Deutsche Bahn investiert ins Streckennetz: Ab Sommer ist Geduld gefragt

Bahnreisende müssen im Sommer Geduld aufbringen: DB plant Bauarbeiten an mehreren S-Bahnlinien in Hamburg und auf der Strecke Elmshorn-Neumünster-Kiel.

Obwohl die Strecke elektrifiziert ist, zieht eine Diesellok die Regionalbahn

Wie die DB AG heute in Hamburg mitteilte, werden in den Sommerferien die S-Bahnlinien S3 und S31 zwischen Hammerbrook und Wilhelmsburg durch Busse ersetzt, wie Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis am Freitag bekanntgab. Auch zwischen Ohlsdorf und Poppenbüttel müssen die Fahrgäste in der zweiten Augusthälfte auf Busse umsteigen.

Zugleich wird im Hamburger Hauptbahnhof Gleis 7 erneuert, was zu Verspätungen und Zugausfällen auf der Strecke Hamburg-Lübeck führen wird. Zahlreiche Züge von Hamburg nach Kiel werden vom Bahnhof Altona abfahren und in umgekehrter Richtung dort enden. Der Bahnhof ist trotz der beginnenden Bauarbeiten an den S-Bahnbrücken über die Julius-Leber-Straße weiter erreichbar.

Einschränkungen wird es auch zwischen Hamburg und Kiel geben. 52 Kilometer Gleise sollen auf dieser Strecke ausgetauscht werden. Zeitweise muss eingleisig gefahren werden. Die Verspätungen werden aber nur wenige Minuten betragen, denn zuvor nimmt die Bahn eine neue Signalsteuerung in Betrieb, die den Zügen kurz vor den Baustellen ein Ausweichen erlaubt.

Sylt-Reisende werden ebenfalls Verspätungen in Kauf nehmen müssen, aber erst im Herbst. Im November und Dezember will die Bahn zwischen Stedesand und Bredstedt (Nordfriesland) neue Gleise verlegen. Dann verlängert sich die Fahrzeit zwischen Hamburg und Westerland um 25 Minuten. Zudem baut die Bahn in Keitum auf Sylt ein neues elektronisches Stellwerk.

Verkehrsminister Reinhard Meyer begrüßte zwar grundsätzlich die Schienennetz-Investition, er machte aber auch klar: „Wenn es jetzt aufgrund von dringend erforderlichen Investitionsmaßnahmen zu Einschränkungen im Verkehr in Norddeutschland kommt, gehen wir davon aus, dass die Baumaßnahmen – so wie wir es auch bei dem Ausbau der A 7 handhaben – so wenig negative Auswirkungen auf den täglichen Verkehr haben, wie möglich.“ Zwar könne man eine Baumaßnahme an einer Eisenbahnstrecke nicht mit einem Autobahnausbau vergleichen. Dennoch gelte auch hier: unabwendbare Streckenschließungen sollten auf die Wochenenden und die Nächte beschränkt werden, der tägliche Pendlerverkehr müsse funktionieren. „Ich gehe davon aus, dass uns die Bahn rechtzeitig über die konkreten Einschränkungen im Bahnverkehr informiert und Einschränkungen auch im Eigeninteresse auf das absolut notwendige Maß reduziert“, so Meyer.

Die Deutsche Bahn investiert in diesem Jahr 210 Millionen Euro in ihre Infrastruktur im Norden. Das teuerste Projekt ist derzeit die Erneuerung der Brücken am Bahnknotenpunkt Berliner Tor in Hamburg. Die Arbeiten sollen bis 2020 dauern und 90 Millionen Euro kosten. Trotz der vermehrten Baumaßnahmen will die Bahn die Auswirkungen auf die Reisenden konstant halten, wie der regionale Kundenmanagement-Leiter bei der DB Netz AG, Michael Körber, versicherte. Er räumte aber ein: «Bauen geht halt nicht ohne Einschränkungen.»

Eine gute Nachricht für Reisende ist das Weichen-Projekt Diana. Die Abkürzung steht für Diagnose- und Analyseplattform. In den nächsten Jahren sollen alle mehr als 35 000 Weichen in Deutschland mit dem Diagnosesystem ausgestattet werden. Dann melden Sensoren, ob eine Störung droht. «Die Weiche ist das störanfälligste Gewerk im Bahnverkehr», sagte Körber. Die Bahn erkundet demnächst, welche Weichen im Norden zuerst aufgerüstet werden.

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