Bundesverwaltungsgericht verkündet Entscheidung über A-20-Klagen am 27. November

Senat_BVGNach einem fast zehnstündigen Sitzungs-Marathon hat der 9. Senat des Bundesverwaltungsgerichts in Leipzig soeben die mündliche Anhörung zu den beiden Klagen gegen den vierten Bauabschnitt der Autobahn A 20 beendet. Wie der Vorsitzende Dr. Wolfgang Bier sagte, soll die Entscheidung am 27. November um 10 Uhr verkündet werden.

Neben den beiden Naturschutzverbänden BUND und Nabu, die gemeinsam klagen, hat auch eine Privatperson Einwände gegen den knapp 20 Kilometer langen A-20-Abschnitt zwischen der A 7 und Wittenborn erhoben. Eine weitere Privatperson und die Gemeinde Klein Gladebrügge bei Bad Segeberg hatten ihre Klagen vor dem Verfahren zurückgezogen. Verkehrs-Staatssekretär Thilo Rohlfs (FDP), der am ersten der beiden Verhandlungstermine an dem Verfahren teilgenommen hatte, zeigte sich am Abend weiterhin optimistisch, dass das Land zumindest für ein Teilstück des Abschnitts Baurecht erhalten könnte.

Im Mittelpunkt der zweitägigen Anhörung standen vor allem Fragen des Gewässer-, Gebiets- und Artenschutzes.

IHK-Umfrage:Unternehmen im Land mit Konjunktur und Auftragslage zufrieden

Die Wirtschaft im echten Norden steht weiterhin gut da. Der Konjunkturklimaindex der IHK weist für das dritte Quartal (Juli bis September) auf einer Skala von 0 bis 200 Punkten einen Wert von 120,6 auf. Damit gab es zum Vorquartal praktisch keine Veränderung. Wie die IHK heute weiter berichtete, bezeichneten zuletzt 44,8 Prozent der 675 Unternehmen, die sich an der jüngsten Umfrage beteiligten, ihre Situation als gut, 45,0 Prozent als zufriedenstellend und 10,2 Prozent als schlecht. «Die Geschäfte liefen für die meisten Unternehmen gut, nur ein kleiner, wenn auch etwas gestiegener Anteil der Unternehmerschaft war unzufrieden», sagte IHK-Präsidentin Friederike C. Kühn.

In der Industrie bewirkten gestiegene Auftragseingänge eine positive Lagebewertung. Überdurchschnittlich gut ist die Lage im Baugewerbe, das am Kapazitätsmaximum arbeitet. Im Einzelhandel berichtete fast jedes zweite Unternehmen von Umsatzrückgängen. Bei Dienstleistungen gibt es überwiegend steigende Umsätze und Erträge. Risiken für die weitere Entwicklung sehen die Unternehmen vor allem im Fachkräftemangel. Fast jedes zweite Unternehmen gab an, dass es offene Stellen über einen längeren Zeitraum nicht besetzen konnte.

Besonders prägnant sei das Problem im Bau- und Verkehrsgewerbe, hieß es. Die Geschäftserwartungen sind zum Vorquartal noch etwas gestiegen. 22,2 Prozent der Unternehmen, die sich an der Umfrage beteiligten, rechneten mit einer günstigeren Entwicklung, 63,6 Prozent mit einer gleichbleibenden und 14,1 Prozent mit einer schlechteren.

A-20-Verhandlung vor dem Bundesverwaltungsgericht: Rohlfs optimistisch

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Vor dem Bundesverwaltungsgericht: DEGES-Bereichsleiter Bernd Rothe (links) und Verkehrs-Staatssekretär Rohlfs mit der Chefin des Amtes für Planfeststellung Verkehr (APV), Gesa Völkl

Zwei Klagen gegen den Weiterbau der Autobahn 20 in Schleswig-Holstein beschäftigen seit heute das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) klagen wegen Verstößen gegen das Wasserrecht und den Artenschutz gegen den Abschnitt östlich der A7. Außerdem wehrt sich eine Privatperson gegen eine im Zuge des Straßenbaus mögliche Enteignung einer Koppel.

Eine Entscheidung über die Klagen wird nach Angaben einer Gerichtssprecherin voraussichtlich aber auch am Mittwoch nicht fallen. Dann geht die mündliche Verhandlung in Leipzig weiter. Sein Urteil wird das Gericht wohl an einem gesonderten Termin verkünden. «Wir rechnen mit einem Verkündungstermin in zwei bis drei Wochen», sagte Schleswig-Holsteins Verkehrs-Staatssekretär Thilo Rohlfs (FDP) der Deutschen Presse-Agentur.

Rohlfs_kleinRohlfs nahm an der Verhandlung teil. Im Gespräch mit Journalisten sagte er unter anderem

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Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) hofft, dass die beiden verbliebenen Klagen gegen den 19,9 Kilometer langen Abschnitt von der A7 bis nach Wittenborn abgewiesen werden. «Wir haben alles getan, damit das Amt für Planfeststellung und Verkehr für das Projekt zügig Baurecht erlangen kann», sagte er der dpa.

Den Planfeststellungsbeschluss hatte noch die alte, SPD-geführte Landesregierung kurz vor der Landtagswahl 2017 erlassen. Die Leipziger Richter hatten aber bereits 2013 den dritten Abschnitt östlich von Bad Segeberg gestoppt, weil unter anderem der Fledermausschutz nicht genug beachtet worden war. Ein weiteres Problem: Da auf dem Abschnitt um Bad Segeberg noch das so genannte Fehlerheilungsverfahren läuft, ist bislang unklar, wo der östlich vorgelagerte dritte Abschnitt tatsächlich enden wird.

Rohlfs setzt darauf, dass die Bagger dennoch in absehbarer Zeit bereits in einem Teil des Abschnitts rollen können. Die Richter hätten angedeutet, dass der westliche Teil – von der Autobahn 7 bis zur geplanten Anschlussstelle Hartenholm – möglicherweise für vollziehbar erklärt werden könnte. «Das würde bedeuten, dass wir in diesem Bereich schon mit dem Bauen beginnen könnten, obwohl noch nicht feststeht, wo der Anschluss an den dritten Abschnitt erfolgen wird.»

Bis zur geplanten westlichen Elbquerung der A20 bei Glückstadt fehlen noch 80 Kilometer. Auf der Strecke sind 90 Brücken und ein Elbtunnel geplant. Das Problem: Für keinen der sechs Bauabschnitte gibt es bislang Baurecht. Drei Abschnitte wurden erfolgreich beklagt, drei hängen in den Planfeststellungsverfahren fest.

Die Landesregierung Schleswig-Holsteins hatte die Planungsverantwortung für die A20 mit Beginn dieses Jahres an die Projektmanagementgesellschaft DEGES übertragen, um das Vorhaben schneller voranzubringen. Die Kosten der noch rund 80 Kilometer langen Strecke Richtung Niedersachsen einschließlich des geplanten neuen Elbtunnels belaufen sich auf etwa 2,2 Milliarden Euro.

Morgen um 9 Uhr wird die Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht fortgesetzt.

 

Erfolg für den Norden: Ausbau der Strecke Niebüll-Klanxbüll hat für den Bund Top-Priorität

Großer Durchbruch für die künftigen Sylt-Verkehre: Der Bund will die Bahnstrecke auf die Ferieninsel zweigleisig ausbauen. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) stufte den Abschnitt zwischen Niebüll und Klanxbüll im Bundesverkehrswegeplan in die Top-Kategorie mit einer gesicherten Finanzierung hoch. Dies geht aus einer heute in Berlin vorgestellten Liste hervor. «Wir wollen die Marschbahn zweigleisig ausbauen und damit die die Verbindung nach Sylt schneller und zuverlässiger machen», sagte Scheuer. Dazu gehört auch der zweigleisige Ausbau auf der Nordseeinsel selbst zwischen Morsum und Tinnum inklusive der Autoverladung.

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) sprach von einem großen Erfolg der Landesregierung und der Sylter Pendlerinitiative. „Auch wenn die Planung, für die wir bereits in Vorleistung gegangen sind, noch lange dauern wird und auch der Bau des 221-Millionen-Vorhabens nicht im Handumdrehen zu bewerkstelligen sein wird, so ist zumindest ab heute maximaler Druck auf diesem Projekt“, so Buchholz. Erfreulich sei insbesondere auch, dass der Plan des Bundes zudem den zweigleisigen Ausbau auf der Insel selbst – nämlich zwischen Tinnum und Morsum vorsehe und dabei auch die künftige Autoverladung auf der Insel planerisch integriere.

Buchholz sagte zum Ausbau der Strecke auf Sylt und der Priorisierung des Bundes weiter (Audio starten – „im Browser anhören“):

Weitere Projekte, die der Bund auf Drängen des Landes beschleunigen wird: Die Elektrifizierung der Bahnstrecke Itzehoe-Wilster, das vierte Bahnsteiggleis in Elmshorn, der Ausbau der S 4 Ost zur Entlastung des Knotens Hamburg und die Ausbaustrecke Lübeck-Schwerin-Büchen-Lüneburg.

Die 61 Millionen Euro teure Elektrifizierung der Strecke Itzehoe über Wilster in einen neuen Übergabebahnhof außerhalb des Werksgeländes des Hafens Brunsbüttel beszeichnete Buchholz gegenüber der Deutschen Presse-Agentur als  «ein gutes Signal für die Westküste». Gerade für die Entwicklung des Industriegebiets sei die Entscheidung wichtig.

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Enak Ferlemann

Nach den Worten des Parlamentarischen Staatssekretärs Enak Ferlemann soll der zweigleisige Ausbau «spätestens» 2030 fertig sein. «Je eher, umso besser. Die Bahn kann die Planung aufnehmen», sagte Ferlemann. Notwendig seien aber auch Maßnahmen auf Sylt. «Auch hier können wir uns einen zweigleisigen Ausbau vorstellen – und vor allem die Autoverladung würden wir gerne umlegen.» Zur Forderung von Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP), den Ausbau der Marschbahn in einem «Legalverfahren» statt einem aufwendigen Planfeststellungsverfahren zu realisieren, meinte Ferlemann: «Wir suchen fünf Projekte in Deutschland, wo wir das machen. (…) Wir müssen dafür erst die rechtlichen Möglichkeiten schaffen.»

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Bonnichsen

Die Pendlerinitiative und die Sylter Unternehmer freuten sich über die Entscheidung der Bundesregierung. «Es ist geschafft, endlich kommt das was schon jahrelang gefordert wurde», sagte der Sprecher der Pendlerinitiative, Achim Bonnichsen, der dpa. Der Vorsitzende des Vereins Sylter Unternehmer, Karl Max Hellner, sagte, «wir sind natürlich begeistert, dass unsere jahrelangen Bemühungen endlich Früchte getragen haben». Die Topurlaubsdestination Sylt bekomme endlich die Anbindung, die sie verdiene. Auf der Insel selbst müssten nun die «Schularbeiten» gemacht werden. Diskutiert werden müsse etwa, die Autoverladung raus aus Westerland zu verlagern.

Im Gespräch mit Journalisten sagte Buchholz weiter hier klicken

Im Bundesverkehrswegeplan 2030 gibt es bisher neben den dringlichsten Neubau- und Ausbauprojekten auch solche der Kategorie «potenzieller Bedarf». Nun steigen viele Vorhaben in den sogenannten Vordringlichen Bedarf auf, weil eine «positive gesamtwirtschaftliche Bewertung» vorliege. Der geltende Bundesverkehrswegeplan 2030 war 2016 beschlossen worden. Er sieht Investitionen in Straßen, Schienen und Wasserwege in ganz Deutschland von insgesamt mehr als 270 Milliarden Euro vor. 40 Prozent der Mittel gehen an Bahnprojekte.

Und hier zum Kurzbericht des Bundes   und zur Präsentation von Scheuer

Weiterbau der A 20 östlich der A 7 ab heute erneut vor dem Bundesverwaltungsgericht

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig verhandelt ab heute in Anwesenheit von Schleswig-Holsteins Verkehrs-Staatssekretär Thilo Rohlfs über zwei von ursprünglich fünf Klagen gegen den Weiterbau der Autobahn A 20. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Naturschutzbund Deutschland (NABU) klagen gegen den Abschnitt östlich der A7. Die Entscheidung wird voraussichtlich an einem gesonderten Termin verkündet, sagte eine Gerichtssprecherin. Die Gemeinde Klein Gladebrügge bei Bad Segeberg und zwei Privatpersonen hatten ihre Klagen in den letzten Tagen zurückgezogen.

Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) hofft, dass beide Klagen gegen den 19,9 Kilometer langen Abschnitt von der A7 bis nach Wittenborn abgewiesen werden. «Wir haben seitens des Landes alles getan, um das zuständige Amt für Planfeststellung Verkehr so aufzustocken und auszurüsten, dass für das Projekt zügig Baurecht erlangt werden kann», sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Prognosen seien vor Gericht aber grundsätzlich schwierig. Den Planfeststellungsbeschluss hatte die alte Landesregierung kurz vor der Landtagswahl 2017 erlassen. Die Leipziger Richter hatten 2013 den dritten Abschnitt bei Bad Segeberg nach Klagen derselben Naturschutzverbände gestoppt.

Landesstraßen: 2018 könnte das Sanierungs-Rekordjahr der letzten30 Jahre werden

Noch sind – dank des goldenen Herbstes – die meisten Baustellen auf unserem knapp 3600 Kilometer langen Landesstraßennetz in vollem Gange. Doch es zeichnet sich ab, dass dieses Jahr zu einem Sanierungs-Rekord-Jahr werden könnte.

Mit Luft nach oben: Diese Woche haben Verkehrsminister Bernd Buchholz und LBV.SH-Chef Torsten Conradt den jüngsten Zustandsbericht über die Landesstraßen und zugleich eine Sanierungs-Offensive vorgelegt. Mit teils fast dreifachen Sanierungs-Summen als in den vergangenen Jahren. Für Buchholz ein klarer Fall für seine persönliche Meldung der Woche.

Wer die Einzelheiten noch einmal anschauen möchte: hier klicken

Land, Eichdirektion und SIG Sauer ebnen den Weg zum Erhalt der Beschusstelle in Eckernförde

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Unterzeichnet: SIG-Sauer-Geschäftsführer Tim Castagne, EDN-Chef Dr. Herbert Weit und Staatssekretär Rohlfs ebnen den Weg zum Erhalt der Beschuss-Stelle

Die aus sicherheitstechnischen und organisatorischen Gründen vor knapp einem Jahr größtenteils geschlossene amtliche Beschussstelle für Waffen und Böller in Eckernförde soll bis zum Sommer kommenden Jahres wieder in Betrieb gehen: Eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichneten heute in Eckernförde Wirtschafts-Staatssekretär Dr. Thilo Rohlfs, der Technische Vorstand der Eichdirektion Nord, Dr. Herbert Weit, und der Geschäftsführer des Eckernförder Traditionsunternehmens SIG Sauer, Tim Castagne. „Wir haben uns nach mehrmonatigen Verhandlungen zwischen Land, der Eichdirektion Nord und der Firma SIG Sauer auf Rahmenbedingungen verständigt, die einen dauerhaften Erhalt der Beschussstelle möglich machen sollen. Nun müssen allerdings noch einige Hausaufgaben erledigt werden, um die gute Absicht auch in Verträge zu gießen“, sagte Rohlfs.

Die Vereinbarung sieht unter anderem vor, dass die Eichdirektion Nord auf dem Gelände von SIG Sauer Räume anmieten und bedarfsgerecht auf eigene Kosten aus- und umrüsten wird.

Rohlfs_kleinRohlfs sage im Pressegespräch weiter

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„Für die Herrichtung der Räume haben auch wir uns verpflichtet, umfangreiche Modernisierungs- und Ausbauarbeiten vorzunehmen“, sagte SIG-Sauer-Geschäftsführer Tim Castagne. Dies betreffe neben Vorrichtungen für den Beschuss der Waffen vor allem die Belüftung der Räume.

Castagne_kleinCastagne sagte weiter

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„Sobald dies alles umgesetzt ist, können künftig auch wieder die rund 20 gewerblichen Büchsenmacher im Land, die derzeit auf Beschussämter in Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen oder Thüringen ausweichen müssen, die Dienste der Beschussstelle in Eckernförde in Anspruch nehmen“, sagte Rohlfs. Seit Ende 2017 wird der Beschuss nur noch in einer Art „Behelfsbetrieb“ für die Produktion von SIG Sauer aufrechterhalten.

Wie Rohlfs weiter erläuterte, geht das Land für seinen Bereich von reinen Investitionen in Höhe von rund 420.000 Euro aus. Zudem soll eine zusätzliche Personalstelle der Beschussstellenleitung bald durch die Eichdirektion Nord ausgeschrieben werden. Rohlfs: „Für die Mitarbeiter der Beschussstelle werden sich künftig die Arbeitsbedingungen deutlich verbessern. Und für unsere heimischen Büchsenmacher mit ihren hochwertigen Waffen ermöglicht unsere heutige Weichenstellung hoffentlich wieder eine schnelle und unkomplizierte Erledigung des gesetzlich vorgeschriebenen amtlichen Beschusses.“

Sauer
Seit 1951 am Standort Eckernförde: SIG Sauer

Frauen als GründerInnen: Für den echten Norden gibt es noch viel zu tun…

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v. l.: Kerstin Mikkelsen, Center for Women’s Entrepreneurship und Leadership, Flensburg, Dr. Inez Linke, oceanBASIS GmbH, Kiel,  Prof. Karin Schwarz, CAU-Vizepräsidentin, Susann Dreßler, Leiterin Förderlotsen IB.SH, Kerstin Eisenschmidt, Eisenschmidt Consulting Crew GmbH, Kiel, Angelika Eule, Walterwerk Gruppe, Kiel, Dr. Anke Rasmus; ZfE, Janine Kordes, „Kieler Seifen“. Unten im Bild: IB.SH-Chef Erk Westermann-Lammers und Wirtschaftsminister Buchholz

Das Thema ist heiß, doch der Funke scheinbar noch nicht ganz übergesprungen: Die Frauen im echten Norden sind nach wie vor zurückhaltend, wenn es um die Gründung von Unternehmen oder die Nachfolge an der Spitze eines Unternehmens geht. Nur jeder dritte Betrieb in Schleswig-Holstein wird derzeit von einer Frau geführt. Bei technologieorientieren Start-ups sind es noch weniger.

Für Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz und den Chef der Investitionsbank Schleswig-Holstein (IB.SH), Erk Westermann-Lammers, ein trifftiger Grund, kräftig gegenzusteuern: Zusammen mit der Vizepräsidentin der Kieler Christian-Albrechts-Universität (CAU), Prof. Dr. Karin Schwarz, hatte die IB.SH deshalb im Sommer am Zentrum für Entrepreneurship (ZfE) der CAU eine Vortragsreihe zum Thema „Schleswig-Holstein braucht Gründerinnen!“ ins Leben gerufen. Rund 20 Referentinnen gaben den über 250 interessierten Frauen dabei praktische Tipps und wichtige Impulse. Besonders im Fokus: die breite Palette von Fördermöglichkeiten für Existenzgründungen, die künftig noch stärker auf Frauen fokussiert werden. sollen.

Heute trafen sich die InitiatorInnen mit Buchholz und IB.SH-Chef Westermann-Lammers zu einer Nachlese. Dabei machte etwa Unternehmensgründerin Janine Kordes („Kieler Seifen“) klar: „Es ist nicht immer cool, Unternehmerin zu sein. Das Image muss besser werden, insbesondere in der öffentlichen Darstellung und ich stelle fest: man muss sich auch in gemischten Netzwerken engagieren“. Und nach den Worten von Gründerin Dr. Inez Linke brauche es dringend eine Imagekampagne für das Berufsbild – „und zwar unabhängig vom Geschlecht“.

StartUp Sh, 29.10.2018
Rege Teilnahme von interessierten Frauen: Dienstag fand im Kieler Wissenschaftszentrum das StartUp SH Summit 2018 statt – rechts: ZfE-Chefin Rasmus

Kerstin Mikkelsen von der Uni Flensburg erinnerte an die geförderte und auf Frauen zugeschnittene Initiative „westartup“, die jetzt auch in Lübeck an den Start gehe. Und nach den Worten von ZfE-Chefin Dr. Anke Rasmus sollte zudem das Thema „Entrepreneurship Education an Schulen“ stärker angeschoben werden. Dabei gehe es vor allem um die Frage, wie das Unternehmerinnenbild in Schulen vermittelt werde. Dies sei deshalb auch ein Kernthema des StartUp SH Summit 2018 zum Wochenbeginn im Kieler Wissenschaftszentrum gewesen. Auch das Bildungsministerium befasst sich damit ab morgen in einem Zukunfts-Workshop.

Offen zeigte sich Buchholz für die Anregung von IB.SH-Förderlotsin Susann Dressler, auch die Landesdachmarke „Der echte Norden“ um ein Format für UnternehmerInnen aufzustocken.

Nach den Worten von Buchholz werde sein Ministerium in den kommenden Wochen weitere Impulse für eine intensivere Gründerinnenunterstützung geben. Geplant sind unter anderem Mentoring-Angebote.

Marschbahn-Pünktlichkeit leicht im Aufwind – Sondermalus aber auch für Oktober fällig

Pendler blockieren in Klanxbüll die Züge der Marschbahn

Wegen Verspätungen und Zugausfällen auf der Marschbahn auch im Monat Oktober hat Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Bernd Buchholz eine weitere Sanktion in Höhe von 350 000 Euro gegen DB Regio angekündigt. Es gebe zwar einen Trend zur Besserung, jedoch werde die zugesicherte Pünktlichkeitsquote von 93 Prozent und maximal einem Prozent Zugausfälle leider weiterhin deutlich verfehlt, sagt Buchholz.

Nach den vorläufigen Oktober-Zahlen (ohne die letzten drei Tage) waren etwa 76 Prozent der Züge pünktlich. Es fielen 2,6 Prozent der Züge aus. Im September war die Marschbahn noch zu 73,9 Prozent pünktlich, die Zahl der Ausfälle lag bei 1,7 Prozent. Es hatte in der Vergangenheit bereits monatliche Ausfälle von 5 Prozent gegeben.

Buchholz würdigte die Anstrengungen und Investitionen der Bahn, die sich auf einem positiven Weg befinde.

LokstandBuchholz sagte unter anderem

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Im September hatte DB Regio-Vorstandschef Jörg Sandvoß ein Sofortprogramm vorgestellt in Höhe von 16 Millionen Euro. Es sieht den Einsatz von mehr Lokführern sowie Werkstatt-Mitarbeitern vor. Sandvoß kündigte kurzfristig signifikante Verbesserungen an. Seit Februar bis Oktober einschließlich hat das Land wegen der Missstände auf der Marschbahn Strafen von insgesamt 3,45 Millionen Euro verhängt.

Die DB Netz hatte bereits im Juli ein Sanierungsprogramm für die Infrastruktur der Marschbahn beschlossen. Mit einem Aufwand von 160 Millionen Euro sollen Gleise und Weichen erneuert, Bahnübergänge, Brücken und Signaltechnik modernisiert werden.

Goldener Herbst: Seit fast 30 Jahren waren nicht so viele Schleswig-Holsteiner in Lohn und Brot

Der Herbstaufschwung auf dem schleswig-holsteinischen Arbeitsmarkt setzt sich fort: Nach den heute vorgelegten Zahlen der Bundesagentur für Arbeit ist die Zahl der Arbeitslosen gegenüber dem Vorjahresmonat um 10,2 Prozent (- 8.884) und gegenüber dem Vormonat um 1,6 Prozent (- 1.264) auf aktuell 78.551 Menschen zurückgegangen. Arbeitsmarktminister Dr. Bernd Buchholz zeigte sich entsprechend zufrieden: „Wir können den niedrigsten Wert in einem Oktober seit 27 Jahren vermelden, auch die Arbeitslosenquote ging weiter zurück auf gegenwärtig 5,0 Prozent.“

Mit einem Minus von 15,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr sank die Arbeitslosenzahl in der Gruppe der Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 25 Jahren besonders stark. Hier sind gegenwärtig noch 7.574 junge Menschen ohne Job. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ging derweil um 12,3 Prozent (-3.906) auf 27.798 zurück. Der positive Trend bei der Entwicklung der Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten im Land hält indes weiter an. „Bereits im September wurde die Marke von einer Million sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Schleswig-Holstein überschritten“, so Buchholz.

Mit Blick auf den Ausbildungsmarkt in Schleswig-Holstein, zeigte sich Buchholz gemeinsam mit der Chefin der Regionaldirektion Nord der BA, Margit Haupt-Koopmann, optimistisch: „Die Erfahrungen der letzten Jahre zeigen, dass sich der monatstypische Nachfrageüberhang von gegenwärtig knapp 2.000 unversorgten Bewerberinnen und Bewerbern bis Jahresende noch verringern wird“. Wichtig sei, dass sowohl Unternehmen, als auch Jugendliche die nötige Flexibilität aufbrächten: „Angesichts regionaler Fachkräfteengpässe in einzelnen Branchen dürfen Unternehmen und Jugendliche ihre Potenziale für eine Ausbildung nicht ungenutzt lassen“, appellierte Buchholz und verwies gleichzeitig auf die unterstützenden Angebote des Landes.

Mit dem Landesprogramm Arbeit fördert die Landesregierung mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) nicht nur eine aktive Arbeitsmarktpolitik, sondern auch den Bereich der Ausbildung. So werden die „Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung (ÜLU)“ im Handwerk oder die Weiterbildung u.a. von Beschäftigten, aber auch Auszubildenden im Rahmen des „Weiterbildungsbonus“ unterstützt.

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus