Wie schafft SH die Mobilitätswende? Meyer legt erstmals umfassende Studie vor

Meyer legt Gutachten zur Mobilität in SH vor: Spagat zwischen Ballungsgebieten und ländlichem Raum“

Der Verein BürgerBus Ladelund

Erstmals in der Landesgeschichte haben Verkehrswissenschaftler und Ökonomen grundlegend aufgearbeitet, wie die Weichen für eine moderne Mobilität in Schleswig-Holstein in den nächsten 15 bis 25 Jahren gestellt werden müssen. In einer von Verkehrsminister Reinhard Meyer in Auftrag gegebenen Studie analysiert die Hamburger „Ramboll Management Consulting“ die derzeitigen verkehrlichen Rahmenbedingungen sowie künftige Mobilitätsanforderungen und -ansprüche der Bevölkerung und leitet daraus 15 konkrete Handlungsempfehlungen ab.

Meyer_TouriMeyer sagte zu dem Gutachten weiter

(Audiopfeil klicken)

„Das 140-Seiten-Gutachten liefert sehr praxisorientierte Impulse und legt damit eine hervorragende Basis, damit Land, Kreise und Kommunen im engen Schulterschluss die Weichen für einen modernen Schienen, Bus- und Autoverkehr stellen können“, sagte Meyer heute (26. September) in Kiel. Um insbesondere den Menschen im ländlichen Raum in Zukunft eine Perspektive zu bieten, auch ohne eigens Auto am gesellschaftlichen Leben im gesamten Land teilnehmen zu können, müsse der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) weiterentwickelt und flexibler gestaltet werden.

groffikMeyer: „Die Gutachter haben uns ins Stammbuch geschrieben, dass wir die verschiedenen Verkehrsmittel künftig noch wesentlich besser über Kreisgrenzen hinweg miteinander verknüpfen müssen.“ Für die vor allem durch Berufspendler stark belasteten Verkehrsachsen müssten attraktive Alternativen zum eigenen PKW stärker unterstützt werden. „Hierbei können die Potenziale des technischen Fortschritts und der Digitalisierung genutzt werden. Ziel muss zudem sein, den Verkehr umweltfreundlicher und energieeffizienter zu gestalten. Der E-Mobilität kommt hierbei eine Schlüsselfunktion zu“, so der Minister. Er machte zugleich aber auch deutlich, dass es eine Illusion sei, in ländlichen Regionen künftig ohne Autoverkehr auskommen zu können.

Die von Ramboll erarbeiteten 15 Handlungsempfehlungen (Zum Gutachten hier klicken Handlungsempfehlungen ab Seite 78) betreffen die höchst unterschiedlichen Anforderungen zwischen ländlichen Regionen einerseits und städtischen Verdichtungsräumen andererseits. Die Vorschläge reichen von einer besseren Vernetzung der verschiedenen Verkehrsträger, Mobilitätshubs, ein Internet-gestütztes Parkraummanagement, die Einführung schneller Hauptachsen im öffentlichen Nah- und Regionalverkehr bis hin zur Unterstützung von Sharingsys­temen.

Weiterhin erachtet Ramboll die Stärkung der Zusammenarbeit zwischen den verkehrspolitischen Akteuren des Landes sowie die Stärkung der Kompetenzen, insbesondere auf regionaler und lokaler Ebene als wichtig, um die Mobilität der Menschen zukunftsfähig gestalten zu können.

koenoenen
Dr. Astrid Könönen

„Mobilität ist ein komplexes Themenfeld, in das die Entscheidungen verschiedenster Akteure einfließen,“ sagt die Autorin der Studie, Dr. Astrid Könönen. Umso wichtiger sei es daher, dass Mobilität integriert und gemeinsam, über Verkehrsträger, Ebenen und Verwaltungsgrenzen hinweg, gestaltet werde. „Dies deckt sich auch mit der Vorstellung von Minister Meyer, die derzeitigen Norddeutschen Tarifverbünde stärker miteinander zu verschmelzen“, so Könönen weiter.

Meyer dankte den Gutachtern vor allem für die Unterfütterung ihrer Vorschläge mit so genannten Good Practice-Beispiele aus dem gesamten Bundesgebiet.  „Es ist wichtig, über den eigenen Tellerrand zu schauen und von anderen zu lernen. Warum soll Schleswig-Holstein nicht zum Beispiel Anleihen bei der Radstrategie von Baden-Württemberg oder bei der Optimierung der Schülerverkehre im Kreis Unna machen?“

Das Verkehrsministerium werde nun genau prüfen, wie und mit welcher zeitlichen Prioritätensetzung die Vorschläge von Ramboll umgesetzt werden können.

Das Gutachten hat 90.000 Euro gekostet.

Schriftzug auf einem Carsharing-Auto

 

 

 

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