. 150 Jobs entstehen. Für die Auslieferung der Pakete an die Kunden werden bei den Lieferpartnern pro Standort bis zu 600 Fahrer zuständig sein. Die beiden Verteilzentren in Nützen und Bad Oldesloe werden voraussichtlich 2020 eröffnet.

bu_Otto_AnsiIm Gespräch mit Andreas Otto (RSH) sagte Buchholz weiter

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WTSH-Chef Bösche betonte, dass Schleswig-Holstein als Logistikstandort sehr gefragt sei. „Wir haben bereits in diesem Jahr weitere Anfragen von namhaften internationalen Logistikunternehmen erhalten, die am Standort Schleswig-Holstein aktiv werden und sowohl Infrastruktur als auch Lage nutzen wollen.“ Auch der Arbeitsplatzeffekt in der Logistik werde voraussichtlich auch im laufenden Jahr nicht abreißen, bestätigte Bösche während der Pressekonferenz.

Erfreulich: Auch im Bereich des Maschinenbaus ist ein deutlicher Arbeitsplatzzuwachs gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. „Wir sind auch hier einen großen Schritt vorangekommen, denn allein im Maschinenbau entstehen mittelfristig 128 Arbeitsplätze in sieben Unternehmen, im Vorjahr waren es 29 Arbeitsplätze in drei Unternehmen“, so Bösche.

Im Bereich der Erneuerbaren Energien gibt ebenfalls einen Arbeitsplatzzuwachs zu verzeichnen: Hier entstehen mittelfristig 116 Arbeitsplätze in 4 Unternehmen, im Vorjahr waren es 63 Arbeitsplätze in drei Unternehmen.

Ein Beispiel hierfür ist die Baltic Windkraftanlagen Service & Solutions GmbH & Co. KG in Neustadt i.H. Das Unternehmen übernimmt vom 24-Stunden-Monitoring über die Wartung und Großkomponententausch bis hin zur Betriebsführung alle Aufgaben rund um Windkraftanlagen. Darüber hinaus produziert und errichtet Baltic Windkraftanlagen Service & Solutions zukünftig auch komplette Windkraftanlagen bis zur 5-Megawatt-Klasse für das Schwesterunternehmen Förde WindWerke GmbH & Co. KG. Die Kunden befinden sich vor allem im nordwesteuropäischen, skandinavischen und osteuropäischen Raum.

„Aus diesem Grund hat sich Ostholstein bei der Wahl des Unternehmensstandortes geradezu angeboten und sich im Wettbewerb mit alternativen Standorten in Mecklenburg-Vorpommern durchgesetzt“, so Jens Meyer, Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Ostholstein mbH EGOH. Die Ansiedlung des Unternehmens ist mit 1,6 Hektar die flächenmäßig größte im Kreis Ostholstein seit mehreren Jahren und wird in der ersten Ausbaustufe rund 60 Arbeitsplätze schaffen. Ebenfalls im Jahr 2019 konnte die Neuansiedlung der Rosenrot Naturkosmetik GmbH in Eutin verzeichnet werden. Auf rund 1,2 Hektar Gewerbefläche entsteht dort ein Produktions- und Verwaltungsgebäude mit langfristig 70 Arbeitsplätzen. Das bislang in Heilbronn beheimatete Unternehmen produziert und vertreibt Naturkosmetik in Bioqualität ohne Kunststoffverpackungen.

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Dr. Bernd Bösche und Buchholz bei der Präsentation der Ansiedlungszahlen

Besonders positiv haben sich 2019 nach den Worten von WTSH-Geschäftsführer Bösche auch die technologieorientierten, innovativen Geschäftsgründungen entwickelt. Die Bandbreite dieser Start-ups reiche hier vom Bau autarker so genannter „Tiny“ – (klitzekleiner) Häuser für den Tourismusbereich, über eine App für Schließsysteme, bis hin zu Mikrolaser-Scannern für 3D Kameras, die unter anderem beim autonomen Fahren zum Einsatz kommen. Viele Geschäftsideen kämen, laut Bösche, aus dem Bereich der Digitalen Wirtschaft. „Wir stellen erneut fest, dass die Digitalisierung ein Innovationstreiber insbesondere für Start-ups ist“, so Bösche. Auch für den Bereich des Maschinenbaus werden von Start-ups innovative Ideen entwickelt, bei denen die Digitalisierung im Vordergrund steht. Exemplarisch hierfür steht das Norderstedter Start-up Aeditive GmbH. Hier setzt die Digitalisierung bereits im Kern der Wertschöpfung – bei der Produktion – an. Das Start-up hat eine robotische Produktionsanlage für Betonbauteile entwickelt. Mit einer einzigartigen Kombination aus Hardware, Software und Beton wird es den Kunden, wie zum Beispiel Bauunternehmen und Fertigteilherstellern – ermöglicht, Betonbauteile ohne Schalungen und bei geringerem Materialverbrauch herzustellen. „Wir haben das Aeditive Team dabei unterstützt, einen Produktionsstandort in Schleswig-Holstein zu finden und sie auf dem Weg zur Finanzierung dieser Investition begleitet“, so Bösche. In Kürze wird das Start-up Mittel aus dem Seed- und Start-up Fonds Schleswig-Holstein II sowie weitere Mittel aus dem Landesprogramm Wirtschaft erhalten.

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„Es zeigt sich, dass die Unterstützungsangebote des Landes, wie zum Beispiel das Gründungsstipendium Schleswig-Holstein und der Seed-und Start-up Fonds Schleswig-Holstein II, Früchte tragen und sich der echte Norden als Start-up-Standort profiliert“, betonte Wirtschaftsminister Buchholz.

Insgesamt 11 ausländische Unternehmen aus acht Ländern (2018 waren es 15 aus sieben Ländern) entschieden sich für den Standort Schleswig-Holstein: Jeweils ein Unternehmen aus der Türkei, den Niederlanden, Rumänien, Großbritannien, Frankreich, Dänemark und China sowie vier Unternehmen – darunter die drei Amazon Ansiedlungen – sind aufgrund des Firmensitzes der Muttergesellschaft den USA zuzuordnen.

Und hier ein Livestream des Pressegesprächs

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus