Länder billigen SH-Antrag, der zu mehr Lärmschutz an der Belttrasse führen könnte

„Jamaika“ in der Verkehrsministerkonferenz: Rohlfs (links, FDP) mit den Länderministern Ina Brandes (NRW, CDU)) und Winfried Hermann (Baden-Würtemberg, Grüne)

Neue Chance auf mehr Lärmschutz entlang der Fehmarnbelt-Trasse im Kreis Ostholstein: Die Verkehrsministerkonferenz billigte heute einen Antrag aus Schleswig-Holstein, wonach in Deutschland erstmals Modellprojekte ermöglicht werden sollen, wenn bei Bauvorhaben gleichzeitig Straßen- und Schienenlärm entsteht. „Bislang wird beim Neubau einer Bahnstrecke lediglich der Schienenlärm isoliert betrachtet, auch wenn es dort im unmittelbaren Umfeld eine Autobahn gibt“, sagte Verkehrs-Staatssekretär Thilo Rohlfs im Anschluss an die Konferenz der Fachminister in Bremen.

Rohlfs sagte dazu bei der Pressekonferenz – Video starten:

Der Antrag von Schleswig-Holstein, der sich auch auf andere Trassen im Bundesgebiet bezieht – vor allem auf transeuropäische Netze  – wurde mit zwei Enthaltungen einstimmig angenommen. „Nun setzen wir darauf, dass sich der Bund mit der neuen Ampel-Koalition anders als die Vorgänger-Regierung in dieser Frage bewegt“, sagte Rohlfs. Er erinnerte daran, dass bereits seit Jahren nach einer gesetzlichen Regelung gesucht werde, die den Anforderungen von Strecken wie der Belt-Trasse gerecht werde.

„Uns geht es mit unserem Antrag konkret um die Zeitspanne bis eine endgültige gesetzliche Regelung gefunden wird. Mit Modellprojekten in den Regionen sollen in Form von Reallaboren innovative Maßnahmen zur Lärmreduktion ausprobiert werden“, so Rohlfs. Die Fehmarnbelt-Trasse dränge sich dafür geradezu auf. Dort werde eine Hochgeschwindigkeitsstrecke an eine vorhandene Autobahn gelegt. „Und ich bin davon überzeugt, dass ein derartiges Modellvorhaben einen wichtigen Beitrag für mehr Akzeptanz leisten kann“, so Rohlfs.

Mit Blick auf die ebenfalls in der Ministerkonferenz kontrovers diskutierte Einführung eines 9-Euro-Tickets für den ÖPNV in Deutschland mahnte Rohlfs an, die Chancen des Vorhabens zu erkennen und zu ergreifen. „Nach den dramatischen Fahrgasteinbrüchen durch die Corona-Pandemie sollten wir alles versuchen, auf Distanz gegangene Fahrgäste wieder zurück zu gewinnen. Schleswig-Holstein wird alles dafür tun, dass das Ticket ein Erfolg wird“, sagte Rohlfs.

In der Pressekonferenz sagte er dazu weiter – Video starten:

Gleichwohl sehe das Landesverkehrsministerium auch große Herausforderungen in der praktischen Umsetzung – vor allem für die An- und Abreise zu den Tourismus-Hot-Spots im Norden wie Sylt oder die Bäderorte an der Lübecker Bucht. „Uns ist klar, dass es vor allem an den so genannten Bettenwechseltagen und an heißen Wochenenden extrem volle Züge geben kann“, so Rohlfs.

Für  die Marschbahn-Strecke nach Sylt werde das Land darum ab Juni auch zusätzliche Waggons mit deutlich mehr Sitzplätzen zur Verfügung stellen. Rohlfs: „Wir sehen hier auch die DB AG in einer besonderen Verantwortung, die sich aus unserer Sicht insbesondere im Bereich der Bahnhöfe noch besser auf einen ,Reisendenansturm‘ vorbereiten sollte.“ Er wolle allerdings auch nicht verhehlen, dass die Länder auch weitere zusätzliche Regionalisierungsmittel für Investitionen und bessere Takte gut gebrauchen könnten. „Wir begrüßen daher die jetzt geplanten zusätzlichen Regionalisierungsmittel für den ÖPNV-Rettungsschirm und das Neun-Euro-Ticket als ersten wichtigen Schritt.“

Nachdem die Haselmäuse mit GPS-Hilfe umgezogen sind: Baustart an der B 404 in Stormarn

LBV.SH-Chef Conradt mit Verkehrsminister Buchholz und Stormarns Kreispräsidenten Hans-Werner Harmuth nach dem Spatenstich

Symbolischer Start des dreistreifigen Ausbaus der Bundesstraße B 404 zwischen den Autobahnen A 1 und A 24 im Kreis Stormarn: Bis voraussichtlich Mitte 2024 wird die Strecke über vier Kilometer auf drei Fahrbahnen verbreitert, zusätzlich finden auf zwei Kilometern Erhaltungsarbeiten statt. Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz setzte dafür heute gemeinsam mit LBV.SH-Direktor Torsten Conradt den ersten Spatenstich.

Er erinnerte dabei unter anderem an die umfangreichen ökologischen Maßnahmen, die dem Bau vorausgegangen waren: „Allein für die Umsiedlung der Haselmäuse waren letztes Jahr zahlreiche Nistkästen auf dem gesamten Gelände verteilt und die Erfassung der Tiere mit Hilfe von GPS-Daten vorgenommen worden“, so Buchholz. Damit zeige sich einmal mehr, dass Mobilität und Artenschutz sich miteinander versöhnen lassen. Die Gesamtkosten für das Ausbau-Projekt belaufen sich auf rund 19 Millionen Euro.

Weiter sagte Buchholz im Gespräch mit Journalisten – Audio starten, Pfeil klicken…

Buchholz erinnerte daran, dass die Bundesstraße neben der A 7 eine der wichtigsten Nord-Süd-Magistralen des Landes sei. Zudem habe sie als Zubringer zu den Autobahnen A 24, A 1 und A 7 eine überregionale Verbindungsfunktion nach Hamburg, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. „Damit sind auch die geplanten 19 Millionen Euro des Bundes für den weiteren Ausbau Richtung Norden gut angelegtes Geld“, so Buchholz. Auch, unter dem Aspekt der Verkehrssicherheit: „Der zusätzliche Fahrstreifen ermöglicht das wechselseitige sichere Überholen und reduziert deutlich die Unfallgefahr.“

Nach den Worten von LBV.SH-Chef Conradt werde mit dem Ausbau auch der Verkehrsfluss erheblich verbessert: „Und das wird weit über die Region hinaus spürbar sein.“ Die Verkehrsprognosen für die Bundesstraße in dem Abschnitt zwischen den Autobahnen gehen von 21.200 Kraftfahrzeugen und davon rund 2.900 Lkw aus.

Zur Vorbereitung für den Ausbau war im vergangenen Jahr die Landesstraße L 90 als Umleitungsstrecke ertüchtigt worden. Denn während der Bauzeit muss die B 404 zwischen Bargteheide und Lütjensee / Schönberg komplett gesperrt werden. „Um Synergien zu heben werden wir in dem gesperrten Abschnitt parallel die Fahrbahndecken erneuern und am Forstweg, der L 296, der L 92 sowie weiteren Bestandsbauwerken reguläre Unterhaltungsarbeiten vornehmen“, erläuterte Conradt.

Umleitungsstrecken:

Großräumig: Vor allem der Schwerverkehr, der die B 404 zwischen der A 1 und der A 24 nutzt, wird großräumig über die Anschlussstelle Barsbüttel sowie Reinbek unter Führung auf der Kreisstraße K 80 umgeleitet. Neben der Ausschilderung werden Lkw-Fahrer mehrsprachig per Funk auf die Sperrung und die Umleitung hingewiesen werden. 

Regional: Verkehrsteilnehmer, die im Umfeld der Sperrung wohnen oder arbeiten, werden über die AS Lütjensee / Schönberg, die Landesstraße L 92 bis Lütjensee, die Kreisstraße K 98 bis Oetjendorf und dann über die L 90 durch Todendorf bis Bargteheide umgeleitet. An mehreren Knotenpunkten werden temporär Ampeln aufgestellt.

Richtungsumleitung nur B 404 zur A 1: Verkehrsteilnehmende, die trotz großräumiger Umleitung aus Richtung A 24 kommen und über die B 404 zur A 1 möchten, werden an der AS Trittau / Großensee über die L 93 durch Großensee und von Großensee auf die L 224 bis zur A 1, AS Ahrensburg geleitet. Eine Ausweisung von der A1, AS Ahrensburg Richtung B 404 ist nicht vorgesehen.

Über Baufortschritte, Verkehrshinweise sowie Umleitungsplanungen und mögliche Besonderheiten gibt es aktuelle Meldungen auf  www.schleswig-holstein.de/b404-ausbau.

Willkommen: Tech-Unternehmen „Hein & Oetting“ schlägt Wurzeln in Ahrensburg

Der erste Spatenstich: Klaus Bartram (v.l.), Dr. Bernd Buchholz, Lars Reeder, Ulf Hahn, Eckart Boege und Peter Schmidt.

Im echten Norden ist Spitzentechnologie zuhause – ob es die Gründungs- oder die Wahlheimat ist. Für die Hein & Oetting Feinwerktechnik GmbH aus Hamburg wird nun Ahrensburg der neue Firmensitz und Produktionsstandort. Mit dem heutigen Spatenstich auf dem neuen Firmengelände ist der Anfang für den Bau der Produktionshallen gemacht. Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz und WTSH-Geschäftsführer Dr. Bernd Bösche begrüßten die Wahl-Schleswig-Holsteiner in ihrer neuen Heimat – und haben beim Spatenstich gern mit angepackt.

„Im Wettbewerb um das innovative Technologieunternehmen Hein & Oetting hat sich der echte Norden durchgesetzt und bietet dem expandierendem Unternehmen die passenden Flächen und Bedingungen für weiteres Wachstum. Darauf sind wir sehr stolz“, sagte Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz.

WTSH Geschäftsführer Dr. Bernd Bösche ergänzt: “Wir freuen uns sehr, dass wir mit Hein & Oetting einen weiteren führenden Mittelständler von den Standortvorteilen Schleswig-Holsteins überzeugen konnten.”

Ob Luft- und Raumfahrttechnik, Medizintechnik, Navigations- und Steuerungstechnik oder Mess- und Analysetechnik – Hein & Oetting, führender Systemanbieter auf dem Gebiet der Präzisionsmechatronik und Feinwerktechnik, bietet Kundinnen und Kunden aus vielen unterschiedlichen Branchen national und international die präzise Fertigung von Komponenten, Baugruppen und Endprodukten an. Das hat bei der Firma Hein & Oetting, die bereits seit 1970 besteht, eine lange Tradition. Diese soll nun im echten Norden fortgeführt werden. Denn hier finden Unternehmen hervorragende Bedingungen für Gründung, Ansiedlung und Wachstum sowie qualifizierte Fachkräfte und eine hohe Lebensqualität vor. An den beiden bisherigen Standorten stößt das wachsende Unternehmen an räumliche Grenzen und erweitert seine Kapazitäten nun durch den Neubau in Ahrensburg.

Auf dem neuen Firmengelände mit 9.000 m² Gesamtfläche entsteht die neue Produktionsstätte der Hein & Oetting GmbH. Eine Erweiterungsreserve hat das Unternehmen gleich mitgedacht. Denn hier will der Technikspezialist nicht nur Wurzeln schlagen, sondern noch weiterwachsen: In den kommenden Jahren sollen weitere Arbeitsplätze geschaffen werden und die Mitarbeiterzahl auf über 100 Beschäftigte steigen.

Dem Spatenstich in Ahrensburg waren intensive Gespräche mit der WTSH und der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn mbH (WAS) sowie eine engmaschige Betreuung bei der Standortsuche vorangegangen. In vielen Gesprächen wurde die für das Unternehmen optimale Lösung herausgearbeitet. Nach der intensiven Standortsuche initiierte Hein & Oetting das Neubauprojekt in Ahrensburg. Die Ansiedlung und den Neubau verbindet das Unternehmen mit einer deutlichen Reduzierung des Ressourcenverbrauchs und der Weiterentwicklung seiner nachhaltigen Produktionsweise.

Ab 2. Mai geht der „Fördernavigator“ für passgenaue Weiterbildungen an den Start

Mit wenigen Klicks zur passgenauen Qualifizierung: Nach einer mehrmonatigen Erprobungsphase geht am Montag, 2. Mai, der „Fördernavigator für Weiterbildung“ in Schleswig-Holstein endgültig an den Start. „Wie eine gute Dating-Plattform bringt der Navigator kostenlos Weiterbildungssuchende zu ihrem perfekten Förder-Angebot“, sagt Arbeits-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs.

Das Land habe sich mit 130.000 Euro ein weiteres Mal an den Kosten der Entwicklung durch die oncampus GmbH und die ver.di-Forum Nord gGmbH beteiligt. Die Gesamtkosten für dieses Jahr liegen bei 173.000 Euro. „Angesichts unseres Fachkräftemangels im Land ist das überaus gut angelegtes Geld“, sagte Rohlfs. Weiterbildung sei nach wie vor einer der wichtigsten Hebel, um stetig auf dem neuesten Stand und damit auf dem Arbeitsmarkt attraktiv zu bleiben.

Aber wie lassen sich die zahlreichen Fortbildungsmaßnahmen beispielsweise bezahlen? Die gute Nachricht: Weiterbildungen können finanziell unterstützt werden. Förderungen bietet das Wirtschaftsministerium an, aber auch der Bund beteiligt sich daran.

Und so geht’s: Beim Fördernavigator unter der Domain  https://weiterbilden-sh.de/foerdernavigator müssen Suchende zunächst online einige Fragen beantworten und den Navigator mit allen relevanten Informationen zur eigenen Lebenssituation und angestrebten Weiterbildung füttern. „Neben Angaben über den bisherigen Ausbildungsweg erfragt der Fördernavigator beispielsweise, in welcher Branche jemand beschäftigt und ob eine Finanzierung durch den Arbeitgeber möglich ist“, erläutert Rohlfs.  Auf Basis der Antworten schlägt der Navigator dann Qualifizierungen und Förderoptionen vor.

Und nicht nur das: In Erklärungsvideos, Abbildungen und Texten veranschaulicht das Tool die Programme. Zusätzlich ist eine individuelle Beratung durch das Beratungsnetzwerk Weiterbildung möglich, das ebenfalls vom Land gefördert wird.

Rohlfs erinnerte daran, dass der Navigator auch in die Standortmarketingkampagne des Landes eingebunden ist. So werden unter anderem Nachwuchsfachkräften auf der Kampagnenwebsite #bleiboben die Vorteile und Möglichkeiten einer dualen Berufsausbildung, aber auch die Weiterbildungsmöglichkeiten im echten Norden nähergebracht. „Nutzen Sie dieses Gratis-Angebot – es bietet sowohl für Sie selbst, als auch für Ihren Arbeitsgeber oder ihre Arbeitgeberin große Vorteile“, sagte Rohlfs.

Buchholz: Mit Nachhaltigkeit und starkem Binnenland in die Zukunft des SH-Tourismus

In der Hektik der letzten Landtagssitzung dieser Legislaturperiode ging sie etwas unter – unverdient! Denn die Tourismusstrategie 2030 ist mit ihren Akzenten markant und wegweisend. Standen bislang vor allem ökonomische Ziele wie ein hohes Maß an Umsatzwachstum oder die 30-Millionen-Marke bei den gewerblichen Übernachtungen im Fokus, geht es künftig um den Dreiklang von Ökonomie, Ökologie und Soziales. Und um ein touristisch stärkeres Binnenland.

Für Tourismusminister Bernd Buchholz seine „Meldung der Woche“ – Video starten…

Europasieger! EU genehmigt Schleswig-Holstein als erstem Bundesland 272 Millionen Euro

Viele Euro Geldscheine der Europäischen Union.

Im Wettlauf um die Genehmigung des mit 272 Millionen Euro ausgestatteten EU-Förderprogramms EFRE ist Schleswig-Holstein Europa-Champion: Als europaweit erstes Bundesland bekam der echte Norden heute Vormittag von der EU-Kommission den „grünen Haken“ hinter die schleswig-holsteinischen Programmpläne.

„Eine starke Leistung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter meines Hauses“, freute sich Wirtschaftsminister Bernd Buchholz. Der nächsten Landesregierung eröffne das 20 Punkte umfassende Programm bis 2027 einen enormen Handlungsspielraum. „Zusammen mit öffentlichen wie privaten Kofinanzierungsmitteln können Investitionen in Höhe von über 750 Millionen Euro angestoßen werden – das gibt Schub für wirtschaftliches Wachstum und die Zündung nachhaltiger Innovationen“, sagte der Minister.

Elisa Ferreira, zuständige EU-Kommissarin, gratulierte der Landesregierung ebenfalls: „Ich freue mich über den Start des ersten genehmigten Programms im Rahmen unseres politischen Ziels ,Investitionen in Wachstum und Beschäftigung‘“, so die Portugiesin. Das Programm füge sich gut in die Vision und die Prioritäten der EU ein: den Europäischen Green Deal, den digitalen Wandel und die Förderung der Wettbewerbsfähigkeit. Ferreira weiter: „Es ermöglicht uns, Innovationen zu fördern, besonders in kleinen und mittleren Unternehmen. Mit 40 Prozent der EU-Klimafinanzierung wird es zudem Investitionen für grünes und intelligentes Wachstum ermöglichen – etwa die Unterstützung von Start-ups, die Nutzung Erneuerbarer für Heiz- und Kühlsysteme oder den Aufbau eines digitalen Lerncampus.“

Laut Buchholz werden 168 Millionen in die Themenbereiche Innovation, Digitalisierung und Wettbewerbsfähigkeit fließen und knapp 80 Millionen Euro in die Bereiche Klimaschutz und Energiewende.

Grünes Licht für einen Radschnellweg zwischen Elmshorn und Hamburg

Senator Tjarks, Landrätin Heesch und Minister Buchholz

Per Rad zügig und klimafreundlich zwischen Elmshorn und Hamburg pendeln. Das soll ein gut ausgebauter Radschnellweg ermöglich. Nach der Grundsatzentscheidung für das Projekt im Kreistag des Kreises Pinneberg haben jetzt die drei Projektpartner – das Land Schleswig-Holstein, die Freie und Hansestadt Hamburg und der Kreis Pinneberg – einen Letter of Intent (LOI) unterzeichnet. Darin erklären sie ihre gemeinsame Bereitschaft, die Planung und den Bau dieses Radschnellwegs zügig voranzutreiben und über Verwaltungsgrenzen hinweg eng und abgestimmt zusammenzuarbeiten. Außerdem sichern die Partner ihren Einsatz für die finanzielle Förderung des Projekts zu.

„Klimafreundliche Verkehrsmittel zu nutzen, ist eine bewusste Entscheidung. Wenn die Fortbewegung mit dem Rad schnell, sicher und komfortabel ist, lässt sich diese Entscheidung sehr viel einfacher treffen. Der geplante Radschnellweg schafft die Voraussetzungen dafür und wird zur echten Alternative auf dem Weg zur Arbeit genauso wie in der Freizeit“, sagt Verkehrsminister Bernd Buchholz.

Und sein Hamburger Amtskollege Anjes Tjarks ergänzt: „Die Mobilitätswende und die vernetzte Region kommen einen wichtigen Schritt voran. Mit dem Radschnellweg zwischen Hamburg und Elmshorn stärken wir den Umweltverbund über Landesgrenzen hinweg und schaffen eine klimafreundliche Alternative insbesondere für die zahlreichen Pendlerströme in der Metropolregion.“

Für Pinnebergs Landrätin Elfi Heesch ist Radverkehr gelebter Klimaschutz: „Der Kreis Pinneberg bietet ideale Bedingungen für das Radfahren. Wenn die Radinfrastruktur attraktiv ist, werden viele Menschen das Pendeln mit dem Fahrrad für sich entdecken. Ich freue mich sehr über die grundsätzliche Bereitschaft des Landes, hier mit Fördermitteln zu unterstützen.“

Der Radschnellweg zwischen Elmshorn und Hamburg ist Teil eines Leitprojekts der Metropolregion Hamburg, das ein ganzes Netz von neuen Radschnellwegen vorsieht. Das Radschnellnetz soll künftig neun Radschnellwege umfassen, von denen sieben aus der Umgebung Hamburgs bis ins Zentrum Hamburgs führen. Vier davon starten in Schleswig-Holstein.

Buchholz : Tariftreue schafft man nicht durch Pflicht, sondern durch Überzeugung

In einem Landtags-Antrag hat sich die SPD heute für eine Stärkung der Tarifbindung in Schleswig-Holstein eingesetzt und schlägt verschiedene Mittel für mehr Tarifbildung vor. Beispielsweise sollen öffentliche Aufträge nur an Unternehmen mit Tarifvertrag vergeben werden. Die Sozialdemokraten beklagen in ihrem Antrag weiter, dass die Tarifbildung im Land zurückgegangen sei. Dazu sagte Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz heute im Landtag

Buchholz holt notleidende Schweinehalter unter das Dach der Corona-Härtehilfen

Bauernverbands-Vizepräsident Dietrich Pritschau mit Wirtschaftsminister Buchholz nach ihrem heutigen Treffen im Ministerium

Nachdem der Bund vielen deutschen Schweinehaltern vor einigen Wochen faktisch die Antragsberechtigung für Corona-Überbrückungshilfen entzogen hat, greift das Land den derzeit betroffenen 228 schleswig-holsteinischen Betrieben unter die Arme. Wie Wirtschaftsminister Bernd Buchholz heute nach einem Treffen mit Bauernverbands-Vizepräsident Dietrich Pritschau sagte, nehme das Land die Schweinehalter explizit in die Härtefallhilfen auf. „Wir werden keinen Betrieb durch’s Rost fallen lassen“, sagte Buchholz. Die Härtehilfen werden je zur Hälfte von Bund und Land getragen. Eine entsprechende Förderrichtlinie sei erarbeitet und die vorliegenden Anträge müssten nicht erneut gestellt werden.

Wie der Minister weiter erläuterte, werde die Investitionsbank durch die Neuregelung absehbar in der Lage sein, über 90 Prozent der in Schleswig-Holstein betroffenen Betriebe die beantragten Hilfen zu gewähren. An den bestehenden Antragsvoraussetzungen – etwa dem Vorliegen einer existenzbedrohenden Notlage –  müsse aber festgehalten werden.

Hier das Gesprächs-Fazit von Buchholz und Pritschau

Mit der Neuregelung, so Buchholz, könne ein Großteil des Budgets der Härtefallhilfen von aktuell über 30 Millionen Euro an die Landwirte ausgeschüttet werden. „Und wir beseitigen Zugleich die Ungleichbehandlung der Schweinehalter gegenüber anderen Branchen“, so Buchholz. Diese Kritik habe sein Haus auch mehrfach an das zuständige Bundeswirtschaftsministerium adressiert. Insgesamt sind in Schleswig-Holstein rund 650 Schweinehalter registriert.

Hintergrund: Der Bund hatte im März die Auszahlung der so genannten Überbrückungshilfen „ÜH III“ und „ÜH III Plus“ an Schweinehalter ausdrücklich untersagt, solange die Betriebe nicht nachweisen können, dass der bestehende Umsatzrückgang ausschließlich auf die Corona-Pandemie zurückzuführen sei. „Aber genau das ist angesichts der grassierenden Afrikanischen Schweinepest, veränderter Essgewohnheiten der Konsumenten infolge der Seuche und anderer Faktoren so gut wie unmöglich“, sagte Buchholz. Die Tatsache, dass einige Bundesländer trotz der strengen Regelung offenbar weiterhin Überbrückungshilfen auszahlen, sei aus seiner Sicht ein riesiger Fehler und eine „reine Verschiebung“ des Problems. „Denn klar ist, dass diese Betriebe die Hilfen zurückzahlen werden müssen – und dann droht ein böses Erwachen“, so Buchholz.    

Bauernverbands-Vizepräsident Dietrich Pritschau zeigte sich von der Neuregelung „überrascht“ und erklärte: „Ob positiv oder negativ überrascht wird entscheidend davon abhängen, ob die gestellten Anträge zeitnah positiv beschieden werden. Wenn man über ein Jahr auf Existenzhilfe warten muss, dann ist das ein schlicht unhaltbarer Zustand.“ Nach Angaben von Wirtschaftsministerium und Investitionsbank wurden 100 Anträge von Schweinehaltern in den Programmen  ÜH III und ÜH III Plus bereits teilweise ausgezahlt. Rund 240 weitere Fälle sind offen. Nur in rund zehn Prozent aller Anträge wurde eine Förderung von über 100.000 Euro beantragt. Gemäß bisheriger Richtlinie ist die Härtefallhilfe grundsätzlich auf 100.000 Euro begrenzt; über weitergehende Anträge muss eine Kommission entscheiden.

Buchholz justiert Tourismus-Strategie neu: Ökonomie, Ökologie und Soziales eng verzahnen

Unsere Kampange „echt nordiSH“ wird weiter forciert

Vom eigenen Erfolg überholt: Nachdem die meisten Ziele der bisherigen „Tourismusstrategie Schleswig-Holstein 2025“ erreicht sind, stellt die Landesregierung die Weichen für die Branche und ihre rund 160.000 Beschäftigten neu. Wie Tourismusminister Dr. Bernd Buchholz gestern im Landtag sagte, gehe es bis zum Jahr 2030 vor allem darum, nachhaltigen und zugleich wachsenden Tourismus auf einem hohen Qualitätsniveau zu ermöglichen. Aktuell verzeichnet Schleswig-Holstein 32,4 Millionen gewerbliche Übernachtungen und einen Bruttoumsatz von 9,7 Milliarden Euro. Damit sind zwei Kernziele der bisherigen Strategie unter dem Motto „30-30-3“ erfüllt – nämlich mehr als 30 Millionen gewerbliche Übernachtungen pro Jahr und ein Umsatz-Plus von 30 Prozent. Allein unter die Top-3 bei der Gästezufriedenheit hat der echte Norden es bislang noch nicht geschafft.    

„Wir streben mit der neuen Strategie künftig zu gleichen Teilen ökonomische, ökologische und soziale Nachhaltigkeit an“, sagte Buchholz. Die Menschen würden vor allem wegen der wunderbaren Landschaft nach Schleswig-Holstein reisen. Deshalb gehe es auch im Tourismus in erster Linie darum, die Natur zu bewahren und in den Hochburgen die goldene Mitte zwischen dem Qualitätsanspruch an eine großartige Urlaubs-Destination und den Bedürfnissen der Einheimischen zu finden.

Weiter sagte Buchholz zu den Themen der neuen Strategie – Video starten…

„Wir müssen und werden nicht nur konsequent die Gästeperspektive einnehmen, sondern auch die Bedürfnisse der Wohnbevölkerung mitdenken“, so Buchholz. Die neue Strategie sieht in dem Zusammenhang unter anderem vor, Hotels verstärkt im Binnenland zu fördern – etwa in der Holsteinischen Schweiz – während an den Küsten vor allem Qualitätsverbesserungen im Vordergrund stehen.

Als weiteren Schwerpunkt nannte Buchholz die Mitarbeitergewinnung: Die Corona-Pandemie mit ihren Lockdown-Phasen habe dazu geführt, dass sich viele Beschäftigte beruflich neu orientiert hätten und nun erheblicher Arbeits- und Fachkräfte-Mangel bestehe. Darum werde in der Strategie erstmals auch ein besonderer Fokus auf die Zufriedenheit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Betrieben gelegt.

Das landesweite Tourismus-Marketing wird sich künftig darauf fokussieren, die Nebensaisonzeiten zu bewerben – etwa mit der „echt-nordisSH“-Kampagne“ (https://www.sh-business.de/kampagne). Buchholz: „Wir müssen erreichen, dass Schleswig-Holstein bundesweit als Ganzjahres-Destination punktet.“ Zudem sollen neben Familien, die traditionell gerne nach Schleswig-Holstein kommen, weitere Zielgruppen gewonnen werden – etwa die Radfahrer. „Dafür arbeiten wir kontinuierlich an der Verbesserung der Qualität der Radwege – und zwar nicht nur beim Belag, sondern auch an einer besseren Beschilderung, mehr und attraktiveren Rastplätzen sowie mehr Servicestationen“, so der Minister.

Als größte Herausforderung für die kommenden Jahre bezeichnete Buchholz aber die Akzeptanz des Tourismus durch die einheimische Bevölkerung: „Während der beiden Pandemiejahre haben sich viele Menschen zurückgelehnt und gesagt: ,Schau, ohne Touristen ist es hier doch eigentlich auch ganz schön…‘ Leider wird dabei gern vergessen, dass unser Tourismus ein volkswirtschaftlicher Schwerpunkt mit 160.000 Arbeitsplätzen ist.“ Für das weitere Wachstum in diesem Bereich sei deshalb ein breiter Konsens nötig. „Und ich bin sicher, dass wir diesen Konsens durch Transparenz und klare Kommunikation auch erreichen werden“, so der Minister.

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus