Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein weiter stark im Aufwind

SH-Arbeitslosigkeit auf dem niedrigsten Stand in einem Juni seit 1993

Landesgartenschau

«Der Arbeitsmarkt profitiert primär von der ausgesprochen guten konjunkturellen Lage und dem positiven Konjunkturklima», sagte heute die Regionaldirektorin der Arbeitsagentur, Margit Haupt-Koopmann, bei der Vorstellung des aktuellen Arbeitsmarktberichts.

Ende Juni waren im nördlichsten Bundesland 90 500 Menschen ohne festen Job und damit 3,0 Prozent weniger als vor einem Jahr. Der Rückgang zum Mai des laufenden Jahres beläuft sich auf 3,4 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt nunmehr 6,0 Prozent, nach 6,2 Prozent vor einem Jahr. Unter den Kreisen ist die Quote in Stormarn mit 3,5 Prozent am niedrigsten und in Dithmarschen mit 6,6 Prozent am höchsten. Bei den kreisfreien Städten steht Flensburg mit 8,6 Prozent am besten da und Kiel mit 9,4 Prozent am schlechtesten.

Wegen der gestiegenen Zahl von Asylbewerbern nahm die Ausländerarbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich deutlich zu. Derzeit sind 15 000 Ausländer arbeitslos gemeldet und damit 2200 mehr als im Juni vergangenen Jahres. Die Ausländerarbeitslosenquote beträgt gegenwärtig 18,4 Prozent.

«Eines der zentralen Themen auf dem Arbeitsmarkt bleibt die Integration von Flüchtlingen mit gesicherter Bleiberechtsperspektive», sagte Wirtschaftsminister Reinhard Meyer. «Wir haben großes Interesse an der Eingliederung der vor Krieg und Terror geflüchteten Menschen und bieten ihnen über Qualifikationsmaßnahmen eine Perspektive in Schleswig-Holstein.» Dafür stellen Bundesagentur und Landesregierung für 1500 bis 1600 Teilnehmerplätze in diesem Jahr bis zu sechs Millionen Euro bereit.

Wie Meyer weiter sagte, hätten Land und Bundesagentur  das Programm Begleiteter Übergang für Flüchtlinge in Arbeit und Ausbildung (BÜFAA.SH) aufgelegt. In der ersten Förderrunde dieses Jaahres würden dafür für 1.500 bis 1.600 Teilnehmerplätze bis zu sechs Millionen Euro bereit gestellt, um Asylbewerber und Asylberechtigte oder anerkannte Flüchtlinge auf eine Einstiegsqualifizierung, eine Berufsausbildung oder eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vorzubereiten.

Insgesamt positiv hat sich die Nachfrage nach Arbeitskräften entwickelt. Seit Jahresbeginn wurden 37 500 freie sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze gemeldet und damit 7,9 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2015. Die Zahl der Beschäftigten stieg um 2,8 Prozent auf 935 600. Besonders im Gesundheits- und Sozialwesen, bei unternehmensnahen Dienstleistungen, im Handel, auf dem Bau und im Gastgewerbe entstanden neue Jobs. Zurückgegangen ist auch die Langzeitarbeitslosigkeit, von der aber immer noch 35 000 Menschen betroffen sind.

Auch der DGB Nord freute sich über die robuste Verfassung des Arbeitsmarktes. Die gute Konjunktur werde zu zwei Dritteln von der Binnennachfrage getragen, was auch auf den gesetzlichen Mindestlohn zurückzuführen sei, sagte der Landesvorsitzende Uwe Polkaehn. «Insgesamt haben 128 000 Beschäftigte in Schleswig-Holstein etwas vom Mindestlohn.» Die bisherigen Untersuchungen zeigten, dass der Mindestlohn keine negativen Spuren auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen habe.

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