Bund schnürt Rüstungspaket: Buchholz froh über dicken Brocken für SH-Werften

Der Bundestag hat heute grünes Licht für 27 Rüstungsvorhaben des Verteidigungsministeriums gegeben. Das Gesamtpaket hat ein Auftragsvolumen von über 19 Milliarden Euro. Ein erheblicher Teil davon – rund sechs Milliarden Euro – geht an die Marine und damit auch die norddeutschen Werften. Wie am Abend der schleswig-holsteinische CDU-Bundestagsabgeordnete Ingo Gädechens dem NDR bestätigten, kauft Deutschland neue Flottendienstboote für knapp 2,1 Milliarden Euro und auch für mehr als 917 Millionen Euro zwei neue Tanker.

Den größten Brocken erntet die Kieler Werft ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS). Sie soll zwei U-Boote der so genannten Klasse 212-CD bauen. Die Bestellung ist Teil einer Kooperation mit Norwegen, das bereits im März vier U-Boote in Kiel in Auftrag gab. Alle sechs U-Boote werden in Kiel bei TKMS gebaut. Der deutsche Anteil beläuft sich auf knapp 2,8 Milliarden Euro, der norwegische auf rund 4,5 Milliarden Euro.

Unklar ist noch, wer die im Milliarden-Paket ebenfalls enthaltenen Flottendienstboote und Tanker bauen wird. Nach Informationen von NDR Schleswig-Holstein sind beide Aufträge an die Bremer Lürssen Werft gegangen. Erst heute Vormittag hatte die Flensburger Schiffbau Gesellschaft (FSG) laut Gädechens, der Mitglied im Haushaltsausschuss des Bundestags ist, ihre Klage gegen die Vergabe der zwei neuen Marine-Tanker zurückgezogen.  Für viele Marine-Experten ist es daher nicht unwahrscheinlich, dass die FSG an dem Projekt am Ende doch noch beteiligt wird. Die FSG wollte sich dem NDR-Bericht zufolge dazu nicht äußern.

Möglicherweise ist auch German Naval Yards Kiel beteiligt. Ein Sprecher des Unternehmens sagte dem Sender allerdings nur:  „Wir freuen uns, dass die Aufträge vergeben worden sind und die Marine neue Schiffe bekommt. Deshalb ist es in erster Linie ein guter Tag für die Deutsche Marine und die Werftstandorte in Deutschland.“

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz zeigte sich am Abend hoch erfreut über die Nachrichten aus Berlin und sagte – Audio starten, Pfeil klicken…

Tourismus rund um Lübeck im Vorwärtsgang – Buchholz: Sicheres Reisen hoch im Kurs

OHT-Chefin Katja Lauritzen mit (v.l.) Timmendorfs Tourismus-Direktor Joachim Nitz, Strandkorb-VermieterMarcus Bade, Buchholz, dem OHT-Vorsitzenden Jörg Weber, Timmendorfs designiertem Bürgermeister Sven Partheil-Böhnke und dem Gastronomie-Unternehmer Christian Fitz am Strand in Timmendorfer Strand

Mit kräftigem Rückenwind durch niedrige Corona-Infektionszahlen und einer großen Sehnsucht nach sicherem Inlands-Urlaub ist der Tourismus in der Lübecker Bucht gut in die Sommerferien gestartet. Wie Katja Lauritzen, Geschäftsführerin des Ostsee-Holstein-Tourismus e.V. (OHT), heute anlässlich eines Besuch von Tourismusminister Bernd Buchholz in Timmendorfer Strand sagte, seien die Quartiere in der Region im Kreis Ostholstein aktuell teilweise zu 90 Prozent ausgebucht. „Ich bin sicher, dass wir im Verlauf des Sommers sogar noch Steigerungen verzeichnen werden“, so Lauritzen.

Buchholz erinnerte daran, dass Teile der Tourismuswirtschaft während der Corona-Pandemie bereits mutig vorangegangen seien – unter anderem in den Modellprojekten – und bei dem Neustart nicht selten einen Sprint hingelegt hätten. „Nun gilt es, diesen Schwung weiter aufrecht zu erhalten. Die Voraussetzungen sind angesichts der Lockerungen gut und die Lerneffekte aus anderthalb Jahren Pandemie werden uns dabei helfen, die Corona-Delle im landesweiten Tourismus schnell wieder zu überwinden“, sagte der Minister. Die aktuellen Buchungszahlen deuteten darauf hin, dass die Branche die Verluste durch das ausgefallene Ostergeschäft noch aufholen könne.

Im Gespräch mit Journalisten beim Strand-Rundgang in Timmendorfer Strand sagte Buchholz weiter – Audio starten, Pfeil klicken…

Die aktuelle Situation zeige nach den Worten von Buchholz außerdem, dass sich die touristischen Modellprojekte im Land mit ihren vorsichtigen Öffnungen bewährt hätten. Die Projekte seien für die Betriebe und Gemeinden mit hohem Aufwand verbunden gewesen, doch der habe sich gelohnt. «Die Saison kann trotz Corona gut werden», sagte Buchholz. An der inneren Lübecker Bucht und drei anderen Tourismusregionen in Schleswig-Holstein war der Tourismus bereits im Frühjahr unter strengen Hygieneregeln schrittweise wieder hochgefahren worden.

Buchholz und Lauritzen mit Strandkorb-Vermieter Marcus Bade

Bei seinem Besuch traf Buchholz neben dem designierten Timmendorfer Bürgermeister Sven Partheil-Böhnke und Tourismusdirektor Joachim Nitz auch mit dem OHT-Vorsitzendem Jörg Weber sowie den Hoteliers und Gastronomie-Unternehmern Mirko Stemmler (Hotel Barefoot), Christian Fitz (Cafe Fitz, Buddelbar) und Markus Bade (Strandkorb-Vermietung) zusammen. Im Mittelpunkt stand unter anderem die teilweise sinkende Akzeptanz der Tourismus-Wirtschaft in den Küsten-Hotspots. „Wir müssen schlicht anerkennen, dass die Corona-Pandemie die Akzeptanz vielerorts nicht gerade erhöht hat“, sagt Buchholz. Um die Bedürfnisse von Einheimischen, Urlaubern und Tourismus-Wirtschaft dauerhaft in Einklang zu bringen, brauche es eine Art Masterplan, der die künftige Bebauung ebenso mit Fingerspitzengefühl anpacke wie die Entwicklung einer intelligenten Besucher-Steuerung – da ist vor allem die Verwaltung gefordert, so der Minister.

Mit Blick auf die kommenden Monate ist auch OHT-Vorsitzender Weber zuversichtlich: „Die Inzidenzwerte liegen im einstelligen Bereich und die Urlauber- und Mitarbeitertests in den Orten bestätigen dieses Bild, so dass wir positiv in den Sommer gehen. Bereits im letzten Jahr haben wir gezeigt, dass ein Urlaub auch unter den aktuellen Bedingungen gut und sicher möglich ist. Diese Erfahrungen sind wichtig, denn sicheres Reisen ist ein neues Kriterium auf Urlauberseite geworden,“ so Weber, zugleich Bürgermeister von Fehmarn.

Pressegespräch open air in der Buddelbar von Christian Fitz

Angesichts des erwarteten Besucher-Ansturms auf die Ostseeküsten-Hotspots erinnerte OHT-Chefin Lauritzen daran, dass sich die Orte in der Lübecker Bucht mit Hilfe der Modellregionen und unterschiedlichen Konzepten gut auf die kommenden Wochen vorbereitet hätten. So seien beispielsweise auf Fehmarn neue Wohnmobilstellplätze geschaffen und in anderen Hotspots wie Grömitz neue Veranstaltungskonzepte entwickelt worden. „Aber auch die Ostsee-App ist noch besser gemacht worden und zeigt Parkplätze ebenso an wie Ausweichmöglichkeiten für Urlauber“, so Lauritzen. Fester Bestandteil des OHT-Marketings seien zudem die landeinwärts vorhandenen Angebote wie etwa in der Holsteinischen Schweiz. „Auch das ist eine intelligente Besuicherlenkung und vernetzt zudem unsere Küstenorte mit dem Binnenland“, freut sich Tourismusminister Buchholz.

Sven Partheil-Böhnke, Bürgermeister Timmendorfer Strand, kennt aus seiner Zeit als Gemeindevertreter die Welt des Tourismus in Timmendorfer Strand bereits sehr gut. „Die Pandemie hat uns gezeigt, an welchen Stellen wir neu ansetzen müssen. Gemeinsam mit unserem professionell arbeitenden Team in der ,Timmendorfer Strand Niendorf Tourismus GmbH‘ werden wir uns mit der Politik auf den Weg machen, die Rahmenbedingungen zu schaffen – zum Beispiel für einen nachhaltigen Tourismus.“

Joachim Nitz, Tourismus-Direktor Timmendorfer Strand, nutzte die Gelegenheit den Minister über das neuste Infrastrukturprojekt, die Seebrücke, zu informieren. Im Herbst – voraussichtlich ab Ende September – beginnen die Bauarbeiten. „An der gesamten Küste wurde in den letzten Jahren erfolgreich investiert und auch Timmendorfer Strand muss seine Attraktivität erneuern, damit wir halten können, was wir versprechen. Mit Hilfe des Landes ist in den letzten Jahren – wie in Niendorf – massiv investiert worden. Unsere Gäste sind sehr begeistert vom Service in Pandemiezeiten und von dem Angebot vor Ort“, so der Tourismus-Direktor.

Weitere Informationen zu einem Urlaub an der Ostseeküste Schleswig-Holsteins erhalten Interessierte online unter www.ostsee-schleswig-holstein.de.

Buchholz: So sieht der Bahn-Plan für Schleswig-Holstein für die nächsten Jahre aus

Ausbau wichtiger Strecken, pünktlichere Züge, kürzere Takte und vor allem mehr Fahrgäste als vor Corona: Bis 2030 soll der Bahnverkehr in Schleswig-Holstein einen Qualitätssprung machen und klimaneutral werden. Das Investitionspaket, das im neuen landesweiten Nahverkehrsplan (LNVP) steckt, umfasst fast vier Milliarden Euro.

Buchholz mit NAH.SH-Geschäftsführer Arne Beck (links)

Landesregierung und Nahverkehrsverbund wollen deutlich mehr Menschen in Schleswig-Holsteins Züge locken als vor der Corona-Pandemie. «Unser Ziel ist es, das Nahverkehrsaufkommen gegenüber 2019 um 20 Prozent zu steigern bis 2026», sagte Verkehrsminister Bernd Buchholz heute bei der Vorstellung des landesweiten Nahverkehrsplans für die kommenden fünf Jahre. Pünktlichkeit und Verlässlichkeit sollen besser werden und künftig alle Bahnstationen barrierefrei sein.

Derzeit sind die Züge im Norden aber weit weniger voll als vor der Pandemie. Der Geschäftsführer des Verkehrsverbundes NAH.SH, Arne Beck, sprach deshalb von einem Kraftakt – «in einem Umfeld, in dem Fahrgäste möglicherweise verunsichert sind». Gegenüber 2019 – vor Corona – habe es im ersten Quartal einen Einbruch um 60 Prozent gegeben. Die Fahrkarten-Erlöse sanken im Zuge der Pandemie 2020/21 um 250 Millionen Euro. Die Einbußen werden je zur Hälfte von Bund und Land getragen.

Die Planungen fußen auf einem Gutachten, dass Potenziale und Machbarkeiten auf den Bahnstrecken untersucht hat. «Wir wollen ein bisschen den großen Wurf», sagte Buchholz. Er räumte ein, dass sich in den kommenden Jahren nicht alle Bahnstrecken angehen ließen. Eine Finanzierungslücke besteht beispielsweise noch für einen Ausbau der Strecke Kiel-Lübeck.

Bis Mitte September können sich unter anderem Kreise und kreisfreie Städte in die Planungen einbringen. Ziel ist auch Klimaneutralität.

Im Gespräch mit dem NDR sagte Buchholz weiter – Audio starten, Pfeil klicken…

Nach Angaben von Buchholz könnte der Bahnverkehr 2030 komplett dieselfrei laufen. Möglich machen das der Ausbau und die Elektrifizierung der Strecke von Itzehoe nach Sylt und der geplante landesweite Einsatz von 55 Batterie-Zügen auf Nebenstrecken. «Und das möglichst mit regional in Schleswig-Holstein erzeugtem Strom aus erneuerbaren Energien», sagte Buchholz. Durch die Elektrifizierung der sogenannten Marschbahn bis spätestes 2030 nach Sylt sollen künftig acht Millionen Euro jährlich eingespart werden.

Hier geht es zum gesamten Nahverkehrsplan:

Das Land will bis 2027 unter anderem das Angebot zwischen Hamburg und Lübeck verbessern, die Zugverbindungen zwischen Kiel und Preetz aufstocken, die Strecke von Niebüll nach Dagebüll elektrifizieren und neben der Strecke Kiel-Schönberger Strand auch die Trassen Wrist-Kellinghusen und Rendsburg-Rendsburg-Seemühlen reaktivieren. Zudem sollen die S-Bahnen im Hamburger Rand in kürzeren Abständen fahren. Wichtig seien auch die Fertigstellung der S4 über Ahrensburg nach Bad Oldesloe (geplant 2029) und der Bau der der S4 West bis nach Elmshorn, sagte Buchholz.

Als Problem haben die Gutachter ausgemacht, dass die Strecken von Hamburg nach Westerland, nach Flensburg und nach Kiel alle über Elmshorn laufen. Helfen soll der zweigleisige Ausbau und die Elektrifizierung der Strecke Neumünster-Bad Oldesloe. «Dieser Bypass wäre eine Entlastung», sagte Buchholz. Mit den bereits finanzierten und weiteren angedachten Projekten beläuft sich das mögliche Investitionsvolumen in den nächsten zehn Jahren laut Buchholz auf knapp vier Milliarden Euro.

Vom Bund erhält das Land jährlich etwa 300 Millionen Euro an Regionalisierungsmitteln für den öffentlichen Nahverkehr – Tendenz steigend. Vor Corona waren im Norden laut Ministerium werktags rund 150 000 Menschen mit dem Zug unterwegs, den Bus nutzten demnach jährlich rund 190 Millionen Menschen.

Einen Schub für den Bahnverkehr verspricht sich die Regierung vom Jobticket, dass sie mit 30 Euro je Landesbeschäftigtem fördert.

Die gesamte Presse-Konferenz ist als aufgezeichneter Livestream hier zu sehen

Weichenstellung für den Bahnverkehr – Buchholz legt heute Nahverkehrsplan vor

Wie sieht der schleswig-holsteinische Schienenverkehr und damit der ÖPNV in den kommenden fünf bis zehn Jahren aus? Dafür haben Landesregierung und der Verkehrsverbund NAH.SH in den letzten Monaten die Weichen gestellt. Herausgekommen ist ein 130 Seiten starker Fahrplan, der sechs große Ziele definiert und Prioritäten für die größten, aber auch für die kleinen Ausbauprojekte setzt.

Die Pressekonferenz von Verkehrsminister Bernd Buchholz und NAH.SH-Chef Arne Beck kann heute ab 14 Uhr live unter http://www.facebook.com/wirtschaftsministerium.aktuell angesehen werden. Oder einfach hier klicken

Buchholz: So könnte der Re-Start der Disco-Szene in Schleswig-Holstein gelingen

Buchholz bei der heutigen Online-Pressekonferenz zum Disco-Modellprojekt

Tanzen ohne Maske und ohne Corona-Abstand – im Norden wird das in Diskotheken bald wieder möglich. Aber nur in drei Häusern landesweit. Das Kontrollregime ist streng.

Nach über einjähriger Schließung wegen der Corona-Pandemie dürfen die ersten drei Diskotheken in Schleswig-Holstein als befristete Modellprojekte unter strengen Auflagen wieder öffnen. Die Besucher müssen keine Maske tragen, keine Abstände wahren und negativ auf Corona getestet, geimpft oder genesen sein. Wie Wirtschaftsminister Bernd Buchholz heute in Kiel erläuterte, können sich Betriebe bis zum 2. Juli beim Land bewerben und bei Erfüllung aller Voraussetzungen frühestens am 20. Juli starten.

Landesweit soll jeweils eine Diskothek mit maximal 200, 500 und 2000 möglichen Besuchern für jeweils drei Veranstaltungen zugelassen werden. Diese müssen sich vorher anmelden und der Weitergabe ihrer persönlichen Daten an Gesundheitsämter und zur wissenschaftlichen Auswertung zustimmen. Die Corona-Tests der Gäste dürfen höchstens sechs Stunden alt sein. Dies sei der größtmögliche Zeitrahmen, dem Virologen zugestimmt hätten, sagte Buchholz. Man bewege sich hier in einer «extrem hohen Risikoklasse».

Im Gespräch mit Andreas Otto von RSH sagte Buchholz weiter – Audio starten…

Die Besucher müssen auch vier Nachtests am zweiten, vierten, sechsten und zehnten Tag nach dem Disko-Besuch zustimmen. Auf diese Weise sollen Infektionen schnell zugeordnet werden können. Wer die Nachtests nicht belegt, wird von weiteren Veranstaltungen ausgeschlossen – dies müssen die Betreiber sicherstellen. Eine Nachtest-Pflicht gilt nicht für Geimpfte und Genesene, sofern sie keine Symptome aufweisen.

Die Modellprojekte sind zunächst auf vier Wochen angelegt und müssen wissenschaftlich begleitet werden. Innerhalb dieser maximal vier Wochen sind jeweils drei Veranstaltungen möglich. Die Kosten der Auswertung trägt wie schon bei den Tourismus-Modellprojekten das Land.

Das Ganze sei sehr aufwendig und beinhalte hohe Hürden, räumte Buchholz ein. «Das ist eine logistische Herausforderung.» Um erfolgreich zu sein, müssten alle Beteiligten die strengen regeln einhalten. Er erhoffe sich eine Übertragbarkeit von Erkenntnissen aus den Modellprojekten auf den Normalbetrieb. «Wir wollen nicht riskieren, dass durch diese Öffnung nachgewiesen wird, dass es nicht funktioniert.»

Tanzveranstaltungen in Diskotheken und Clubs gelten laut Buchholz unter Corona-Bedingungen als problematischste Veranstaltungsform überhaupt. Das Land wolle sie jetzt unter strikten Bedingungen erproben. Tanzen mit Maske und unter Wahrung größerer Abstände sowie bei der Hälfte der zulässigen Besucherzahl, wie das in anderen Ländern erlaubt sei, helfe weder der Branche ökonomisch noch mache es den Besuchern Spaß.

«Entweder man macht es richtig oder man macht es gar nicht», sagte der Minister. Es gehe zum einen um eine Wirtschaftsbranche, die in der Pandemie stark gelitten habe. Zum anderen gehe es um vorwiegend junge Menschen, die seit langem nicht mehr legal in Räumen feiern durften und die bis September voraussichtlich keine hohe Impfquote haben werden. Deshalb gebe es zunächst die Modellprojekte. Bewerbungen sind unter <Modellprojekt.Disko@wimi.landsh.de> möglich.

Ihm sei klar, dass eine Teilnahme an dem Projekt zunächst nicht besonders lukrativ sei, erklärte Buchholz. «Aber ich bin sicher, dass sich das ändern wird, wenn die Inzidenzzahlen im Land weiter sinken und Betriebe wie Gäste eine gewisse Routine bei dieser Art von Veranstaltungsbetrieb bekommen.»

Das gesamte Presse-Gespräch als aufgezeichneter Livestream hier:

Bald spielt in Discos wieder die Musik – Buchholz stellt heute Bedingungen für Modellprojekt vor

Sie mussten als erstes schließen und werden vermutlich als letztes wieder öffnen können – doch die Landesregierung wird Clubs und Diskos in Schleswig-Holstein eine Perspektive bieten. Wirtschaftsminister Bernd Buchholz stellt heute Mittag die Rahmenbedingungen für ein geplantes und wissenschaftlich begleitetes Modellprojekt vor.

Zunächst sollen drei Betriebe im Land an jeweils drei Terminen öffnen können. Es soll keine Abstandsregeln geben und die Besucherzahl soll nicht beschränkt werden. „Die Vertreter der Branche haben uns erklärt, dass eine Öffnung mit Masken oder der halben Gästezahl keinen Sinn für sie macht“, sagt Buchholz. Die Besucher müssen allerdings unmittelbar vor Eintritt einen Corona-Test machen und auch für Nachtestungen zur Verfügung stehen. Die Details dazu ab heute Nachmittag hier.

„Tag der Verkehrssicherheit“: Verkehrsminister Buchholz mahnt zu Vor- und Umsicht…

Anlässlich des heutigen bundesweiten Tags der Verkehrssicherheit mahnt Landes-Verkehrsminister Bernd Buchholz: „Im vergangenen Jahr sank zwar coronabedingt die Zahl der Verkehrsunfälle im Land auf ein historisches Tief. Doch gerade in den warmen Sommermonaten steigt Jahr um Jahr die Zahl der Motorradunfälle.“ Allein 2020 verunglückten in Schleswig-Holstein 1.332 Motorradfahrende, von denen 18 starben. „Sicheres Motorradfahren ist und bleibt ein wichtiger Baustein für die Verkehrssicherheit insgesamt“, sagt Buchholz in seiner „Meldung der Woche“. Video starten…

Vier „Flensburger Jungs“ aus Wahlstedt holen ersten Preis beim StartUp-Camp 2021

Das „encentive“-Siegerteam des diesjährigen StartUp-Camps (v.l.): Sascha Greve (CTO), Daniel Ehnes (CEO), Torge Lahrsen (CFO) und Sebastian Gajek (CSO)

Fünf Tage haben sie bei hochsommerlichen Temperaturen über Präsentationen gebrütet, an Businessplänen gefeilt und am Ende gemeinsam um die Preise gefiebert: 19 junge Gründerinnen und Gründer mit ihren fünf Firmen aus Wahlstedt, Lübeck und Hamburg sind die diesjährigen Sieger des mittlerweile fünften schleswig-holsteinischen StartUp-Camps (#startupcamp21). Sie schicken im Herbst Kolleginnen und Kollegen für mehrere Wochen ins Silicon Valley nach San Francisco, um dort bei „Plug and Play“ mit US-Profis weiter an ihren Geschäftskonzepten und Marktchancen zu arbeiten.

Wirtschaftsminister Bernd Buchholz gratulierte den Gewinnern beim Online-Finale am gestrigen Abend und bezeichnete alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer als „quicklebendige Beweise und starke Aktiv-Posten einer aufstrebenden Gründer- und Startup-Szene im norddeutschen Raum.“ 

Den ersten Preis erhielt das Startup „Encentive“ aus Wahlstedt im Kreis Segeberg. Den zweiten Platz teilen sich die Hamburger „Frisch Gefischt GmbH“ und die ebenfalls aus Hamburg stammende Firma Koalaapp. Den dritten Platz belegt das aus Lübeck stammende Startup mobOx.

Den Sonderpreis, einen Platz im Acccelerator-Programm der Wirtschaftsprüfer von PwC, erhielt die Lübecker Firma „Naeco Blue“. Alle zehn angetretenen Start-ups werden zudem Teil der Waterkant-Ausstellung bis Ende September auf dem Kieler MFG-5-Gelände und bekommen eine Präsentationsfläche.

Nach der Preisverleihung sagte Buchholz weiter: „Auch, wenn nur fünf der insgesamt zehn angetretenen jungen Firmen einen der ausgelobten Preise geholt haben – aus meiner Sicht waren und sind alle Teilnehmer-Teams preisverdächtig und die Jury war am Ende wahrlich nicht um die Aufgabe zu beneiden, sich entscheiden zu müssen.“ Neben den StartUps aus Wahlstedt, Lübeck und Hamburg hatten sich fünf weitere Firmen für das Camp qualifiziert – unter anderem aus Kiel und Kopenhagen.

„Ich gebe zu, dass ich nicht mit dem ersten Platz gerechnet hatte und die Reise ins Silicon Valley war auch keineswegs unsere Haupt-Motivation für die Teilnahme“, sagte Torge Lahrsen von der erstplatzierten Firma „Encentive“. Im Mittelpunkt für ihn und seine überwiegend aus Flensburg stammenden Mitstreiter hätten vor allem die Inhalte des Camps gestanden: „Uns war von vorn herein klar, dass wir hier viel mitnehmen und daran wachsen können. Das wird durch die Reise in die USA natürlich nun noch einmal getoppt“, freut sich der 29-jährige Finanzexperte und Absolvent der Hochschule Flensburg

Die von ihm und seinen Kollegen Daniel Ehnes, Sascha Greve und Sebastian Gajek gegründete Firma „Encentive“ ermöglicht Energieversorgern einen flexiblen Vertrieb von Strom aus Erneuerbaren Energien. Über spezielle Algorithmen erhöhen sie mit Hilfe  thermischer Anlagen zu bestimmten Zeiten künstlich den Stromverbrauch und sorgen so dafür, dass Windenergieanlagen bei Netz-Engpässen nicht mehr so oft abgeschaltet werden müssen.  

Dazu sagte Mitbegründer und encentive-Finanzchef Torge Lahrsen – Audio starten, Pfeil klicken

Die weiteren Preisträger:

Die Frisch Gefischt GmbH schlägt die Brücke zwischen traditioneller Fischerei und Kunden, die sich für saisonalen und besonders frischen Genuss begeistern. Nach dem Ausschiffen liefert das Start-up direkt in die Küchen ausgewählter Restaurants in Norddeutschland. Frisch Gefischt legt großen Wert auf nachhaltige Fangmethoden und die Einhaltung von Schonzeiten.

KOALAAPP  ist die erste vollumfängliche Self-Scanning-Lösung im Einzelhandel. Kunden können ihren Einkauf mit ihrem eigenen Smartphone direkt vor Ort scannen, so dass kein Anstehen an der Kasse mehr notwendig ist, denn man kann bequem online bezahlen und den Markt wieder schnell verlassen.

mobOx ist eine mobile Blutanalyseplattform für den Rettungsdienst. Es ermöglicht die schnelle, genaue und zuverlässige, präklinische Diagnose von Veränderungen des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin mit der Genauigkeit stationärer klinischer Tischgeräte.

Naeco Blue steht für die Entwicklung standortspezifischer Einspeiseprognosen für Energie aus Wind und Sonne, um die Volatilität dieser Energieträger planbar und effizienter zu machen, das heißt: Naeco Blue entwickelt digitale Lösungen, die darauf abzielen, die Kosten durch Prognose-Fehlprognosen erneuerbarer Energien zu minimieren und ermöglicht seinen Kunden zusätzliche Einsparungen und Gewinne.

Erleichterung bei Teams und Mentoren nach der Siegerehrung am gestrigen Abend

In seiner Rolle als Schirmherr des diesjährigen Camps – das wegen der Pandemie in weiten Teilen online stattfand – dankte Buchholz neben den Mentorinnen und Mentoren vor allem den Kooperationspartnern. Denn neben dem Land Schleswig-Holstein wird das Camp von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Price Waterhouse Cooper (PwC), dem US-Beratungsunternehmen „Plug and Play“, dem UV Nord, dem Verein StartUp SH und den beiden Firmen „eteam“ und „elaboratum“ aus Hamburg getragen.

Buchholz appellierte abschließend an alle Gründerinnen und Gründer aus dem echten Norden, sich aktiv am Deutschen Startup-Monitor (DSM) zu beteiligen. Er sagte – Video starten…

SH hat nicht nur das längste Radwegenetz – sondern auch einen „Ertüchtigungsplan“

Der Radwege-Ausbau im Land beschäftigte heute einmal mehr den schleswig-holsteinischen Landtag: Die Jamaika-Regierungsfraktionen von CDU, Grünen und FDP wollen eine noch engere Zusammenarbeit mit Umwelt-, Innen- und Bildungsministerium sowie den Kreisen, kreisfreien Städten und Kommunen.

Verkehrsminister Buchholz erinnerte daran, dass begleitend zu der Erneuerung der Bundesstraßen in Schleswig-Holstein im vergangenen Jahr 1,8 Millionen Euro für Radwege ausgegeben wurden. Damit wurden 14 Kilometer Radwege in Schuss gebracht. Zudem wurde der Straßenbau in den Kommunen mit 26 Millionen Euro gefördert. Davon waren 3,5 Millionen Euro für Radwege.

Seine Rede in voller Länge – Video starten…

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus