Land erteilt Baugenehmigung für Akkuzug-Werkstatt der Firma Stadler in Rendsburg

Stadler-Deutschland-Chef Lübben (links) nimmt im Beisein von Minister Madsen die Baugenehmigung von APV-Chef Martin Hamm entgegen.

Grünes Licht für den Neubau der Instandhaltungswerkstatt des Zugherstellers Stadler in Rendsburg: Das Amt für Planfeststellung Verkehr (APV) hat heute im Beisein von Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen den 100 Seiten starken Planfeststellungsbeschluss an Edzard Lübben, Geschäftsführer der Stadler Service Deutschland übergeben. „Damit sind wir nach 22 Monaten Verfahrensdauer dieses für die Verkehrswende wichtigen Projekts einen riesigen Schritt weiter“, sagte Madsen bei der Übergabe der Unterlagen durch APV-Chef Martin Hamm.

Wie Madsen erläuterte, sei mit dem Planfeststellungsbeschluss auch die so genannte sofortige Vollziehbarkeit angeordnet worden. „Das heißt, dass unmittelbar mit den Arbeiten begonnen werden kann.“ Lübben zeigte sich erfreut und sagte: „Wir freuen uns, dass das Planfeststellungsverfahren nun abgeschlossen werden konnte, so dass wir unverzüglich vor Anbruch des Winters die geplanten und dringend anstehenden Bauarbeiten an der Werkstatt zur Instandhaltung der neuen batterieelektrischen Regionaltriebzüge für Schleswig-Holstein beginnen können. Stadler wird am Standort Rendsburg eine Werkstatt zur Instandhaltung der 55 batterieelektrischen Fahrzeuge errichten und damit bis zu 30 neue Arbeitsplätze schaffen.“

Ziel des rund 30-Millionen-Euro-Projekts ist es, die Voraussetzungen für den sicheren Betrieb von Akku-Triebwagen zu ermöglichen. Repariert und gewartet werden die Züge in Rendsburg. Die Vorbereitungen für den Bau des Werks haben nach Zulassung mittels vorläufiger Anordnung durch das APV bereits Anfang des Jahres begonnen. Nun kann weitergebaut werden. „Ich bin sicher, dass mit dem Planfeststellungsbeschluss ein wichtiger Meilenstein für einen klimaneutralen Bahnbetrieb in Schleswig-Holstein erreicht wurde und wir durch das Projekt in der Region Rendsburg viel für die Attraktivität des ÖPNV erreichen werden“, sagte Madsen. Das sei wichtig für das Erreichen der Klimaziele.

Der Planfeststellungsbeschluss und die Planunterlagen liegen vom 12. Oktober bis 25. Oktober bei der Stadt Rendsburg zur Einsichtnahme aus und sind ab dem 12. Oktober auch online unter https://planfeststellung.bob-sh.de  abrufbar.

Länderminister hoffen weiter auf Bewegung des Bundes bei Deutschland-Ticket

Mit den Ergebnissen der heutigen Verkehrsminister-Sonderkonferenz noch nicht zufrieden: Verkehrs-Staatssekretär Tobias von der Heide

Sonderkonferenz ohne Durchbruch: Bund und Länder peilen bis Mitte Oktober eine Verständigung über ein Folgeangebot für das 9-Euro-Ticket im Nahverkehr an. Alle Länder hätten bekundet, dass sie sich vorstellen könnten, ein Anschlussticket mitzutragen, sagte die Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz, Maike Schaefer (Grüne) aus Bremen nach den heutigen Beratungen mit Bundesminister Volker Wissing (FDP). Dazu solle nun eine Arbeitsgruppe zügige Beratungen aufnehmen.

Nach den Worten von Schleswig-Holsteins Verkehrs-Staatssekretär Tobias von der Heide erwarteten die Länder aber zugleich, dass dies an eine Anhebung der generellen Regionalisierungsmittel des Bundes gekoppelt sei. Mit dem Geld aus Berlin bestellen die Länder Leistungen bei den Verkehrsunternehmen.

Von der Heide sagte nach der Konferenz – Audio starten, Pfeil klicken…

Bundesverkehrsminister Volker Wissing begrüßte es unterdessen, dass die Länder nun mit dem Bund ein Folgeticket zum 1. Januar 2023 einführen wollten. Dies sei ein ehrgeiziges Ziel, es brauche dafür schnelle Entscheidungen. Er hoffe, dass es bei der Verkehrsministerkonferenz am 12./13. Oktober einen Eckpunktebeschluss geben könne. Wissing äußerte Verständnis, dass die Länder angesichts der hohen Energiepreise eine Erhöhung der Regionalisierungsmittel forderten. Dies sei noch zu klären.

Minister an der Westküste: Glasfaser für Husum – Millionen für Dithmarscher Bio-Frosterei

Westküsten-Tag rund um Wirtschaft, Tourismus, Technologie: Wirtschaftsminister Madsen traf heute nicht nur erstmals auf Husums Bürgermeister Schmitz, er nahm zugleich den ersten Spatenstich für die Glasfaser-Erschließung des Ortsteils Rödemis vor. Danach hatte er auch noch für eine Biofrost-Firma in Dithmarschen einen Millionen-Förderbescheid im Gepäck. Doch der Reihe nach…

Minister Madsen (Mitte) mit Bürgermeister Schmitz (2.v.r.), Landrat Lorenzen (2.v.l.) sowie Jutta Albert von der Tourismus und Stadtmarketing Husum GmbH und Holger Danneberg

Bei Madsens zweistündigem Treffen mit Schmitz ging es neben Gewerbeflächen vor allem um die Wachstumsstrategie „Husum-Tourismus 2025“. «Ich konnte bei meinem Besuch spüren, dass hier eine Region erkannt hat, dass etwas getan werden muss», sagte Madsen im Anschluss an die Debatte um die touristische Ausrichtung, an der auch Landrat Florian Lorenzen teilnahm. Tourismus-Berater Jan Sönnichsen von der Berliner Destination LAB GmbH gab dem Minister Einblicke in Inhalte und Ziele des Umsetzungsmanagements. Dazu zählt auch eines von mehreren Schlüsselprojekten, das „Destinature Dorf Husum“ im Ortsteil Schobüll.

Danneberg, Inhaber der „WERKHAUS Design + Produktion GmbH“, erläuterte dem Minister anschließend die Planungen im Detail. Damit sich Madsen vor Ort ein konkretes Bild machen konnte, fuhr die Gruppe anschließend nach Schobüll. Nach einem kurzen Rundgang schwärmte Madsen: «Hier möchte ich Urlaub machen und würde tatsächlich hierher radeln.» Husum sei eine einnehmende Stadt, die von Tradition geprägt sei und gleichwohl einen „Nach-Vorne-Blick“ habe.

Tiny-House-Prototyp im Husumer Ratssaal: Jan Sönnichsen (links) und Holger Danneberg (rechts) erläutern dem Minister das Modell

Außerdem sei die Stadt enorm aktiv, die wirtschaftliche Entwicklung voranzutreiben. Dazu gehörten innovative touristische Projekte wie die Planungen in Schobüll, aber auch Vorhaben wie der Neubau des Sport- und Freizeitzentrums mit Schwimmbad, die vor allem den Einheimischen zugutekommen. Die Kritik vieler Bürgerinnen und Bürgern im Ortsteil Schobüll gegen das neue Projekt sei ihm bekannt. Aus seiner Zeit als Oberbürgermeister der Hansestadt Rostock habe er auch Bürgerproteste für geplante Projekte miterlebt. «Miteinander reden ist wichtig, aber man sollte auch mit dem Wandel gehen. Veränderung bringt letztlich auch Begeisterung mit sich», sagte Madsen.

Spatenstich (v.l.): Olaf Kretschmann, Stadtwerke Husum, Hannes Pohl, Pohl-Gruppe, Uwe Schmitz, Bürgermeister Husum, Ute Gabriel-Boucsein, BBNG, Norbert Jungjohann, Stadtwerke Husum Minister Madsen
 

Im Husumer Ortsteil Rödemis folgte dann der erste Spatenstich für den Aufbau eines Glasfasernetzes. Die Stadt Husum hatte der Stadtwerke Husum GmbH und der Husum Netz den Auftrag erteilt, langfristig eine optimale Breitbandversorgung in der Stadt zu gewährleisten. Als Grundversorger und Inhaber modernster Infrastrukturen haben die Unternehmen die Aufgabe bereits in Angriff genommen und die Husum Glasfaser GmbH & Co. KG gegründet. Unterdessen wurde Husum in einzelne Ausbaugebiete unterteilt. Im ersten Gebiet – Rödemis – wurde laut Bürgermeister Schmitz schnell deutlich, dass die Einwohnerinnen und Einwohner das Netz der Stadtwerke wollen. Und so haben alle Beteiligten die Planung und Umsetzung noch deutlich schneller vorangetrieben, damit Einheimische, Unternehmen und Feriengäste so schnell wie möglich alle digitalen Anwendungen stabil, schnell und sicher nutzen können.

«Mit ihrem entschlossenen Vorgehen haben die Husumer die Zeichen der Zeit richtig erkannt. Die bisherige Breitband-Versorgung in der Stadt ist sehr fragmentiert und gerade in den Randlagen schlecht. Das wird sich mit dem Bau eines flächendeckenden Glasfasernetzes ändern – und das eigenwirtschaftlich und ohne Fördermittel», sagte Madsen. Er appellierte an die Bürgerinnen und Bürger sowie die Unternehmen, die Chance zu nutzen: „Buchen Sie möglichst einen Glasfaseranschluss und unterstützen Sie damit die technologische Zukunft ihrer Stadt und ihrer Wirtschaftsregion.“

Madsen erinnerte daran, dass Schleswig-Holstein zwar im Bundesvergleich deutlich vorn beim Bau von Glasfaseranschlüssen bis ins Haus liege – laut der aktuellen BREKO Marktanalyse bei 61 Prozent verfügbaren Hausanschlüssen – aber die Städte noch deutlich schlechter aufgestellt seien.

Die Visualisierung der 2024 fertigen Biofrost-Anlage in Friedrichsgabekoog.

Gute Nachrichten gab es zum Schluss der Westküsten-Tour schließlich noch für den Wirtschaftsstandort Dithmarschen: Die Firma Bio-Frost Westhof investiert rund 50 Millionen Euro in die Errichtung einer innovativen Frosterei in Friedrichsgabekoog. Das Land unterstützt das Projekt mit 2,7 Millionen Euro. Madsen übergab dazu einen entsprechenden Förderbescheid an die Geschäftsführung Berit Carstens-Lask und Rainer Carstens. Mit Blick auf die 24 neu entstehenden Arbeitsplätze sagte Madsen: «Diese Jobs sind für die Region äußerst wichtig. Hierdurch entstehen Beschäftigungsmöglichkeiten für Fachkräfte, aber auch für Geringqualifizierte, die es zunehmend schwerer haben, auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.»

Die Frosterei soll nach Angaben der Geschäftsleitung eine der größten Bio-Frostereien in Europa werden. Das vom Land geförderte Teilprojekt der 50-Millionen-Investition umfasst rund 18 Millionen Euro. Madsen lobte bei seinem Besuch vor allem das Konzept einer CO2-neutralen Produktion. Der gesamte Energiebedarf der Frosterei werde aus erneuerbaren Quellen gespeist. „Die Anlage speichert überschüssigen Wind- und Sonnenstrom als thermische Energie und ermöglicht damit dessen zeitversetzte Nutzung. Damit spiegelt dieses Projekt für mich den Kern von Schleswig-Holstein wieder: nachhaltig, naturnah, innovativ und auf die Zukunft ausgerichtet“, so Madsen.

Madsen vor Minister-Meeting: Besseres Angebot muss Vorfahrt vor Billig-Ticket haben

Ein günstiges neues Ticket für Bus und Bahn soll kommen – darüber gibt es weitgehende Einigkeit. Doch die Ausgestaltung und Finanzierung ist offen. Im Vorfeld der morgigen Sonderkonferenz der Verkehrsminister von Bund und Ländern setzt  Verkehrsminister Madsen klare Prioritäten.

Im Tauziehen um ein Nachfolgemodell für das 9-Euro-Ticket fordert Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen klare finanzielle Zusagen des Bundes. «In erster Linie brauchen wir ein entsprechendes Angebot für Bus und Bahn», sagte der parteilose Politiker der Deutschen Presse-Agentur vor der Sonderkonferenz. «Ich habe so ein bisschen das Gefühl, wir sitzen alle im Zug und wenn wir nach vorne schauen, sehen wir, dass unsere Gleise aufhören, aber wir diskutieren darüber, ob wir nicht unsere Fahrkarten preiswerter machen sollen.»

Priorität haben die Sicherung des Betriebs und der Ausbau der Infrastruktur, also die Schaffung eines besseren Angebots, sagte Madsen. «Es nützt ja nichts, wenn ich in Schleswig-Holstein irgendwo in einem Dorf stehe, wo Bus und Bahn nicht fahren, aber dafür gibt es das Ticket künftig zum halben Preis.» Trotzdem müsse es ein Nachfolgeticket geben, sagte der Minister. Es sollte aus seiner Sicht keine Zahl im Namen bekommen, sondern Klima- oder Mobilitätsticket heißen. «Sonst wären wir ja auf ewig auf eine Summe fixiert.» Die Bundesregierung strebt eine Spanne zwischen 49 und 69 Euro im Monat an. Dies würde auch Madsen mittragen.

Hier das komplette Interview von Madsen mit dem Kieler dpa-Korrespondenten Wolfgang Schmidt:

«Zuerst aber muss uns der Bund zusichern, dass wir die Mittel, die wir brauchen, um unser aktuelles Angebot zu erhalten und unsere Infrastruktur auszubauen, auch sicher haben», nannte er als Voraussetzung. Auch die erhöhten Energiekosten müssten berücksichtigt werden. Nicht nur Bäckereien haben mit höheren Energiekosten zu kämpfen.

Es gehe darum, dass der Bund in ausreichender Höhe die Regionalisierungsmittel für Ausbau, Erhalt und Betrieb der Infrastruktur und zusätzlich für ein gefördertes Ticket fest zusagt, betonte Madsen. Dies sei keine freiwillige Leistung sondern seine im Grundgesetz verankerte Pflicht. «Wir brauchen in den nächsten zehn Jahren allein für Schleswig-Holstein weit über eine Milliarde Euro, wahrscheinlich sogar zwei Milliarden oder mehr.» Allein für die Aufrechterhaltung des bestehenden Nahverkehrsangebots benötige das Land aufgrund der explodierenden Kosten für Energie und Personal einen hohen dreistelligen Millionenbetrag. «Wir reden also über riesige Summen und deshalb ist es umso wichtiger, dass wir richtig an die Sache herangehen.»

Im Erfolgsfall könnte das neue Ticket zügig starten. «Wir warten dann nicht, bis wir 2030 die letzte Ausbaustufe erreicht haben», sagte Madsen. «Aber meine Befürchtung ist: Wir einigen uns auf ein Ticket und diskutieren dann über die Regionalisierungsmittel.» Sollten diese nicht wie erforderlich kommen, werde es nicht um einen Ausbau des Angebots gehen, sondern um Streichungen.

Madsen zeigte sich überzeugt, dass ein neues Ticket bald beschlossen wird. Das 9-Euro-Ticket sei auch in Schleswig-Holstein mit über 700.000 verkauften Exemplaren ein großer Erfolg gewesen, habe aber auch die Grenzen des Systems verdeutlicht. Es werde ein Ringen geben. «Ich glaube, innerhalb der nächsten Wochen werden wir eine Lösung bekommen; wir reden nicht über Monate.» Die Bürger wollten ein einfaches, verständliches und preiswertes Angebot. «Die Menschen wollen aber auch Qualität und Verlässlichkeit. Und das bekommen wir nur hin, wenn wir auch investieren.»

SH-Initiative: Nord-Länder erlauben Lkw-Energietransporte bis Ende April auch sonntags

Wegen teils akuter Engpässe bei Transporten im Energiesektor setzt die Landesregierung bis Ende April das Sonn- und Feiertagsfahrverbot für Lkw aus. Wie Wirtschafts- und Verkehrsminister Claus Ruhe Madsen heute mitteilte, sei die Erhöhung der Transportkapazitäten unter anderem aufgrund des so genannten „Fuel Switch“ nötig, also der Verdrängung von Gas – nicht nur bei Kraftwerken, sondern auch bei Industrieprozessen. «Infolge dessen kommt es es zu einer Ausweitung der benötigten Mengen an Mineralöl und Flüssiggas für die Industrie», so Madsen.

Ein weiterer Aspekt für die Ausweitung der Sonntags-Fahrerlaubnis bis zum Ende der Heizperiode sei auch die Verknappung der Binnenschiffkapazitäten aufgrund der wochenlangen Niedrigwasserphase auf dem Rhein. Dadurch mussten Gütertransporte in erheblichem Umfang auf die Schiene verlagert werden, die die Schienentransportkapazitäten weiter stark belasten. «Darum ist es erforderlich, die Transportkapazitäten für Energietransporte auf der Straße ebenfalls so weit wie irgend möglich auszuweiten», sagte Madsen. Der Initiative Schleswig-Holsteins, die Regelung bis Ende April auszuweiten, haben sich auch alle vier norddeutschen Nachbarländer angeschlossen.

Die Ausnahmegenehmigung gilt für Transporte aller Arten von Mineralöl (Heizöl, Diesel, Kerosin, Benzin) sowie von Flüssiggas (Butan/Propan). Die Ausnahme gilt auch für erforderliche Leerfahrten, die im unmittelbaren Zusammenhang mit den Transporten stehen.

Minister auf Werften-Tour: Madsen heute zu Gast bei TKMS, German Naval Yards und Flensburger FSG

Präsentation im neuen Showroom von TKMS: Madsen mit den beiden Werft-Vorständen Alexander Orellano und Finanzchef Paul Glaser (v.l.)

Ein Werftentag im Licht von Krieg in Europa und einem anstehenden 100-Milliarden-Rüstungsprogramm der Bundesregierung: Heute besuchte Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen in Begleitung des Maritimen Koordinators der Landesregierung, Andreas Burmester, die Kieler Werften Thyssen Krupp Marine Systems (TKMS) und German Naval Yards (GNYK) sowie die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG). Allein auf dem Werftgelände des Kieler Ostufers sind 3000 Menschen beschäftigt.

Madsen sagte den Werften dabei die Unterstützung des Landes zu. Die Wehrindustrie sei für Deutschland und Schleswig-Holstein wichtig. Er wolle ein klares Signal setzen: «Wir wollen uns gemeinsam darum bemühen, dass wir vom Paket der 100 Milliarden Euro Sondervermögen der Bundesregierung auch einen Teil abbekommen für unsere Unternehmen», so Madsen. «Wir sind da auch auf einem guten Weg, weil wir es hier mit Weltmarktführern zu tun haben.»

Es gelte pragmatische Lösungen zu finden, sagte der Minister im Blick auf erhoffte Aufträge aus dem Milliarden-Paket. Die Werften in Kiel sind spezialisiert auf den Bau von Marineschiffen wie U-Boote und Fregatten. Es sei beeindruckend gewesen, sich die Schiffbauhallen anzusehen und motivierte Menschen kennenzulernen, sagte Madsen. Er durfte auch ein U-Boot besichtigen.

Der Geschäftsführer von German Naval Yards, Rino Brugge, dankte für die Unterstützung des Landes. Es sei sehr wichtig, dass es in Schleswig-Holstein eine maritime Industrie gibt. «Wir kooperieren ja schon seit vielen Jahren miteinander in vielen Bauprogrammen», sagte auch TKMS-Vorstand Alexander Orellano auf die Frage nach einer möglichen Zusammenarbeit beider Werften für Aufträge aus dem Bundeswehr-Sondervermögen. «Das wird sich in Zukunft auch nicht ändern.» Die Werft sei überzeugt davon, ihre Kunden überzeugen zu können, sagte Orellano. «Auch die Deutsche Marine.»

Beide Werften stehen auch bereit, sich an der Entsorgung von Kriegsmunition aus dem Meer zu beteiligen. Hierzu gebe es bei TKMS bereits vielversprechende Ansätze und Projekte. «Für mich ist es tatsächlich wichtig gewesen zu erfahren, dass wir ganz kurz vor der Reife stehen, Munition heben zu können», sagte auch Madsen. Es sei wichtig für die Werften im Blick auf die Zukunft, auch zivile Technologien zu entwickeln.

V.r.: GNYK-Chef Rino Brugge, Madsen und Alexander Orellano

TKMS investiere sehr viel, sagte Vorstand Orellano. Die Werft errichte nicht nur eine neue Schiffbauhalle und eine Brennstoffzellenproduktionshalle. Sie investiere auch viel in die Köpfe der Menschen und in Technologie. «Wir glauben, dass wir ein sehr guter Katalysator sein können auch für zivile Produkte.» So wolle die Werft für die Schifffahrt auf der Kieler Förde eine autonom fahrende Fähre mit alternativem Antrieb bauen.

Zur Frage des Fachkräftebedarfs in der Werftenbranche und den Aussichten auf einem Anteil am Rüstungspaket der Bundesregierung sagte Madsen im Gespräch mit Journalisten weiter – Audio starten, Peil klicken…

Die Zeitenwende auf den Werften prägt inzwischen auch die Silhouette des Kieler Ostufers: Die neue Schiffbauhalle von TKMS wird 170 Meter lang, 70 Meter breit und 33 Meter hoch. Dort sollen ab dem Jahr 2023 U-Boote gebaut werden. Die Halle ist Teil eines Standortkonzeptes, in das der Industriekonzern Thyssenkrupp AG rund 250 Millionen Euro investiert.

TKMS hat von Norwegen und Deutschland Aufträge zum Bau von sechs U-Booten der HDW-Klasse 212 CD bekommen. Das letzte U-Boot soll nach derzeitigem Stand 2034 ausgeliefert werden. Der Bau der neuen Schiffsbauhalle sei im Zeitplan, sagte ein Sprecher. Rund 300 Beschäftigte können im Schichtbetrieb in der Halle arbeiten.

FSG-Crew mit Madsen auf dem Oberdeck der „Tennor Ocean“

Bei der FSG erörterte der Minister mit Geschäftsleitung und IG-Metall neben den Chancen durch mögliche Teilhabe an Marine-Aufträgen das enorme Potenzial der Offshore- Windparks und anderer Grüner Technologien. Im Marineschiffbau war die FSG zuletzt Anfang der 2000er Jahre beim Bau des Einsatzgruppenversorgers der Bundesmarine erfolgreich. FSG-Strategiechef Johannes Wolters (im Bild, Mitte) erinnerte daran, dass an der Werft mit ihren 700 Beschäftigten rund 8000 zukunftsträchtige Arbeitsplätze in der Region hingen.

Mit Blick auf das Milliardenprogramm des Bundes sagte Wolters weiter: „Uns ist wichtig, in der ausgerufenen Zeitenwende ein verlässlicher Partner der deutschen Marine und der Streitkräfte zu sein.“ Die Werft habe genügend Know How um den speziellen Anforderungen des Marineschiffbaus gerecht zu werden . „Die Strukturen und Anlagen der Werft ermöglichen dabei besonders wirtschaftliche Projekte“, so Wolters.

Madsen erinnerte abschließend daran, dass die FSG in 150 Jahren knapp 800 Schiffe konstruiert und gebaut habe. Die Werft sei ein bedeutender Arbeitgeber im nördlichen Schleswig-Holstein und besitzt eine herausragende Bedeutung für die Region Flensburg, aber auch für die Zulieferindustrie in Schleswig-Holstein. „Gerade deshalb finde ich es gut, dass sich die FSG bei so wichtigen und richtungsweisenden Projekten wie dem Forschungsschiff Polarstern 2 engagiert und auch Bereitschaft signalisiert hat, im Dialog mit Land und Bund eine wesentliche Rolle beim Ausbau von Offshore Wind zu spielen. Wir brauchen das Thema Offshore-Wind für ein Gelingen der Energiewende, hier sehe ich beim Bau von Umspannplattformen und Errichterschiffen erhebliche Potentiale für unsere Werftindustrie“, so der Minister.

Günther und Madsen eröffnen 67. Nordbau im Zeichen von Energiekrise und Energiewende

Ministerpräsident Günther setzt den symbolischen Stein zur Eröffnung der 67. Nordbau

Zusammen mit Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen hat Ministerpräsident Daniel Günther heute die Fachmesse NordBau in Neumünster eröffnet und für Wasserstoff als wichtigen Energieträger geworben. «Schleswig-Holstein soll Deutschlands Marktführer beim Grünen Wasserstoff werden», sagte der CDU-Politiker. Er begrüße es daher, dass Wasserstoff Sonderthema der Messe sei. «Wir brauchen innovative und umsetzbare Lösungen, damit die Energie auch dahin kommt, wo sie gebraucht wird. Hier ist die Baubranche ein wichtiger Partner.»

Auch Madsen betonte die Chancen von Wasserstoff als wichtigem Energieträger und als Ansiedlungsargument: «Wasserstoff kann von immer mehr Unternehmen genutzt werden, und davon können wir im Norden erheblich profitieren – auch wenn es darum geht, Fachkräfte zu gewinnen.» Im Gespräch mit Journalisten sagte Madsen weiter – Audio starten, Pfeil klicken…

Die Produktion von sauberen Energien ist nach Ansicht von Günther und Madsen längst zu einem Markenzeichen von Schleswig-Holstein geworden: «Gerade jetzt, wo wir unsere eigene Energieproduktion dringend nachhaltig und unabhängig aufstellen müssen, werden wir unsere gute Ausgangsposition nutzen, um zu zeigen, wie die Energiewende gelingt», sagte Günther. Dabei spiele der Bausektor mit seinen vielen leistungsfähigen Fachbetrieben eine entscheidende Rolle.

Auf der 67. Nordbau steht bis Sonntag alles rund um Hoch- und Tiefbau, Baugeräte und Baumaschinen, Kommunaltechnik, Baustoffe, Bauelemente und Energietechnik auf der Agenda. Ein besonderer Fokus liegt nach Messeangaben zudem auf Beratung und Information zu energetischen Fragen. Diese richte sich an private Bauherren und Eigenheimbesitzer ebenso wie an Handwerker.

Das Thema Energie und Mittelstand hatte vor dem Messerundgang von Günther und Madsen auch den Wirtschaftsausschuss des Landtags beschäftigt, der ebenfalls auf der Nordbau tagte. Dabei erinnerte Madsen noch einmal an das von der Landesregierung verabschiedete Hilfspaket, inklusive eines 500-Millionen-Darlehnsfonds für notleidende Betriebe – vor allem Stadtwerke. Dabei machte Madsen deutlich, dass hinsichtlich weiterer Hilfen vor allem die Bundesregierung gefordert sei. Er habe sich bereits vor knapp einem Monat mit einem entsprechenden Schreiben an Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck gewandt.

NAH.SH-Kongress macht der Branche Mut, auch mal weniger perfekte Dinge zu wagen

„Einfach mal machen!“ Verkehrs-Staatssekretär von der Heide

Reger Austausch, konzentriertes Publikum und eine klare Botschaft beim NAH.SH-Kongress in Lübeck: Der Nahverkehr in Deutschland befindet sich in einer Zeit des Aufbruchs. Und für Schleswig-Holsteins Verkehrs-Staatssekretär Tobias von der Heide ist klar: „Diesen Schwung gilt es nun zu nutzen.“ Er erinnerte aber auch an die gewaltigen Herausforderungen, die nicht zuletzt das 9-Euro-Ticket im Bereich von Angebot und Infrastrukturbereich offengelegt habe. „Deutschland hat sich zum Ziel gesetzt, die CO-2-Emissionen bis 2030 um 65 Prozent zu reduzieren und bis 2045 treibhausgasneutral zu werden. Und um das zu erreichen, müssen wir doppelt so viele Fahrgäste wie bisher vom Auto in Bus und Bahn bekommen“, so von der Heide.

Der Nahverkehrsverbund NAH.SH hatte zusammen mit den Kreisen, kreisfreien Städten und dem Land bereits im Frühjahr eine Vision für den ÖPNV 2030 formuliert. Entscheidend dabei sei, so von der Heide, dass man mit dem ÖPNV überall hinkommen könne, auch am Abend und an den Wochenenden. Das Land begleite schon jetzt zwei On-Demand-Angebote im Rahmen eines Pilotprojektes: ReMo in Rendsburg und das smarte DorfSHUTTLE im Amt Süderbrarup.

Beim Podium in der Lübecker Gollanwerft lautete die erste Frage dann auch gleich, was die Folge der drei Monate 9-Euro-Ticket sei. „Die Branche kann stolz darauf sein, dass sie in so kurzer Zeit dieses Ticket auf die Beine gestellt hat. Jetzt ist die Zeit des Aufbruchs und der Chancen des Nahverkehrs“, sagte NAH.SH-Chef Arne Beck.

Die Mobilitätsexpertin Katja Diehl brachte ihre Position in ihrem anschließenden Vortrag so auf den Punkt: „Das Auto hat in der Politik eine priorisierte Stellung, die zurückgenommen werden müsste. Aber in Deutschland ist das Auto unantastbar“ Um weg vom Auto zu kommen gäbe es fünf Anreize: Alternativen, Barrierefreiheit, Sicherheit, Bezahlbarkeit und Klimagerechtigkeit. Außerdem sollte man die Gelder, die in die Autoindustrie gesteckt werden, lieber in die Umweltindustrie investieren, zu der auch der Nahverkehr gehört.

Das abschließende Statement von Katja Diehl, dass „die Branche vielleicht weniger eitel und perfekt sein sollte“, unterstrich der Staatssekretär Tobias von der Heide mit den Worten: „Wir sollten die Dinge anpacken und einfach mal machen – und ein Scheitern gegebenenfalls in den Kauf nehmen.“

Staatssekretärin Carstens: Maritime Branche des Nordens steht fest zusammen

Spitzentreffen am Stand des Maritimen Clusters (v.l.): Staatssekretär Schulte aus Mecklenburg-Vorpommern, SH-Staatssekretärin Julia Carstens, Bremens Verkehrssenatorin Vogt und Hamburgs Senator Westhagemann.

Die maritime Branche des Nordens steht auch in der Krise fest zusammen – und zeigt seit heute Flagge auf der international führenden maritimen Fachmesse „Schiff, Maschine, Meerestechnik“ (SMM) in Hamburg. Am Empfang für Minister und Senatorinnen und Senatoren nimmt zur Stunde auch Schleswig-Holsteins neue Wirtschafts-Staatssekretärin Julia Carstens teil.

Das Maritime Cluster Noorddeutschland (MCN) nutzte den Auftritt, um eigene, länderübergreifende Projekte und Initiativen vorzustellen. Staatssekretärin Carstens sagte bei dem Treffen: „Die maritime Industrie in Schleswig-Holstein beweist seit Jahren ihre Innovationskraft. Um Schleswig-Holstein als Standort leistungsstarker maritimer Wirtschaft und exzellenter Forschung weiter zu stärken, müssen Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung eng zusammenarbeiten.

Das MCN bietet über Länder- und Verwaltungsgrenzen hinweg in Rahmen eines einzigartigen Clusters eine gemeinsame Struktur zur Förderung und Stärkung der maritimen Branche. Dies macht das MCN zu einem Leuchtturmprojekt für die maritime Zusammenarbeit der fünf norddeutschen Länder.“ Auf der Fachmesse werden noch bis zum 9. September Themen wie alternative Antriebe, Energieeinsparmöglichkeiten oder Innovationen im Bereich Landstrom-Versorgung beleuchtet.

Madsen: SH-Tourismus blickt trotz aller Krisen auf ein Rekord-Halbjahr zurück

Meer und Strände locken Touristen in Scharen in den Norden. Die Zahlen für das erste Halbjahr machen der Branche und der Landesregierung Mut. Die Preisrekorde verändern aber auch das Reiseverhalten von Gästen.

TA.SH-Chefin Bunge und Tourismusminister Madsen

Die Reiselust der Deutschen lässt den Tourismus im Land zwischen den Meeren nach den Corona-Einbrüchen von 2020 und 2021 wieder boomen. Besonders die Ziele an Nord-und Ostsee stehen bei den Gästen hoch im Kurs. Mit 15,2 Millionen Übernachtungen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres erzielte der Tourismus in Schleswig-Holstein einen Rekord. Tourismusminister Claus Ruhe Madsen (parteilos) sprach heute bei der Halbjahres-Pressekonferenz der Tourismusagentur Schleswig-Holstein (TA.SH) in Kiel von einem großartigen ersten Halbjahr.

Im Vergleich zum selben Zeitraum im Vor-Corona-Jahr 2019 gab es ein Plus von 4,4 Prozent, wie aus Angaben des Statistikamtes Nord hervorgeht. Der Norden war das einzige Bundesland mit einem Zuwachs. 2013 waren es noch weniger als zehn Millionen Übernachtungen in diesem Zeitraum. Bei den Gästeankünften verbuchten die Häuser mit mindestens zehn Betten und die Campingplätze noch ein Minus von 5,1 Prozent gegenüber dem 1. Halbjahr 2019. Insgesamt 3,7 Millionen Übernachtungsgäste wurden von Januar bis Juni 2022 in Schleswig-Holstein gezählt.

Besonders groß waren die Zuwachse demnach bei Ferien auf Campingplätzen und in Ferienhäusern. Rund 96 Prozent der Gäste kamen aus dem Inland, vor allem aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen.

Die Tourismus-Agentur erwartet auch ein starkes zweites Halbjahr, wie Geschäftsführerin Bettina Bunge sagte. Der Rekord von 36 Millionen Übernachtungen aus dem Jahr 2019 werde aber voraussichtlich nicht erreicht. Zwar seien die Ergebnisse für den Sommer sehr gut, aber für Herbst und Winter gebe es eine gewisse Zurückhaltung bei den Buchungen. Als Gründe nannte Bunge Unsicherheiten im Blick auf die Corona-Lage und die finanzielle Situation von Haushalten.

Hier ein Mitschnitt der gesamten Pressekonferenz – Video starten…

Die ersten sechs Monate eines Jahres tragen 40 Prozent zum jährlichen Tourismusgeschäft bei. Nord- und Ostsee zusammen kamen im ersten Halbjahr auf 83 Prozent der Übernachtungen. Die Top 5 unter den Destinationen waren Sylt, Lübeck mit Travemünde, St. Peter-Ording, Timmendorfer Strand und Grömitz.  Aber der Tourismus hat coronabedingt auch weiter Probleme: Eine der größten Herausforderungen sei der Fachkräftemangel, sagte Madsen.

Viele Beschäftigte hatten die Branche in den Corona-Jahren 2020 und 2021 verlassen und kamen nicht wieder. Eine Folge: Restaurants machen mehr Ruhetage als früher, auch in der Saison. Die Zahl der Tourismusbetriebe war im Juni mit 3743 um 214 niedriger als im gleichen Monat 2019. Die Zahl der Betten stieg dagegen von 230 776 auf 243 662. Die Bettenauslastung sank im Vergleich zu 2019 minimal auf 52 Prozent.

«Die Reiselust bleibt ungebrochen», resümierte die Tourismusmarketing-Chefin Bunge. Gäste kämen, um Meer, Strände, Freiheit, Natur und Sicherheit im Land zu genießen. Auch habe sich die bundesweite Wahrnehmung des Landes sehr gut entwickelt. Touristen guckten aber genauer, wofür sie im Urlaub ihr Geld ausgeben.

Angesichts zum Teil voller Ferienorte im Sommer sagte Madsen, es sei wichtig, mit den dort lebenden Menschen zu sprechen und bei Gästen Verständnis zum Beispiel für die Natur zu wecken. «Ich muss sowohl den Gast als auch die Menschen und die Natur, wo ich bin, respektieren», sagte Madsen. Wachstum sei nicht unendlich.

«Wir werden in den nächsten Jahren viel stärker darüber reden müssen: Wie kriegen wir Menschen dazu bewegt, dass sie in dieser Branche arbeiten? Wie kriegen wir Menschen dazu bewegt, dass sie im ganzen Land sich verteilen?» Und wenn viele Menschen mit dem Fahrrad Urlaub machten, sei die Belastung ganz anders, als wenn alle mit dem Auto kämen, sagte Madsen. «Wichtig ist einfach, dass wir die Menschen vor Ort wieder davon begeistern, wie schön es ist, dass Gäste bei uns sind, dass diese Gäste bei uns Arbeitsplätze sichern und dass zu guter Letzt diese Menschen ja auch ein gutes Zeichen für uns alle sind, nämlich, dass wir in einem schönen Bundesland leben.»

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus