Meyer eröffnet 7 Gesundheitskongress in Kiel

Spitzentreffen einer Boombranche: Meyer eröffnet in Kiel Fachkongress „vernetzte Gesundheit“ mit über 450 Teilnehmern

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Um der Gesundheitswirtschaft in Schleswig-Holstein mit ihren weit mehr als 200.000 Beschäf­tigten künftig noch mehr Schub zu verleihen, rich­tet die Landesregierung zusammen mit zahlreich­en Partnern in den kommenden zwei Tagen zum 7. Mal den Fachkongress „Vernetzte Gesundheit“ aus.

Wie Wirtschaftsminister Reinhard Meyer bei der Eröffnung vor den rund 450 Teilnehmerinnen und Teilnehmern sagte, sei dieser Sektor mit annähernd 10.000 schleswig-holsteinischen Betrieben und mehr als 13.000 Selbständigen zwar enorm leistungsstark und in den letzten Jahren stetig gewachsen, dennoch sehe er weitaus mehr Potenzial, wenn die Akteure sich künftig noch besser verzahnen.

Reinhard_MeyerIm Gespräch mit RSH-Reporter Andreas Otto sagte Meyer bei der Kongress-Eröffnung

(Audiopfeil klicken)

„Es fehlt dieser Branche nach meinem Eindruck vielfach noch das in anderen Wirtschaftsbereichen stark ausgeprägte ,Wir-Gefühl‘ – und gerade das ist in einem Flächenland wie Schleswig-Holstein besonders wichtig“, sagte Meyer. Aus seiner Sicht seien vor allem weitere Anstrengungen zur Erschließung neuer Geschäftsfelder und zu klugen Arbeitsteilungen nötig: Nur so werde die Gesundheitswirtschaft Wirtschaftsmotor und zugleich Garant für eine hochwertige Gesundheitsversorgung bleiben.

Als Beispiel nannte Meyer die zunehmende Bereitschaft der Menschen, in ihre Gesundheit zu investieren, auch im sogenannten zweiten Gesundheitsmarkt – etwa im privat finanzierten Sport- und Wellnessbereich – aber auch im Tourismus oder im Rehabilitations-Sektor. „Im Tourismus sind wir zweifellos schon stark – aber die Kombination mit Prävention und Rehabilitation halte ich für ausbaufähig.“

Gesundheit
Meyer, Dr. Stefan Bruns von der Chemie AG und UKSH-Chef Scholz beim Rundgang

Der Vorstandsvorsitzende des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH), Prof. Dr. Jens Scholz, nannte als weiteres wichtiges Zukunftsfeld die zunehmende Digitalisierung der Medizin unter dem Schlagwort eHealth: „Das UKSH startet medizinisch-technologisch durch: Robotikzentrum, computerassistierte Chirurgie, Hybrid-Operationssäle optimieren die Therapieerfolge, das papierlose Krankenhaus, Teleradiologie, elektronische Zweitmeinung, Videokonferenzen und Live-Operationsübertragungen optimieren Prozesse und so genannte Responsive-Websites“, so Scholz.

Mit Blick auf die für Telemedizin nötige digitale Infrastruktur erinnerte Meyer daran, dass Schleswig-Holstein mit seiner Glasfaser-Strategie und einer Haushalts-Anschlussquote von aktuell 23 Prozent nicht nur bundesweit an der Spitze liege, sondern auch gerade bei den hohen Geschwindigkeits-Anforderungen der einzelnen Anwendungen auf dem richtigen Weg sei: „Ich bin zuversichtlich, dass wir das Tempo des Netzausbaus durch die Förderprogramme des Bundes in den kommenden Jahren noch deutlich beschleunigen können“, sagte der Minister.

Vor dem Hintergrund des Flüchtlings-Zustroms richtete Meyer einen Appell an die Unternehmen der Gesundheitsbranche: „Angesichts eines in Schleswig-Holstein erwarteten Fachkräftemangels von über 100.000 Menschen im Jahr 2030, der unter anderem auch die Pflegeberufe stark treffen wird, sollten die Arbeitgeber sich schon heute auf die neue Situation vorbereiten. Menschen mit Migrationshintergrund werden einerseits ein Großteil der Patienten von morgen sein, andererseits aber auch die Fachkräfte von morgen“, sagte er. Das gemeinsame Ziel aller müsse sein, nach Überwindung der Sprachbarrieren rasch herauszufinden, welche Kompetenzen und Qualifikationen die Flüchtlinge mit Bleibeperspektive mitbringen und wie sie darüber sowohl in die Gesellschaft als auch in den Arbeitsmarkt integriert werden können.

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