Flüchtlinge: Mobiles Einsatz-Team der Arbeitsagenturen geht an den Start

Arbeitsagentur geht in SH auf Flüchtlinge mit guter Bleiberechtsperspektive zu. Nägele: Riesenpotenzial für den Arbeitsmarkt

Nägele und Haupt-Koopmann beim Ortstermin

Vermittlungsexperten der Arbeitsagentur gehen in Schleswig-Holstein seit einigen Tagen direkt auf neu ankommende Flüchtlinge mit guter Bleiberechtsperspektive zu. «Zwei Drittel von ihnen sind unter 30 Jahren, das ist aus meiner Sicht ein Riesenpotenzial für den Arbeitsmarkt», sagte die Chefin der Regionaldirektion Nord der Arbeitsagentur, Margit Haupt-Koopmann am Vormittag bei einem Ortstermin bei der Firma Dierck in Wattenbek (Kreis Rendsburg-Eckernförde). Die fünf Experten des mobilen Einsatzteams verfügten unter anderem über arabische Sprechkenntnisse und berieten die Flüchtlinge  bei Terminen vor Ort. Allein in Flensburg hätten sich 50 Asylbewerber bei ihnen über Jobperspektiven informiert.

Frank_NaegeleStaatssekretär Dr. Frank Nägele
aus dem Arbeitsministerium
sagte zu der neuen Offensive:
(Audiopfeil klicken)

Tageweise besucht das mobile Einsatz-Team (MET) die Arbeitsagenturen im Land und bietet dort Informationsveranstaltungen an. Die regionalen Veranstaltungstermine werden – gemeinsam von Arbeitsagenturen, Jobcentern und ihren regionalen Netzwerkpartner – offensiv beworben, um Flüchtlinge auf dieses Angebot aufmerksam zu machen.

„Für uns war es dabei ganz wichtig, ein Team aufzustellen, dessen Mitglieder aufgrund ihrer individuellen Vorbildung, ihrer beruflichen Werdegänge und ihrer Sprachkenntnissen unter Beweis gestellt haben, dass sie dieser anspruchsvollen interkulturellen Aufgabe gewachsen sind. Insbesondere die vielfältigen Sprachkenntnisse – u.a. Englisch, Arabisch, Persisch, Kurdisch und Französisch – werden dazu beitragen, dass die direkte Kommunikation mit den Flüchtlingen möglich ist und sich in vielen Fällen der Einsatz von Dolmetschern erübrigt.“

Nägele bezeichnete die Einrichtung des Einsatzteams als wichtigen Schritt, um eine zügige Kompetenzfeststellung der Flüchtlinge zu erreichen. „Angesichts des anhaltenden Flüchtlingsstroms muss diese Komponente nach Möglichkeit ausgebaut und idealerweise langfristig in den

Erstaufnahmeeinrichtungen angesiedelt werden“, so Nägele. Es müsse allen klar sein, dass eine vollständige Integration aller erwerbsfähigen Flüchtlinge in den deutschen Arbeitsmarkt keine Frage weniger Monate sei.

Die Informationsveranstaltungen vor Ort haben ein feste Struktur: Sie beginnen mit einer Gruppeninformation, in der die Aufgaben der Arbeitsagenturen und Jobcenter vorgestellt, die

grundlegenden Rahmenbedingungen des Arbeitsmarktes sowie Sinn und Zweck der anschließenden individuellen Gespräche erläutert werden.

In diesen Einzelgesprächen wird ein erstes Bewerberprofil erstellt, in dem u.a. folgende Fragen behandelt werden:

  • Welche Schul- und Berufsausbildung und welche berufliche Erfahrung liegen vor?
  • Sind Zeugnisse vorhanden, die dies belegen?
  • Sind diese gültig oder müssen sie erst anerkannt werden?
  • Gibt es deutsche Sprachkenntnisse?

Dieses Gespräch wird durch einen Fragebogen unterstützt, er u.a. in Englisch und Arabisch vorliegt. Ein Ziel der Einzelgespräche ist es, die anschließende Integrationsarbeit der regionalen Arbeitsagenturen und Jobcenter vorzubereiten.

Haupt-Koopmann unterstrich abschließend „Wir wissen bereits jetzt, dass es sich in zahlreichen Fällen nicht um Fachkräfte von morgen, sondern um Fachkräfte von übermorgen handelt. Denn für die vielen jungen Flüchtlinge wird es notwendig – nach dem Erwerb deutscher Sprachkenntnisse – erst eine berufliche Ausbildung zu beginnen und sie schließlich erfolgreich zu beenden. Bei dieser insgesamt großen Herausforderung sind alle Arbeitsmarktpartner in besonderer Weise gefordert. Doch wir müssen die Chancen sehen, die sich vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des stetig zunehmenden Fachkräftebedarfs für das Land eröffnen.“

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