Senvion-Insolvenzplan in trockenen Tüchern

Senvion

Die Gläubigerversammlung beim insolventen Windanlagenbauer Senvion ist nach zwei Tagen am späten Mittwochabend zu Ende gegangen. Die Gläubiger und das Amtsgericht billigten den Insolvenzplan des Unternehmens und verschafften damit dem Sachwalter zusätzlichen Handlungsspielraum, verlautete heute aus Unternehmenskreisen. Noch nicht entschieden sei jedoch über den Einstieg eines Investors. Die Gespräche laufen noch, sollen aber nun recht bald zu einem Abschluss gebracht werden. Ein offizielle Mitteilung von Senvion liegt bislang nicht vor.

Die Senvion-Gläubiger waren am Dienstag zu ihren Beratungen zusammengekommen. Nach der Gläubigerversammlung sollte klar werden, wie viele der Arbeitsplätze in Deutschland verloren gehen. Senvion beschäftigt noch 1400 bis 1500 Mitarbeiter in Deutschland; mehrere Hundert Beschäftigte haben den Konzern verlassen.

Senvion hatte im April Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet und sich auf die Suche nach Investoren begeben. Seit zwei Wochen ist klar, dass Senvion aufgeteilt wird und Teile seines Geschäftsbetriebs stilllegen muss. Die Turbinenfertigung in Bremerhaven mit 200 Mitarbeitern steht zum Jahresende vor der Schließung. Bereits in diesem Monat werden die ersten Kündigungen ausgesprochen. Die Investoren interessieren sich vor allem für den Service-Bereich und einzelne Ländergesellschaften.

IfW rechnet nur noch mit 0,4 Prozent Wachstum – Buchholz sieht SH-Wirtschaft robust aufgestellt

Der konjunkturelle Sinkflug der deutschen Wirtschaft setzt sich nach der Herbst-Prognose des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW) auch im dritten Quartal des Jahres fort. Es sei mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 0,3 Prozent zu rechnen, nach minus 0,1 Prozent im Vierteljahr davor, resümierte das IfW heute in seinen Herbst-Konjunkturprognosen zu Deutschland, zum Euroraum und der Welt. Unter dem Strich trauen die Kieler Ökonomen der größten Volkswirtschaft der Eurozone im Gesamtjahr 2019 nur noch ein Wachstum von 0,4 Prozent zu und damit deutlich weniger als dem Euroraum insgesamt mit 1,2 Prozent. 2018 hatte die Wirtschaft in Deutschland noch um 1,5 Prozent zugelegt.

Mit Blick auf die Wirtschaft in Schleswig-Holstein zeigte sich Minister Dr. Bernd Buchholz dagegen durchaus zuversichtlich. So seien die Konjunktur-Ausschläge  angesichts der stark mittelständisch geprägten Wirtschaft hier weitaus gedämpfter als im Bundesdurchschnitt.

Zwar seien die Erwartungen für die Geschäftsentwicklung in den kommenden Monaten zunehmend zurückhaltender, dennoch setze sich sie positive Lage am Arbeitsmarkt weiter fort und spiegele die stabile wirtschaftliche Entwicklung insgesamt. Bis auf einen leichten Anstieg im Jahr 2013 ist die Zahl der Arbeitslosen im Jahresdurchschnitt seit dem Jahr 2009 kontinuierlich gesunken.

Buchholz sagte weiter (Audio starten – „im Browser anhören“)

Sinkt die Wirtschaftsleistung zwei Quartale in Folge, sprechen Ökonomen von einer «technischen Rezession». Aktuell handelt es sich aber nur um eine sehr milde Rezession. Anders sähe es aus, wenn die Wirtschaftsleistung im Gesamtjahr gegenüber dem Vorjahr schrumpft. Damit wird aber nicht gerechnet. Zuletzt war dies 2009 infolge der globalen Finanzkrise der Fall; seitdem hatte die deutsche Wirtschaft ununterbrochen mit zum Teil kräftigen Wachstumsraten zugelegt.

Solch schwache Zahlen wie aktuell habe es zuletzt 2013 im Zuge der Euro-Schuldenkrise gegeben, betont das IfW. Mitte nächsten Jahres dürfte die Konjunktur aber wieder anziehen. 2021 zeichnet sich laut IfW erstmals wieder ein Defizit in den öffentlichen Haushalten ab. «Belastend für die deutschen Wirtschaftsaussichten ist vor allem die durch Handelskonflikte und den Brexit vorherrschende politische Unsicherheit, wobei insbesondere Investitionen und Exporte unter Druck stehen», erklärte das IfW.

Laut Generalrevision der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR) durchläuft die deutsche Wirtschaft seit dem Jahreswechsel 2017/2018 eine Abkühlungsphase und damit etwa schon ein halbes Jahr länger, als es bislang anhand der Daten ablesbar war. Für 2020 rechnen die IfW-Forscher nun mit einem Plus beim BIP von 1 Prozent (bislang 1,6 Prozent), wobei mit 0,4 Prozentpunkten fast die Hälfte des Zuwachses auf die im Vergleich zum Durchschnitt höhere Zahl an Arbeitstagen zurückgeht. 2021 dürfte das BIP um 1,4 Prozent zulegen. Während die Industrie die Schwelle zur Rezession schon überschritten habe, habe der Abschwung die konsumnahen Dienstleister noch nicht voll erfasst, und die Bauwirtschaft laufe weiter hochtourig.

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Konjunkturforscher Stefan Kooths

«Allerdings werden die Probleme in der Industrie vermehrt auf die übrigen Bereiche ausstrahlen, und die gestiegenen Löhne machen einen Stellenabbau im Abschwung wahrscheinlich», sagte Stefan Kooths, Leiter des Prognosezentrums am IfW. Dennoch bestehe kein Anlass für konjunkturpolitischen Aktionismus, etwa durch Investitionsprogramme, die vor allem die Baupreise anheizen würden. Stattdessen sollte man den Staatshaushalt mit der Konjunktur atmen lassen, wie es die Schuldenbremse vorsieht. «An der schwarzen Null muss indes nicht krampfhaft festgehalten werden», erklärte Kooths.

Die schwächelnde Konjunktur macht sich laut IfW im Staatshaushalt bemerkbar. Die jährlichen Überschüsse sinken von 43 Milliarden Euro in diesem Jahr auf 14 Milliarden Euro im nächsten Jahr und verwandeln sich 2021 erstmals wieder seit dem Jahr 2011 in ein Defizit von 7 Milliarden Euro – das entspräche 0,2 Prozent des BIP.

Die Konjunktur im Euroraum und weltweit wird, wie das IfW analysiert, insbesondere durch eine absehbar weitere Lockerung der Geldpolitik stimuliert. Die politische Unsicherheit infolge der Handelskonflikte und populistischer Regierungen belaste aber den Ausblick. «Vor allem die Industrie befindet sich im Abschwung.» Das BIP im Euroraum dürfte auch 2020 um 1,2 Prozent zulegen und 2021 um 1,5 Prozent. Die Arbeitslosigkeit wird laut Kieler Prognose im Euroraum weiter zurückgehen und ihren historischen Tiefstwert von vor der Finanzkrise unterschreiten. In Deutschland dagegen werde die Arbeitslosenquote von 5,0 in 2019 in den Folgejahren auf 5,2 und 5,3 Prozent steigen.

Der Welthandel ist seit Jahresbeginn in der Tendenz rückläufig. In den fortgeschrittenen Volkswirtschaften schwächte sich die Konjunktur zuletzt ab, in den Schwellenländern belebte sie sich dagegen etwas. Im laufenden Jahr dürfte die Weltproduktion nur noch um 3,1 Prozent, 2020 um 3,2, Prozent zunehmen, nach 3,7 Prozent 2018. «Die Prognoseunsicherheit ist durch die gegenwärtigen handelspolitischen Spannungen besonders groß», betonten die Kieler Forscher. Der ungeklärte Brexit habe für die deutsche Außenwirtschaft eine geringere Bedeutung als die globalen Handelskonflikte, sagte Kooths.

Günther warnt beim Thema Lärmschutz an der Belt-Anbindung: Bund muss glaubwürdig bleiben

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Nach Verkehrsminister Bernd Buchholz hat nun auch Ministerpräsident Daniel Günther den Bund aufgefordert, seine Zusage für den Lärmschutz an der Hinterlandanbindung des geplanten Fehmarnbelttunnels einzuhalten. Günther verwies heute im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur auf die Ankündigung, der Lärmschutz entlang der Bahntrasse durch Ostholstein werde über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen. «Wenn dies nicht geschehen sollte, läuft der Bund Gefahr, sich unglaubwürdig zu machen.»

Günther hat für Morgen zu einem «Parlamentarischen Frühstück» in die Landesvertretung in Berlin eingeladen, um über den Lärmschutz im Zusammenhang mit dem umstrittenen Millionenprojekt zu sprechen. Mit dabei sind Bundestagsabgeordnete aus dem Haushalts- und dem Verkehrsausschuss, der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann (CDU), sowie Vertreter des Projektbeirats und des Dialogforums Feste Fehmarnbeltquerung. Auch das Kieler Verkehrsministerium ist vertreten.

Günther erinnerte daran, dass Bürger, Deutsche Bahn AG und Kommunen im Dialogforum gemeinsam einen Plan für mehr Lärmschutz erarbeitet haben. Nur Bad Schwartau hält an der ursprünglichen Forderung nach einem sieben Meter tiefen Trog für die Bahntrasse fest. Günther kritisierte, das Bundesverkehrsministerium habe die in einem sogenannten Akzeptanzpapier zusammengefassten Vorschläge nicht übernommen, obwohl Ferlemann zuvor immer wieder deutlich signalisiert habe, die über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehenden Vorschläge zu unterstützen. «Wer das jetzt einfach wieder einkassiert, riskiert sehenden Auges wachsende Widerstände in der Region, weitere Klagen und damit eine Verzögerung des im Europäischen Verkehrsnetz so bedeutsamen Projekts», sagte Günther.

Der Ministerpräsident verwies auf den Ausbau der Rheintal-Bahn in Baden-Württemberg, wo der Bund über die Mindeststandards hinausgehende Lärmschutzmaßnahmen vollständig finanziert habe. Vor diesem Hintergrund seien die Signale der Bundesregierung, bei der Hinterlandanbindung des Fehmarnbelttunnels anders zu verfahren, «schon aus Gründen der Gleichbehandlung weder nachvollziehbar noch akzeptabel».

Deutschland hatte sich im Staatsvertrag mit Dänemark zur festen Fehmarnbeltquerung verpflichtet, die Bahnstrecke zwischen Lübeck und Puttgarden bis zur Eröffnung des Tunnels zu elektrifizieren und sie dann zweigleisig auszubauen. Die Landesregierung verfolgt nach eigenen Angaben das Doppelziel, so viel Güterverkehr wie möglich von der Straße auf die Schiene zu bringen und die Belastungen für die Bevölkerung so gering wie möglich zu halten.

Die ursprünglichen Forderungen für den Lärmschutz zielten auf Investitionen in Höhe von 850 Millionen Euro. Jetzt sollen nur noch 500 Millionen Euro aufgebracht werden. In Kiel wird vermutet, dass das Bundesministerium als Konsequenz aus den Kosten für die gescheiterte Ausländer-Maut Geld sparen will.

Die Landesregierung will jetzt in Berlin zusammen mit dem Dialogforum für mehr Lärmschutz werben. Ziel ist ein Entschließungsantrag der Bundestagsfraktionen an die Bundesregierung. Im Raum steht auch die Forderung des Bundes, das Land solle sich finanziell deutlich stärker beteiligen. Dem hält die Landesregierung ihre Zusage entgegen, die Gestaltung von Bahnhofsumfeldern mit bis zu 85 Prozent zu fördern und auch Arbeiten an Eisenbahnkreuzungen mit kommunalen Straßen und mit Landesstraßen kräftig zu unterstützen. Diese Zusagen führten zu Ausgaben von schätzungsweise 70 Millionen Euro.

«Dem CSU-Bundesverkehrsminister geht offensichtlich auf Grund des Pkw- Maut-Desasters das Geld aus», meinte der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion, Thomas Hölck. Die Anwohner «der Hinterlandanbindung dürfen nicht die Leidtragenden für die Unfähigkeit von Minister Scheuer werden». Die SPD-Fraktion gehe fest davon aus, dass die Feste Fehmarnbeltquerung gebaut werde, sagte Hölck. «Sie ist ein wichtiges Infrastrukturvorhaben, das eine hohe Akzeptanz in der betroffenen Region zwingend notwendig macht.» Deshalb müsse alle Kraft dafür verwendet werden, die Auswirkungen für die Menschen in der Region so gering wie möglich zu halten

Tunnel unter dem Fehmarnbelt ab Mittwoch im Mittelpunkt der NordBau 2019

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Eines der größten europäischen Bauprojekte – die Querung des Fehmarnbelts – steht im Mittelpunkt der Eröffnung der 64. NordBau (11.9. bis 15.9.) am Mittwoch in Neumünster. Der 18 Kilometer lange Absenktunnel soll nicht nur die nordeuropäischen Länder mit dem Wirtschaftsraum Festland-Europa verbinden, sondern stärke den gesamten Ostseeraum, teilten die Messeverantwortlichen heute mit. Die Wichtigkeit dieses Bauprojektes werde auch dadurch deutlich, dass neben Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) auch die Botschafter der vier skandinavischen Länder bei der Eröffnung der Messe dabei seien.

Auch in diesem gibt es zudem mehrere Sonderschauen, die aktuelle Entwicklungen der Branche aufgreifen. So befasst sich der Schwerpunkt «Sportstätten der Zukunft» mit dem Thema Sportstättensanierung und wie die Sportstätten der Zukunft aussehen sollen und was sie leisten müssen. Die Sonderschau «Lebensräume gestalten + SmartHome» geht unter anderem dem Trend moderner Haustechniksteuerung per Klick nach. Ein weiterer Schwerpunkt ist unter dem Motto «digitale Baustelle Part 2» auch in diesem Jahr die voranschreitende Digitalisierung auf der modernen Baustelle.

Nach Angaben der Veranstalter ist die Nordbau die größte Kompaktmesse fürs Bauen im nördlichen Europa und seit mehr als sechs Jahrzehnten die Austauschplattform und Anlaufstelle für alle Bauverantwortlichen und die Bauwirtschaft aus dem gesamten Ostseeanrainerraum. Jährlich informieren den Angaben zufolge mehr als 800 Aussteller aus 14 Ländern mehr als 60 000 Besucher über neue Trends in der Baubranche.

Buchholz: Vom Erfolg der StartUp’s in Israel können wir viel lernen – auch das Scheitern

Eine gemeinsame Delegationsreise mit Bildungsministerin Karin Prien sowie den Hamburger Senatoren Katharina Fegebank und Michael Westhagemann führte Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz diese Woche nach Israel. Noch bis einschließlich morgen stehen neben kulturellen Begegnungen vor allem Besuche im Silicon Wadi auf dem Programm. Das Silicon Wadi in Tel Aviv ist – nach dem Silicon Valley in den USA – der zweitgrößte Denkfabrik der Welt rund um die Themen Technologie und Gründungen.

Aus Jerusalem schildert Buchholz seine Eindrücke der Woche… Video starten

Buchholz mahnt vor Altmaiers Gipfel: Energiewende glückt nur mit reformierter EEG-Umlage

Altmaier bei seinem Besuch in Kiel 2017 – mit Ministerpräsident Günther und Minister Buchholz

Vor dem heutigen Windenergie-Gipfel in Berlin mahnt Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier Taten statt weiterer Worte an: „Für das Gelingen der Energiewende ist es nicht nur höchste Zeit, den Deckel vom Ausbau der Offshore-Windenergie zu nehmen, sondern vor allem die Umwandlung von Strom in Wasserstoff rentabler und damit konkurrenzfähiger machen“, sagt Buchholz. Das gehe nur, wenn diese Technologie nicht länger mit einer zum Teil doppelten EEG-Umlage ausgebremst würde. Buchholz: „Gerade für Schleswig-Holstein als Windenergieland Nummer 1 ist es aus ökologischen wie aus industriepolitischen Erwägungen zwingend, Über-Produktionen von Windstrom zur Herstellung von grünem Wasserstoff abzufangen.“
Stattdessen würde durch die jetzige EEG-Regelung der Wasserstoff als nützlicher Energiespeicher per Gesetz künstlich verteuert. „Das ist ökonomisch nicht nur widersinnig, sondern wir nehmen uns damit bundesweit die große Chance eines Technologie-Sprungs im Bereich der Erneuerbaren Energien“, sagt Buchholz. Er erwarte deshalb vom Bundeswirtschaftsministerium, das EEG endlich zu reformieren.

Wie der Minister mit Blick auf die Energiewende im Verkehrssektor weiter sagte, sollten zudem künftig nicht nur E-Autos mit Prämien oder Ladestationen gefördert werden, sondern Impulse zum Ausbau der Wasserstoffmobilität gesetzt werden. Dies ist nicht nur industriepolitisch, sondern auch klimapolitisch geboten, weil es nicht die staatliche Kernaufgabe sein dürfe, eine bestimmte Technologie vorzugeben. „Technologieoffenheit ist ein Gebot der Effizienz. Investitionen in Forschung und Entwicklung werden sonst künstlich verzerrt und nur in die von der Bundesregierung favorisierte Richtung der Elektromobilität gelenkt“, so Buchholz.

Gerade jetzt, wo in vielen Städten aufgrund der drohenden Dieselfahrverbote die Erneuerung von kommunalen Kraftfahrzeugflotten anstehe, müsse der Wasserstoff eine Chance erhalten.

Minister Buchholz und Prien vertiefen ab heute Wirtschafts- und Wissenschaftskontakte in Israel

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Um die Verbindungen mit Israel in den Bereichen Wissenschaft und Wirtschaft zu vertiefen, bricht Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) heute früh mit einer Delegation nach Tel Aviv, Jerusalem und Haifa auf. Bildungsministeriun Karin Prien (CDU) befindet sich bereits seit gestern mit einer Gruppe von rund 70 Personen um Hamburgs Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) und Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) in Tel Aviv. „Mir geht geht es vor allem darum, unsere Kooperationenen im Bereich der StartUp-Szene sowie im Bereich der Gesundheits- und Medizintechnik auszuweiten“, sagt Buchholz. Während Prien mit Hochschul-Vertretern bereits gestern nach Israel geflogen ist, startet Buchholz mit schleswig-holsteinischen Wirtschaftsvertretern heute.

Nach den Worten von Buchholz seien Schleswig-Holstein und Hamburg mit Israel bereits seit Jahren über ihr Netzwerk im Bereich Gesundheit und Medizintechnik verbunden. „Wir wollen die Gelegenheit aber nutzen, um Norddeutschland noch deutlicher als den maßgeblichen deutschen Hotspot dieser Branche darzustellen.“ Darüber hinaus verfüge Tel Aviv mit dem Silicon Wadi über das zweitgrößte StartUp-Zentrum  der Welt – nach dem Silicon Valley in den USA. „Und nachdem wir zusammen mit Hamburg durch die Gründung unseres ,Northern German Innovation Office‘ in San Francisco vor einem Jahr bereits einen großen Fußabdruck hinterlassen haben, gilt es nun, nach weiteren Kooperationsmöglichkeiten zu suchen“, sagt Buchholz.  Vor allem beim Technologietransfer zwischen Hochhschulen und Wirtschaft könne sich der Norden einiges von den Israelis abschauen.

Im Gespräch mit dem NDR-Hörfunk sagte Buchholz weiter (Pfeil klicken)

Die israelische StartUp-Szene ist vor allem in den staatlichen Bereichen Militärtechnik und Cybersicherheit sehr aktiv. Dass Cybersicherheit ein Wachstumsbereich ist, zeigt sich laut Buchholz unter anderem am Kapital, das im vergangenen Jahr in israelische Start-ups geflossen ist. Zum ersten Mal hätte die Summe die Milliarden-Dollar-Grenze übersprungen: Die Gesamtsumme von 1,19 Milliarden US-Dollar im Jahr 2018 stellt einen neuen Rekord dar – die Vorjahresinvestitionen wurden um satte 47 Prozent übertroffen. Buchholz: „Binnen fünf Jahren hat sich das jährlich zur Verfügung gestellte Kapital in diesem Bereich also verfünffacht.“

Das kleine Land Israel mit seinen acht Millionen Einwohnern nimmt damit den zweiten Platz hinter den USA ein, rund ein Fünftel der weltweiten Investitionen in Cybersicherheit fließen in das Land am Mittelmeer.

Bei dem fünftägigen Besuch gastiert die norddeutsche Delegation unter anderem bei „Israel Aerospace Industries“, einem Drohnenspezialisten, der auch die Bundeswehr beliefert. Auf dem Programm steht auch ein Besuch bei „XM Cyber“, der führenden Cybersecurity-Firma des Landes. XM Cyber wurde von hochkarätigen Führungskräften aus der Elite der israelischen Intelligence-Community gegründet, XM steht für Ex-Mossad.

Der offizielle Teil der Reise endet am Freitag mit einem Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem. Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank wird dabei auch im Namen der Landesregierung von Schleswig-Holstein einen Kranz niederlegen.

#Allem gewachsen? Buchholz rät Mittelstand bei Sparkassen-Forum zu Mut und Innovationsfreude

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Buchholz, Boll und Felbermayr am Rande des Sparkassen-Mittelstands-Forums

Unter dem Motto „#Allem gewachsen?“ fand heute im Audimax der Kieler Christian-Albrechts-Universität das mittlerweile 9. Mittelstandsforum des Sparkassen und Giroverbandes statt. In fünf Themen-Foren ging es für die knapp 500 Teilnehmerinnen und teilnehmer um Fragen wie den betrieblichen Nutzen von künstlicher Intelligenz, Cybersicherheit, Tücken der Geschäftsbeziehungen zu östlichen Kulturen oder um das Innovations-Fördernetzwerk für den Mittelstand durch die „Baltic Business Angel“ und andere.

„Der rasante Fortschritt der Digitalisierung, das zunehmende Tempo der Innovation und immer neue Herausforderungen im Wettbewerb sind zu den ständigen Begleitern der Arbeit in Unternehmen und in unseren Sparkassen geworden“, sagte Verbandspräsident Reinhard Boll. Umso wichtiger sei es, Neues kennenzulernen, Erfahrungen auszutauschen und vielleicht Gemeinsamkeiten zu entdecken.

Ehrengäste waren in diesem Jahr der neuen Präsiodent des Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Prof. Dr. Gabriel Felbermayr, und Wirtschaftsminister Dr. Bernd Buchholz. Während Felbermayr in einer ebenso unterhaltsamen wie anschaulichen Mini-Vorlesung auf die seit fast zehn Jahren andauernden zunehmenden protektionistischen Tendenzen im globalen Handel einging, gab es von Buchholz handfeste Tipps.

Im Gespräch mit Journalisten sagte der FDP-Politiker am Rande der Veranstaltung zum Thema Mittelstand im echten Norden unter anderem (Audio starten – „im Browser anhören“)

Die schleswig-holsteinischen Sparkassen laden alle zwei Jahre zum Mittelstandsforum ein. Buchholz würdigte die Zusammenarbeit zwischen der Landesregierung, dem Mittelstand und den Sparkassen als vertrauensvoll und gut. Es bewähre sich dabei immer wieder, dass Schleswig-Holstein ein Land der kurzen Wege sei – auch zwischen den an der Förderung des Mittelstandes  beteiligten Institutionen wie Verbänden, Sparkassen und Spezialkreditinstituten.

Die gesamte Rede von Buchholz: hier

Rohlfs besiegelt in Japan Kooperation für mehr Wasserstoff-Know-how im echten Norden

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Rohlfs besiegelt per Handschlag die Wasserstoff-Kooperation mit Generaldirektor

Die Pläne Landesregierung, vor allem an der Westküste durch bessere Nutzung von „grünem Strom“ aus Windenergie dauerhaft eine Wasserstoff-Wirtschaft zu etablieren, bekommen kräftigen Rückenwind aus Japan. Bei seiner einwöchigen Delegationsreise nach Tokio, Osaka und Kobe – die heute zuende geht – besiegelte Technologie-Staatssekretär Thilo Rohls in der schleswig-holsteinischen Partnerregion Hyogo eine entsprechende Kooperation. Gemeinsam mit dem Generaldirektor der Präfektur Hyogo, Norihisa Mizuguchi, sei er überzeugt, dass beide Regionen auf dem Feld der Erneuerbaren Energien gemeinsam Potenziale ausschöpfen können.

Rohlfs sagte – Audio starten „im Browser anhören“:

Wie der FDP-Politiker weiter sagte, arbeiten die Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WT.SH), und die mit Hamburg gemeinsam geführte Clusterorganisation „Life Science Nord“ auf dem Feld der Medizintechnik und anderer Lebenswissenschaften bereits seit 22 Jahren erfolgreich mit Hyogo zusammen.

Während die Wasserstoff-Technologien in Deutschland noch in den Anfängen stecken, seien die Japaner Pioniere auf diesem Feld. Besonders interessant, so Rohlfs, seien die japanischen Ansätze für eine sektorübergreifende Wasserstoff-Strategie. Diese könnten die entscheidende Antwort auf Energie- und Klimaprobleme sein – mit einer tiefgreifenden Dekarbonisierung von Verkehr, Energie, Industrie und Wohnen bei gleichzeitiger Erhöhung der Energiesicherheit.

Rohlfs: „In einem ersten Schritt werden wir eine Plattform aufbauen, über die ein Austausch von Forschern und Unternehmen über Erneuerbare Energien organisiert wird. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir bereits im kommenden Jahr mit ersten konkreten Wasserstoff-Projekten starten können.“  Der FDP-Politiker zeigte sich bei der Delegationsreise zusammen mit Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher besonders von dem Wasserstoff-Kraftwerk in der Partnerregion Hyogo begeistert. „Ich bin sicher, dass sich unsere Expertise zu Windkraft in Schleswig-Holstein perfekt mit dem Wasserstoff-Know-how der Japaner ergänzen wird“, so Rohlfs.

Der Konzern Kawasaki Heavy Industries hatte erst im vergangenen Jahr mit der Obayashi Corporation 2018 ein Versuchsprojekt in Kobe in Betrieb genommen, in dem mit Wasserstoff eine Gasturbine betrieben wurde, um Strom und Wärme zu erzeugen. Ziel sind Kraft-Wärme-Kopplungssysteme für die Versorgung von Stadtteilen oder Industrieanlagen. Tokio wird zudem zur Olympiade 2020 ein 6000 Einheiten großes Olympisches Dorf aufbauen, das komplett mit Wasserstoff betrieben wird.

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Frank Diehl (links) von Sysmex mit dem örtlichen Geschäftsführer, Staatssekretär Rohlfs und Life-Science-Nord-Geschäftsführer Hinrich Habeck.

Zuvor hatte Rohlfs in Kobe das Unternehmen Sysmex besucht, das  Europa-Standorte in Neumünster und Norderstedt unterhält.  Dabei sagte Rohlfs dem Spezialbetrieb für In-vitro-Diagnostika zu, weitere Investitionen in Schleswig-Holstein zu unterstützen. Sysmex mit seinen weltweit 9000 Beschäftigten – davon 800 in Schleswig-Holstein – ist Marktführer im Bereich der Bekämpfung von Blutkrankheiten.

Am zweiten Tag seiner Delegationsreise hatte Rohlfs in Tokio zudem aussichtsreiche Gespräche mit Toshiba über eine mögliche Ansiedlung einer Lok-Fertigung in Kiel geführt. Mehr dazu hier

Norweger steigen aus – Investor Windhorst übernimmt FSG vollständig

Der Investor Lars Windhorst hat die angeschlagene Flensburger Schiffbau-Gesellschaft (FSG) vollständig übernommen. Seine Investmentgesellschaft Tennor Holding B.V. sei nun alleiniger Eigentümer, teilte die FSG jetzt mit. Die norwegische Siem Europe habe ihre restlichen Geschäftsanteile an Windhorsts frühere Sapinda Holding übertragen. Die Sapinda Holding war Anfang des Jahres bei der 1872 gegründeten FSG eingestiegen und hatte 76 Prozent der Anteile übernommen. Im Mai wurde die Sapinda in Tennor umbenannt.

Der norwegische Konzern Siem Industries – seit September 2014 an der FSG beteiligt – kündigte an, weiter eng mit Tennor, den Kunden sowie den Lieferanten der FSG zusammenzuarbeiten, um das langfristige Wachstum und somit die Zukunft der Werft zu sichern. Die Flensburger Schiffbau-Gesellschaft hatte im April für das vergangene Jahr bei einem Umsatz von 213 Millionen Euro einen Nettoverlust von 111 Millionen Euro ausgewiesen. Vor allem die Verzögerungen bei einem Neubau waren Schuld an den tiefroten Zahlen.

Ebenfalls am Freitag teilte die FSG mit, dass sie ein weiteres sogenanntes Ro-Ro-Schiff an Siem übergeben habe. Es sei das bereits siebte Schiff. Die «Leevsten» ist knapp 210 Meter lang, 26 Meter breit und hat eine Tragfähigkeit von 11 900 Tonnen. Die Fähre habe einen Tiefgang von 6,45 Metern und verfüge über eine Ladekapazität von 4076 Spurmetern. Ein Spurmeter entspreche einem laufenden Meter Ladespur von zwei Metern Breite

Notiz-Blog der Pressestelle des Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus